Stoffwechselerkrankung - Symptome, Behandlung und Arztsuche

Wichtige Kreisläufe im menschlichen Körper werden durch Stoffwechselkrankheiten durcheinandergebracht. Ursache für eine Stoffwechselerkrankung ist eine Stoffwechselstörung. Eine solche Störung wiederum kann entweder durch einen angeborenen Mangel an Enzymen verursacht werden oder aber im Laufe des Lebens entstehen. Zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen zählen beispielsweise:

  • Diabetes Mellitus
  • Hashimoto
  • Mukoviszidose
  • Gicht
  • Funktionsstörungen der Schilddrüse (Unter- oder Überfunktion)
Diese verschiedenen Erkrankungen bringen jeweils unterschiedliche Beschwerden und Krankheitsverläufe mit sich. Für die Entstehung von Stoffwechselerkrankungen spielen zusätzlich auch Störungen im Stoffwechsel der Aminosäuren eine Rolle.

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Stoffwechselerkrankung - Weitere Informationen

Drei Fakten zu Stoffwechselerkrankungen

  • Aufgrund einer Stoffwechselstörung können sowohl Muskeln als auch Gelenke oder Organe in Mitleidenschaft gezogen werden.
  • Aufgrund der zahlreichen unspezifischen Beschwerden wird die Diagnose seltener Stoffwechselerkrankungen erschwert.
  • Stoffwechselstörungen können in jedem Alter auftreten.

Was ist unter dem Stoffwechsel zu verstehen?

Um zu verstehen, wie Stoffwechselerkrankungen entstehen und welche Ursachen sie haben, ist es zunächst wichtig, einige Dinge über den menschlichen Stoffwechsel (auch als Metabolismus bezeichnet) zu wissen. So werden in der Medizin unterschiedliche Körperfunktionen sowie der gesamte menschliche Körper betrachtet, wenn vom Stoffwechsel gesprochen wird.

Die Vielzahl der körperlichen Vorgänge wird durch den Stoffwechsel gesteuert und beeinflusst. Der Stoffwechsel ist für alle Kreisläufe verantwortlich, die unser Körper täglich durchlebt. Dies beginnt beispielsweise beim Tag- und Nachtrhythmus und beinhaltet auch die Ernährung und regelmäßige Erneuerung jeder Körperzelle. Ebenso werden vom Stoffwechsel Blutfette und Blutzucker geregelt.

Wie man sieht, ist der Stoffwechsel an zentralen körperlichen Funktionen beteiligt und daher ein sehr wichtiger Bestandteil der Gesundheit. Aufgrund seiner vielfältigen Aufgaben ist es daher leicht nachvollziehbar, warum verschiedene Stoffwechselkrankheiten drastische Folgen haben können.

Risikofaktoren, die das Auftreten von Stoffwechselerkrankungen begünstigen können

Erkrankungen des Stoffwechsels können verschiedene Ursachen haben. Folgende Risikofaktoren können das Auftreten einer solchen Erkrankung begünstigen:
  • Schichtarbeit
  • ungesunde Ernährungsweise
  • Übergewicht über viele Jahre
  • zu wenig Bewegung
  • Strahlung und Gifte am Arbeitsplatz
  • Rauchen

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Die häufigsten Stoffwechselerkrankungen

Diabetes mellitus stellt die häufigste Stoffwechselerkrankung dar. Hierbei arbeitet die Bauchspeicheldrüse nicht mehr richtig. Sie ist nicht mehr in der Lage, den Zuckerspiegel im Blut zu regulieren und das Verhältnis verschiedener Hormone ist gestört.

Risikofaktoren für Diabetes mellitus sind Übergewicht, ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung. Typische Beschwerden, die mit der Erkrankung einhergehen, sind Müdigkeit, Heißhunger, starker Harndrang und vermehrter Durst.

Fehlfunktionen der Schilddrüse treten ebenfalls häufig auf. Von der Schilddrüse werden unter anderem die Körpertemperatur und die Schläge des Herzens gesteuert. Im Falle einer Überfunktion werden zu viele Hormone produziert, was zu Muskelschwäche, starker Müdigkeit, Zittern und innerer Unruhe führen kann. Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse hingegen kommt es zu einer mangelhaften Produktion von Hormonen. Dies äußert sich bei Betroffenen durch eine schnelle Frostneigung, Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Zwar haben die Patienten kaum Appetit, nehmen aber dennoch zu.

Auch die Gicht zählt zum Bereich der Stoffwechselkrankheiten. Ausgelöst wird sie, wenn sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt. In der Folge kommt es zur Bildung von Harnsäurekristallen, die sich in Schleimbeuteln und Gelenken ablagern. Dies resultiert oftmals aus einer ungesunden und unausgewogenen Ernährung.

