Experteninterviews

Es ist oft verhängnisvoll: Ein Aneurysma, eine Erweiterung oder Ausstülpung an einer Hirnschlagader, kann viele Jahre völlig unbemerkt bleiben, denn es gibt in der Regel keine Symptome. Das Aneurysma kann aber plötzlich platzen, was häufig zum Tod führt oder schwerste Behinderungen zur Folge hat.

Weber

Univ. Prof. Dr. med. Weber ist als Spezialist für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum auf beiden Gebieten sehr erfahren. Im Interview mit dem Leading Medicine Guide erklärt er, dass sich im Bereich Aneurysma seit den 1990er Jahren sehr viel getan hat, was die minimal-invasiven Behandlungsmöglichkeiten über das Gefäßsystem angeht. Heute kann man die Aneurysmen mit einem viel geringeren Risiko für den Patienten entschärfen, als es noch vor 20 Jahren möglich gewesen wäre. Die Diagnostik ist besser und die minimal-invasiven endovaskulären Methoden sind vielfältiger und sicherer geworden. 

2–3 Mio. Menschen in Deutschland haben ein Aneurysma

Aneurysma

Voraussetzung für eine Behandlung ist natürlich, dass das Aneurysma überhaupt diagnostiziert worden ist. Und das ist ein wichtiger Punkt. Man kann mit einem Aneurysma steinalt werden, ohne es zu bemerken – es muss nicht zwangsläufig platzen. „Tatsächlich gibt es in Deutschland circa zwei bis drei Millionen Menschen, die ein Aneurysma haben und nichts davon wissen“, sagt Prof. Weber, der in seiner Klinik jeden Tag Aneurysma-Patienten behandelt. Prof. Weber erläutert, dass von diesen Patienten ca. 9.000–10.000 in Deutschland pro Jahr eine Aneurysma-Ruptur erleiden. Er schätzt, dass man ca. 95 % der Aneurysmen erfolgreich endovaskulär, also durch einen minimal-invasiven Eingriff über eine Leistenarterie behandeln kann. Das gilt für geplatzte Aneurysmen und auch für zufällig gefundene Aneurysmen.

Die diagnostischen Möglichkeiten haben sich verbessert: Moderne bildgebende Verfahren wie CT und MRT, die aus ganz anderen Gründen gemacht worden sind, bringen ein Aneurysma ans Licht. Viele solcher „Ausstülpungen“ einer Arterie werden also zufällig entdeckt. Denn wie schon gesagt, verursacht ein Aneurysma zunächst einmal keine Symptome. Das Risiko eines nicht geplatzten Aneurysmas für einen Patienten lässt sich nicht genau benennen.

Was passieren kann, wenn ein Aneurysma unentdeckt bleibt, habe ich selbst in meinem Freundeskreis gesehen: Ein Freund verlor beim Training im Fitnessstudio plötzlich das Bewusstsein und wie sich herausstellte, war im Kopf eine Arterie geplatzt. Glücklicherweise wurde er sehr schnell und richtig behandelt. Massive Einblutungen ins Gehirn konnten verhindert werden und durch einen minimal-invasiven Eingriff wurde das „Leck“ in der Arterie wieder verschlossen. 

Arteriosklerose

Fundierte Patientenberatung auf Basis jahrelanger Erfahrung

„Wenn das Aneurysma noch nicht geplatzt ist, aber diagnostiziert wurde, kommt es vor allem auf die richtige Beratung des Patienten an“, sagt Prof. Weber grundsätzlich zur Aneurysma-Problematik. Er legt in der Bochumer Klinik größten Wert darauf, dass alle Möglichkeiten der modernen Behandlung in Betracht gezogen werden und dann die passende Therapieform ausgewählt wird. Das ist in Bochum möglich, weil die Klinik hier Spezialisten hat, die modernste endovaskuläre Verfahren einsetzen, um Patienten zu helfen. Die Basis dafür ist eine große Erfahrung der Ärzte mit diesem Thema und ein hohes Know-how in der Behandlung. 

Prof. Weber betont: „Wir sind uns der Verantwortung bewusst, was die Beratung der Patienten betrifft. Man muss schon ein hohes Fachwissen und viel Erfahrung mitbringen, um hier richtig zu handeln und nicht in Spekulationen zu verfallen, was denn zu tun sei. Außerdem kommt es darauf an, mit großem Einfühlungsvermögen den Patienten die Angst zu nehmen. Und das ist durchaus möglich. Gerade auf dem Gebiet der minimal-invasiven Eingriffe im Gehirn gibt es heute so gute Möglichkeiten, dass wir den meisten unserer Patienten mit einem guten Gefühl sagen können: ‚Wir machen das so und so – Ihre Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung des Aneurysmas stehen gut‘.“

Beste Aussichten also für Aneurysma-Patienten, wenn sie an einen Experten wie Prof. Dr. Weber geraten – die „Bombe im Kopf“ lässt sich dann durchaus entschärfen.


Wollen Sie mehr erfahren? Dann besuchen Sie das Arztprofil von Professor Weber auf Leading Medicine Guide. Sie können direkt Kontakt zu ihm aufnehmen und gleich heute noch einen Besprechungstermin vereinbaren. 


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