Gesundheit

Krebs gehört zu den gefährlichsten Erkrankungen überhaupt. Unter den häufigsten Krebsarten rangieren dabei Prostatakrebs und Darmkrebs - über 33.000 Menschen erkranken allein in Deutschland jährlich an Darmkrebs.Oft bilden sich dabei Tochtergeschwulste in der Leber, sogenannte Lebermetastasen. Für die erfolgreiche Behandlung der Leber ist eine ausreichende Leberfunktion des Patienten von großer Bedeutung. Ist die Funktion zu stark eingeschränkt, kann der Tumor lediglich durch eine Chemotherapie aufgehalten werden. Eine Heilung ist in dem Fall jedoch nicht möglich. Besser ist hier die operative Entfernung der betroffenen Stellen.

Risiko bei der Entfernung von Lebergewebe

Bei einem Leberkarzinom wird neben dem Tumor auch gesundes Lebergewebe entfernt. Wenn die Leber zuvor schon stark geschädigt war, kann es nach einem operativen Eingriff deswegen zu einem Leberversagen kommen. Aus diesem Grund war ein chirurgischer Eingriff früher bei vielen Patienten einfach zu riskant.Bei der chirurgischen Behandlung von Lebererkrankungen sind genaue Vorhersagen zum Operationsrisiko von enormer Wichtigkeit. Nur durch die genaue Erfassung des Zustandes der Leber vor einem Eingriff kann die Sicherheit der Patienten gewährleistet werden.[caption id="attachment_6796" align="aligncenter" width="840"]Leberfunktion messen © natali_mis / Fotolia[/caption]

Der LiMAx-Test senkt das Risiko beträchtlich

In der Krebsbehandlung verspricht nun ein neuer Atemtest, der LiMAx-Test (das ist die Abkürzung für Liver Maximum Capacity), schnelle und sichere Diagnoseergebnisse. Durch den Einsatz des neuen Tests können die Mediziner in Echtzeit die vorhandene Kapazität der Leber genau ermitteln. Beim LiMAX-Test liegt nach kurzer Zeit ein verlässlicher Befund vor, der riskante Eingriffe zu verhindern hilft. Der Patient legt sich dabei auf eine Patientenliege. Dann wird ihm eine Atemmaske aufgesetzt. Intravenös erhält er daraufhin eine Lösung mit 13C-Methacetin (Vorstufe zum Paracetamol) die nur in der Leber verarbeitet wird.Dabei entstehen Kohlenstoffisotope und diese gelangen über die Atemluft und über die Atemmaske zu einem Messgerät. Das LiMAx-Messgerät erfasst mit einem Infrarotlaser die relative Menge der Kohlenstoff-Isotope. In nur 30 bis 40 Minuten lässt sich so am Gerät ablesen, wie gut die Leber noch funktioniert. Wird eine hohe Konzentration gemessen, ist auch noch eine hohe Zahl gesunder Leberzellen vorhanden. Je größer diese Anzahl ist, desto geringer ist das Risiko eines operativen Eingriffs.

Einsatzmöglichkeiten des LiMAx-Tests in der klinischen Praxis

Der LiMAx-Test wird bei der Risikoabwägung von Patienten mit Verdacht auf eine Lebererkrankung eingesetzt. In erster Linie wird er für die Verbesserung der klinischen Versorgung von Patienten mit primärem Leberkarzinom oder mit metastasiertem Darmkrebs, die für eine Leberoperation vorgesehen sind, verwendet.Mit diesem Test können Fachärzte den aktuellen Zustand einer Lebererkrankung bestimmen und entscheiden, ob ein chirurgischer Eingriff möglich ist. Die Anpassung des Operationszeitpunktes (z. B. nach Chemotherapie) und der richtigen Operationstaktik (PVE, ALPPS, parenchymsparende Resektion) ist durch den LiMAx-Test genau bestimmbar.Dadurch treten in der Leberchirurgie deutlich seltener ernste Komplikationen auf. Mit dem LiMAx-Test steht zudem auch ein Instrument zur Verfügung, das die Fortschritte im Genesungsprozess erfassen kann.

Verbreitung des LiMAx-Tests

Deutschlandweit setzen bislang nur elf Universitätskliniken das neue Testverfahren ein. Auch der Leading Medicine Guide-Experte Prof. Winde, Chefarzt und Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Thoraxchirurgie und Proktologie des Klinikums Herford, bietet diese moderne Form der Leberdiagnose in seinem umfangreichen Leistungsspektrum an.Möchten Sie mehr über Prof. Winde und sein Team erfahren? Hier geht’s zu seiner Darstellung auf Leading Medicine Guide, wo Sie ihn auch direkt kontaktieren können.Bildnachweis: Doctor shows healthy human liver. © natali_mis #137818456 | fotolia.de