Das Auge zählt zu den komplexesten und empfindlichsten menschlichen Organen. Aus diesem Grund sollte bei Augenproblemen immer ein Facharzt für Augenheilkunde aufgesucht werden, der in der Regel auch als Spezialist für epiretinale Gliose fungiert. Er ist bestens mit der Anatomie des Auges vertraut: mit dem Bewegungsapparat (bestehend aus den Augenmuskeln), den verschiedenen Schutzvorrichtungen (Augenhöhle, Augenlider, Bindehaut) sowie mit dem Augapfel, der die Linse, den Glaskörper und die verschiedenen Augenkammern enthält. An der inneren Wand des Augapfelefindet sich die Netzhaut, die die Lichtsignale aufnimmt und anschließend an den Sehnerv (der zum Gehirn führt) weiterleitet.

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Was ist eine epiretinale Gliose?

Bei der epiretinalen Gliose handelt es sich um eine Netzhauterkrankung, die vorrangig Menschen ab dem 50. Lebensjahr betrifft. Ein typisches Merkmal ist die Ablagerung von Zellen auf der Oberfläche der Netzhaut, meist im Bereich der Makula, also am Punkt des schärfsten Sehens. Die epiretinale Gliose wird daher auch als Macular Pucker bezeichnet. Zieht sich die Membran zusammen, kommt es zu einer Auffaltung der Netzhaut und die Sehschärfe lässt nach. Auch verzerrtes Sehen ist typisch für die epiretinale Gliose. Die Erkrankung entwickelt sich normalerweise sehr langsam und ohne erkennbaren Grund (primäre Gliose). Sie kann jedoch auch als Folge anderer Erkrankungen oder auch nach operativen Eingriffen auftreten (sekundäre Gliose).

Welche Fachärzte sind Spezialisten für die epiretinale Gliose?

Bei Verdacht auf epiretinale Gliose ist der Augenarzt immer der erste Ansprechpartner. Sollte eine Operation erforderlich sein, wird er den Patienten an eine Augenklinik oder an die entsprechende Fachabteilung einer örtlichen Klinik überweisen. Auch die hier tätigen Augenärzte können als Spezialisten für die epiretinale Gliose bezeichnet werden. Sie haben nach Abschluss ihres Medizinstudiums eine fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Augenheilkunde absolviert und anschließend eine zweijährige praktische Phase durchlaufen. Im Verlauf dieser Praxisphase wurden sie mit allen gängigen Operationstechniken vertraut gemacht, so auch mit OP-Techniken, die bei der Behandlung der epiretinalen Gliose zum Einsatz kommen.

Epiretinale Gliose: Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

Schon bei der Diagnose der epiretinalen Gliose greift der Augenarzt auf modernste Verfahren zu, so etwa auf die optische Cohärenztomographie (OCT). Sie ermöglicht eine genaue Untersuchung der Netzhaut und eine exakte Darstellung der verschiedenen Netzhautschichten, ohne das Auge zu berühren.

Die epiretinale Gliose kann nicht medikamentös behandelt werden, sondern ausschließlich durch einen operativen Eingriff. Wann dieser Eingriff stattfindet, hängt vom individuellen Verlauf der Erkrankung ab. Bei geringer Beeinträchtigung der Sehkraft ordnet der Spezialist für epiretinale Gliose meist engmaschige Kontrollen an, um das Fortschreiten der Gliose zu protokollieren. Ist die Sehkraft bereits stark gemindert, wird möglichst zeitnah operiert.

Dabei kommt eine mikrochirurgische Operationstechnik zum Einsatz – die sogenannte nahtlose Pars-plana-Vitrektomie, bei der die auf der Netzhaut befindliche Zellmembran vollständig entfernt wird. Die Technik wurde in den letzten Jahren immer weiter verfeinert und gilt als sehr sicher. Das Sehvermögen kann in den meisten Fällen deutlich verbessert werden, allerdings dauert es mehrere Monate, bis das Gehirn gelernt hat, die neuen Bilder korrekt zu interpretieren. Nach der OP ist also Geduld gefragt. Außerdem ist es ratsam, in kurzen Abständen zu den Nachuntersuchungen zu gehen, denn die Pars-plana-Vitrektomie erhöht das Risiko für eine Linsentrübung (Katarakt).

Quellen

https://www.leitlinien.de/mdb/downloads/kip/diabetes/diabetes-auge-kip.pdf
https://www.pro-retina.de/netzhauterkrankungen/makula-degeneration/altersabhaengige-makuladegeneration/krankheitsbild/diagnose
https://www.dog.org/wp-content/uploads/2009/12/amd-stand-2018.pdf