Nagelpilz

03.03.2014
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion
Beim Nagelpilz – auch Onychomykose oder Tinea unguium genannt – handelt es sich um eine häufig vorkommende Pilzinfektion der Finger- oder Fußnägel, die sich durch Verformungen und Verfärbungen an den Finger- oder Fußnägeln äußert. Verursacht wird Nagelpilz durch sogenannte Dermatophyten, seltener auch durch Hefepilze oder Schimmelpilze. Dies sind Pilzerreger, die durch eine Schmier- oder Kontaktinfektion übertragen werden. Zur Behandlung von Nagelpilz stehen verschiedene Therapieverfahren zur Verfügung, darunter die Therapie mit sogenannten Antimykotika, die die ursächlichen Pilze abtöten bzw. ihr Wachstum hemmen, die Behandlung mit Hausmitteln wie Essig und Teebaumöl und die Lasertherapie.
ICD-Codes für diese Krankheit: B35.1

Artikelübersicht

Definition: Was ist Nagelpilz?

Nagelpilz, auch als Onychomykose oder Tinea unguium bezeichnet, ist eine übertragbare Infektion, ausgelöst durch verschiedenartige Dermatophyten, welche sich vom Kreatin, einem Bestandteil des Nagels, ernähren. In seltenen Fällen kann er auch durch Hefepilze, Schimmelpilze oder eine Kombination mehrerer Pilzarten verursacht werden. Die Pilzerkrankung kann verschiede Bereiche des Nagels betreffen und äußert sich im Verformen und Verfärben der Finger- oder Fußnägel. Somit kann diese Pilzerkrankung auch von Laien recht schnell anhand von optischen Symptomen erkannt werden.

Wie häufig tritt Nagelpilz auf?

Die Pilzinfektion der Nägel ist eine in Deutschland und den westlichen Industrieländern weit verbreitete Krankheit, die zu den häufigsten Erkrankungen der Finger- oder Fußnägel gehört. So leiden Schätzungen zufolge etwa 12 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben an einer Nagelpilzerkrankung. Zehennagelpilz tritt dabei in etwa viermal häufiger auf als Fingernagelpilz. Der Auslöser ist oft eine nichtbehandelte Fußpilz-Infektion, welche sich auf die Nägel ausgebreitet hat.

Wer ist von Nagelpilz betroffen?

Das Risiko an einer Pilzinfektion der Nägel zu erkranken steigt mit dem Alter. Am häufigsten betroffen sind Personen ab dem 65. Lebensjahr – von ihnen leidet fast jeder zweite an einer Onychomykose. Der Grund hierfür ist, dass sich die Beschaffenheit der Nägel und des Immunsystems im Laufe des Lebens zunehmend verschlechtert, so dass der Eintritt von Keimen in das Nagelgewebe im Alter erleichtert wird. Darüber hinaus gehören auch Sportler sowie Menschen, die an Diabetes leiden oder Medikamente einnehmen, die die Abwehrkräfte schwächen, zu den Risikogruppen für Nagelpilz.

Wie äußert sich ein Nagelpilz?

Verschiedene Bereiche des Nagels können von Nagelpilz betroffen sein. Hierzu gehören etwa die Nagelwurzel, das Nagelbett oder der Nagel selbst. Zu den typischen Symptomen von Nagelpilz gehören unter anderem weißliche bis gelbliche Verfärbungen des Nagels, eine Verdickung der Nagelplatte, eine Entzündung des Nagelbettes und eine Brüchigkeit der Nägel bis hin zur Absplitterung einzelner Nagelschichten. Je nachdem, wie stark diese Anzeichen ausgeprägt sind, kann ein Nagelpilz dabei in drei Symptomstufen unterteilt werden, und zwar den Nagelpilz der frühen, der durchschnittlichen und der schweren Stufe.

