Beim Klumpfuß handelt es sich um eine schwerwiegende Fehlstellung des Fußes, die für die Betroffenen starke Einschränkungen mit sich bringt. Zusätzlich kann eine Deformierung der Unterschenkelmuskulatur vorliegen. Es gibt sowohl einen angeborenen wie auch einen erworbenen Klumpfuß. Die Ursachen für einen angeborenen Klumpfuß sind bisher nicht abschließend geklärt. Bei beiden Formen ist eine frühzeitige Therapie zur Wiederherstellung des physiologischen Bewegungsablaufes indiziert. Die Therapie besteht sowohl aus konservativen wie auch operativen Ansätzen. Die angeborene Form des Klumpfußes ist bereits bei der Geburt stark ausgeprägt und sichtbar.

ICD-Codes für diese Krankheit: M21.5

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Wie entsteht ein Klumpfuß und welche Formen gibt es?

Die Gründe für die Entstehung eines angeborenen Klumpfußes sind nicht klar. Fest steht allerdings, dass hierbei bestimmte Muskelgruppen während der Schwangerschaft nicht vollständig und korrekt ausgebildet werden. Bei einem erworbenen Klumpfuß hingegen können Verletzungen, neurologische Erkrankungen und Degenerationen von Nerven oder Sehnen des Unterschenkels eine zentrale Rolle spielen.

Durch Traumata am Unterschenkel kann es zu Nervenverletzungen und in der Folge zu Ausfällen der Nerven kommen. Bei einem Ausfall der Nerven können die Muskeln, die dieser Nerv innerviert, nicht mehr gesteuert werden und es kommt zu einem Funktionsverlust. Viele Muskeln des Unterschenkels haben eine stabilisierende Funktion auf das Fußgewölbe. Bei Verlust dieser Funktion und Atrophie der Muskeln können Fußfehlstellungen entstehen, u.a. ein (durch das Trauma) erworbener Klumpfuß. Die komplexe Fehlstellung des Klumpfußes setzt sich aus mehreren einzelnen Fehlstellungen zusammen, die die verschiedenen Gelenke des Fußes betreffen.

Sichelfuß

Der Sichelfuß gilt als die häufigste Fehlstellung der Füße bei Säuglingen. Hierbei kommt es im Vorfuß zu einem Abweichen der Zehen nach innen. Betroffen sind hierbei nicht nur der Mittelfuß, sondern auch die Zehen. Diese Fehlstellung kann sich sowohl von alleine zurückbilden als auch mithilfe geeigneter Therapien korrigiert werden.

Spitzfuß

Als Spitzfuß wird ein Leiden bezeichnet, bei dem der Betroffene die Ferse nicht komplett aufsetzen kann. Er läuft also gewissermaßen auf den Zehenspitzen, wodurch diese Fehlstellung des Fußes auch ihren Namen erhält. Kinder und ältere Menschen mit Bettlägerigkeit zählen zu den Personengruppen, die am häufigsten von einem Spitzfuß betroffen sind. Die im Rahmen des Klumpfußes auftretende Fehlstellung des Sichelfußes entsteht meist durch eine Verkürzung der Achillessehne. Der lateinische Begriff hierfür lautet „pes equinus“. Seinen Ursprung hat dieser Name darin, dass auch Pferde nur auf ihren Zehen laufen.

Hohlfuß

Bei einem Hohlfuß handelt es sich im Grunde genommen um das Gegenteil von einem Plattfuß. Der Spann liegt hier wesentlich höher, der Fuß wirkt in seiner gesamten Erscheinung zusammengestaucht und dadurch kleiner, als dies bei der physiologischen Stellung der Fall ist.

Neben diesen Fehlstellungen kommt es zu einer Innendrehung der Fußsohlen, der sogenannten Supinationsstellung. Aufgrund dieser Stellung laufen die Betroffenen auf dem Fußaußenrand.

Wie wird ein Klumpfuß behandelt?

Beim angeborenen Klumpfuß sollte nach Möglichkeit sofort nach Geburt mit der Behandlung begonnen werden. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto wahrscheinlicher ist eine normale Fußstellung nach Abschluss der Behandlung. Bei nicht sofortiger Therapie kann es zu bleibenden Fehlstellungen kommen, die nur mittels einer Operation behandelt werden können. Bei der Wahl der richtigen Behandlungsmethode wird zwischen dem angeborenen und dem erworbenen Klumpfuß unterschieden.

Angeborener Klumpfuß

Bei einem angeborenen Klumpfuß ist eine Operation nicht unbedingt sofort angezeigt. Der Grund: Das Gewebe der Neugeborenen und Babys ist noch recht flexibel und kann auch auf andere Art und Weise behandelt werden. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit mit Gips zu arbeiten. Hierfür wird der Fuß am Tag der Geburt manuell korrigiert und in dieser korrigierten Stellung eingegipst. Die manuelle Korrektur wird auch als Redressionsbehandlung bezeichnet. Dadurch sollen die Füße wieder in die richtige Stellung gebracht werden. In der Regel ist diese Methode für die Babys nicht mit Schmerzen verbunden. Der Gipsverband wird in länger werdenden Zeitabständen gewechselt und so die Fehlstellung schrittweise ausgeglichen. Unterstützend hierzu werden die Gelenke durch eine professionelle Physiotherapie und Krankengymnastik mobilisiert. Bei korrekt durchgeführter Redressionsbehandlung und korrekter Anlage des Gipses ist eine konservative Therapie oft erfolgversprechend. Zur Sicherstellung des Erfolges muss allerdings auch über die Gipsbehandlung hinaus eine Schiene zur Nacht oder spezielle Schuhe getragen werden.

Wenn die konservative Therapie nicht den gewünschten Erfolg bringt, ist eine Operation angezeigt. Dabei wird häufig die Achillessehne verlängert damit die Spitzfußstellung, die im Falle eines Klumpfußes durch die Verkürzung der Achillessehne zustande kommt, korrigiert werden kann. Darüber hinaus können im Rahmen der Fußchirurgie auch Korrekturen an den Knochen oder dem Bandapparat vorgenommen werden.

Erworbener Klumpfuß

Bei einem erworbenen Klumpfuß hingegen führen die konservativen Behandlungsmethoden nur selten zum gewünschten Ergebnis. In Einzelfällen helfen Schienen oder spezielle Schuhe, wenn zum Beispiel die Nerven die Ursache des Klumpfußes darstellen. Die Frage, ob eine Operation angezeigt ist, hängt aber nicht zuletzt davon ab, wie weit der Klumpfuß bereits ausgebildet ist. Je stärker dies der Fall ist, desto schneller sollte operiert werden. Mit einer Operation allein ist es hier aber nicht getan. Die Patienten benötigen darüber hinaus oft eine längerfristige Ruhigstellung mittels Gipsschiene zur Fixierung der operativ korrigierten Stellung und eine professionelle Krankengymnastik. Hierbei wird etwa intensiv an der Muskulatur gearbeitet. Haltungskorrekturen werden ebenfalls angewendet, so dass der Klumpfuß in Angriff genommen werden kann.

Wie sieht die Prognose bei einem Klumpfuß aus?

Wird ein Klumpfuß rechtzeitig behandelt und gegebenenfalls auch operativ versorgt, bestehen vor allem bei Säuglingen gute Chancen, diese Fehlstellungen zu beseitigen. Je länger man eine Therapie allerdings aufschiebt – oder wenn man erst gar keine Therapie durchführt – desto schlimmer werden die Beschwerden des Betroffenen.