Nierenerkrankung - Ausgewählte Ärzte

04.03.2017
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Die Nieren fungieren als Steuerungsorgane des Körpers. Sie regulieren den Wasserhaushalt, den Blutdruck, den Hormonhaushalt und das Säure-Basen-Gleichgewicht. Somit ist schnell klar, dass eine Nierenerkrankung sich auf viele verschiedene Arten auf den Körper auswirkt. Doch welche Arten von Nierenerkrankungen, auch Nephropathien genannt, gibt es und wie werden diese diagnostiziert und therapiert? Erfahren Sie im Folgenden mehr darüber.

ICD-Codes für diese Krankheit: N14, N15, N16, N25, N28, N29

Empfohlene Spezialisten für Nierenerkrankungen

Nephropathie Fälle in Deutschland

7.973 Fälle im Jahr 2018
8.024 Fälle im Jahr 2021 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

Welche verschiedenen Nierenerkrankungen gibt es?

Wenn die Niere nicht mehr arbeitet, kommt es zu einem chronischen oder akuten Nierenversagen, in der Fachsprache auch Niereninsuffizienz genannt. Die akute Form der Niereninsuffizienz entsteht innerhalb weniger Stunden oder Tage. Sie ist reversibel, kann also wieder rückgängig gemacht werden. Die chronische Form des Nierenversagens entwickelt sich dagegen über einen längeren Zeitraum. Sie kann mit einer entsprechenden Therapie gestoppt werden, sodass die Symptome sich nicht weiterentwickeln.

Neben einer Insuffizienz sind die Nieren in einigen Fällen auch von Entzündungen betroffen. Diese sind entweder in den Nierenkörperchen (Glomerulonephritis), im Nierenbecken (Pyelonephritis) oder im Nierengewebe lokalisiert.

Darüber hinaus tauchen auch in den Nieren hin und wieder Zysten sowie gutartige oder bösartige Tumore (Nierenkrebs) auf, wobei letztere eher selten vorkommen. Nierensteine hingegen treten auf, wenn Stoffe aus dem Harn sich nicht vollständig auflösen und stattdessen Kristalle bilden.

Eine Aufgabe der Nieren besteht darin, Erythropoetin für die Blutbildung herzustellen. Sind die Nieren erkrankt, kommt es deshalb häufig zu einem Mangel. Die Folge ist eine renale Anämie, d.h. eine Blutarmut aufgrund einer Nierenerkrankung.

Anatomie der Niere

Wie kommt es zu Nierenerkrankungen?

Die unterschiedlichen Erkrankungen der Nieren sind auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. So sind beispielsweise Nierenzysten meistens erblich bedingt. Mögliche Ursachen einer Nierenentzündung hingegen sind:

  • eine bestehende Diabetes-Erkrankung
  • Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder Herzentzündungen
  • bestimmte Medikamente
  • Krebs
  • Abwehrstoffe des Immunsystems, die sich in den Nieren einlagern
  • Autoimmunerkrankungen

Häufige Symptome

Eine Nierenerkrankung erkennen Sie an Veränderungen im Urin. Es kann unter anderem zu einer stark verminderten oder erhöhten Urinmenge kommen. Außerdem wird auch die Farbe und Transparenz des Harns durch Nierenerkrankungen beeinflusst. So ist ein trüber Urin ein Hinweis auf Proteinbeimengungen, die durch eine Entzündung der Nieren entstehen. Auch Blut im Urin ist ein Anzeichen für entzündliche Reaktionen in der Niere.

Plötzlicher Bluthochdruck, Ödeme, Kopfschmerzen, Sehstörungen und eine Anfälligkeit für Infekte sind ebenfalls Symptome eines Nierenversagens. Da die Nieren einen großen Einfluss auf die unterschiedlichen Körperfunktionen nehmen, kann es auch zu unspezifischen Beschwerden kommen. Das sind unter anderem Blässe, schnelle Ermüdbarkeit, Gewichtszunahme oder Unwohlsein.

So diagnostiziert der Arzt eine Nierenerkrankung

Wenn Sie den Verdacht haben, unter einer Nierenerkrankung zu leiden, suchen Sie zunächst den Hausarzt auf. Erste Anzeichen auf eine tatsächliche Erkrankung der Nieren gibt ein Bluttest.

Dieser kann unter anderem die glomäruläre Filtrationsrate bestimmen. Diese gibt an, wie schnell und effektiv die Nieren den Harn filtern. Bei einer Insuffizienz ist dieser Wert meistens erniedrigt. Auch die Entzündungswerte (die Leukozytenzahl) und der Kreatinin-Wert im Blut sind ausschlaggebend, wenn der Verdacht auf eine Nierenerkrankung besteht. Zusätzlich wird Ihr Blutdruck gemessen und eine Harnuntersuchung im Labor eingeleitet.

Sollte sich der erste Verdacht verfestigen, suchen Sie einen Nephrologen auf. Dabei handelt es sich um einen Facharzt, der auf Erkrankungen der Nieren spezialisiert ist.

Welche Therapien leitet der Nephrologe ein?

Die Therapie richtet sich nach der Art und Weise der Krankheit. In vielen Krankheitsfällen sind geeignete Medikamente das Mittel der Wahl. Bei starken Entzündungen der Nieren verabreicht der Nephrologe meist Glukokortikoide oder Immunsuppressiva, um die Entzündungsreaktion des Körpers zu unterdrücken.

Sollten Medikamente nicht anschlagen, ist eventuell eine Dialyse notwendig. Hierbei wird das Blut künstlich gereinigt und von Giftstoffen befreit. Bei Bluthochdruck wird der Arzt nach Ermessen einen Blutdrucksenker verordnen. ACE-Hemmer haben sich hier bewährt.

Achten Sie auf Ihre Niere

Sie sehen: die Niere ist ein komplexes Organ mit vielen Funktionen. Ist sie einmal erkrankt, kann ein Nephrologe mit einer eingehenden Untersuchung und der passenden Therapie weiterhelfen.

Um die Nieren vorbeugend zu schonen, verzehren Sie Salz und Fett nur in Maßen. Bei einer bestehenden Nierenerkrankung greifen Sie zu einer eiweißarmen Ernährung. Gegebenenfalls ist eine kontrollierte Flüssigkeitsaufnahme erforderlich.

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  • Mindestens 10 Jahre Operations- und Behandlungserfahrung
  • Beherrschung moderner diagnostischer und operativer Verfahren
  • Repräsentative Anzahl an Operationen, Behandlungen und Therapien
  • Herausragender Behandlungsschwerpunkt innerhalb des eigenen Fachbereiches
  • Engagiertes Mitglied einer führenden nationalen Fachgesellschaft
  • Leitende berufliche Position
  • Aktive Teilnahme an Fachveranstaltungen (z.B. Vorträge)
  • Aktiv in Forschung und Lehre
  • Ärzte- und Kollegenakzeptanz
  • evaluatives Qualitätsmanagement (z.B. Zertifizierung)
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