Cubitalarthrose (Ellenbogenarthrose)

01.02.2021
Dr. rer. nat. Marcus Mau
Autor des Fachartikels

Durch Überbeanspruchung oder auch nach Verletzungen (Traumata) kann es in Gelenken zu Schäden am Gelenkknorpel kommen. Im Bereich des Ellenbogengelenks sprechen Experten dann vom Ellenbogengelenkverschleiß oder der Ellenbogenarthrose (Cubitalarthrose). Da das Ellenbogengelenk jedoch anders als beispielsweise Knie- oder Hüftgelenk nur wenig Druckbelastungen ausgesetzt ist, ist die Cubitalarthrose eine eher seltene Erkrankung – weniger als 2% der Bevölkerung leiden an dieser Form des Gelenkverschleißes. Da zerstörter Knorpel nicht regeneriert werden kann, bleibt am Ende neben einer Physiotherapie meist nur die Operation als Behandlungsoption.

ICD-Codes für diese Krankheit: M19.02, M19.12, M19.22, M19.82, M19.92

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Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

Eine Gelenksarthrose kann im Verlauf eines Lebens in der Regel jedes Gelenk des Körpers betreffen, obgleich eine Ellenbogengelenkarthrose deutlich seltener vorkommt als beispielsweise die Kniegelenkarthrose. Der Verschleiß der Gelenkknorpelflächen schreitet dabei in der Regel schleichend voran und gerade anfangs machen sich die Gelenkveränderungen deshalb auch nicht weiter bemerkbar. Doch wie kommt es überhaupt zu diesen degenerativen Prozessen im Gelenkknorpel des Ellenbogens?

Ursachen der Cubitalarthrose

Keinesfalls handelt es sich, wie viele meinen, bei einer Gelenkarthrose um eine reine Alterserkrankung. Die Cubitalarthrose betrifft vielmehr Menschen im mittleren Lebensalter, welche die Arme sehr häufig berufsbedingt stark beanspruchen müssen. Dazu zählen z. B. Bauarbeiter oder auch Profisportler, wie Handball-Spieler, Tennis-Spieler oder Golfer. Solche einseitigen Beanspruchungen des Ellenbogengelenks fördern dessen Verschleiß. Davon abgeleitet, hat die Erkrankung am Ende auch ihren umgangssprachlichen Namen erhalten: „Tennisellenbogen“.

Daneben können aber auch Unfälle Ursache für eine Cubitalarthrose sein. Armbrüche und Ausrenkungen (Luxationen) im Gelenk fördern kleinste Knorpelschäden und verändern in der Folge den Abrieb an den Gelenkflächen und können den Knorpel zerstören.

Eine dritte Ursache für die Ellenbogenarthrose sind Entzündungen und Infektionen sowie Krankheiten des sogenannten rheumatischen Formenkreises, welche die Gelenke schädigen.

Welche Symptome treten bei einer Cubitalarthrose auf?

Anfangs kommt es im Frühstadium der Ellenbogengelenkarthrose zu nächtlichen Schmerzen im Ellenbogengelenk sowie zu Schmerzen unter Belastung. Im weiteren Verlauf der Erkrankung treten die Schmerzen ebenso in Ruhe auf. Hinzu kommen dann meist Schwellungen und Muskelverspannungen bis hin zu einer allmählichen Versteifung des Ellenbogengelenks. Viele Patienten klagen zudem über Gelenkgeräusche – ein Knacken im Ellenbogen, was in der Fachsprache als Krepitation bezeichnet wird.

Wie wird die Cubitalarthrose diagnostiziert? 

In der Krankheitsgeschichte (Anamnese) wird der Arzt in der Regel bereits erste Anzeichen für eine arthritische Erkrankung erkennen können. In der körperlichen Untersuchung inklusive Bewegungstest für das Ellenbogengelenk wird die Verdachtsdiagnose „Cubitalarthrose“ erhärtet. Schließlich wird der Patient eine Röntgenaufnahme des Ellenbogengelenks erhalten.

Anhand des Röntgenbildes ist es möglich, das Ausmaß der Gelenkschädigung am Ellenbogen zu bestimmen. Hinzu kommt, dass Verengungen des Gelenkspaltes oder auch einzelne Gelenkzapfen entdeckt werden können. Ebenso werden Zysten im Bereich des Gelenks sichtbar.

