Gallenblasenkrebs - Medizinische Experten

10.03.2020
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Unter Gallenblasenkrebs, auch als Gallenblasenkarzinom bezeichnet, versteht man bösartige Geschwulste im Bereich der Gallenblase. Gallengangkrebs oder Gallenblasenkrebs sind seltene Krebsformen. Beschwerden bemerken Patienten in der Regel erst bei bereits fortgeschrittener Erkrankung. Die Behandlung erfolgt durch das Entfernen der Gallenblase - und unter Umständen der Leber - sowie eine Chemotherapie.

ICD-Codes für diese Krankheit: C23

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Kurzübersicht:

  • Was ist Gallenblasenkrebs? Es handelt sich um eine bösartige Tumorerkankung der Gallenblase. Der Krebs kann bis in die Leber einwachsen oder Krebszellen in die Blut- bzw. Lymphbahnen streuen.

  • Häufigkeit: Gallenblasenkrebs ist relativ selten. In Deutschland erkranken jährlich rund 5300 Menschen. Die meisten sind über 70 Jahre alt und weiblich.

  • Risikofaktoren: Gallensteine können zu chronischen Entzündungen der Gallenblase führen und dadurch die Bildung eines Gallenblasentumors begünstigen.

  • Symptome: Im Frühstadium machen sich keine Beschwerden bemerkbar. Im fortgeschrittenen Stadium klagen Patienten häufig u. a. über Schmerzen im Oberbauch, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit und Juckreiz. Später kommen noch Symptome einer Gelbsucht hinzu.

  • Diagnose: Ist die Gallenblase unnatürlich vergrößert, wird ein Blutbild erstellt, um die Gallen- und Leberwerte zu prüfen. Ultraschall, Röntgen, CT und MRT können als bildgebende Verfahren einen Verdacht sichern.

  • Behandlung: Im Frühstadium kann die Gallenblase und Teile der Leber entfernt werden. In späteren Stadien steht eine palliative Therapie im Vordergrund. Dabei kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz, darunter ggf. auch eine Strahlentherapie.

  • Prognose: Die Prognose hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Da Gallenblasenkrebs meistens spät erkannt wird, ist die Prognose jedoch meistens eher schlechter.

Artikelübersicht

Definition von Gallenblasenkrebs

Die Gallenblase hat die Aufgabe, die Gallenblasenflüssigkeit zu speichern. Diese Flüssigkeit wird im Nachbarorgan Leber produziert. Aufgrund unterschiedlicher Faktoren kann es hier zu einer Tumorentwicklung kommen. Bei einem Gallenblasenkarzinom teilen sich entartete Zellen unkontrolliert und verdrängen gesundes Gewebe. In diesem Fall spricht die Medizin von einem bösartigen Tumor. Dieser Tumor ist in der Lage, von der Gallenblase aus bis in die Leber zu wachsen oder den Krebs über die Blutbahn bzw. die Lymphbahnen in den gesamten Körper zu streuen. Zur Bildung eines Karzinoms in der Gallenblase kommt es hingegen relativ selten.

Häufigkeit von Gallenblasenkrebs

Gallenblasenkrebs tritt nur vergleichsweise selten auf. Jährlich erkranken an Gallenblasenkrebs rund drei von 100.000 Personen, wobei die meisten Betroffenen über 70 Jahre alt sind. Dabei sind Frauen etwa viermal häufiger von Gallenblasenkrebs betroffen als Männer. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 2.300 Männer und knapp 3.000 Frauen an dieser Krebsform.

Frauen leiden häufiger an Gallensteinen, die zu den Risikofaktoren zählen, Gallenblasenkrebs zu entwickeln. Die Medizin vermutet, dass dies ein Grund dafür ist, dass Frauen häufiger an Gallenblasenkrebs erkranken als Männer.

Die Steine an sich sind jedoch nicht die Ursache für Gallenblasenkrebs. Gallensteine können jedoch zu einer anhaltenden Entzündung der Gallenblase führen. Durch eine solche permanente Reizung kann sich dann ein Gallenblasenkarzinom entwickeln. Aus diesem Grund findet man bei rund 80 Prozent der Personen, die unter Gallenblasenkrebs leiden, auch Gallensteine.

Ursachen für ein Gallenblasenkarzinom und Gallengangkrebs

Ist die Gallenblase chronisch entzündet, kann sich eine Porzellangallenblase bilden, die wiederum Gallenblasenkrebs begünstigt. Bei Gallengangkrebs hingegen können Parasiten, Zigarettenrauch sowie die chronisch entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa eine Rolle für die Ausbildung des Tumors spielen.

Symptome von Gallenblasenkrebs

Frühe Symptome bemerken Personen, die von Gallenblasenkrebs betroffen sind, nur selten. Über Beschwerden klagen Patienten erst, wenn der Tumor bereits stark gewachsen ist. Dann kommt es häufig zu Schmerzen im Oberbauch oder Gewichtsverlust. Auch eine ausgeprägte Abgeschlagenheit oder Juckreiz können auftreten.

