Herzaneurysma - Symptome, Behandlung & Arztsuche

Leading Medicine Guide Redaktion
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Bei einem Aneurysma handelt es sich um eine krankhafte Ausweitung eines Blutgefäßes. Das Aneurysma ist örtlich begrenzt und spindel- oder sackförmig. Es entsteht durch angeborene oder erworbene Schwächen beziehungsweise Veränderungen in der Gefäßwand.

Bei einem Herzaneurysma besteht eine Ausbuchtung der Herzwand. Bei Verdacht auf ein Aneurysma sollten Sie schnell einen Aneurysma-Spezialisten aufsuchen.

ICD-Codes für diese Krankheit: I25.3

Aneurysma-Spezialisten

Herzaneurysma Fälle in Deutschland

333 Fälle im Jahr 2019
0 Fälle im Jahr 2022 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

Definition: Was ist ein Aneurysma?

Der Begriff „Aneurysma“ leitet sich aus dem altgriechischen Wort „aneúrysma“ ab, das wörtlich übersetzt „Erweiterung“ bedeutet. Alle Blutgefäße können von einem Aneurysma betroffen sein.

In den meisten Fällen bildet sich eine solche Gefäßerweiterung aber entlang der Arterien. Arterien sind Blutgefäße, die das mit Sauerstoff angereicherte Blut vom Herzen zu Organen, Muskeln und Geweben transportieren. Ein Aneurysma wird deshalb auch als Arterienerweiterung oder arterielle Aussackung bezeichnet.

An den Venen, also den Blutgefäßen, die das sauerstoffarme Blut zum Herzen hinführen, tritt ein Aneurysma nur selten auf.

Wo treten Aneurysmen auf?

Am häufigsten tritt ein Aneurysma an der Hauptschlagader auf, die auch Aorta genannt wird. Diese Form des Aneurysmas wird auch als Aortenaneurysma bezeichnet.

Ein Aneurysma an der unteren Hauptschlagader im Bauchraum, an der Bauchaorta, ist als Bauchaortenaneurysma bekannt. Dieses ist mit einem Anteil von über 90 Prozent das häufigste Aneurysma.

Aortenaneurysma

Ein Aortenaneurysma an der oberen Hauptschlagader, die im Brustkorb verläuft und demnach Brustaorta genannt wird, bezeichnet man als thorakales Aneurysma. Eine solche Gefäßerweiterung an der oberen Hauptschlagader im Brustkorb kommt wesentlich seltener vor. So macht sie nur etwa 3 Prozent aller Aortenaneurysmen aus.

Neben der oberen und unteren Hauptschlagader können in seltenen Fällen auch andere Gefäße von einer krankhaften Gefäßerweiterung betroffen sein:

  • Hirngefäße (intrakranielles bzw. zerebrales Aneurysma)
  • herznahe Gefäße
  • Arterien der Arme, Beine und der inneren Organe

Ein Herzaneurysma oder Herzwandaneurysma kann in der linken Herzkammer nach einem Herzinfarkt entstehen.

Formen von Aneurysmen

Je nach Art der Gefäßerweiterung unterscheiden wir drei verschiedene Formen von Aneurysma:

  • "echtes" Aneurysma (Aneurysma verum)
  • gespaltenes Aneurysma (Aneurysma dissecans)
  • "falsches" Aneurysma (Aneurysma spurium bzw. falsum)

Das Aneurysma verum ist das Aneurysma im eigentlichen Sinne. Alle drei Schichten der Blutgefäßwand sind durchgängig erhalten. Sie stülpen sich sackartig nach außen und bilden eine sackförmige Gefäßerweiterung.

Beim Aneurysma dissecans ist eine Schicht der Blutgefäßwand gerissen. Daraufhin läuft Blut zwischen die verschiedenen Gefäßwandschichten und bildet dort einen erweiterten Hohlraum.

Das Aneurysma spurium bzw. falsum wird auch als falsches Aneurysma bezeichnet. Es ist keine arterielle Aussackung im eigentlichen Sinn. Es entsteht, wenn sich nach einer Gefäßwandverletzung ein Bluterguss (Hämatom) um das Blutgefäß herum bildet. Dieser wird nach einiger Zeit von einer Bindegewebskapsel überzogen.

Ursachen und Risikofaktoren für ein Aneurysma

Aneurysmen entstehen in der Regel an Stellen, an denen die Gefäßwand geschwächt ist. Diese Schwächen können sowohl angeboren als auch erworben sein.

Angeborene Risikofaktoren:

  • Bindegewebsstörungen (z.B. Marfan-Syndrom oder Ehlers-Danlos-Syndrom)
  • Fehlbildungen der Blutgefäße

Erworbene Schwächen und Veränderungen der Gefäßwand können durch Gefäßverletzungen entstehen, die zum Beispiel durch eine Herzkatheteruntersuchung verursacht wurden.

