Spezialist Protonentherapie

Eine relativ neue Therapieform im Bereich der Radiologie ist die Protonentherapie. Sie gehört zur Art der Strahlentherapien und wird eingesetzt, um Tumore zu behandeln. Dabei werden positiv geladene Atomteilchen (Protonen) mit starker Beschleunigung auf das erkrankte Gewebe geschossen. Treten die Protonenstrahlen in den menschlichen Körper ein, werden sie stark abgebremst und setzen ihre Energie unmittelbar am betroffenen Zellgewebe frei und töten Tumorzellen dadurch ab. Der Vorteil dieser Strahlentherapie ist, dass die Nebenwirkungen deutlich geringer ausfallen als bei anderen Formen der Strahlentherapie.

Übersicht

Empfohlene Spezialisten

Protonentherapie - Weitere Informationen

Wirkungsweise


Mit einem Teilchenbeschleuniger werden die energiegeladenen Protonen auf über 180.000 Kilometer pro Stunde beschleunigt und direkt auf das betroffene Zellgewebe abgeschossen. Der große Vorteil der Protonentherapie liegt darin, dass neben der Richtung der Strahlung auch die Eindringtiefe in den Körper bestimmt werden kann, so dass nur das erkrankte Gewebe zerstört wird. Beim Eindringen in den Körper des Patienten werden die Teilchen stark abgebremst. Durch ihre spezifischen Eigenschaften geben Protonen ihre maximale Energie ab, je langsamer sie werden. So setzen sie ihre „Zerstörungskraft“ explosionsartig frei, wenn sie auf das Tumorgewebe treffen („bragg-peak“).

Anders als bei der konventionellen Strahlentherapie auf zum Beispiel Photonenbasis handelt es sich bei dieser Therapieform nicht um elektromagnetische Wellen, die den ganzen Körper des Patienten durchdringen. Bei konventionellen Strahlenbehandlungen wird auch gesundes Gewebe geschädigt. Bei einer Protonentherapie lassen sich Richtung und Eindringtiefe genau kontrollieren. Die Teilchenenergie wird also gezielt an das Tumorgewebe abgegeben, was letztendlich zur Zerstörung des erkrankten Gewebes führt. Dadurch, dass das umliegende Gewebe nicht in Mitleidenschaft gezogen wird, kann die Strahlungsdosis stark erhöht werden. Die Protonentherapie setzt direkt an der DNA von Tumorzellen an, schädigt diese und bringt damit das Tumorgewebe zum Absterben.

Mit der Protonentherapie behandelbare Krebsarten


Grundsätzlich lassen sich alle Krebserkrankungen mit der Protonentherapie behandeln. Allerdings ist die Protonentherapie besonders indiziert, wenn die Erkrankung Organe betrifft, bei der eine andere Form der Strahlentherapie zu viele schädliche Nebenwirkungen aufweisen würde. Hierzu zählen zum Beispiel Tumore im Schädel-Kopf-Hirn-Bereich, Tumore in den Augen, Schilddrüsentumore oder auch Tumore an der Wirbelsäule. Durch die geringen Nebenwirkungen ist die Protonentherapie besonders gut bei der Behandlung von Kindern einsetzbar.

Experten für die Protonentherapie


Die Experten der Protonentherapie setzen sich aus qualifizierten Ärzten der Fachrichtung Radiologie zusammen. Dadurch, dass es sich um eine relativ neue Therapieform handelt, gibt es bisher nur sehr wenig niedergelassene Mediziner, die die Protonentherapie anbieten können. Protonentherapiezentren existieren in Deutschland bisher fünf, weitere sind jedoch in Planung.