Storys

Jenny G. fühlt sich schon seit einiger Zeit ständig müde. Während die Lehrerin früher zusätzliche Aufgaben oder Diskussionen mit den Kollegen nie scheute, leidet sie heute zunehmend darunter. Zusatzaufgaben, die sie als Konrektorin übernehmen muss, wie das Erstellen der Unterrichtspläne, schiebt sie vor sich her. Dann fühlt sie sich überfordert und nicht selten ergreift sie Panik oder sie zieht sich niedergeschlagen zurück. Es ist ihr alles zu viel. Dabei müsste sie sich gerade jetzt mehr bewegen, denn die Mittvierzigerin hat in den vergangenen Monaten vier Kilo zugenommen.

Hormonelle statt psychische Ursache

Symptome, über die Jenny G. wie viele andere Frauen rätselt. Sind es die Wechseljahre oder doch ein Burnout? Bei einer Routineuntersuchung fällt dem Hausarzt die vergrößerte Schilddrüse auf. Ein Ultraschall und eine Blutuntersuchung bestätigen, dass bei Jenny G. eine Schilddrüsenunterfunktion besteht – eine Erkrankung, die überwiegend Frauen betrifft. Dabei hat Jenny G. noch Glück, denn oftmals werden die hormonell bedingten Ursachen für diese Symptome erst sehr spät erkannt und Frauen stattdessen lange mit Antidepressiva oder Psychotherapien behandelt, die in diesem Fall selten etwas nutzen.+++ Wollen Sie mehr über die Schilddrüse erfahren? Hier finden Sie interessante Infos zum Aufbau, über die Funktionsweise und die häufigsten Erkrankungen an der Schilddrüse +++

Verursacher Nr. 1: Hashimoto

Die häufigste Ursache für die Schilddrüsenunterfunktion ist die Autoimmunerkrankung Hashimoto. Autoimmun bedeutet, dass das körpereigene Abwehrsystem, das normalerweise vor eindringenden Fremdkörpern schützt, sich hierbei gegen die eigene Schilddrüse richtet und so eine Entzündung (Thyreoiditis) auslöst. Die Antikörper zerstören das Drüsengewebe, die Schilddrüse produziert in Folge zu wenige T3 und T4 Hormone. Diese sind gewissermaßen der Treibstoff für den gesamten Energiestoffwechsel. Der schleichende Beginn der Erkrankung erschwert, dass die Symptome richtig interpretiert werden, zu denen auch Herzrhythmusstörungen und Gewichtszunahme zählen können.

Angeboren oder Ursache im Gehirn?

In seltenen Fällen ist die Hypothyreose, die Schilddrüsenunterfunktion, angeboren. Die Schilddrüse ist entweder zu klein – manchmal sogar gar nicht vorhanden – oder kann das mit der Nahrung aufgenommene Jod nicht richtig verwerten. Für die Betroffenen ist es enorm wichtig, dass die Störung möglichst unmittelbar nach der Geburt erkannt wird, da ansonsten Kretinismus droht. Doch tritt die angeborene Hypothyreose nur bei 0,2  aller Neugeborenen auf.Da Produktion und Ausschüttung der Hormone von Hypophyse und Hypothalamus gesteuert wer- den, können auch Tumorerkrankungen in diesen Gehirnregionen eine Schilddrüsenunterfunktion zur Folge haben, obwohl die Schilddrüse selbst intakt ist.

Was tun?

Warten Sie nicht zu lange, wenn Sie sich zunehmend abgeschlagen, antriebslos und depressiv fühlen oder Angstzustände Überhand nehmen. Ziehen Sie außer psychischen Ursachen auch eine physische in Erwägung. Eine Schilddrüsenunterfunktion lässt sich durch Ultraschall und Blutuntersuchung gut diagnostizieren. Dies hilft, eine mögliche weitere Schädigung des Drüsengewebes frühzeitig zu verhindern und Regenrationsprozesse in Gang zu setzen. Künstliche Hormone, eine gesunde Ernährung und Lebensführung unterstützen Ihren Körper dabei.Da Schilddrüsenerkrankungen auch erblich veranlagt sein können, sollte sich bei entsprechender familiärer Disposition - auch wer symptomfrei ist - in regelmäßigen Abständen untersuchen lassen.

Zurück zur Lebenslust

Was hat Jenny G. nun genau unternommen? Sie bekommt vom Arzt ihres Vertrauens ein Schilddrüsenpräparat verschrieben, das aus reinen T4-Hormonen besteht, die im Blut gespeichert werden. Daraus kann der Körper selbst so viel T3 bilden, wie er benötigt. Unter Aufsicht ihres Arztes wird die Dosis allmählich gesteigert, so lange bis die Schilddrüsenwerte ihres Blutes in Ordnung sind. Mit einer Verbesserung ihrer Stimmung darf Jenny in einigen Wochen rechnen, um ihren anstrengenden Schullalltag bald wieder besser bewältigen zu können.  
Sollte dies nicht der Fall sein, ist es immer ratsam eine Zweitmeinung hinzuzuziehen, um einen möglichen Tumor oder einen Karzinom völlig auszuschließen. Hierfür ist es ratsam, sich an einen medizinischen Fachexperten zu wenden. Im Leading Medicine Guide finden Sie Spezialisten, die sich auf die Behandlung der Schilddrüse spezialisiert haben. Haben Sie allgemeine Fragen oder einen Verdacht, den Sie mit einem Experten besprechen wollen, dann kontaktieren Sie noch heute einen Leading Medicine Guide Arzt. 
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