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Vasa praevia (Nabelschnurkomplikation)

Eine Vasa praevia zählt zu den sehr selten auftretenden Komplikationen, die während der Schwangerschaft auftreten können. Dabei sind die Blutgefäße der Nabelschnur und der Eihäute um den Fötus herum betroffen. Nabelschnurkomplikationen treten vergleichsweise selten auf, können jedoch zu Schwierigkeiten während der Schwangerschaft, vor und bei der Geburt führen. 

Hier finden Sie Informationen zu Symptomen und Anzeichen, der Behandlung und ausgewählte Spezialisten!

ICD-Codes für diese Krankheit: P02, O69, P50

Empfohlene Spezialisten

Was ist eine Vasa praevia?

Die Nabelschnur besitzt eine Dicke von ein bis zwei Zentimetern und eine Länge von 50 bis 60 Zentimetern. Sie verbindet das ungeborene Kind über die Plazenta mit dem mütterlichen Körper und versorgt es so mit Blut und Nährstoffen. Bei Nabelschnurkomplikationen wie der Vasa praevia kann es zu einer eingeschränkten Blutversorgung des ungeborenen Kindes oder zu Blutungen kommen. Die Häufigkeit einer Vasa praevia ist mit einer von etwa 5.000 Entbindungen eine relativ seltene Schwangerschaftskomplikation.

Im Falle einer Vasa praevia liegen einige dieser Blutgefäße in den Membranen im Bereich der Öffnung des Gebärmutterhalses (Eingang zum Geburtskanal) sowie unterhalb des Fötus. Sollten die Membranen reißen, was üblicherweise kurz vor dem Einsatz der Wehen der Fall ist, kann es zum Platzen dieser Blutgefäße kommen. Hierdurch verliert der Fötus unter Umständen eine kritische Menge an Blut. Sollte es zu schweren Blutungen kommen, kann dies den Tod für den Fötus bedeuten; doch auch bei der Mutter kann es durch den beträchtlichen Blutverlust zu Komplikationen kommen.

Welche Symptome treten bei einer Vasa praevia auf?

Zum einen ist bei einer Vasa praevia eine langsame Herzfrequenz des Kindes zu beobachten. Zum anderen setzen bei betroffenen Frauen vaginale Blutungen ein, wenn es zum Reißen der Membranen kommt. Diese Blutungen sind häufig schmerzlos und beginnen in der Regel kurz nachdem die Wehen eingesetzt haben.

Welche Ärzte sind Experten bei Vasa praevia?

Experten und Ansprechpartner bei einer Vasa praevia sind Gynäkologen, also Fachärzte für Frauenheilkunde und insbesondere Spezialisten für Geburtshilfe. Abhängig von dem Status der Schwangerschaft wird die Frau sich entweder an einen in einer Praxis niedergelassenen Gynäkologen wenden oder in die gynäkologische Abteilung eines Krankenhauses eingewiesen werden.

Wie erfolgt die Diagnose bei einer Vasa praevia?

Bereits während der frühen Schwangerschaft sollten in regelmäßigen Abständen Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden. Bei diesen lassen sich verschiedene Anomalien der Plazenta sowie auffällige Herzfrequenzen beim ungeborenen Kind feststellen. Sollte einer der beiden Faktoren festgestellt werden, wird der Arzt eine Vasa praevia als mögliche Komplikation in Betracht ziehen.

Um die Diagnose einer Vasa praevia zu bestätigen, wird ein sogenannter transvaginaler Ultraschall durchgeführt. Hierbei führt der Arzt ein Gerät in die Scheide der Frau ein und kann dabei beobachten, ob sich Blutgefäße in die Nähe oder über die Öffnung des Gebärmutterhalses geschoben haben.

Wie erfolgt die Behandlung einer Vasa praevia?

Sollte eine Vasa praevia noch vor dem Einsetzen der Wehen festgestellt worden sein, dann stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung, die unter anderem davon abhängen, wie weit die Schwangerschaft bereits fortgeschritten ist.

In jedem Fall sollte die werdende Mutter zweimal wöchentlich beim Arzt erscheinen, damit dieser den Zustand des Babys überwachen kann. Während der 30. bis 32. Schwangerschaftswoche kann auch eine Einweisung in ein Krankenhaus sinnvoll sein. Hierdurch ist eine permanente Überwachung des ungeborenen Kindes möglich.

Zusätzlich kann der Arzt bestimmte Medikamente verabreichen, die das Wachstum der Lunge des ungeborenen Kindes anregen. Diese Medikamente werden als Kortikosteroide bezeichnet.

Sollte sich die Frau zwischen der 32. und 35. Schwangerschaftswoche befinden und die Lunge des Babys hat sich bereits ausreichend weit entwickelt, kommt unter Umständen ein chirurgischer Eingriff zur Entbindung des Babys in Betracht. Mit diesem Eingriff ist ein Kaiserschnitt gemeint. Ein solcher Kaiserschnitt muss unter Umständen in einem Notfall vorgenommen werden. Ein solcher Notfall liegt beispielsweise vor, wenn die Frau starke vaginale Blutungen hat, die Fruchtblase geplatzt sein sollte, Gefahr für die Frau oder das ungeborene Kind besteht oder eine Vasa praevia erst festgestellt wurde, nachdem bereits die Wehen eingesetzt haben.

Müssen Nabelschnurkomplikationen immer zu einem Kaiserschnitt führen?

Nicht jede Frau, die unter Komplikationen der Nabelschnur leidet, muss sich auf eine Entbindung per Kaiserschnitt einstellen. Wenn die Nabelschnur ausreichend weit entfernt vom inneren Muttermund entspringt, kann auch eine Spontangeburt ausgelöst werden.

Die Früherkennung ist eine wichtige Voraussetzung, um eine möglichst sichere Geburt zu planen. Erfahrene und entsprechend gut ausgebildete Ärzte können per Ultraschall bereits während der frühen Schwangerschaft Auffälligkeiten hinsichtlich der Nabelschnur erkennen.

Eine besonders sichere Diagnose lässt sich mit dem Farbdopplerultraschall stellen. Hierdurch lässt sich der Blutfluss innerhalb der Gefäße sowie die Insertion an den Eihäuten oder der Plazenta erkennen.

Zusammenfassung

Eine Vasa praevia kann zu sehr starken Blutungen bei der Mutter und beim Fötus führen. Dies geschieht in der Regel kurz bevor die Wehen einsetzen.

Eine solche Komplikation lässt sich häufig bereits während der frühen Schwangerschaft erahnen. Sollte der Verdacht auf eine Vasa praevia bestehen, wird der Arzt eine Ultraschalluntersuchung über die Scheide durchführen. Hierdurch ist eine Untersuchung der Blutgefäße nahe oder über der Öffnung des Gebärmutterhalses möglich.

Sollte eine Vasa praevia bei der Schwangeren festgestellt worden sein, überprüft der Arzt nach der 28. Schwangerschaftswoche die Herzfrequenz des Fötus in regelmäßigen Abständen. Sollten sich Probleme bemerkbar machen, ist ein Kaiserschnitt notwendig. Dieser kann nach 34 bis 37 Wochen - unter Umständen auch noch früher - durchgeführt werden.

Quellen

 

  • https://www.msdmanuals.com/de/heim/kurzinformationen-gesundheitsprobleme-von-frauen/schwangerschaftskomplikationen/vasa-praevia
  • https://www.aerztezeitung.de/Politik/Ultraschall-erkennt-Nabelschur-Komplikationen-277402.html

 

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