Kalk in der Brust (Mikroverkalkungen) - Spezialisten und Informationen

11.01.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Ist im Rahmen einer Röntgen-Untersuchung oder des Abtastens die Rede von Kalkablagerungen in der Brust, sind viele Frauen beunruhigt. Doch solche Mikroverkalkungen kommen häufig vor und sind nicht immer ein Grund zur Besorgnis. Es handelt sich dabei lediglich um Ablagerungen von Calciumcarbonat, die meist eine natürliche Ursache haben. Erst durch das Röntgen werden sie sicht- und damit diagnostizierbar. Sie kommen in kleinerer Arterien oder auch Zysten vor und weisen nur in den seltensten Fällen auf eine bösartige Erkrankung hin. Lassen Sie die Kalkablagerungen trotzdem vorsichtshalber jährlich kontrollieren, damit Sie auf der sicheren Seite sind.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen sowie Spezialisten für die Diagnose und Behandlung von Kalkablagerungen in der Brust.

Empfohlene Spezialisten für Kalk in der Brust

Kalk in der Brust (Mikroverkalkungen) Fälle in Deutschland

0 Fälle im Jahr 2019
0 Fälle im Jahr 2022 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

Ursachen der Mikroverkalkungen

Meist sind diese Kalkablagerungen erst bei der elektronischen Vergrößerung der digitalen Mammographie wirklich sichtbar. Ursache sind oftmals hormonell bedingte Veränderungen des Brustgewebes, die nicht immer bösartiger Natur sein müssen. Bei der fibrös-zystischen Mastopathie (Brustdrüsenveränderung) kommt es zu einem vermehrten Wachstum der Brustdrüsenzellen mit ebenfalls gesteigerter Flüssigkeitsproduktion. Es entstehen flüssigkeitsgefüllte Zysten (kleine Blasen bzw. Hohlräume), in denen sich Kalk ablagern kann.

Da diese Mikroverkalkungen jedoch auch ein Hinweis auf eine Vorstufe einer Krebserkrankung in den Milchdrüsen (Oberflächenkarzinom) sein kann, empfiehlt der behandelnde oder diagnostizierende Arzt im Anschluss an die Diagnose „Kalkablagerung in der Brust“ weitere Untersuchungen. Das Entstehen der Ablagerungen verhindern oder entsprechend vorbeugen können Sie leider nicht.

Kalk in der Brust: Möglichkeiten der Selbsthilfe

Es ist nicht zu erwarten, dass die Kalkablagerungen mit der Zeit von allein verschwinden. Auch mit der Ernährung lassen sich die Mikroverkalkungen weder beeinflussen noch verhindern. Ob eine vegetarische Ernährungsweise mit hohem Rohkostanteil sich günstig auswirkt, ist nicht ausreichend gesichert.

Fest steht jedoch, dass sich ein hoher Konsum tierischer Fette ungünstig auf den Hormonstatus auswirken und das Risiko einer Erkrankung erhöhen kann. Ob dies aber einen direkten oder indirekten Einfluss auf diese Verkalkungen oder gar bösartige Erkrankungen hat, ist nicht hinreichend untersucht und belegt. Es wird jedoch oftmals empfohlen, Hormonpräparate zu meiden, damit das hormonelle (Un)Gleichgewicht nicht zusätzlich belastet wird.

Begleitsymptome bei Kalk in der Brust

Symptome rufen diese Mikroverkalkungen selbst nicht hervor. Sie sind meist auch nicht gleich tastbar. Sollten Sie also Schmerzen in der Brust verspüren, rührt dies nicht von harmlosen Kalkablagerungen her. Erkrankungen, die mit Kalk in der Brust einhergehen, können jedoch sehr wohl Symptome verursachen.

Ziehende oder stechende Schmerzen könnten ein solches Warnsignal sein. Auch Gewichtsverlust, immer wiederkehrendes Fieber und nächtliche Schweißausbrüche deuten eher auf eine ernstzunehmende Grunderkrankung hin, die nicht von der Kalkablagerung herrührt. Welcher Art diese zugrunde liegende Erkrankung ist, lassen Sie am besten ärztlich abklären.

Wie wird Kalk in der Brust diagnostiziert?

