Knoten in der Brustdrüse (Mastopathie)

07.09.2021
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Bei der Mastopathie handelt es sich um eine gutartige Erkrankung der Brust, die meist Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren betrifft. Sie äußert sich durch Schwellungen, Zysten, Knoten und andere schmerzhafte Beschwerden in der Brust. Im Folgenden finden Sie Informationen über die Symptome, Diagnose und Therapie dieser Brusterkrankung sowie Spezialisten für die Behandlung der Mastopathie.

ICD-Codes für diese Krankheit: N63

Empfohlene Spezialisten für Mastopathie

Knoten in der Brustdrüse (Mastopathie) Fälle in Deutschland

88 Fälle im Jahr 2019
90 Fälle im Jahr 2021 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

Definition: Was ist eine Mastopathie?

Die Mastopathie ist eine gutartige Erkrankung der Brust, die meist Frauen im Alter zwischen 30 und 55 Jahren betrifft. Charakteristisch ist, dass die typischen Beschwerden zyklusabhängig auftreten. Mediziner sprechen dann auch von einer Mastodynie. Etwa eine Woche vor Einsetzen der Monatsblutung verstärken sich die Symptome. Ist die Menstruation vorbei, klingen die Symptome ab. Von einer Mastopathie sind die meisten Frauen im gebärfähigen Alter betroffen. In den meisten Fällen verursacht die Krankheit aber keine nennenswerten Symptome.

Welche Symptome treten häufig bei einer Mastopathie auf?

Typisch für eine Mastopathie sind diverse Veränderungen der Brust. Hierbei kann es sich um

  • Schwellungen,
  • Zysten und
  • andere schmerzhafte Beschwerden

handeln. Wenn Sie Ihre Brust selbst abtasten, werden Sie zudem etwa kirschkerngroße Knoten spüren, die verschiebbar sind. Seltener kommt es zu einem Austritt von Flüssigkeit aus den Brustwarzen. In den meisten Fällen betreffen diese vorgenannten Symptome beide Brüste.

Je nach Ausmaß und Schwere der Erkrankung unterteilen Mediziner die Mastopathie in drei Grade:

  • Mastopathie 1. Grades: teilweise Zystenbildung, aber keine Gefahr der bösartigen Weiterentwicklung
  • Mastopathie 2. Grades: gutartige Zellwucherungen, leicht erhöhtes Krebsrisiko
  • Mastopathie 3. Grades: krankhafte Zellveränderungen und erhöhtes Krebsrisiko

In 70 Prozent der Fälle handelt es sich um eine Mastopathie 1. Grades. Nur 10 Prozent der Betroffenen fallen in die dritte Kategorie. Da hier ein erhöhtes Brustkrebsrisiko besteht, sollte ein Arzt regelmäßig die Veränderungen bei einer Mastopathie vom Grad 3 kontrollieren. Deutlich abgrenzen muss man die Mastopathie von der Krankheit Fibroadenom. Bei ihr handelt es sich um echte Tumore, während die Mastopathie gutartig ist.

Ursachen & Risikofaktoren: Wie entsteht die Mastopathie? Welche Faktoren begünstigen die Erkrankung?

Bei der Mastopathie ist das Hormongleichgewicht gestört. Es liegt ein Mangel an Progesteron bei einem gleichzeitigen Überschuss an Östrogen vor. Dieser erhöhte Östrogenspiegel ist schuld daran, dass betroffene Frauen etwa eine Woche vor Einsetzen der Menstruation schmerzhafte Schwellungen in den Brüsten spüren. Auch sind die Brüste berührungsempfindlich.

Weitere Risikofaktoren, die das Entstehen einer Mastopathie begünstigen, sind:

  • hohes Alter bei der ersten Schwangerschaft
  • spätes Einsetzen der Menopause
  • Kinderlosigkeit
  • Hormonersatztherapie mit Östrogenen
  • Übergewicht

Grundsätzlich ist eine Mastopathie nicht gefährlich und lässt sich mittlerweile auch recht gut behandeln. Nur in etwa 0,1 bis 0,3 Prozent der Fälle erkranken Frauen mit Mastopathie an Brustkrebs. Die Mastopathie erhöht das Brustkrebsrisiko also nicht. Lediglich bei Frauen, die an Mastopathie Grad 3 leiden, ist das Brustkrebsrisiko um das Vier- bis Fünffache erhöht.

Untersuchung & Diagnose einer Mastopathie

Anhand einer Tastuntersuchung und den Schilderungen der Patientin kann der Frauenarzt eine Mastopathie recht eindeutig diagnostizieren. Um andere Erkrankungen auszuschließen, können weitere Untersuchungen wie die Mammographie notwendig werden. Zysten hingegen stellt der Frauenarzt mithilfe einer Ultraschalluntersuchung fest. Um Brustkrebs auszuschließen, entnimmt er unter Umständen eine Gewebeprobe.

Allgemeines zur Behandlung: Welche Therapien gibt es und welche Ärzte sind Spezialisten für Mastopathie?

Die Mastopathie an sich kann nicht behandelt werden. Ziel der Therapie ist es, die Schmerzen zu lindern. Zu diesem Zweck verschreibt der Frauenarzt gestagenhaltige Cremes zum Einreiben oder künstliche Gestagene in Form von Tabletten zum Einnehmen. Auch diverse pflanzliche Präparate, welche die Produktion von Gestagen anregen sollen, haben sich in der Praxis bewährt. Der Mönchspfeffer ist solch ein natürliches Heilmittel.

Patientinnen, die an Mastopathie leiden, können selbst einiges tun, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen. Salbei- und Hibiskustee etwa haben sich als Hausmittel bewährt. Beide haben eine entwässernde und entzündungshemmende Wirkung. Ihr Verzehr kann daher eine Reduktion der Schwellungen bewirken. Verzichten Sie weiterhin auf zu viel Salz und Koffein. Sie können ebenso wie Zucker und Fette eine Mastopathie begünstigen. Direkt vorbeugen können Sie einer Mastopathie allerdings nicht.

Eine Entfernung der schmerzenden Knoten und Zysten ist nur in den wenigsten Fällen notwendig. Bei folgenden Indikationen raten Ärzte zu einer Operation:

  • die Brust hat sich aufgrund der Knoten deformiert
  • es bilden sich immer mehr Knoten
  • betroffene Frauen haben Angst vor Brustkrebs
  • wenn sich die Symptome auch nach den Wechseljahren nicht mildern
  • vor einer Schwangerschaft

Die Operation erfolgt meist mittels subkutaner Mastektomie. Dabei entfernt der Chirurg vorsichtig das betroffene Brustgewebe.

Verlauf und Prognose bei einer Mastopathie

Grundsätzlich ist die Behandlung einer Mastopathie nicht zwingend erforderlich. Sie kann aber notwendig sein, um die schmerzhaften Veränderungen in der Brust zu lindern. Die gute Nachricht: Nach den Wechseljahren verschwinden die unangenehmen Symptome einer Mastopathie bei den meisten Frauen komplett. Der Grund: Nach den Wechseljahren werden keine Sexualhormone mehr produziert und die Regelblutungen hören auf.

Quellen

https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/brusterkrankungen-gutartig/mastopathie-schwellungen-knoten-zysten/
https://www.mooci.org/gynaekologie/mastopathie/
https://www.sprechzimmer.ch/Krankheitsbilder/Mastopathie_Veraenderungen_der_weiblichen_Brust_gutartig.html

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