Erst ein entsprechend gewachsener Tumor behindert den Abfluss der Galle in den Dünndarm. Aus diesem Grund verursacht Krebs in den Gallengängen oder in der Gallenblase häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium Beschwerden beim Patienten, wie sie auch bei einer Gelbsucht auftreten. Hierzu zählen dann ein heller Stuhlgang, eine dunkle Verfärbung des Urins sowie eine Gelbfärbung der Augäpfel und der Haut.

Diagnose von Gallenblasenkrebs

Wenn der Verdacht besteht, dass der Patient von Gallenblasenkrebs betroffen ist, wird ihn der Arzt zunächst nach seiner Krankheitsgeschichte fragen. Hierbei geht es auch darum, ob der Patient in der Vergangenheit unter Gallenblasensteinen zu leiden hatte. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der vor allem der Bauch abgetastet wird und sich eine Vergrößerung der Gallenblase fühlen lässt.

Danach wird dem Patienten Blut abgenommen, um Veränderungen der Gallen- und Leberwerte festzustellen. Zusätzlich kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz, wie etwa eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums oder Röntgenuntersuchungen mithilfe von Kontrastmittel. Hiermit ist es möglich, die Gallenwege und die Gallenblase darzustellen. Der Arzt kann anhand dieser Untersuchungen andere Erkrankungen der Galle, wie beispielsweise Gallensteine, von Gallenblasenkrebs abgrenzen und eine eindeutige Diagnose stellen. Zudem ist es dem Arzt durch die Untersuchung des Patienten im CT oder MRT möglich, die Größe und genaue Position des Tumors zu bestimmen, was wiederum wichtig für die anschließende Wahl der Therapie ist.

Therapie bei Gallenblasenkrebs

Grundsätzlich ist die Wahl der Behandlung bei Gallenblasenkrebs abhängig von der Ausbreitung des Tumors. Sollte das Tumorwachstum noch begrenzt sein, was vor allem in einem frühen Stadium von Gallenblasenkrebs wahrscheinlich ist, wird die Gallenblase operativ entfernt. In vielen Fällen ist es jedoch notwendig, auch Teile der Leber zu entfernen, weil Tumore in den Gallenwegen frühzeitig auf das Wachstum der Leber übergreifen.

Sollte sich der Tumor bereits im Körper ausgebreitet haben oder lebenswichtige Gefäße umwachsen, lässt sich Gallenblasenkrebs häufig nicht mehr heilen. Dann dient die Therapie vor allem dazu, die Lebensqualität des Patienten zu verbessern, Beschwerden zu lindern und die Lebenszeit zu verlängern.

Sollte eine Operation beim Patienten nicht möglich sein, ist es eine wichtige palliative Intervention, die gestauten Gallenwege zu entlasten. Dies geschieht in der Regel mit einer endoskopischen Drainage mit Stentimplantation. Diese kleinen Röhrchen helfen dabei, dass die Gallenflüssigkeit noch ablaufen kann, was zur Entlastung der Galle führt.

Abseits dieser lokalen Therapiemöglichkeiten sind für Patienten, die sich in einem guten Allgemeinzustand befinden, eine Strahlentherapie bzw. eine systemische Chemotherapie zusätzliche Therapieoptionen.

Eine Strahlentherapie wird vor einer Operation eingesetzt, um das Wachstum des Krebsgeschwürs zu hemmen. Damit lässt sich der Tumor vor dem operativen Eingriff verkleinern, wodurch er sich bei der OP leichter entfernen lässt.

Sowohl Gallengangkrebs als auch Gallenblasenkrebs sprechen vergleichsweise schlecht auf eine Chemotherapie an.

Lebenserwartung bei Gallenblasenkrebs

Die Prognose bei Gallenblasenkrebs ist stark abhängig von der Aggressivität und Ausbreitung des Tumorwachstums. Aus diesem Grund lässt sich eine pauschale Aussage in Sachen Lebenserwartung bei Gallenblasenkrebs nicht so einfach treffen. Da Gallenblasenkrebs häufig erst spät entdeckt wird, ist die Prognose bei den meisten Patienten aber schlecht.

Welche Ärzte sind Spezialisten für Gallenblasenkrebs?

Meistens wird die Diagnose Gallenblasenkrebs von Ärzten der Gastroenterologie gestellt. Operative Eingriffe nehmen entweder Gastroenterologen oder Viszeralchirurgen vor. Für Erkrankungen der Gallengänge oder Gallenblasen gibt es in Deutschland einige spezialisierte Zentren. Diese planen und führen eine qualifizierte Therapie durch.

  • https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/krebsarten/gallenblasenkrebs-gallengangkrebs/
  • https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/gallenblasenkrebs.html
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