Gesundheit

Das ist zugegeben ein sehr gewöhnungsbedürftiger Gedanke, bei Rücken- Kopf- oder Nackenschmerzen an die Zähne zu denken, nicht wahr? Doch immer mehr Zahnmediziner arbeiten „ganzheitlich“. Sie verweisen verstärkt auf den engen Zusammenhang zwischen Zahn bzw. Kiefer und Körper. Ein Experte, der sich diese Korrelation genauer ansieht, ist Dr. Schmitter aus Duisburg. In seinem neuen Buch „Wenn der Kiefer knirscht: Zähne, Kiefer, Kiefergelenk, Wirbelsäule: Warum ein belastetes Kiefergelenk zu Schmerzen im ganzen Körper führt und wie dies vermieden werden kann“ (systemed Verlag) erlaubt er einen interessanten Einblick in seine mehr als 35 Jahre lange Erfahrung als Zahnmediziner. Wussten Sie zum Beispiel, dass mögliche Störungen allein durch einen fehlerhaften Biss zustande kommen können? Und hätten Sie geahnt, dass jeder Zahn eine direkte Verbindung zu einzelnen Abschnitten der Wirbelsäule aufweist? Auch Niere, Leber oder Lunge sind unmittelbar mit den Zahnnerven verflochten. Ein fauler Zahn kann beispielsweise einen Herzinfarkt hervorrufen. Denken wir daran, dass mehr als 800 Bakterienarten sich allein im Mund tummeln. Wird die Mundflora gestört – vielleicht durch eine Entzündung oder mangelnde Hygiene – können sich die Bakterien verbreiten und über das Blut oder die Schleimhäute bis in die Herzregion wandern. Dr. Schmitter betrachtet in seiner absolut für Einsteiger geeigneten Abhandlung, mit hilfreichen Abbildungen zur besseren Veranschaulichung, auch den wichtigen Aspekt „Ernährung“. Schon im Mutterleib wird der erste Grundstein für eine gesunde Mundflora gelegt. In manchen Fällen rät er sogar zur Substitution (Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel), die Betroffene unterstützen können: Vitamine bei einseitiger (Fast Food) Ernährung, Magnesium für eine bessere Muskelentspannung oder das sogenannte Alen, dass alle essentiellen Aminosäuren enthält und den Stoffwechsel unterstützt.Er zeigt in seinem Buch auch mögliche diagnostische und therapeutische Verfahren auf. Interessant ist der letzte Abschnitt über mögliche präventive Maßnahmen: 
  • Achten Sie auf Ihre Haltung. Ist Ihre Wirbelsäule immer gerade? Die haltung beeinflusst die Kieferstellung.
  • Vergessen Sie nicht, hin und wieder Ihren Kopf zu strecken oder auch mal hängen zu lassen. Auch diese Körperstelle braucht Bewegung und Entspannung.
  • Wie wäre es mal im “Vierfüßler-Stand”? Hierbei stellen Sie sich auf Beine und Hände und verlagern die Schwerkraft auf alle Viere. Das wirkt sich ebenfalls positiv auf das Gesamtgefüge von Knochen-Muskel-Nerven aus.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Das Buch schenkt neue Einblicke in unsere Gesundheit, die wir vorher so noch nicht gesehen haben. Prädikat: Lesenswert.