Experteninterviews

nemethIm Jahr 1995 kam der gebürtige Ungar Zoltan Nemeth als Oberarzt nach Wien, mit vorherigen Zwischenstationen in Győr, Kiel und Nordrhein-Westfalen, um hier die operative Laparoskopie der gynäkologischen Abteilung aufzubauen. Und das ist ihm durchaus gelungen: Seither ist er hier im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien – dem ältesten Ordenspital in Wien – nicht mehr wegzudenken.  Seit Mai 2014 leitet er die gynäkologische Abteilung und seine Erfolgsquote spricht sich rum!Primarius Professor Nemeth gehört nämlich zu den außergewöhnlichen Ärzten – die ihre Berufung schnell gefunden haben und voller Leidenschaft – mit höchster Präzision und großem Erfahrungsschatz – ununterbrochen nachgehen. Mehr als 30 Jahre ist er nun auf dem Gebiet der Frauenheilkunde und Geburtenhilfe tätig.In der Abteilung für Gynäkologie des Krankenhauses ist der Mediziner vor allem operativ (ohne Geburtshilfe) tätig – was seine Spezialisierung im Bereich der laparoskopischen Eingriffe, onkologische Operationen, konservative und operative Behandlung von Harninkontinenz, Gebärmutter- und Scheidensenkung hervorhebt. 
 Was heißt laparoskopische Chirurgie? Lapare kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Weichen“, skopein steht für „beobachten“: Die laparoskopische Chirurgie ist ein Teilgebiet der Chirurgie und wird zu den minimal-invasiven Eingriffen, innerhalb der Bauchhöhle gezählt. Mit der Laparoskopie (ugs. Bauchspiegelung) können innere Organe durch eine kleine Öffnung in der Bauchdecke und mit einer Videokamera medizinisch begutachtet werden. In der Gynäkologie greift man hauptsächlich auf diese Methode zurück, um zum Beispiel Eileiter und Eierstöcke oder die gesamte Gebärmutter entfernen zu können, Endometriose zu behandeln, Lymphknoten oder Eierstockzysten zu entfernen und Myom- oder Stressinkontinenz-zu behandeln.
 Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien arbeitet darüber hinaus seit fünf Jahren intensiv mit dem Operationssystem „Da-Vinci“. Der Medizinroboter bietet eine großartige Chance, offene chirurgische Eingriffe auf laparoskopische Techniken anzuwenden. Der Operateur kann beispielsweise mithilfe der Konsole offene Operationen minimal-invasiv vornehmen. Mit dieser Technik können Schmerzen (im Vergleich zur offenen Operation) und damit auch Wunden und Narbenentstehung minimiert werden, was auch zu einer insgesamt schnellen Erholung der Patientin führt.  Auch an Professor Nemeths Fachabteilung wird regelmäßig mit „Da Vinci“ operiert. Wenn Frauen ihren Körper nach der Geburt verlierenProfessor Nemeth macht noch ein besonderes Schwerpunktinteresse aus. Auf die Frage, womit er sich hauptsächlich wissenschaftlich auseinandersetzt, verweist er auf ein Problem – das in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabuthema ist: Viele Frauen verlieren nach der Geburt ihre „Weiblichkeit“ und „Sexualität“. Schließlich kann eine Geburt den weiblichen Körper und das eigene Körperbild enorm verändern. Durch die starke Ausdehnung des weiblichen Intimbereichs kann es zur Inkontinenz (Harn- oder Stuhl-) sowie Senkung der Gebärmutter (Prolaps) und Scheidenwände (Deszensus vaginae) kommen. Darunter leider nicht nur das Selbstwertgefühl der frischgebackenen Mutter, sondern das gesamte Sexualleben – gesprochen wird darüber trotzdem so gut wie nie! 
woman-1913737_1920„Früher tat man das als typisches Problem älterer Frauen ab. Etwa wenn sich die Gebärmutter senkt oder Inkontinenz auftritt. Es betrifft aber viele junge Mütter, deren weiblicher Genitalbereich sich mit der Geburt stark ausgedehnt und so zu spezifischen Problemen führt.“
 Auch wenn kaum etwas darüber bekannt ist, das Problem ist nicht neu! Schon im Alten Ägypten beispielsweise kannte man derartiges Frauenleiden. Dabei griff man auf so genannte Pessare zurück. 
Was ist ein Pessar? Ein Pessar (urspr. lat. pessum = "Gebärmutterzapfen, Stöpsel"), auch Diaphragma genannt, kann die Form eines Ringes, Würfels, Tampons oder einer Schale haben. Es dient nicht nur der Verhütung, sondern kann als Hilfsmittel bei Belastungsinkontinenz oder Senkungsbeschwerden eingesetzt werden.
 Heute kann man neben dieser konservativen Methode (auch „Pessar-Therapie“ bezeichnet) operativ dagegen vorgehen. Darauf hat sich Professor Nemeth im Besonderen spezialisiert. „Dabei sollte man jedoch die genaue Ursache kennen: Oft wird die Senkung operiert und nicht die anatomische Ursache behoben, welche die Senkung ausgelöst hat und aufrecht hält. Die Ursache liegt allerdings im veränderten Druckverhältnis, welches man medizinisch behandeln muss!“ Neben der Behandlung von Gebärmutter- und Scheidensenkungen, Inkontinenz und Blutstörungen, ist Professor Nemeth ebenso Spezialist für Myome, Endometriose, Gebärmutter- und Eierstock-Karzinome. Wollen Sie mehr erfahren, dann besuchen Sie sein Arztprofil auf dem Leading Medicine Guide – dem Expertenportal für Deutschland, Österreich und der Schweiz.