Experteninterviews

Hätten Sie es gewusst? Jährlich erleiden mehr als 100.000 Menschen in Deutschland einen Apoplex - oder worunter wir es besser kennen - einen Hirnschlag oder Schlaganfall. Darunter versteht man eine plötzlich auftretende kritische Durchblutungsstörung des Gehirns (oder wie der Mediziner sagt, eine "zerebrovaskuläre Insuffizienz"), die jeden treffen kann. Ältere Menschen und Personen mit besonders hohem Bluthochdruck trifft es am häufigsten. 
Hauptursachen für einen Schlaganfall sind1. die Verstopfung eines Blutgefäßes (ischämischer oder weißer Apoplex) oder 2. eine Blutung im Gehirn (hämorrhagischer oder roter Schlaganfall
 Ein Schlaganfall stellt immer eine Lebensgefahr dar: Lediglich 1/3 der Betroffenen kehren in einen normalen Alltag zurück. Die restlichen 2/3 überleben ihn nicht oder werden zu einem Pflegefall.Bei einem Schlaganfall muss man sofort handeln. Daher ist es ein großes Anliegen in der Medizin, das Risiko für die Entwicklung eines Schlaganfalls zu reduzieren. Viele Krankenhäuser sind außerdem mittlerweile gut darauf vorbereitet und verfügen über eine so genannte Stroke-Units. 

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 Was genau sind die Hauptursachen und Risikofaktoren? Professor Carsten Bünger vom Vivantes Humboldt-Klinikum Berlin erklärt, dass in manchen Fällen eine verengte innere Halsschlagader (Arteria carotis interna), bedingt durch jahrelanges Einwirken von Risikofaktoren, für eine derartige Arterienverkalkung (Arteriosklerose) verantwortlich ist und schließlich zu einem Schlaganfall führen kann. 
"Daher ist es wichtig, diese Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Nikotinkonsum, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus und auch genetische Faktoren zu kennen und zu behandeln." (Prof. Bünger)
 Der Chefarzt der Klinik für Gefäßmedizin - Gefäßchirurgie, endovaskuläre Therapie und Angiologie rät, neben dem Rauchverzicht, gegebenenfalls eine optimierte medikamentöse Behandlung hinzuzuziehen. Ob beim Patienten zusätzlich die Indikation zur weiterführenden Diagnostik und invasiven Therapie (Gefäßoperation, Stentbehandlung) der ACI-Stenose besteht, sollte dann individuell entschieden werden. 
Was versteht man unter einem ischämischen Hirninfarkt? Dieser kommt zustande, wenn ein Blutgerinnsel ein wichtiges Blutgefäß im Gehirn blockiert und so die Versorgung der nachfolgenden Gehirnregionen unterbindet. Aber auch eine fortgeschrittene Arteriosklerose (Arterienverkalkung) kann das Blutgefäß im Gehirn derart verengen, dass das Blut nicht mehr passieren kann. Cholesterin-Beläge bedecken schließlich die Gefäßinnenwände, so dass der Blutfluss gestoppt wird. Was passiert bei einem hämorrhagischen Schlaganfall?Von einem hämorrhagischen Schlaganfall ist dann die Rede, wenn ein Blutgefäß im Gehirn geplatzt ist. Das ausströmende Blut fließt in die benachbarten Hirnregionen. Dies führt dazu, dass die Hirnareale nicht mehr genügend Sauerstoff erhalten und dabei ein erhöhter Gehirndruck entsteht. Im Extremfall kommt es zu einem Atem- bzw. Herzstillstand.

- Quelle: Leading Medicine Guide

 Das Gefäßzentrum Berlin Nord am Humboldt-Krankenhaus ist bestens auf die Behandlung von Apoplex spezialisiert. An der Klinik werden regelmäßige Gefäßkonferenzen unter Anwesenheit von Experten der Gefäßchirurgie, Angiologie, Radiologie und Neurologie durchgeführt. Herr Professor Bünger freut sich, Sie in seiner Spezialsprechstunde beraten zu dürfen. Bitte nutzen Sie dazu die Anmeldungsmöglichkeit auf dieser Seite. Erfahren Sie mehr auf dem Arztprofil im Leading Medicine Guide und nehmen Sie noch heute Kontakt zum Experten auf. 
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