Die Ursachen für Nagelpilz

Zum einen sind für die Entstehung einer Nagelpilz-Infektion die verschiedenen Erreger der drei Hauptgruppen krankheitsauslösender Pilze selbst ursächlich. Damit sich die Pilzerreger nach der Ansteckung auch im menschlichen Organismus vermehren und so die Entstehung einer Onychomykose begünstigen können, müssen zum anderen auch prädisponierende Faktoren bzw. Risikofaktoren gegeben sein. Hierzu gehören insbesondere ein fortgeschrittenes Alter des Infizierten, ein geschwächtes Immunsystem, etwa durch Grunderkrankungen wie Diabetes oder die Einnahme bestimmter Medikamente, sowie ein feucht-warmes Klima, in dem sich die Pilze gut vermehren können. 

Welche Erreger sind für Nagelpilz verantwortlich?

Nagelpilz wird von parasitären Pilzerregern ausgelöst, die sich im Nagelbett oder unter dem Nagel ausbreiten und sich von Keratin ernähren. Grundsätzlich gibt es dabei, wie im sogenannten DHS-System nach Rieth definiert, drei Arten bzw. Hauptgruppen von krankheitsauslösenden Pilzerregern, die einen Nagel befallen und dort eine Pilzinfektion verursachen können: Dermatophyten, Hefepilze oder Schimmelpilze. In den meisten Fällen sind jedoch Dermatophyten, darunter Dermatophyten der Gattung Trichophyton rubrum oder Epidermophyton floccosum, für eine Nagelpilz-Infektion verantwortlich, während Hefepilze wie etwa Candida albicans sowie Schimmelpilze eher selten einen Nagelpilz verursachen.

Dermatophyten

Dermatophyten werden auch als Fadenpilze bezeichnet. Sie befallen fast ausschließlich verhornte Körperstellen wie die Haut und ihre Anhangsgebilde und ernähren sich von Keratin, sprich der Hornsubstanz in Haut, Haaren und Nägeln. In 90 Prozent aller Fälle wird Nagelpilz durch Dermatophyten der Gattung Trichophyton rubrum (Fadenpilze) ausgelöst. Weitere mögliche, aber seltener vorkommende ursächliche Pilzerreger sind Dermatophyten der Gattungen Epidormophyton floccosum oder Trichophyton mentagrophytes.

Die Pilzinfektion mit Trichophyton rubrum tritt vorwiegend an den Fußnägeln auf. Fingernägel sind eher selten von dieser Pilzgattung befallen. Üblicherweise breitet sich der Nagelpilz von Nagelrand in die Nagelhaut aus. Das Keratin wird dabei langsam aufgelöst und es bilden sich kleine Hohlräume, welche als weiße Flecken oder Streifen in Erscheinung treten. Im fortschreitenden Verlauf der Erkrankung wird der Nagel immer dicker und blättert teilweise oder vollständig ab.

In etwa 3 bis 5 Prozent der Fälle sind Dermatophyten der Gattung Epidermophyton floccosum für den Nagelpilz ursächlich. Diese Dermatophyten befallen vorrangig die Haut und infizieren im Anschluss die Nägel. Die Pilzinfektion beginnt auf der Nagelhaut und wandert in Richtung Nagelspitze.

Hefepilze

Hefepilze vermehren sich durch Sprossung oder Spaltung und werden daher auch Sprosspilze genannt. Eine Nagelpilz-Infektion durch Hefepilze ist meist auf Hefepilze des Candida-Stammes zurückzuführen. Diese Form tritt insbesondere bei einem Pilzbefall an den Fingernägeln auf. Anzeichen hierfür sind eine Verdickung und Verfärbung der Nägel.

Schimmelpilze

Diese Pilze kommen in seltenen Fällen als Verursacher einer oberflächlichen Mykose wie Nagelpilz in Frage. In den meisten Fällen verursachen sie allerdings systemische Mykosen im Inneren des Körpers. Zu den Schimmelpilzen, die für eine Nagelpilz-Infektion verantwortlich sein können, gehören unter anderem Scopulariopsis brevicaulis und Aspergillus-spp.

