Handgelenksbruch - Informationen und Spezialisten

10.09.2021
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Ein Handgelenksbruch ist beeinträchtigend und unangenehm. Der Verdacht, sich das Handgelenk gebrochen zu haben, liegt meist nahe, wenn nach einem traumatischen Ereignis Schmerzen und Schwellungen im Bereich der Hand auftreten. Welche Symptome darüber hinaus typisch für die Fraktur des Handgelenks sind, wie die Diagnose gestellt wird und wann welche Therapie zum Einsatz kommt, klärt der vorliegende Text. Außerdem finden Sie hier Spezialisten für die Behandlung eines Handgelenkbruchs.

ICD-Codes für diese Krankheit: S62

Empfohlene Spezialisten für Handgelenksbruch

Handgelenksbruch Fälle in Deutschland

27.081 Fälle im Jahr 2019
27.406 Fälle im Jahr 2021 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

Definition: Was ist ein Handgelenksbruch?

Bei einem Handgelenksbruch handelt es sich um einen Durch- oder Anbruch derjenigen Strukturen, die zum Handgelenk zählen. Das Handgelenk wiederum setzt sich zusammen aus

  • den Enden der beiden langen Unterarmknochen Speiche und Elle sowie
  • acht kleinen Knochen, die sich zwischen den Knochen des Unterarms und denen der Hand befinden.

Diese kleinen Knochen bezeichnet man als Karpalknochen. Neben Durchbrüchen dieser Strukturen werden auch kleinere Beschädigungen, die die Gesamtintegrität der Knochen gefährden, zu den Handgelenksfrakturen gezählt. Das trifft insbesondere auf sog. Haarbrüche zu.

Mediziner unterschieden zudem offene und geschlossene Brüche. Die offenen Brüche zeichnen sich dadurch aus, dass der verletzte Knochen die Haut durchstößt. Bei einem Bruch des Gelenks der Hand ist in den meisten Fällen die Speiche betroffen. Die sog. distale Radiusfraktur, ein Bruch der Speiche, der mehr als drei Zentimeter vom eigentlichen Handgelenk entfernt ist, stellt dabei bei Erwachsenen unter allen Knochenbrüchen den häufigsten dar. Deutlich seltener kommt es zu Brüchen der Elle oder der Karpalknochen. Offene Brüche am Handgelenk sind ebenfalls selten.

Darüber hinaus unterscheiden Mediziner zwischen Colles- und Smith-Frakturen. Die Unterscheidung betrifft die Bruchentstehung und die Verschiebung des Bruchendes am Handgelenk. Fallen Betroffene auf die ausgestreckte Hand und biegen diese dabei nach hinten, entsteht eine Colles-Fraktur. Das Bruchende verschiebt sich dabei in Richtung Handrücken. Bei der Smith-Fraktur hingegen wird das Handgelenk bei ausgestreckter Hand nach unten gebogen und das Bruchende verschiebt sich in Richtung Handfläche.

Symptome: Welche Symptome treten bei einem Handgelenksbruch auf?

Eine Fraktur des Handgelenks ist kaum zu übersehen. In aller Regel kommt es zu starken Schmerzen sowie zu merklichen Schwellungen im betroffenen Bereich. Darüber hinaus sind häufig Bewegungseinschränkungen und Druckempfindlichkeit zu beobachten. In einigen Fällen tritt außerdem ein Taubheitsgefühl in der Spitze des Zeigefingers auf. Dies ist auf eine bruchbedingte Schädigung des Medianusnervs zurückzuführen.

Ursachen und Risikofaktoren: Wie entsteht ein Handgelenksbruch?

In den meisten Fällen ist eine Handgelenksfraktur Folge einer Gewalteinwirkung auf das Handgelenk. Sie tritt vor allem als Sportverletzung sowie nach Unfällen auf. Auch Stürze führen häufig zu Brüchen des Handgelenks, da die meisten Menschen dazu neigen, den Sturz mit ausgestreckter Hand aufzufangen. Hierbei kommt es zu hohen Belastungen des Handgelenks.

