Leberkrebszentrum - Spezialisten für Leberkrebs

Patienten mit der Diagnose Leberkrebs finden bei ausgewählten Leberkrebsspezialisten fachkundige Begleitung von der Diagnose über maßgeschneiderte, sichere Therapien bis zur umfassenden Nachsorge. Bleiben Sie informiert und erfahren Sie hier alles über Leberkrebs.

 


Medizinischer Fachlektor Primarius Prof. Dr. med. Thomas Grünberger

Dieser Artikel wurde nach den Vorgaben aktueller medizinischer Fachliteratur, Leitlinien und wissenschaftlichen Standards verfasst und sorgfältig von Medizinern geprüft.

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Was ist die Leber?

Die Leber ist ein relativ großes Organ, das sich direkt unterhalb des Zwerchfells hauptsächlich im rechten Oberbau befindet. In seiner direkten Umgebung liegen die Gallenblase, die Milz, die Bauchspeicheldrüse und der Magen. Die aus einem größeren rechten Leberlappen und einem kleineren linken Leberlappen bestehende, schmerzunempfindliche Leber ist von der Leberkapsel umgeben. Die gute Durchblutung der Leber weist auf ihre wichtigen Funktionen hin: Sie reinigt das Blut von Schadstoffen, baut alte rote Blutkörperchen (dabei entsteht Bilirubin), Alkohol und Medikamentenrückstände ab, dient als Zwischenspeicher für bestimmte Nährstoffe, bildet lebenswichtige Stoffe (unter anderem für die Blutgerinnung sowie Albumin und Hormone) und produziert den Gallensaft, der für die Verdauung von Fetten eine wichtige Rolle spielt.

Wichtige Laborwerte (Leberwerte), die auf eine Schädigung der Leber hinweisen können, sind die Aspartat-Aminotransferase (AST), die Alanin-Aminotransferase (ALT), die Gamma-Glutamyltransferase (Gamma-GT) und die alkalische Phosphatase (AP). Aber auch andere Blutwerte, wie das Albumin oder das Bilirubin, können Hinweise auf einen möglichen Leberschaden geben.

Verschiedene Erkrankungen können in der Leber auftreten, die zu Leberkrebs führen könnten. Dazu gehören die Leberzirrhose (meist die Folge eines Alkoholmissbrauchs oder einer viralen Hepatitis, in selteneren Fällen durch bestimmte Krankheiten, Giftstoffe oder Medikamente ausgelöst), Fettleber (kann durch Alkohol, starkem Übergewicht oder Diabetes mellitus entstehen), Fettleberentzündung als Folge einer Fettleber sowie eine Leberentzündung (Hepatitis) nach Hepatitis-Virusinfektion.

Welche Krankheiten werden von den Spezialisten für Leberkrebs behandelt?

Patienten mit diesen Erkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, dass sich ein Leberkrebs entwickelt. Der von der Leberzelle ausgehende Leberkrebs, der in Fachkreisen hepatozelluläres Karzinom (HCC) heißt, entwickelt sich aufgrund von Veränderungen im Erbgut meist aus vorgeschädigten Leberzellen. Ein Cholangiokarzinom (CCC) ist eine Leberkrebsart, die sich aus Zellen der Gallengänge entwickelt. Und schließlich können sich auch Krebszellen eines Tumors eines anderen Organs in der Leber niederlassen und dort eine Lebermetastase bilden. Dies ist häufig bei Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Magenkrebs oder Speiseröhrenkrebs der Fall.

Neben diesen bösartigen Tumorerkrankungen der Leber behandeln Leberspezialisten auch gutartige Lebertumoren, das heißt solche Geschwulste, die in der Regel keine Absiedlungen (Metastasen) in andere Organe bilden. Dazu gehören die folgenden gutartigen Lebertumoren:

  • Leberhämangiome (auch kavernöse Hämangiome genannt) sind die häufigsten Lebertumoren. Vermutlich handelt es sich dabei um Gefäßmissbildungen oder um versprengtes embryonales Gewebe (Harmatome).
  • Fokal-noduläre Hyperplasien sind einzelne Knoten, kommen relativ häufig vor und entwickeln sich nicht zu Leberkrebs weiter.
  • Hepatozelluläre Adenome (Leberadenome) sind sehr selten und können sich zu Leberkrebs weiterentwickeln.
  • Leberzysten sind flüssigkeitsgefüllte Räume in der Leber.

Begleiterscheinungen des Leberkrebses, die von Spezialisten für Leberkrebs mit behandelt werden sind:

  • Erschöpfung und dauerhafte Müdigkeit (Fatigue)
  • Schmerzen
  • Starker Juckreiz (Pruritus)
  • Wasseransammlung in der Bauchhöhle (Aszites)

Welche Diagnoseverfahren setzen Spezialisten für Leberkrebs ein?

Bei der Diagnostik von Leberkrebs steht anfangs die Befragung (Anamnese) des Patienten, welche Vorerkrankungen, Lebensgewohnheiten und Beschwerden bestehen und welche Medikamente eingenommen werden. Die körperliche Untersuchung besteht unter anderem im Abtasten des Bauches. Laboruntersuchungen geben Hinweise auf eine mögliche Schädigung der Leber.

