Experteninterviews

Die moderne Schulmedizin befindet sich auf einem sehr hohen technischen Niveau. Insbesondere die Akutmedizin kann heute viele Menschenleben retten, die noch vor 15 Jahren kaum eine Chance gehabt hätten.Doch vor allem leichtere Erkrankungen oder chronische Beschwerden können auch durch alternative Heilverfahren gut behandelt werden. Gerade in Kombination mit klassischer Medizin sind alternative Heilmethoden oft eine wirksame Ergänzung. In einigen Fällen bilden sie sogar die letzte Chance, wenn Patienten als austherapiert gelten.Schleicher & BrücklDie beiden Mediziner Dr. med. Peter Schleicher und Dr. med. Dorothea Brückl betreiben eine Gemeinschaftspraxis in München und wenden hier klassische Medizin und alternative Therapien mit großem Erfolg an. Wir haben mit den beiden Ärzten ein Interview geführt.Wie würden Sie die Patienten beschreiben, die Ihre Praxis aufsuchen? Sind es Menschen mit besonderem Interesse an alternativen Heilverfahren, Personen, die weitgehend als austherapiert gelten und hier Hilfe suchen, oder gibt es ganz bestimmte Krankheitsbilder, die auf Ihre Behandlungsmethoden besonders gut ansprechen?Da unser Schwerpunkt die Immunologie ist, ist das Spektrum unserer Patienten sehr groß. Sehr häufig kommen Patienten mit chronischen Erkrankungen. Teilweise auch tatsächlich Patienten, die als austherapiert gelten. Viele Menschen, die Alternativen suchen und vor allem schadensfreie Medizin wünschen. Aber auch akute Fälle, wie Infektionen, grippale Infekte, Allergien und Heuschnupfen.Ein anderer Themenbereich unserer Praxis ist die Therapie der Hämochromatose, eine Eisenspeichererkrankung, die mittels Apherese, umgangssprachlich Blutreinigung, behandelt wird. Ein weiteres Fachgebiet ist die Kinderwunsch-Behandlung auf natürlichem Wege. Dazu gehören unter anderem die Suche nach verdeckten toxischen Belastungen, Verbesserung der Spermienqualität, oder die Suche nach Störfeldern im Unterleib der Frau.Wodurch unterscheiden sich Ihre Behandlungsmethoden von der klassischen Medizin?Unsere Behandlungsmethoden unterscheiden sich nicht von der klassischen Medizin. Ganz im Gegenteil - sie ergänzen die klassische Medizin. Unser Bestreben ist, die klassische Schulmedizin dort, wo sie gebraucht wird, mit schadlosen Alternativen zu verbinden, um so das bestmögliche Ergebnis für den Patienten zu erzielen. Dieses Konzept hat sich seit sehr vielen Jahren sehr bewährt.Welche Beschwerden behandeln Sie in Ihrer Praxis besonders häufig?Besonders häufig behandeln wir Schmerzpatienten mit Gelenkschmerzen, Knieschmerzen und Rückenschmerzen. Auch Arthrose oder Arthritis gehören zu den häufigen Beschwerden. Viele Patienten kommen wegen immunologischer Fragestellungen zu uns. Sie leiden zum Beispiel unter Allergien, Neurodermitis und Autoimmunerkrankungen wie dem Hashimoto-oder dem Sjögren-Syndrom. Genauso finden auch onkologische Patienten mit einer Tumorerkrankung, Hämochromatose-Patienten mit der Eisenspeicherkrankheit oder Kinderwunsch-Ehepaare den Weg in unsere Praxis. Das Spektrum bei uns ist sehr groß.Viele Menschen leiden an Problemen mit dem Immunsystem. Allergien sind auf dem Vormarsch. Wie behandeln Sie in Ihrer Praxis Beschwerden wie Heuschnupfen, Neurodermitis oder Glutenallergie?Allergien wie Heuschnupfen, Neurodermitis oder Glutenunverträglichkeit behandeln wir seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Hier werden vor allem die Gegensensibilisierung, Verfahren der Eigenbluttherapie und die aktive Immuntherapie eingesetzt, aber auch die gezielte Diagnostik zählt hinzu.