Experteninterviews

Die Tage werden länger und die Sonne steht deutlich höher. Jetzt ist Zeit für die Sonnenbrille, nicht wahr? Doch ist das Tragen einer Sonnenbrille vernünftig oder nur modisch?Die Sonnenbrille ist nicht nur ein schickes Frühlings- und Sommer-Accessoire, sie hat unter Umständen einen großen Einfluss auf unsere Augen-Gesundheit. Hier sollte man dringend auf eine gute Qualität und Hochwertigkeit achten. Denn der Griff zur falschen Brille kann gravierende Folgen für die Augen haben. Wer im Outdoor-Bereich arbeitet, sollte eine Sonnenbrille tragenDer Leading Medicine Guide Experte für Augenheilkunde und medizinische Berater des beliebten oculus.guide, Professor Heindl, kennt sich aus, wenn es um die Gesundheit der Augen geht. Er rät dringend zu einer Sonnenbrille, insbesondere wenn Sie sich häufig im Freien aufhalten oder im Outdoor-Bereich arbeiten.Dazu gehören beispielsweise die Berufsgruppen Bauleiter und Landschaftsarchitekten,  Stadt- und Gästeführer, Fitness- und Sport Coaches, Gärtner, Botaniker, Förster, Tierpfleger, Briefkuriere, Fotografen und Verkäufer. Gefahr einer Flügelfell-ErkrankungWer seine Augen häufig der Sonne aussetzt, läuft nämlich Gefahr, an einem Flügelfell zu erkranken. Bei dieser Art Tumor wächst die gefäßführende Bindehaut auf die sonst klare, gefäßfreie Hornhaut des Auges über. Die Betroffenen klagen über trockene Augen oder über ein vermehrtes Fremdkörpergefühl im Auge. Eine solche Erkrankung kommt vor allem in wärmeren Regionen vor, wo man der Sonne häufig ausgesetzt ist. Auch Menschen in Ski- und Snowboard-Regionen sind oft betroffen. „Nicht nur Wasser, sondern auch Schnee reflektiert die Sonne sehr stark“, warnt der Augen-Experte Professor Heindl. Diese Flügelfelle können auch das Sehen beeinträchtigen, etwa  durch Veränderung der Hornhautkrümmung oder im fortgeschrittenen Fall durch Verlegung der optischen Achse. Wer derartige Probleme am Auge hat, sollte diese unbedingt vom Augen-Facharzt untersuchen lassen. Der Augenexperte Heindl sieht dann eine Notwendigkeit zur Operation, wenn die Sehkraft beeinträchtigt ist oder ein ausgeprägtes Fremdkörpergefühl vorliegt. Wie wird ein Flügelfell behandelt?Das Flügelfell kann in örtlicher Betäubung oder auch unter Vollnarkose mikroskopisch abgetragen werden. "Allerdings wissen wir", so Prof. Heindl weiter, "dass bei einfacher chirurgischer Abtragung des Flügelfells das Rezidivrisiko, also das Risiko, dass das so genannte Flügel wiederkehrt, sehr hoch ist." Deshalb müssen während der Operation zusätzliche Maßnahmen erfolgen. Man wendet hier beispielsweise ein chemotherapeutisches Medikament an, das für 2-3 Minuten auf das Wundbett eingetröpfelt wird.Außerdem kann man ein freies Bindehauttransplantat verwenden, wobei die Bindehaut meist unter dem Oberlid gewonnen und gewissermaßen als Barriere in das Wundbett eingenäht wird. Mit diesen zusätzlichen Maßnahmen kann die Wiederkehr dieser Erkrankung gesenkt werden. Sonnenbrille schützt vor UV-StrahlungenDarüberhinaus ist es essentiell, das Auge vor UV-Strahlung mittels einer Sonnenbrille zu schützen, um einer erneuten Erkrankung des Flügelfells vorzubeugen. "Denn wir wissen mittlerweile, dass die UV-Strahlung eine entscheidende Rolle in der Entstehung des Flügelfells hat!" betont der Augenspezialist Heindl. Deshalb macht es an Sommertagen durchaus Sinn, eine Sonnenbrille zu tragen. 
