Gallenkolik - Medizinische Experten

25.08.2020
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Bei einer Gallenkolik ist durch Gallensteine der Abfluss gestört. Die Gallenwege versuchen durch Kontraktionen den Stein abzubauen. Gallenkoliken werden als sehr schmerzhaft empfunden.

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Kurzübersicht:

  • Was ist eine Gallenkolik? Eine Verstopfung der Gallenwege durch Gallensteine, die als sehr schmerzhaft empfunden wird. Die Schmerzen entstehen durch Muskelkontraktionen, durch die der Körper versucht, die Steine weiterzubefördern.
  • Ursachen: Bei Vorliegen von Gallensteinen können diese durch erhöhte Produktion von Gallenflüssigkeit nach schwerem, fettigem Essen in die Gallengänge geschoben werden. 
  • Symptome: Starke krampfartige, wellenartige Schmerzen im rechten und mittleren Oberbauch, dazu ggf. Brechreiz, Aufstoßen und Blähungen. Eine Gallenkolik kann bis zu fünf Stunden dauern. Unter Umständen treten weitere Komplikationen auf.
  • Diagnose: Gallensteine können im Ultraschallbild erkannt werden. Eine Untersuchung der Gallengänge mittels ERCP führt zu sehr genauen Ergebnissen; dabei können auch Gallensteine entfernt werden.
  • Behandlung: Abhängig von der Größe der Gallensteine und der genauen Ursache kann die Behandlung unterschiedlich aussehen: Auflösende Medikamente sowie Schmerzmittel, eine Stoßwellentherapie sowie in Einzelfällen eine operative Entfernung der Gallenblase gehören zu den Optionen.

Artikelübersicht

Was ist eine Gallenkolik?

Eine Gallenkolik wird durch eingeklemmte Gallensteine in den Gallengängen ausgelöst. Diese Gallensteine verursachen Kontraktionen, die beim Versuch, der in den Gallenwänden der Gallenwege gelegenen Muskeln, die Steine weiter zu befördern, entstehen. Der Patient empfindet dabei krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch, die in die rechte Schulter und den Rücken ausstrahlen können. Die Beschwerden können bis zu fünf Stunden andauern.

Ursachen für eine Gallenkolik

Die Gallenblase liegt in der Gallenblasengrube hinter der Leber im rechten Oberbauch. Die Hauptfunktion der Gallenblase ist die in der Leber produzierte Galle zu sammeln und bei Nahrungsaufnahme durch den Gallengang in den Zwölffingerdarm abzugeben. Dort emulgiert die Gallenflüssigkeit den Nahrungsbrei. Die Gallenblase ist mit mehreren Schließmuskeln versehen, welche durch Kontraktionen das Abfließen der Galle regulieren.

Eine Gallenkolik wird durch Gallensteine verursacht, die den Abfluss der Gallenflüssigkeit stören. Durch schweres fetthaltiges Essen produziert die Gallenblase vermehrt Flüssigkeit, die in den Darm abgegeben wird um den Nahrungsbrei zu verarbeiten. Mit dem Gallensekret wird der Gallenstein in den Gallengang gespült und verbleibt vor dem Gallenausgang. Das Gallensystem versucht durch Kontraktion der Gallenwände die Gallenflüssigkeit und den Gallenstein in den Darm abzugeben. Diese Kontraktionen verursachen beim Patienten einen krampfartigen Schmerz, der als Gallenkolik bezeichnet wird.

Symptome einer Gallenkolik

Durch die Kontraktion der Gallenblase kommt es bei einer Gallenkolik zu starken krampfartigen wellenartigen Schmerzen, die vor allem im rechten und mittleren Oberbauch aber auch auf Rücken und Schulter lokalisiert sind. Begleitet werden die Schmerzen unter Umständen von Brechreiz, Aufstoßen, Blähungen und Völlegefühl. Eine Gallenkolik dauert zwischen 15 Minuten und 5 Stunden. Meist wird der Gallenstein bei einer Gallenkolik ausgeschieden.

Bei einer Gallenkolik wird oft ein starker Bewegungsdrang ausgelöst, der den ein Abgang der Gallensteine erleichtert. In der Regel sind die Gallenwege nach einer Gallenkolik noch für einige Tage gereizt. Eine Gallenkolik kann schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen. U. a. kann eine Gallenkolik zu Gelbsucht, Gallenblasenentzündung und Bauchspeicheldrüsenentzündung führen.

Wie wird eine Gallenkolik diagnostiziert?

Gallensteine, die Auslöser einer Gallenkolik sind, können bei einer Ultraschalluntersuchung dargestellt werden. Die Gallenblase, Gallenwege sowie Leber und meist auch die Bauchspeicheldrüse werden mittels eines Schallkopfes abgetastet. Die endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) wird vor allem bei Verdacht auf Gallensteine in den Gallengängen durchgeführt. Neben der Darstellung der Gallenwege, Gallenblase und des Pankreasgangs können auch Steine entfernt oder die Öffnung des Gallengangs geweitet werden.

Wie wird eine Gallenkolik behandelt?

Die Behandlung einer Gallenkolik bestehen aus mehreren Möglichkeiten, die abhängig von dem Auslöser der Gallenkolik und der Größe der Gallensteine sind. Grundsätzlich sollte nach einer Gallenkolik 24 Stunden keine Nahrung aufgenommen und im Anschluss auf eine gesunde ballaststoffreiche Ernährung geachtet werden.

Bei einer leichten Gallenkolik mit Gallensteinen die kleiner als fünf Millimeter und kalkfrei sind, werden auflösende Medikamente, die künstliche Gallensäure enthalten, verordnet. Zusätzlich Medikamente zur Krampf- und Schmerzlinderung. Sobald die Steine sich zurückbilden klingt die Gallenkolik ab. Desweiteren kann eine Steinzertrümmerung mit Stoßwellen (Ultraschallwellenbehandlung) in Betracht gezogen werden. Die Bruchstücke der Gallensteine werden im Anschluss mit Medikamenten aufgelöst.

Bei einer Gallenkolik, die durch größere Steine in der Gallenblase verursacht wurde und wiederkehrend ist, besteht die Möglichkeit die Gallenblase operativ zu entfernen (Cholezystektomie). Die Entfernung der Gallenblase ist ein minimal-invasiver Eingriff, bei dem lediglich vier kleine Schnitte zur Einbringung der Instrumente benötigt werden. Mithilfe von Gas wird das Operationsgebiet zunächst aufgebläht, so dass die einzelnen Strukturen voneinander abgrenzbar sind. Nach der OP bleiben kleine vernähte Schnitte, die nach einiger Zeit kaum mehr sichtbar sind.

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