Einige Risikofaktoren begünstigen die Bildung eines Aneurysmas. Hierzu gehören insbesondere

Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle bei der Bildung von Aneurysmen. So konnte beobachtet werden, dass Aneurysmen innerhalb einer Familie gehäuft auftreten. Wurde bei einem Verwandten ersten Grades ein Aneurysma entdeckt, ist das Risiko, selbst ein Aneurysma zu bekommen, etwas erhöht.

Darüber hinaus haben Männer ein höheres Risiko als Frauen sowie ältere Menschen ein höheres Risiko als Jüngere.

Symptome eines Aneurysmas

Ein Aneurysma verursacht oftmals lange Zeit keinerlei Symptome. Beschwerden treten oft erst auf, wenn der Durchmesser der Gefäßerweiterung so groß ist, dass Druck auf die umliegenden Strukturen entsteht. Welche Symptome ein Aneurysma dann genau hervorruft, hängt von seiner Lage ab.

So treten bei einem Bauchaortenaneurysma beispielsweise meist Beschwerden wie

  • Bauchschmerzen im Unterbauch,
  • Rückenschmerzen, die in die Beine ausstrahlen können und
  • ein erhöhter Harndrang

auf.

Bauchschmerzen
Bauchschmerzen im Unterbauch können ein Anzeichen für ein Bauchaortenaneurysma sein

Reißt ein Bauchaortenaneurysma kann es im schlimmsten Fall zu einer lebensgefährlichen inneren Blutung kommen. Diese äußert sich durch plötzliche, sehr starke, stechende und anhaltende Schmerzen in den Flanken.

Ein thorakales Aortenaneurysma, sprich ein Aneurysma an der Hauptschlagader im Brustbereich, zeigt sich durch Symptome wie

  • Brustschmerzen
  • Husten
  • Heiserkeit
  • Schluckbeschwerden
  • Atemnot
  • krankhafte Atemgeräusche
  • Durchblutungsstörungen in den Armen oder im Gehirn 
Reißt ein thorakales Aortenaneurysma, treten meist starke Brustschmerzen auf, die den Symptomen eines Herzinfarktes ähneln.

Bei Blutungen aus einem Aneurysma der Gehirnarterien, sprich einem intrakraniellen bzw. zerebralen Aneurysma, können Symptome wie

  • plötzliche, starke Kopfschmerzen,
  • Gesichtsschmerzen,
  • Übelkeit und
  • Bewusstlosigkeit

auftreten.

Herzwandaneurysmen und Aneurysmen der herznahen Aorta können

  • Herzrhythmusstörungen,
  • Blutungen in den Herzbeutel und
  • eine lebensbedrohliche Herzschwäche
auslösen.

Diagnose eines Aneurysmas

Ein Aneurysma wird in der Regel im Rahmen einer körperlichen Untersuchung, bei der der behandelnde Arzt die Bauch- oder Beckenarterien abtastet, sowie mithilfe weiterer bildgebender Untersuchungen diagnostiziert. Zu den bildgebenden Untersuchungen, die sich zur Diagnose eines Aneurysmas eignen, gehören:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Angiographie.

Behandlung eines Aneurysmas

Ob ein Aneurysma behandelt werden muss und wie die Therapie genau aussieht, hängt unter anderem von der Lage und Größe der Gefäßerweiterung sowie der Zunahme des Querdurchmessers des Aneurysmas ab. Grundsätzlich stehen dabei sowohl konservative als auch operative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Die konservative Behandlung kommt hauptsächlich bei kleineren Aneurysmen, die keine Beschwerden verursachen, zum Einsatz. Sie zielt auf die Therapie und Vermeidung der zugrundeliegenden Ursachen und Risikofaktoren ab. Zu diesen Risikofaktoren gehören:

  • Bluthochdruck
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Nikotinkonsum
  • ungesunde Ernährung
  • mangelnde Bewegung
Dadurch soll verhindert werden, dass das Aneurysma sich vergrößert oder einreißt.

Je größer ein Aneurysma ist, umso größer ist das Risiko, dass es reißt. In diesen Fällen empfehlen Ärzte in der Regel eine Operation zur Entfernung des Aneurysmas. Hierbei stehen verschiedene Operationsmethoden zur Auswahl, darunter der Einsatz einer sogenannten Gefäßprothese oder eines Stents in dem betroffenen Blutgefäß. Bei einem Aneurysma der Hirnarterien kommen mit dem sogenannten Clipping oder Coiling grundsätzlich zwei Operationsverfahren in Frage.

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