Wie wird ein Nagelpilz übertragen?

Die Übertragung eines Nagelpilzes erfolgt durch eine sogenannte Schmier- oder Kontaktinfektion von Mensch zu Mensch. Mit der direkten und der indirekten Schmierinfektion können hierbei grundsätzlich zwei verschiedene Übertragungswege unterschieden werden. Die direkte Schmierinfektion erfolgt über den direkten Hautkontakt mit einer infizierten Person, während die ursächlichen Nagelpilz-Erreger bei der indirekten Schmierinfektion über den Hautkontakt mit kontaminierten Gegenständen wie Schuhen oder kontaminierten Oberflächen wie Fuß- und Teppichböden übertragen werden.

Eine direkte Schmierinfektion durch den direkten Kontakt zu einer infizierten Person ist also nicht unbedingt notwendig. Auch durch gemeinsam benutzte Gegenstände, wie beispielsweise Handtücher, kann der Nagelpilz bei einer indirekten Schmierinfektion durch mikroskopisch kleine Keime in die Hautschuppen übertragen werden. Die Pilzsporen nisten sich dann in den Nagel, das Nagelbett oder die Nagelwurzel ein und breiten sich von dort aus.

Nagelpilzsporen bevorzugen ein warmes und feuchtes Klima und vermehren sich daher an warmen und feuchten Orten besonders schnell. Besonders in öffentlichen Nasseinrichtungen wie Schwimmbädern und Saunen, in denen viele Menschen barfuß laufen, ist das Ansteckungsrisiko daher sehr hoch. Außerdem sind aktive Sportler wie beispielsweise Läufer, Tennisspieler und Fußballer besonders gefährdet, sich mit Nagelpilz anzustecken.

Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung von Nagelpilz?

Keime, die Nagelpilz auslösen können, begegnen Menschen überall. Die Übertragung der ursächlichen Pilzerreger alleine verursacht aber noch keinen Nagelpilz. Ob es nach einer direkten oder indirekten Schmierinfektion tatsächlich zur Entstehung eines Nagelpilz kommt, hängt vielmehr vom Vorhandensein von bestimmten begünstigenden Risikofaktoren ab. Hierzu gehören insbesondere ein geschwächtes Immunsystem, höheres Lebensalter, Diabetes, die Einnahme von Medikamenten und häufiger Sport.

Nagelpilz und ein geschwächtes Immunsystem

Die körpereigene Immunabwehr verhindert normalerweise ohne Probleme, dass sich die Nagelpilz-Erreger vermehren. Erst wenn das Immunsystem geschwächt ist und die Vermehrung der Pilze nicht bekämpfen kann, kommt es zur Entstehung eines Nagelpilz. Immungeschwächte Menschen sind daher besonders anfällig für Nagelpilz. Zu ihnen gehören insbesondere ältere Menschen, Menschen mit Grunderkrankungen wie Diabetes oder HIV und Menschen, die eine Operation, Transplantation oder Chemotherapie hinter sich haben oder immunsupprimierende Medikamente einnehmen.

Nagelpilz und Alter

Mit fortschreitendem Alter erhöht sich das Risiko, an Nagelpilz zu erkranken. Hier wirken mehrere Faktoren zusammen. Zum einen wird das Immunsystem im Laufe der Zeit immer schwächer. Zum anderen leiden viele Menschen ab einem bestimmten Alter an Arteriosklerose. Die schwache Durchblutung führt zu trockener und rissiger Haut. Aufgrund dieser beiden Faktoren können Keime und Bakterien leichter in den Organismus eintreten. Die Infektionsgefahr ist drastisch erhöht.

Nagelpilz und Diabetes

Diabetiker leiden an einem schwachen Immunsystem, einer schwachen Durchblutung und neigen zu Sensibilitätsstörungen. Diese Faktoren begünstigen die Entstehung von Nagelpilz. Verletzungen, welche Erregern als Eintrittspforte in die Haut dienen, werden meist zu spät wahrgenommen. Der Nagelpilz kann sich deshalb bei Menschen mit Diabetes ungehindert ausbreiten.