Therapieoptionen bei Cubitalarthrose

Die Ellenbogenarthrose ist auch mit modernen medizinischen Verfahren heute nicht heilbar. Einmal verlorenes Knorpelgewebe kann derzeit nicht regeneriert oder von selbst ersetzt werden. Daher geht es bei der Behandlung der Cubitalarthrose in erster Linie darum, ein Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen, die damit im Zusammenhang stehenden Schmerzen zu lindern und am Ende die Lebensqualität der betroffenen Patienten zu erhöhen.

Je früher die Ellenbogenarthrose entdeckt wird, desto einfacher lässt sich dies mithilfe konservativer Verfahren erreichen. Hierzu zählen vor allem

  • die Krankengymnastik sowie
  • entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente.

Stellt sich mithilfe der konservativen Therapieverfahren kein ausreichender Erfolg ein, bleibt meist nur der Weg über einen chirurgischen Eingriff – eine Operation. Die Arthroskopie oder auch eine offene Gelenkoperation werden dabei häufig genutzt, um beispielsweise die Gelenkflächen von Unebenheiten oder abgelösten Knorpelresten zu befreien. Die Arthroskopie gehört deshalb zu den gelenkreinigenden Verfahren, die dem Gelenkerhalt dienen. Durch ihren Einsatz, gepaart mit physiotherapeutischen Ansätzen, wird nicht selten der Gelenkersatz deutlich hinausgezögert.

Ist die Reinigung und damit der Gelenkerhalt jedoch nicht möglich, besteht die Option eines kompletten Ellenbogengelenk-Ersatzes. Dabei wird das Ellenbogengelenk gegen ein künstliches Gelenk – eine sogenannte Gelenkprothese – ausgetauscht.

Welche Prognose hat die Ellenbogenarthrose?

Die Cubitalarthrose ist eine zwingend behandlungsbedürftige Gelenkerkrankung. Der Verschleiß ist nicht durch Ernährungsanpassung und Gelenkschonung rückgängig zu machen oder zu heilen. Auch Spontanheilungen kommen nicht vor. Schreitet die Gelenkdegeneration weiter voran, kommt es zu einer ausgeprägten Schmerzsymptomatik und zu Bewegungseinschränkungen im Ellenbogengelenk. Eine konventionelle Therapie reicht in diesem Stadium dann meist nicht mehr aus.

Deshalb ist es für die Krankheitsprognose sehr wichtig, frühzeitig zum Arzt zu gehen. Fachkundige Krankengymnastik kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und das Krankheitsgeschehen verlangsamen, jedoch nicht gänzlich stoppen. Für die Schmerzkontrolle und damit für die Lebensqualität bedeutet dies allerdings einen großen Gewinn.

Im fortgeschrittenen Stadium bleibt meist nur noch die Operation als Therapiemöglichkeit bestehen. Doch auch diese Verfahren führen in der Regel zu einem positiven Krankheitsverlauf mit weniger Schmerzen und mehr Lebensqualität.

Bleibt die Cubitalarthrose indes unerkannt oder gehen Patienten nicht rechtzeitig zu einem Facharzt für arthritische Gelenkerkrankungen, besteht eine schlechtere Prognose. In diesen Fällen tritt aufgrund der Knorpelschäden eine Gelenkversteifung ein, die wiederum mit einer großen Schmerzsymptomatik einhergeht und die Beweglichkeit erheblich einschränkt.

Gibt es vorbeugende Maßnahmen gegen Cubitalarthrose?

Die bisher einzige bekannte Maßnahme, um das Arthroserisiko im Ellenbogen prophylaktisch zu verringern, besteht darin, gelenkschonende Sportarten zu betreiben. Tennis, Golf und Handball gehören nicht dazu und sollten sehr selten und dann nur vorsichtig ausgeübt werden. Schwimmen, Tai Chi und Nordic Walking hingegen gehören zu den gelenkschonenden Sportarten.

Welche Ärzte helfen bei Ellenbogenarthrose?

Neben der Krankengymnastik und Physiotherapie, die betroffenen Patienten z. B. vom Hausarzt verordnet werden können, sollten sie notwendige Operationen in spezialisierten Zentren für Orthopädie, Unfall- und /oder Gelenkchirurgie vornehmen lassen. Die dortigen Fachärzte für Ellenbogengelenkchirurgie führen solche Eingriffe in einer größeren Zahl und routinemäßig durch. Dies verbessert die Prognose nach der Operation deutlich.

Quellen

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