Gesundheit

Künstlichen Blutersatz gibt es noch nicht. Trotz großer medizinischer Fortschritte sind Menschen in Notsituationen auf Blutspenden angewiesen. Weltweit werden pro Jahr 75 Millionen Blutspenden benötigt, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In den Krankenhäusern in Deutschland müssen täglich etwa 15.000 Blutpräparate zur Verfügung stehen und zwar an 365 Tagen im Jahr - denn Notfälle kennen weder Feiertage noch Urlaub. Ein Unfall kann immer passierenVerliert ein Mensch mehr als die Hälfte seines Blutes, bricht sein Kreislauf zusammen, seine Zellen erhalten nicht mehr genügend Sauerstoff, die Organe versagen, er stirbt. Bluttransfusionen können Leben retten. Jeden Tag bekommen zehntausende Menschen eine Blutspende. Die Kunststoffbeutel mit den Blutpräparaten werden bei der Versorgung von Unfallopfern eingesetzt, nach einem hohen Blutverlust während einer Geburt, bei Krebspatienten, deren Blutproduktion gestört ist oder auch bei Menschen, die an Bluterkrankungen leiden. In Kliniken sind Transfusionen gängige Eingriffe. Statistisch gesehen sind vier von fünf Menschen einmal in ihrem Leben auf eine Blutspende angewiesen. Treffen kann es uns alle. In den Sommermonaten und im Winter während der Grippezeit, kommt es immer wieder zu Versorgungsengpässen in den Krankenhäusern. Die Blutspendedienste versuchen zwar immer für drei Tage einen Vorrat an Blutpräparaten auf Lager zu haben, vor allem die seltenen Rhesus negativen Blutgruppen sind aber schnell Mangelware. Es gibt vier Blutgruppen: A, B, AB und O. Diese Blutgruppen können einen positiven oder einen negativen Rhesusfaktor haben. Nicht alle Blutgruppen vertragen sich. Bei der Transfusion muss aber die Verträglichkeit von Spender- und Empfängerblut stimmen. Menschen mit der Blutgruppe Null Rhesus negativ können allen anderen ihr Blut spenden. Da ihre Blutkonserven universell einsetzbar sind, besteht gerade für Notfallsituationen an solchen Blutkonserven ein hoher Bedarf.Spender schenken LebenIn Deutschland spenden etwa 2,5 Millionen Menschen jährlich Blut. Das klingt viel, es sind aber nur 3% der Deutschen. Wegen der medizinischen Fortschritte und der höheren Lebenserwartung sind zukünftig immer mehr Menschen auf Blutpräparate angewiesen. Die Bereitschaft zu spenden, nimmt jedoch nicht zu. Vor allem bei den jungen Menschen sinkt die Zahl der Blutspender. „Nur 35% der 18-25 Jährigen haben schon einmal Blut gespendet. Deshalb ist es besonders wichtig, junge Leute zur Erstspende zu motivieren“, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Wer kann spenden? Wenn Sie mindestens 18 Jahre alt und mindestens 50 Kilo wiegen, dürfen Sie Blut spenden. Frauen dürfen vier Mal, Männer sechs Mal spenden. Nehmen Sie Medikamente, geben Sie das vor einer Blutspende bitte stets an. Reisende aus Ländern in denen Mücken das Zika- oder das Denguevirus übertragen können, müssen in den meisten Fällen ein paar Wochen warten, bevor Sie wieder Blut spenden dürfen. Menschen, die an Diabetes Typ 1, Epilepsie, HIV, Hepatitis B und C sowie Malaria erkrankt sind, dürfen kein Blut spenden.Blut spenden ist in Unikliniken, in vielen Krankenhäusern, beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes, bei privaten Blutspendediensten und in mobilen Blutspendezentren möglich. Wo genau Sie Blut spenden können, veröffentlicht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter https://www.einfachlebenretten.de/blutspendedienste.htmlEinmal Blut abzapfen, hilft mehreren MenschenBei einer Blutspende verliert der Körper ungefähr 500 ml Blut. Die Spende dauert etwa eine Stunde. Den Blutverlust gleichen gesunde Menschen problemlos innerhalb einiger Tage wieder aus. Direkt nach der Blutabnahme fühlen sich einige Spender schwindelig oder schwach. Deshalb bieten die Blutspendedienste einen Imbiss und Ruheliegen an. Nach einer halben Stunde verschwinden die Symptome in der Regel. Um nicht gleich vor Hunger schwach bei der Blutspende anzukommen, empfehlen Ärzte schon vorher ordentlich, aber fettarm zu essen und mindestens 1,5 Liter Wasser zu trinken. Die Blutspendedienste geben die Beutel mit der Blutspende anonymisiert weiter. Nur anhand eines Zahlenstrichcodes kann der Spender identifiziert werden. Innerhalb von 24 Stunden nach der Spende untersuchen Experten das Blut im Labor auf Infektionen. Nur gesundes Blut wird verarbeitet. Als erstes bestimmt das Labor die genaue Blutgruppe. Dann zentrifugieren die Labormitarbeiter das Blut und teilen es in seine Bestandteile: Blutplasma, rote Blutkörperchen, Blutplättchen und weißen Blutkörper. Das Labor gewinnt aus einer Blutspende mehrere Blut-Fertigprodukte. Aus dem Blutplasma werden größtenteils Medikamente für Krebstherapien hergestellt. Die roten Blutkörperchen helfen bei großen Blutverlusten oder chronischen Anämien (Blutarmut). Menschen, die unter einer Blutbildungsstörung oder eine Umsatzstörung leiden, bekommen Blutplättchen übertragen. Eine einzige Blutspende hilft damit gleich mehreren Menschen. Der Entdecker der Blutgruppen ist Karl Landsteiner. Er hat herausgefunden, dass die Blutübertragung von verschiedenen Blutgruppen zur Verklumpung des Blutes führen kann. 1930 erhielt er für diese Entdeckung den Nobelpreis. Karl Landsteiner wurde 1868 geboren. Ihm zu Ehren findet jährlich an seinem Geburtstag, am 14. Juni, der „Weltblutspendetag“ statt. Unter https://www.drk.de/mitwirken/blutspende finden Sie Informationsveranstaltungen.