Bei der Epilepsie handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die das Nervensystem betrifft. Der Begriff Epilepsie fasst Erkrankungen des Gehirns zusammen, die sich durch epileptische Anfälle bemerkbar machen. Epilepsie-Spezialisten sind Experten auf dem Gebiet der Diagnose und Behandlung dieser Erkrankung.

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Was versteht man unter Epilepsie?

Die beiden Begriffe Epilepsie und epileptischer Anfall müssen deutlich voneinander unterschieden werden, denn ein einzelner epileptischer Anfall bedeutet noch keine Epilepsie.

Ein epileptischer Anfall wird als plötzliches auftretendes Ereignis beschrieben, das auf wenige Minuten oder Sekunden begrenzt ist. Wenn ein solcher Anfall lediglich einmalig auftritt, bezeichnet man ihn als Gelegenheitsanfall. Von einem solchen Gelegenheitsanfall sind etwa fünf bis zehn Prozent aller Menschen einmal in ihrem Leben betroffen.

Von einer Epilepsie hingegen spricht man erst, wenn mindestens zwei epileptische Anfälle vorgefallen sind, die ohne erkennbaren Auslöser aufgetreten sind. Ausnahme sind seltene Epilepsieformen, die als Auslöser bestimmte optische Reize haben.

Welche Fachärzte sind Epilepsie-Spezialisten?

Wie bei einer Vielzahl von Erkrankungen stehen auch bei einer Epilepsie Experten zur Verfügung, die spezialisiert auf Diagnose, Beratung und Behandlung dieser Erkrankung sind. Solche Experten arbeiten nicht nur als Ärzte in Schwerpunktpraxen oder entsprechenden Klinikabteilungen, sondern auch Sozialarbeiter, Psychologen und Krankenpfleger, die in der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) tätig sind, zählen zu diesem Expertenkreis. Abhängig vom Einsatzort lassen sich hierbei folgende Einrichtungen (Klinik oder Arztpraxis) voneinander unterscheiden:

  • Schwerpunktpraxen für Epileptologie
  • Ambulanz für Epilepsie
  • Zentrum für Epilepsie

Wenn Kinder oder Jugendliche unter Epilepsie leiden und diese behandelt werden soll, sind hingegen Kinderärzte mit einer entsprechenden Fortbildung für Epileptologie der beste Ansprechpartner.

Behandlungsmöglichkeiten bei einer Epilepsie

Behandeln lässt sich eine Epilepsie entweder medikamentös oder operativ:

Medikamentöse Therapieoptionen

Etwa 80 Prozent der Betroffenen erzielen durch Medikamente eine Verbesserung der Erkrankung. Hierbei kommen sogenannte Antiepileptika zum Einsatz, die dabei helfen, die epileptischen Anfälle zu unterdrücken.

Die Wirkung dieser Arzneimittel setzt im Gehirn an, also dort, wo die epileptischen Anfälle entstehen. Dabei ist jedoch nicht jedes Medikament für jede Form der Epilepsie - bzw. für jeden Patienten - geeignet. Daher ist es für eine korrekte und hilfreiche medikamentöse Therapie wichtig, möglichst genau die Art des Anfalls zu kennen und darüber hinaus weitere Faktoren zu berücksichtigen. Dazu gehören

  • gegebenenfalls vorliegende andere Erkrankungen,
  • Medikamente, die der Patient einnimmt,
  • die Frequenz der epileptischen Anfälle,
  • die individuelle Lebenssituation des Betroffenen und
  • die Verträglichkeit des Antiepileptikums.

Operative Therapieoptionen

Auch wenn die Mehrheit der Epilepsie-Patienten die Erkrankung durch den Einsatz von Medikamenten sehr gut in den Griff bekommt, macht in einigen Fällen eine Operation Sinn (diese wird als Epilepsiechirurgie bezeichnet). Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Medikamente beim Patienten nicht anschlagen oder diese die Lebensqualität des Betroffenen stark beeinträchtigen. Ausführlich abklären lassen sich die operativen Möglichkeiten in spezialisierten Epilepsiezentren. Dort findet auch eine intensive und individuelle Beratung des Patienten statt.

Quellen

  • https://www.epilepsie-vereinigung.de/epilepsie/diagnostik-und-behandlung/
  • https://www.pluspatient.de/spezial/epilepsie/
  • https://www.epilepsie-gut-behandeln.de/leben-mit-epilepsie