Besteht nach diesen Untersuchungen der Verdacht auf einen Lebertumor, schließen sich bildgebende Verfahren an. Empfohlen wird dabei ein dreiphasiges kontrastverstärktes Schnittbildverfahren, bei dem nach Gabe eines Kontrastmittels in bestimmten zeitlichen Abständen die Anreicherung des Kontrastmittels in der Leber und dem Lebertumor und anschließend das Herausspülen des Kontrastmittels beurteilt werden. Diese Untersuchung kann mittels Ultraschalluntersuchung (Sonographie), Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden.

Bei unklaren Ergebnissen oder zur Bestätigung der Diagnose bei kleineren Tumoren kann eine Gewebeprobe entnommen werden (Leberbiospie). Bei Diagnosestellung, im Rahmen des Follow-up nach Tumoroperation bzw. in fortgeschrittenen Stadien zur Verlaufskontrolle im Rahmen der Behandlung kann die Bestimmung des Tumormarkers Alpha-Fetoprotein (AFP) für das HCC, des CA 19-9 für das CCC und das CEA für Lebermetastasen des Dickdarmkrebses sinnvoll sein.

Bestätigt sich der Verdacht auf Leberkrebs, werden die Experten für Leberkrebs eine so genannte Ausbreitungsdiagnostik durchführen, bei der geklärt wird, inwieweit der Lebertumor bereits die Leberkapsel durchbrochen und sich auf benachbarte Organe ausgedehnt und ob er bereits Metastasen gebildet hat. Hier kommt zunächst die kontrastmittelverstärkte Magnetresonanztomographie (MRT) und bei Verdacht auf Ausbreitung des Tumors in den Brust- und Bauchraum auch die Computertomographie zur Anwendung.

Für die Planung der Therapie sind darüber hinaus wichtig:

  • Bestimmung des Tumorstadiums (Tumor-Staging) auf Basis der Ausbreitungsdiagnostik
  • Abschätzung der Therapieoptionen und des daraus resultierenden Krankheitsverlaufs mithilfe der „Barcelona Clinic Liver Cancer“-Klassifikation (BCLC-Klassifikation)
  • Erfassen des körperlichen Zustandes mithilfe eines speziellen Bewertungsschemas, dem so genannten ECOG Performance Status (ECOG = Eastern Cooperative Oncology Group)

Welche Behandlungsmethoden gehören zum Leistungsspektrum eines Spezialisten für Leberkrebs?

Zum Leistungsspektrum eines Spezialisten für Leberkrebs gehören unter anderem folgende Behandlungsmethoden:

  • Operative Entfernung des Leberkrebses (Tumorresektion)
  • Zerstören des Tumors durch Hitze (Thermoablation) mittels der Radiofrequenzablation (RFA); andere Techniken sind beispielsweise hochfrequenter Ultraschall (HIFUS) und Mikrowellenablation (MWA)
  • Lebertransplantation
  • Unterbinden der Blutversorgung des Tumors nach Gabe von Medikamenten direkt in die Blutbahn (so genannte transarterielle Chemoembolisation, TACE)
  • Selektive intraarterielle Radiotherapie (SIRT), bei der radioaktive Partikel über ein die Leber versorgendes Blutgefäß dicht an den Tumor gebracht werden
  • Systemische Therapie, das heißt auf den ganzen Körper wirkende Antikörper bzw Chemotherapie
  • Palliative Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden, Schmerzbehandlung
  • Behandlung von Nebenwirkungen
  • Bestrahlung zur Behandlung von Metastasen in den Knochen oder in anderen Organen
  • Behandlung mit neuen Medikamenten oder Methoden im Rahmen von klinischen Studien
  • Nachsorgebehandlungen
  • Psychoonkologische Betreuung

Was zeichnet die Spezialisten für Leberkrebs aus?

In einer Tumorkonferenz arbeiten Experten verschiedenster Fachgebiete zusammen, um die für den Patienten geeignetste Behandlung auszuarbeiten. Alle Krankenhäuser, die auf die Behandlung von Leberkrebs spezialisiert sind, halten Tumorkonferenzen ab, an denen Experten aus den Bereichen der Inneren Medizin, Gastroenterologie und Hepatologie, der Nuklearmedizin, der Radiologie, der Chirurgie und der Pathologie teilnehmen. Spezialisten für Leberkrebs zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine große Erfahrung in den empfohlenen diagnostischen und therapeutischen Verfahren aufweisen. Onkologische Zentren sind in der Regel durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert, wodurch eine hohe Qualität in der Versorgung von Patienten mit Leberkrebs gewährleistet ist.

Quellen

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF) (2013) Diagnostik und Therapie des hepatozellulären Karzinoms, Langversion 1.0, AWMF Registrierungsnummer: 032-053OL

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF) (2014) Leberkrebs. Ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten. Patientenleitlinie

Schünke M et al. (2018) Prometheus. Innere Organe: LernAtlas der Anatomie. Thieme, Stuttgart

 

Zuletzt aktualisiert am 04.09.2019

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