[caption id="attachment_6867" align="aligncenter" width="2358"]Heuschnupfen Viele leiden darunter: Heuschnupfen. © Damian Gretka / Fotolia[/caption]Stichwort unerfüllter Kinderwunsch – welche Möglichkeiten außer der künstlichen Befruchtung werden in Ihrer Praxis angeboten?Beim unerfüllten Kinderwunsch haben wir über Jahrzehnte ein hervorragendes Konzept erarbeitet, um künstliche Befruchtung zu vermeiden oder diese zu begleiten. Hierzu zählt vor allem der Ausschluss möglicher immunologischer Ursachen, die den Kinderwunsch blockieren können, wie zum Beispiel Spermienantikörper bei der Frau oder auch beim Mann.Ganz großgeschrieben wird die Entgiftung. Hier sind besonders Schwermetalle ganz weit vorne, die eine natürliche Schwangerschaft verhindern können. Auch die Regulation hormoneller Probleme durch phytotherapeutische Maßnahmen (der Einsatz von Heilpflanzen) oder auch neuraltherapeutische Maßnahmen können bei der Behandlung von unerfülltem Kinderwunsch sinnvoll sein. Bei der Neuraltherapie werden Mittel zur örtlichen Betäubung, zum Beispiel Procain, in bestimmte Stellen des Körpers gespritzt, um dadurch Funktionsstörungen im ganzen Körper beheben zu können.Die Neuraltherapie ist ein Therapieschwerpunkt Ihrer Praxis. Können Sie die Wirkungsweise und Einsatzspektrum genauer erklären?Die Neuraltherapie ist ein regulationsmedizinisches Verfahren, für den Laien oft gut vergleichbar mit der Akupunktur. Solche Punkte sind zum Beispiel Nervenaustrittspunkte, Schmerzpunkte oder Triggerpunkte, das sind kleinste Muskelverkrampfungen. So soll der Körper in die Eigenregulation zurückgeführt werden. Auch die Unterspritzung von Narben ist hier besonders wichtig, oder die Störfeldtherapie, bei der man davon ausgeht, dass Störfelder im Körper, wie zum Beispiel beherdete Zähne und Schädigungen des Kieferknochens eine Fernwirkung haben können oder Krankheiten auslösen können bzw. unterhalten können.Die Neuraltherapie hat aufgrund ihres ganzheitlichen Gedankens ein sehr großes Einsatzspektrum. Sie kann als Schmerztherapie eingesetzt werden, zum Beispiel bei Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Knieschmerzen und Gelenkschmerzen. Auch bei allen Arten von Entzündungen und chronischen Erkrankungen leistet die Neuraltherapie gute Dienste. Patienten mit Magen-Darm-Beschwerden, Asthma, chronischer Sinusitis, Heuschnupfen und Störungen des Geruchssinns können von der Neuraltherapie profitieren. Ein weiteres Einsatzgebiet dieser Behandlung sind hormonelle Störungen, die mit der Schilddrüse und den Geschlechtsorganen in Zusammenhang stehen.Neben vielen weiteren Heilweisen bieten Sie eine Methode an, die Stoßwellentherapie genannt wird. Was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung?Die Stoßwellentherapie ist eine niederenergetische Therapie, die im Anwendungsgebiet durch Freistellung von Gefäßwachstumsfaktoren neue Gefäße wachsen lässt. Damit dient es der Regeneration von Geweben und Organen.Deswegen wird sie eingesetzt zur Behandlung von: Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Chronischen Verspannungen, Schulter-Arm-Beschwerden und Kalkschulter.Vielen Dank für dieses Interview und die Einblicke in Ihr Therapieangebot, Frau Dr. Brückl und Herr Dr. Schleicher!Weitere Informationen über die Gemeinschaftspraxis Schleicher & Brückl finden Sie auf unserem Expertenportal Leading Medicine Guide.Bildnachweis: allergy season / Flowering grasses that are the cause of many allergies © Damian Gretka #100751381 / Fotolia