Gesundheit

Die Nummer 1 der Todesursachen in Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu denen der Herzinfarkt und der Schlaganfall zählen. Schlechte Cholesterinwerte sind ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Laut der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen, der DGFF (auch LIPID-Liga genannt), sind die Cholesterinwerte bei jedem 250. Bundesbürger erhöht. Mit ihrer bundesweiten Kampagne, dem „Tag des Cholesterins“ am 03. Juni 2018, möchte die Lipid-Liga über erhöhte Cholesterinwerte und Fettstoffwechselstörungen generell informieren.

Früherkennung ist lebenswichtig

Wenn der Herzinfarkt oder der Schlaganfall da sind, ist es oft zu spät. Von den 350.000 Menschen, die bei uns jährlich an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sterben, hätten etliche gerettet werden können, wenn Risikofaktoren, wie erhöhte schlechte Cholesterinwerte, rechtzeitig erkannt worden wären. Unser Körper braucht Cholesterin. Es ist für uns lebenswichtig. Cholesterin wird für die Fettverdauung benötigt, für die Bildung von Vitamin D und von bestimmten Hormonen. Außerdem ist das Cholesterin an den Stoffwechselvorgängen in unserem Gehirn beteiligt. Das meiste Cholesterin produziert dabei unser Körper in der Leber. Nur etwa ein Drittel des Cholesterins wird über die Nahrung aufgenommen. Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die schlecht wasserlöslich ist. Deshalb muss unser Körper einen Weg finden es im Blut zu transportieren. Diese Aufgabe übernehmen Lipoproteine. Das HD-Lipoprotein (high density lipoprotein) und das LD-Lipoprotein (low density lipoprotein). Den Cholesterintransport von der Leber über die Blutgefäße zu den Organen übernimmt das LD-Lipoprotein, während das HD-Lipoprotein für den Rücktransport aus den Organen und Gefäßen zur Leber verantwortlich ist. Zuviel LDL-Cholesterin kann uns schaden, während zu viel HDL-Cholesterin gut für uns ist.

Gutes Cholesterin, schlechtes Cholesterin

Wenn vom „schlechten“ LDL-Cholesterin und vom „guten“ HDL-Cholesterin die Rede ist, wissen viele noch nicht, was damit gemeint ist. Wer oft und gerne Sahnetorte, Wurst, fette Käse, Brote mit dick Butter drauf und viele Eier isst, dazu gerne einen ordentlichen Schoppen trinkt, läuft Gefahr an einem dauerhaft zu hohen LDL-Cholesterinspiegel zu erkranken.  Unser Körper produziert das meiste benötigte Cholesterin selber. Wird das Cholesterinangebot zu groß, haben die Zellen keine Kapazität mehr es aufzunehmen und abzubauen. Da die Fette aber im Körper abgelagert werden müssen, geben die „schlechten“ LD-Lipoproteine sie ins Blut ab, wo sie sich an den Gefäßwänden ablagern. Bei gesunden Menschen lösen die HD-Lipoproteine die Ablagerungen in den Gefäßen wieder heraus und verhindern damit eine Gefäßverkalkung. Sind aber zu viele Ablagerungen vorhanden, schaffen die „guten“ HD-Lipoproteine ihre Arbeit nicht mehr. Dann bleiben Ablagerungen in den Gefäßen und es kann zu einer Arterienverkalkung kommen. Die Ablagerungen, die Plaques, können sich lösen und platzen, was letztendlich zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann.Neben Diabetes, Rauchen, Bluthochdruck, Bewegungsmangel und Übergewicht zählen schlechte Cholesterinwerte zu den hauptverantwortlichen Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.Wissenschaftlich erwiesen ist heute aber auch, dass nicht nur erhöhte Cholesterinwerte zu einer Arterienverkalkung führen können, sondern auch erhöhte Triglyzeridwerte. Die Triglyzeride sind als Energiereserven in unserem Fett gespeichert, sie polstern dazu unsere Organe ab und schützen unseren Körper vor Kälte. Die sogenannte „Schaufensterkrankheit“, die periphere arterielle Verschluss-Krankheit (pAVK), ist zu 95% eine Folge der Arterienverkalkung. Zu Beginn wird die Erkrankung oft nicht erkannt, ist sie fortgeschritten, treten zunächst Schmerzen, meist in den Beinen und Füßen, auf. Die Gefäße können sich so verengen, dass sie nicht mehr ausreichend durchblutet werden und Gewebe abstirbt.Laut des DGFF haben hierzulande 20% der 65-jährigen Frauen eine Verkalkung der Beinarterien. Die „Schaufensterkrankheit“ trägt ihren Namen, da die Betroffenen, je weiter die Krankheit fortschreitet, nur noch kurze Strecken ohne Schmerzen und ohne Stehenbleiben laufen können  - von Schaufenster zu Schaufenster.

Salat statt Torte

Statt Fleisch lieber eine magere Forelle, statt Pommes lieber einen Salat. Oliven- oder Rapsöl statt Butter, viel Obst, fettarme Milchprodukte, Vollkorn, wenig Salz und viel Wasser trinken – diese einfachen Tipps helfen bereits unseren Cholesterinspiegel in der Balance zu halten. Wer sich gesund und ballaststoffreich ernährt, sich dazu regelmäßig bewegt und auf sein Körpergewicht achtet, tut viel um das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu senken. Bei erhöhten Cholesterinwerten kann eine Veränderung des Lebensstils dazu beitragen seinen Cholesterinspiegel wieder ins Lot zu bringen. Eine Behandlung sollte aber auf alle Fälle unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, da die körpereigenen Reaktionen auf erhöhte Werte höchst individuell sind. Während die einen bei einem erhöhten LDL-Cholesterin trotzdem noch gute Gefäße haben, leiden andere schon bei geringfügig erhöhten Werten unter starken Ablagerungen und verengten Gefäßen. Mit dem „Tag des Cholesterins“ am 3. Juni 2018 möchte die DGFF auf die Bedeutung des Cholesterins aufmerksam machen. Weitere Informationen finden Sie unter www.lipid-liga.de