Gesundheit

Was für so manch überzeugten Radler wie Hohn klingen mag, scheint Realität: Wer mit dem E-Bike unterwegs ist, holt Radfahrer mit links ein – wenn es um Fitness geht! Wie das? Eine in der Schweiz durchgeführte Studie ergab, dass E-Bikes übergewichtige Eidgenossen dazu veranlassten, engagierter in die Pedale zu treten als herkömmliche Radfahrer, die an der Pilotstudie teilnahmen. Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten – bereits nach 4 Wochen zeigten die Probanden eine deutlich verbesserte Lungenfunktion.

Schweizer zeigen wie's geht

Wie es scheint, genießt das Pedelec den Ruf als Gefährt für Rentner, Trainingsfaule und Couch-Potatoes völlig zu Unrecht. Das ist bei der von Pro Velo Schweiz initiierten Aktion "Bike to work" mehr als deutlich geworden. Einen Monat lang waren die Eidgenossen dazu aufgerufen, das Auto auf dem Weg zur Arbeit durch das Fahrrad zu ersetzen – ob mit oder ohne Hilfsmotor blieb den Teilnehmern überlassen. Die Aktion war ein voller Erfolg. Fast 65.000 Berufspendler sattelten auf das Fahrrad um.

Pedelec versus Fahrrad – zwei Sieger für Ihre Gesundheit

Die Aktion "Bike to work" nahmen Wissenschaftler der Universität Basel zum Anlass, eine vergleichende Pilotstudie durchzuführen. Eine Forschungsgruppe untersuchte, wie hoch die körperliche Belastung bei E-Bikern und Radlern jeweils ist.An der Studie nahmen 30 Probanden teil, die übergewichtig und zudem untrainiert waren. Sie erhielten die Vorgabe, an mindestens drei Tagen der Woche mindestens 6 Kilometer zu radeln. Eine Hälfte war auf dem Fahrrad, die andere auf dem E-Bike unterwegs. Nach 4 Wochen untersuchten die Forscher anhand eines Lungenfunktionstests, wie sich Ausdauer und Fitness im Vergleich zu vorher verbessert hatten. Kriterium für die Auswertung war die Sauerstoffaufnahmekapazität. Sie gibt Auskunft, inwieweit der Körper fähig ist, Sauerstoff aufzunehmen und zu nutzen.Das Ergebnis erstaunte: Bei beiden Gruppen hatten sich die Werte in gleichem Maße verbessert – mit entsprechendem Benefit für ihre Gesundheit.[caption id="attachment_6783" align="aligncenter" width="840"]Mit dem Pedelec in der Natur © Patrizia Tilly / Fotolia[/caption]

Motivationsschub durch E-Bike

Doch das war noch nicht alles. Die Studie wartet mit einem weiteren Ergebnis auf. So überwanden die Teilnehmer mit Pedelecs mehr Höhenmeter und waren erwartungsgemäß schneller unterwegs. Offenbar fährt bei E-Bikern ein psychologischer Vorteil mit. Wer mit Unterstützung in die Pedale tritt, traut sich einfach mehr zu. Davon profitieren vor allem ältere, wenig trainierte und übergewichtige Menschen. Womit schon viel erreicht ist - denn sie würden ohne den Hilfsmotor wohl gar nicht erst aufs Rad steigen.

Mit Strampeln Erkrankungen vorbeugen

Dass regelmäßige Bewegung positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit hat, ist zwar eine Binsenweisheit, doch deshalb nicht weniger erwähnenswert. Nie war Bewegung wichtiger als in der heutigen Zeit – denn nie zuvor haben wir mehr Stunden sitzend verbracht. Wer sich also öfter mal aufs Pedelec schwingt, leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.Denn das Strampeln auf dem E-Bike wirkt sich nicht nur positiv auf die Fitness aus – auch Blutdruck und Fettstoffwechsel profitieren davon. Und die sind in hohem Maße für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems verantwortlich. Ganz nebenbei tun wir auch unserer Psyche etwas Gutes. Denn körperliche Aktivitäten hellen deutlich die Stimmung auf. Auf was also noch warten?Bildnachweis: woman enjoying nature with bike/e-power 06 © Patrizia Tilly #84739426 | fotolia.de