Gesundheit

Jährlich sterben in Deutschland etwa 121.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, das sind über 300 Menschen pro Tag. Rauchen ist nach wie vor das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Der Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2018 ist die Gelegenheit, sich über die Folgen des Rauchens zu informieren. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto: „Pass auf, an wen du dein Herz verlierst!“

Bis zum letzten Atemzug - Rauchen erhöht das Herzinfarktrisiko

Im Vergleich zu Nichtrauchern haben Raucher ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Erkrankungen der Blutgefäße, Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall.Bei Rauchern verhärten sich die Blutgefäße. Es kommt zu Ablagerungen, den sogenannten Plaques, die die Gefäße verengen, den Blutfuss stören und den Blutdruck erhöhen können. Sind wichtige Gefäße am Herzen oder im Gehirn verengt, . kann ein Herzinfarkt oder Schlaganfall die Folge sein. Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, ist bei Raucher/innen 65% höher als bei Nichtrauchern.Rauchen schadet aber nicht nur den Rauchern selbst, sondern auch den passiven Mitrauchern. Zwar wird der ausgeblasene Rauch in der Luft verdünnt, dennoch werden immer noch bis zu zehn Prozent der Schadstoffe inhaliert. Auch Passivrauchen ist deswegen schädlich für das Herz-Kreislaufsystem und kann die gleichen Krankheiten auslösen wie aktives Rauchen.

Rauchen fördert Krebs

Über 80% aller Lungenkrebserkrankungen sind laut Experten des Deutschen Krebsforschungsinstituts (DKFZ) auf das Rauchen zurückzuführen, und auch die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) tritt vermehrt bei Rauchern auf, genau wie Tuberkulose. Grippe oder Erkältungen treffen Raucher ebenfalls öfter.Die Schadstoffe des Tabaks werden beim Inhalieren von der Lunge aufgenommen. Unsere Lungenzellen absorbieren dabei auch feinste Partikel. Unsere Lunge bietet den Schadstoffen eine enorm große Aufnahmefläche. Ausgebreitet wäre unsere Lunge etwa 100 Quadratkilometer groß. Das entspricht der Grundfläche einer schönen 3-4 Zimmer Altbauwohnung, oder einem halben Tennisplatz.Rauchen schadet nicht nur den Organen, sondern wirkt sich auch allgemein negativ auf den Gesundheitszustand aus. Es lässt die Haut schneller altern und die Zähne gelb werden, schädigt die Augen und unsere Knochen, führt bei Männern zu Erektionsstörungen und kann bei Frauen dazu beitragen, dass die Fruchtbarkeit eingeschränkt wird.Wer schwanger ist und raucht, schadet dem ungeborenen Kind, da die Schadstoffe in den Blutkreislauf der Embryos und Föten gelangen. Bei Raucherinnen besteht dazu das Risiko, nach den Wechseljahren und der damit verbundenen Menopause an Osteoporose (Knochenschwund) zu erkranken.

Warum schaden Zigaretten?

Tabak ist ein Gemisch aus etwa 5000 Substanzen. Viele darunter sind giftig und krebserregend. In Deutschland testet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (dfg) regelmäßig Chemikalien auf ihre krebserzeugende Wirkung. Über 90 Bestandteile des Tabakrauchs wurden dabei bisher als krebserzeugend oder als eventuell krebserzeugend eingestuft.So sind im Tabak Kohlenmonoxid und Teer enthalten. Diese Schadstoffe führen zu einer schlechteren Durchblutung und Sauerstoffversorgung unseres Körpers.Seit dem Jahr 2004 werden e-Zigaretten oft als „gesunde Alternative” gepriesen. In den elektronischen Zigaretten ist Aerosol enthalten. Es enthält zwar weniger Schadstoffe als der Tabak, ist aber nicht schadstofffrei. Da die e-Zigaretten vergleichsweise frisch auf dem Markt sind, lassen sich deren genaue und langfristige Nebenwirkungen noch nicht abschätzen.

Warum fällt es so schwer mit dem Rauchen aufzuhören?

Der suchtmachende Stoff des Tabaks ist das Nikotin. Eigentlich ist es ein Nervengift, ein Insektizid. In unserem Körper angekommen, löst es im Gehirn die Ausschüttung des Hormons Dopamin aus - das sogenannte Glückshormon. Es sorgt dafür, dass der Griff zur Zigarette für viele mit Entspannung und Wohlbefinden verbunden wird.Unser Gehirn gewöhnt sich schnell an das „gute Gefühl“, das vom Tabakkonsum ausgelöst wird. Es werden aber immer größere Mengen Nikotin benötigt, um genügend Dopamin auszuschütten. Sinkt der Nikotinpegel, steigt das Verlangen nach einer Zigarette. Wer keine bekommt, reagiert oft gereizt, nervös, überempfindlich.

Aufhören kann die Lebenszeit verlängern

[caption id="attachment_6669" align="alignleft" width="212"] © Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V.[/caption]Die meisten Raucher wollen aufhören, machen viele Versuche, schaffen es aber nicht. Die Zahl der ganz und gar vom Tabakkonsum überzeugten Raucher/innen ist überschaubar. Die Deutsche Krebsforschungsgesellschaft schätzt sie auf 35%. Seit dem Jahr 2016 müssen Schockbilder auf den Zigarettenpackungen gedruckt werden. Dazu ist in öffentlichen Einrichtungen und in den allermeisten Kneipen und Restaurants heute das Rauchen verboten.Die Raucherquote ist im Zuge der Kampagnen und der Nichtraucherschutzgesetze zurückgegangen. Trotzdem greift bei uns immer noch jeder vierte Mann und jede fünfte Frau täglich oder gelegentlich zur Zigarette.Im Durchschnitt sterben Raucher/innen bis zu 10 Jahre früher als Menschen, die nie geraucht haben. Aufhören lohnt sich aber immer. Wer es schafft, senkt die Wahrscheinlichkeit, an den Folgen des Tabakkonsums zu sterben. Die Atemwegsfunktionen verbessern sich bereits nach ein paar Wochen und auch der Blutdruck sinkt. Bereits nach wenigen Jahren sinkt das Risiko für eine Krebs- oder eine Herz-Kreislauferkrankung signifikant.Der Welt-Nichtrauchertag am 31. Mai bietet wieder umfangreiche Gelegenheiten, sich über die Folgen des Rauchens zu informieren und auch über die verschiedenen Möglichkeiten mit dem Rauchen aufzuhören – damit der Versuch, vom Tabak loszukommen, nicht mehr scheitert!