Experteninterviews

Die „Lehre der Hormone“ wird auch Endokrinologie genannt (von griech. endon „innen“ und krineine „abscheiden“, -logie „Lehre“). Experten dieses Fachgebiets – wie Professor Bornstein von der Uniklinik Dresden - beschäftigen sich zum Beispiel mit hormonproduzierenden Drüsen - also mit Schilddrüsen-, bzw. Nebenschilddrüsenerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Wachstumsstörungen, mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und anderen „Überschüssen“ oder „Mangelerscheinungen“, die den Hormonhaushalt durcheinanderbringen.
Typische Beschwerden, so Prof. Bornstein, können Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Gewichtsschwankungen, unübliche Körperbehaarung oder innere Unruhe sein. „Manchmal leiden die Betroffenen auch an unerklärlichen Schmerzen oder gar plötzlichen Schweißausbrüchen“ erklärt der Mediziner.
Hormone steuern unser LebenHormone werden bei uns Menschen an unterschiedlichen Stellen im Körper produziert. Sie spielen eine der wichtigsten Rollen in unserer Gesundheit, denn sie „steuern unser Leben“, betont die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Wir wissen auch, dass Hormone unser körperliches, aber auch seelisches Wohlbefinden beeinflussen. „Sie transportieren wichtige Informationen zwischen den Organen, sind für Lustempfinden, Fruchtbarkeit, Zyklen und Hunger mitverantwortlich“ unterstreicht Prof. Bornstein.Sowohl Schilddrüsenerkrankungen, Sexualfunktionsstörungen, Osteoporose (Erkrankung des Skeletts/ Knochenschwund), als auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Typ II, gehören zu den Behandlungsschwerpunkten der Endokrinologie.Experte für HormonerkrankungenDer Leading Medicine Guide Experte Professor Bornstein ist Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III und des Zentrums für Innere Medizin am Universitätsklinikum Dresden. Öffentliches Gesundheitswesen und Prävention gehören ebenfalls zu seinem Schwerpunkt. Über mehrere Jahrzehnte beschäftigt sich der Mediziner schon intensiv mit den so genannten „Volkskrankheiten“ (z.B. Diabetes, Depression und Übergewicht), womit er sich weltweit einen Namen gemacht hat. Allein auf dem Gebiet der Stressforschung leistet er Pionierarbeit.
Stress geht auf die Nieren Wussten Sie, dass die Nebenniere als zentrales Stressorgan eine bedeutende Rolle für Stress spielt? Wenn wir beispielsweise unter Stress stehen, reagiert unser Körper entsprechend. Hormone werden über unsere Nebenniere produziert, um auf die Situation adäquat zu reagieren. Werden diese Stresshormone jedoch regelmäßig gesteigert ausgeschüttet (etwa durch Dauerstress im Alltag), kann unser Hormonhaushalt damit schnell aus dem Gleichgewicht geraten. Das kann sich gegebenenfalls negativ auf unser Gewicht und Gemüt auswirken (Folge: Gewichtszunahme, -verlust, Diabetes oder Depression). Denn chronischer Stress macht auf Dauer krank!
Die Universität Dresden ist in der Landschaft deutscher Universitäten die einzige, die außerdem einen Lehrstuhl für Diabetes-Prävention unterhält. Doch Professor Bornstein nimmt sich nicht nur der Ausbildung von Medizinern und der Therapie und Behandlung von Diabetes an, sondern leitet darüber hinaus das größte Transplantationszentrum der Welt: Der TransCampus ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der zwei Elite-Universitäten Kings College London und der Technischen Universität Dresden.