Wie UV-Strahlungen den Augen schadenSeit spätestens  dem 17. April 1912 wissen wir, dass wenige Sekunden genügen, um die Netzhaut der Augen durch einen ungeschützten Blick in die Sonne zu schädigen. Am besagten Tag folgten mehrere tausend Menschen gebannt der Sonnenfinsternis - ganz ohne Augenschutz. Die Finsternis begann in Venezuela und erreichte wenig später Sibirien. Das hatte schließlich Folgen! Mehr als 3.000 Menschen (allein in Deutschland) sollen dabei eine Netzhautschädigung davongetragen haben. Jeder 10. hatte sogar bleibende Schäden. Auch wenn wir es manchmal vergessen und uns ohne Schutz zu lange in der Sonne aufhalten (oder versehentlich in die Sonne schauen), Sonnenlicht kann unseren Augen schaden. Die Linse absorbiert v.a. UV-A und UV-B Strahlung. Wer sich dieser oft aussetzt, kann über kurz oder lang am grauen Star oder Katarakt erkranken. Verbrennungen am Auge machen sich zum Beispiel als schwarze Flecken bemerkbar, die im Normalfall nach nur wenigen Sekunden wieder verschwinden. UV-Strahlung kann man dennoch nicht sehen. Das ist dann besonders gefährlich! Übrigens: Die nächste totale Sonnenfinsternis in Mitteleuropa erwarten wir im Jahr 2081. Bis dahin haben wir sicherlich ganz tolle Sonnengläser, mit denen wir das Spektakel bedenkenlos bewundern können. 
  Was macht eine gute Sonnenbrille aus?Eine gute Sonnenbrille erkennt man beispielsweise an der Stärke des Brillenglases. Ebenso spielt die  Größe der Gläser eine wichtige Rolle. „Der Trend zur Brille mit XXL-Gläsern ist nur zu begrüßen“, erklärt Heindl. Achten Sie auch auf Farbe, bzw. Tönung, auf den Blendschutz und das auf der Innenseite des Brillenbügels befindliche UV-Zeichen. Diese zeigt Ihnen die Lichtschutzklasse an. Da wir UV-Licht nicht mit bloßem Auge wahrnehmen können, ist ein hoher UV-Filter besonders wichtig (selbst bei bewölktem Himmel). Grundsätzlich gilt, je höher der UV-Schutz, desto besser. Lassen Sie sich zur Not Ihre Brille vom Optiker mit einem speziellen Messgerät überprüfen.Auch die Farbe der Gläser ist entscheidend: Wählen Sie möglichst graue oder braune Brillengläser. Andere Farben wie gelb, grün oder blau beeinflussen die Kontrastwahrnehmung, so Heindl, und können diese Farbwiedergabe verfälschen (was zum Beispiel zur Gefahr im Straßenverkehr werden kann).    Fragen Sie den ExpertenSollten Sie Fragen zu diesem Thema haben oder einen Augenexperten suchen, dann sind Sie bei Professor Heindl am Universitätsklinikum Köln, am Zentrum für Augenheilkunde – Ophthalmoonkologie und Ophthalmoplastik genau richtig! Der Universitätsprofessor Heindl ist außerdem spezialisiert auf die Behandlungsschwerpunkte Erkrankungen der Augenoberfläche, Augenlidkorrekturen, Endokrine Orbitopathie, Lid- und Bindehauttumore, Aderhautmelanom und Therapie der Tränenwege.Hier geht´s zum medizinischen Experten-Arztprofil im Leading Medicine Guide.Kennen Sie schon das neue Fachportal für Augenerkrankungen? Der oncology.guide bietet zusätzliche umfassende Informationen über verschiedene Erkrankungen des Auges und wie diese im Rahmen einer Operation (zum Beispiel refraktive Chirurgie oder Hornhautchirurgie) behandelt werden können.