Nagelpilz und Medikamente

Auch eine starke medikamentöse Behandlung, wie beispielsweise eine Chemotherapie, führt zu einer Schwächung der eigenen Abwehrkräfte und kann die Entstehung von Nagelpilz fördern.

Nagelpilz und Sport

Für Sportler besteht ein erhöhtes Risiko, an Nagelpilz zu erkranken. Zum einen haben Sportler oft direkten Kontakt zu Personen, welche möglicherweise an Nagelpilz erkrankt sind. In gemeinsamen Duschen und Umkleiden kann es aufgrund des feuchten und warmen Klimas vermehrt zu Pilzinfektionen kommen. Zum anderen sorgt das Tragen von Sportschuhen darüber hinaus für pilzfreundliche Bedingungen. Beim Sport entsteht eine erhöhte Schweißabsonderung der Füße, welche die Haut aufweicht. In den nicht atmungsaktiven Sportschuhen können sich Pilze leicht vermehren und in die durch Nässe wenig geschützte Haut eindringen.

Welche Symptome treten bei Nagelpilz auf?

Eine Nagelpilz-Infektion kann verschiedene Bereiche des Nagels betreffen. So kann etwa die Nagelwurzel, das Nagelbett oder der Nagel selbst von den Pilzorganismen befallen werden. Meist beginnt der Nagelpilz am vorderen Rand des Nagels und breitet sich von dort über die gesamte Nagelplatte aus.

Die Symptome eines Nagelpilzes sind in der Regel nicht schmerzhaft. Für den Betroffenen ist die Erkrankung an einem Nagelpilz aber oft mit Scham verbunden. Die Nägel verformen sich nämlich unschön, werden brüchig bis hin zur Absplitterung einzelner Nagelschichten und verfärben sich gelblich bis bräunlich.

Zu den typischen Symptomen von Nagelpilz gehören zudem eine Verdickung der Nagelplatte und eine Entzündung des Nagelbettes. Bei einem extremen Pilzbefall geht vom infizierten Nagel auch ein unangenehmer Geruch aus. Wird der Nagelpilz nicht behandelt, ist das Risiko einer Ausbreitung auf umliegende Zehen- oder Fingernägel sehr hoch.

Welche Formen von Nagelpilz gibt es?

Beim Nagelpilz lassen sich, je nachdem, welche charakteristischen Symptome auftreten und wo sie sich manifestieren, verschiedene Erscheinungsformen unterscheiden, und zwar:

  1. Distolaterale subunguale Onychomykose
  2. Proximale subunguale Onychomykose
  3. Leukonychia trichophytica
  4. Dystrophische Onychomykose
  5. Onychia et Paronychia candidosa

Distolaterale subunguale Onychomykose

Die sogenannte distolaterale subunguale Onychomykose, die am vorderen Rand des Nagels beginnt, stellt die bei weitem häufigste Form von Nagelpilz dar. In 90 Prozent aller Nagelpilz-Infektionen handelt es sich um diese Form der Onychomykose. Sie tritt meist an den Fußnägeln und nur selten an den Fingernägeln auf. Die Nagelpilz-Erreger dringen bei dieser Form über das sogenannte Hyponychium, d.h. die Keimschicht der Haut unter der Nagelplatte, ein und breiten sich von dort langsam in Richtung der Nagelwurzel (Nagelmatrix) aus. Die Nagelplatte wird dabei langsam angehoben und verfärbt sich gelblich.

Proximale subunguale Onychomykose

Bei dieser selteneren Form von Nagelpilz, die etwa 3 bis 5 Prozent aller Nagelpilz-Infektionen ausmacht, erfolgt die Infektion über die Haut des sogenannten Nagelwalls, d.h. dort, wo der Nagel herauswächst. Die Nagelpilz-Erreger dringen von der Nagelwurzel (Nagelmatrix) in die Nagelplatte ein und breiten sich von dort langsam in Richtung der Nagelspitze aus.