Die Erkrankung Hashimoto geht mit einer chronischen Entzündung der Schilddrüse einher, was im Laufe der Jahre zur Zerstörung der Drüse führt.

Mukoviszidose dagegen ist ein Gendefekt, der dazu führt, dass Körpersekrete zähflüssiger sind als normal. Dies bewirkt dann Verdauungs- und Atemprobleme.

Wie stellt der Arzt die Diagnose einer Stoffwechselerkrankung?

Stoffwechselerkrankungen können verschiedene Ursachen haben und unterschiedliche Auswirkungen auf den menschlichen Körper nach sich ziehen. Aus diesem Grund fällt es auch erfahrenen Medizinern nicht immer leicht, bereits nach kurzer Zeit die richtige Diagnose zu stellen, da Stoffwechselerkrankungen sehr viele Gesichter haben können.

Stoffwechselerkrankungen können beispielsweise die Leber, die Schilddrüse, das Gehirn oder das Herz betreffen. Jedoch weisen unter Umständen auch Schmerzen in den Gelenken oder Veränderungen an der Haut auf Störungen des Stoffwechsels hin. Zusätzlich lässt sich auch durch Unter- oder Überfunktionen bestimmter Organe auf Stoffwechselprobleme schließen. Selbst harmlose Symptome wie Haarausfall, Schlafstörungen, Gewichtsveränderungen und Stimmungsschwankungen lassen sich unter Umständen durch Unregelmäßigkeiten im Stoffwechsel erklären.

Stoffwechselerkrankungen können also bei jedem Patienten unterschiedliche Auswirkungen haben. Für eine zuverlässige Diagnosestellung empfiehlt sich eine Bestimmung entsprechender Hormone und anderer Werte im Blut. Eine solche Untersuchung gibt verlässliche Auskunft darüber, ob der Patient unter einer Stoffwechselerkrankung leidet oder nicht.

Welche Symptome können auf eine Stoffwechselerkrankung hindeuten?

Es existieren verschiedene Beschwerden und Symptome, die auf eine Stoffwechselerkrankung schließen lassen, jedoch nicht müssen. Die genannten Symptome können auch Begleiterscheinungen vollkommen anderer Erkrankungen sein. Aus diesem Grund eignet sich die folgende Aufzählung nicht zur Selbstdiagnose. Wenn Sie allerdings eines oder mehrere dieser Merkmale bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
  • Gewichtszunahme, obwohl Sie nicht mehr als früher essen. Zudem fühlen Sie sich antriebslos, haben keine Energie und sind oft müde. Dies kann auf eine Unterfunktion der Schilddrüse schließen lassen.
  • Obwohl Sie normal essen, verlieren Sie an Gewicht. Sie fühlen sich oft leicht reizbar, sind rastlos und nervös. Diese Beschwerden können im Zusammenhang mit einer Überfunktion der Schilddrüse stehen.
  • Wenn Sie unter Hautrötungen, stechenden Schmerzen oder Schwellungen im Bereich der Fingergelenke leiden, dann könnte dies durch Gicht verursacht sein.
  • Haben Sie häufiger unter Bauchkrämpfen, Übelkeit oder Magenschmerzen zu leiden, kann dies für eine Störung im Verdauungsstoffwechsel sprechen. Sollte kein Mangel an Nährstoffen vorliegen, hilft es, auf Lebensmittel zu verzichten, welche die Ursache für die jeweilige Störung sind.

Welche Auswirkungen hat eine Stoffwechselerkrankung?

Die Folgen für Personen, die unter einer Stoffwechselerkrankung leiden, lassen sich nicht pauschalisieren. Es kommt vor allem darauf an, welche Krankheit genau aufgetreten ist und in welchem Stadium sie diagnostiziert wurde. So existieren Stoffwechselerkrankungen, bei denen sich mithilfe von Medikamenten lediglich die Symptome unterdrücken lassen, wie etwa Gicht, Schilddrüsenfehlfunktionen oder Diabetes. Andere wiederum können geheilt werden.

Wie sieht die Behandlung bei Stoffwechselerkrankungen aus?

Die Behandlung von Stoffwechselerkrankungen richtet sich natürlich zum einen nach der genauen Krankheit sowie den damit verbundenen Ursachen. Viele Stoffwechselerkrankungen lassen sich medikamentös behandeln. Hierzu wird der behandelnde Arzt dem Patienten entsprechende Präparate verschreiben. Bis die richtige Dosis gefunden ist, kann es jedoch durchaus etwas dauern, sodass bei der Behandlung von Stoffwechselerkrankungen ein gewisses Maß an Geduld vom Patienten erforderlich ist.

Dieser Text wurde überprüft von unserem Experten Prof. Dr. med. Jörg G. Albert.