Die Diagnose "Kalkablagerungen in der Brust" kann nur durch bildgebende Verfahren gesichert werden. Kalk wird als röntgendicht bezeichnet. Er ist auf Röntgenbildern deutlich als helle Struktur zu erkennen und dadurch optisch von anderem Gewebe abzugrenzen. Im Rahmen einer Mammographie werden solche Verkalkungen recht früh entdeckt, sofern das Bild ausreichend groß dargestellt wird.

Anhand der strukturellen Eigenschaften, der Form und der Streuung kann ein erfahrener Radiologe eine erste Einschätzung bezüglich der Bös- oder Gutartigkeit der möglichen Ursache abgeben. Gutartige Verkalkungen treten meist unregelmäßig verteilt auf, weisen eine gewisse Ähnlichkeit auf und sind von eher punktförmiger bis grober Struktur.

Kalkablagerungen, die auf eine bösartige Ursache hinweisen, treten eher in Gruppen auf und ähneln sich nicht. Äußert der Radiologe einen entsprechenden Verdacht, ist eine Biopsie (Gewebeentnahme) der nächste Schritt. Denn der anfängliche Verdacht muss sich nicht zwangsläufig erhärten. Stellt sich der Anfangsverdacht jedoch als begründet heraus, ist die frühzeitige Diagnose positiv zu bewerten.

Die Diagnoseabsicherung bei Mikroverkalkungen

Zur Sicherung des anfänglichen Verdachtes (gutartig oder bösartig) kommen neben der manuellen Tastuntersuchung der Brust und Mammographie auch die Kernspinntomographie zum Einsatz. Ist eine Biopsie nötig, können hierfür folgende Methoden angewandt werden:

  • Konventionelle, offene Biopsie
  • Stanzbiopsie
  • Feinnadelbiopsie
  • Stereotaktische (röntgengesteuerte) Vakuumsbiopsie

Heute können fast sämtlich Verdachtsbefunde im Brustgewebe mit minimal-invasiven Diagnosemethoden abgeklärt werden. Dadurch verringert sich die Gefahr einer sogenannten „Zellverschleppung“, bei der es zur Bildung weiterer Tumorherde kommen könnte.

Behandlung der Verkalkung in der Brust

Liegt keine bösartige Erkrankung als Ursache für die Verkalkungen zugrunde, werden die Mikroverkalkungen nicht behandelt. Lassen Sie dennoch eine halbjährliche oder jährliche Kontrolle erfolgen, um bösartige Veränderungen weiterhin auszuschließen zu können.

Bei einer bösartigen Erkrankung kommen selbstverständlich unterschiedliche Behandlungsmethoden in Frage. Wird ein Mammakarzinom frühzeitig entdeckt, reicht sogar oftmals eine Operation mit anschließende Bestrahlung aus. Ob jedoch eine Operation, eine Hormon- oder Chemotherapie, Bestrahlung oder Immuntherapie angebracht sind, besprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Arzt.

Kalk in der Brust: Welcher Arzt ist der richtige?

Bemerken Sie Veränderungen an oder in Ihrer Brust, ist Ihr Frauenarzt der erste Ansprechpartner. Hält dieser eine weitere Abklärung für nötig, schickt er Sie vermutlich zu einem niedergelassenen Radiologen oder einer entsprechenden Abteilung innerhalb einer Klinik. Nur im Falle einer bösartigen Krebsdiagnose werden Sie zu einem Onkologen geschickt, der Sie dann (meist im Krankenhaus ambulant oder stationär) weiterbehandeln wird.

Fazit

Kalkablagerungen in der Brust sind keine Erkrankung als solches und kommen während hormoneller Umstellungen (beispielsweise in den Wechseljahren) häufiger vor. Doch können Sie unter Umständen auf eine andere, ernstzunehmende Erkrankung hinweisen. Deshalb heißt es bei Kalk in der Brust: Lassen Sie mögliche Veränderungen in der Brust regelmäßig untersuchen, damit Sie eine neu auftretende Erkrankung möglichst früh entdecken.

Quellen

Verkalkung der Brust (dr-gumpert.de)
Brusterkrankungen: Kalk in der Brust (brustkrebs-info.de)
Brust-Biopsie / Biopsie der Brust » Diagnostik » (frauenaerzte-im-netz.de)
Brusterkrankungen (gutartig) » Kalk in der Brust » (frauenaerzte-im-netz.de)
China study" v. T. Colin Campbell und Thomas M. Campbell
Whatsapp Twitter Facebook VKontakte YouTube E-Mail Print