Im höheren Alter können darüber hinaus auch bereits leichte Krafteinwirkungen zu einer Fraktur des Handgelenks führen, da die Stabilität der Knochen abnimmt. Das ist insbesondere bei Vorliegen von Osteoporose der Fall. Sportliche Betätigung mit hoher Handgelenksbelastung sowie erhöhtem Sturzrisiko gilt damit ebenso als Risikofaktor wie hohes Alter und Osteoporose. Reine Ermüdungsbrüche, die durch Überlastung des Gelenks ohne besondere Gewalteinwirkung entstehen, sind selten.

Untersuchung und Diagnose: Wie wird ein Handgelenksbruch diagnostiziert?

Um einen Bruch des Handgelenks zweifelsfrei von anderen Verletzungen unterscheiden zu können, ist eine Röntgenuntersuchung nötig. Im Rahmen dieser Untersuchung ist es den Ärzten möglich, einen genauen Blick auf das Handgelenk zu werfen. Brüche sind hier eindeutig erkennbar. Ohne Einsatz bildgebender Verfahren sind geschlossene Brüche hingegen nicht zweifelsfrei erkennbar, zumal Verstauchungen und Prellungen zu ähnlichen Beschwerden wie Frakturen führen und aus ähnlichen Situationen resultieren.

Bei bestimmten Brüchen, sog. Kahnbeinbrüchen, die den verletzlichsten der Karpalknochen betreffen, reicht eine direkt nach der Verletzung durchgeführte Röntgenaufnahme manchmal nicht aus, um die Fraktur festzustellen. Hier ist eine weitere Bildgebung nach einigen Tagen indiziert. Hin und wieder werden bei Unklarheiten auch andere bildgebende Verfahren wie MRT oder CT eingesetzt.

Therapie: Wie wird ein Handgelenksbruch behandelt?

Die Therapie der Handgelenksfraktur ist vom jeweiligen Erscheinungsbild des Bruchs abhängig: Das Maß der Knochenverschiebung und der Gesamtzustand der betroffenen Knochen entscheiden darüber, ob eine konservative Behandlung möglich ist. In der Regel ist das der Fall und das Handgelenk wird per Gips ruhiggestellt, um die Knochen an der Bruchstelle zusammenwachsen zu lassen. Bei der Kahnbeinfraktur wird hingegen nicht mit einem Gips, sondern mit einer Daumen-Spica-Schiene gearbeitet, um das Handgelenk ruhigzustellen.

In einigen Fällen ist es nötig, die verschobenen Knochen zuvor wieder korrekt auszurichten und in die vorherige Stellung zu bringen. Diese Ausrichtung geschieht entweder mit oder ohne operative Behandlung. Im Falle der sog. geschlossenen Reposition (Ausrichtung ohne chirurgischen Eingriff) verabreichen Mediziner den Betroffenen meist ein starkes Schmerzmittel. Auch die Gabe von Beruhigungsmitteln ist üblich. Eine Operation wird nur nötig, wenn die Reposition ohne direkte Sicht nicht möglich ist – das ist etwa bei Trümmerbrüchen oder offenen Brüchen der Fall.

Verlauf und Prognose: Wie verläuft die Heilung?

In den meisten Fällen heilt die Fraktur komplikationslos aus. In der Zeit nach Ablegen des Gipses oder der Schiene ist jedoch meist ein Instabilitätsgefühl zu beobachten, das als Folge der Nicht-Nutzung der betroffenen Strukturen und des dadurch bedingten Muskelabbaus einzuordnen ist. Dieses verschwindet mit der Zeit wieder. Mögliche Komplikationen bestehen vor allem in anhaltenden Schmerzen und dauerhaften Bewegungsbeeinträchtigungen.

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