Gesundheit

Was macht heute einen guten Arzt aus? Warum ergreifen Menschen den Beruf des Mediziners? Welche Soft Skills sind neben der fachlichen Expertise besonders wichtig?Fragen über Fragen. Ärzte haben es heute wirklich nicht einfach: Sie sind Fachexperten, Humanisten, Unternehmer, Seelsorger und vielleicht ein kleines Stück Halbgötter in weißWeg finden zwischen Empathie und Ökonomie Viele Studierende, die sich für Medizin als Beruf entscheiden, kommen oft mit idealistischen Vorstellungen. Sie wollen etwas bewegen, Menschen helfen, eine Krankheit heilen, Leben retten. Ein Sprichwort besagt, es sei relativ einfach, ein Arzt zu werden, aber schwierig, ein guter Arzt zu sein!Ein guter Arzt ist jener, der primär das Wohl der Patienten vor Augen hat ("salus aegroti suprema lex"). Trotzdem muss er ökonomisch handeln. Jeder, der also ein guter Arzt sein möchte, muss seinen eigenen Weg zwischen Empathie und Unternehmertum finden. 
Kennen Sie das aktuelle Gelöbnis eines Arztes?Das ärztliche Gelöbnis basiert auf dem Hippokratischen Eid (2.500 v. Chr.), der später vom Genfer Eid nach dem Zweiten Weltkrieg abgelöst wurde. Doch im Zuge der medizinischen Modernisierungsprozesse (auch Ökonomisierung und aktuellen Herausforderungen) hinterfragen viele Mediziner den Sinn dieser doch recht antiken Formulierung.
 Immer wieder wird von einer "Entfremdung von Arzt und Patient" gesprochen. Manche gehen sogar von einer "Institutionalisierung von Medizin" aus. Der Freiburger Mediziner, Philosoph und Universitätsprofessor für Bioethik, Giovanni Maio, warnt insbesondere vor einer "Aushöhlung der Medizin durch Ökonomie". Selbstverständlich spricht nichts gegen eine strategisch kluge und betriebswirtschaftlich wohl überlegte Praxis- bzw. Klinikführung, bei der Ressourcen sinnvoll eingesetzt und nicht grundlos verschwendet werden. Ökonomisches Denken muss medizinischem Denken nicht automatisch widersprechen. Dennoch machen es manche Sparmaßnahmen, rationalisierte Versorgungssysteme, aber auch Beschleunigungsprozesse an Kliniken nicht leicht, seinen Aufgaben als Mediziner nachzukommen. Das erleben wir heute gar zu oft. Die Zeit kommt oft zu kurzZeit spielt vor allem im Bereich der Gesundheit eine wichtige - wenn nicht sogar die wichtigste - Rolle. Medizinern bleibt immer weniger Zeit zur Verfügung, sich auf den Patienten einzulassen. Von Sebastian Kneipp (1821-1897) stammt der Spruch, "wer keine Zeit für seine Gesundheit hat, wird später viel Zeit für seine Krankheiten brauchen." Genesung braucht Zeit! Erst im Gespräch, so der Internist Maio, erkennt der Arzt meist, was tatsächlich zu tun ist. Auf diese Weise ließen sich Risiken und Behandlungsfehler minimieren und gute qualitativ hochwertige Medizin betreiben.Vor allem ältere Patienten mit einer langen und komplexen Krankheitsgeschichte bedürfen viel Aufmerksamkeit. Zeit, die keiner mehr zur Verfügung hat. Damit also motivierte und hervorragende Ärzte dennoch nicht vorzeitig entmutigt werden oder resignieren, sollte ihre Arbeit stärker anerkannt und honoriert werden.  Die beste Medizin Was macht einen guten Arzt - neben seiner herausragenden Expertise - noch aus? Auf dem beliebten Blog für Ärztinnen und Ärzte heißt es, "es hilft, sich später besonders belastbar und selbstlos zu engagieren, mit viel Feingefühl, offenem Herzen und Ohr zu beraten, entschlossen, konzentriert und ehrgeizig zu behandeln." Gute Ärzte kennen außerdem die neuesten Studien und können entsprechend auf die Fragen der Patienten eingehen. Hervorragende Ärzte tauschen sich mit anderen (benachbarten) Fachexperten aus, kommunizieren auf Augenhöhe und beziehen den Patienten immer in die Entscheidungen mit ein. Das alles braucht Zeit. Zeit für Zuhören, Verstehen und auf den Patienten eingehen ist manchmal die beste Medizin. 
Nehmen auch Sie, liebe Leser, sich Zeit auf der Suche nach dem richtigen Facharzt, vor allem wenn es um eine ernsthafte (lebensbedrohliche) Krankheit geht. Bei Fragen wie, welcher Mediziner ist der beste? Welchem medizinischen Fachexperten kann ich meine Gesundheit anvertrauen? sollten Sie Ihre Entscheidung wohlüberlegt treffen. Scheuen Sie sich auch nicht davor, eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Schließlich geht es um Ihre Gesundheit - und davon haben wir nur die eine