Leukonychia trichophytica

Diese Form von Nagelpilz wird auch als weißliche superfizielle Onychomykose bezeichnet und ist meist die Folge einer Infektion mit Trichophyton interdigitale. Die Nagelpilz-Erreger breiten sich dabei nur in den oberen Schichten des Nagelkeratins aus, was zu einer weißlichen Verfärbung des betroffenen Nagels führt.

Dystrophische Onychomykose

Ein Nagelpilz, der eine völlige Zerstörung des Nagels zur Folge hat, wird als dystrophische Onychomykose bezeichnet. Bei dieser Nagelpilz-Form werden der Aufbau und die Funktion des Nagels erheblich geschädigt und stark verändert. Eine dystrophische Onychomykose kann der Endzustand einer lang bestehenden Nagelpilz-Infektion sein. Sie entwickelt sich aber auch als Folge einer chronischen mukokutanen Candidose – einer Erkrankung, die mit einem angeborenen Immundefekt verbunden ist.

Onychia et Paronychia candidosa

Diese auch als Hefepilz-Onychomykose bezeichnete Form von Nagelpilz wird fast immer durch Hefepilze des Candida-Stammes – meist durch Candida albicans – hervorgerufen. Typische Symptome sind eine chronische Entzündung des Nagelwalls, eine unregelmäßige Struktur der Nagelplatte sowie grün-bräunliche Verfärbungen des Nagels.

In welche Stufen kann eine Nagelpilz-Infektion unterteilt werden?

Eine Nagelpilz-Infektion kann in drei Symptomstufen eingeteilt werden:

  1. Nagelpilz der frühen Stufe: In der ersten Phase der Infektion bemerken die Betroffenen kaum Symptome. Die Nägel weisen erste gelbe Flecken oder weiße Streifen auf. Die farblichen Veränderungen des Nagels werden häufig irrtümlicherweise als Kalziummangel interpretiert.
  2. Nagelpilz der durchschnittlichen Stufe: Die von Nagelpilz befallenen Zehen- oder Fußnägel werden gelb, immer dicker und verformter. Der Nagel beginnt sich vom Nagelbett zu trennen.
  3. Nagelpilz der schwierigen Stufe: In dieser Stufe kann sich der Nagel nun vollständig vom Nagelbett trennen. Ungehindert können somit Bakterien in die ungeschützte Haut eintreten. In vielen Fällen leiden Betroffene in dieser Phase an einer zusätzlichen Nagelbettentzündung. Der Nagel weist eine starke Krümmung auf und ist durch einen unangenehmen Geruch gekennzeichnet.

Wann sollte bei Nagelpilz ein Arzt aufgesucht werden?

Ein Nagelpilz heilt von alleine nicht ab und sollte daher in jedem Fall behandelt werden. Es gibt klare Anzeichen, um einen Nagelpilz eindeutig zu identifizieren. Treten die unten genannte Symptome auf, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.

  • Brüchigkeit von Nägeln und die Absplitterung einzelner Nagelschichten
  • weißliche bis gelbliche Verfärbungen des Nagels
  • Verdickung der Nagelplatte
  • Entzündung des Nagelbettes

Mögliche Komplikationen bei Nagelpilz

Eine Nagelpilz-Infektion ist zwar nicht lebensbedrohlich, sollte aber dennoch nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Bleibt ein Nagelpilz über einen längeren Zeitraum unbehandelt oder wird er nicht konsequent genug behandelt, kann sich die Infektion weiter auf andere Nägel bzw. erneut ausbreiten und anderen Erkrankungen den Weg ebnen. Durch die winzigen Verletzungen und Schädigungen an den Nägeln können nämlich Bakterien oder Viren leichter eindringen und ernsthafte Entzündungen hervorrufen. Darüber hinaus kann es bei einem unbehandelten Nagelpilz zu einem Ausfallen des Nagels (Onycholysis) und einer Zerstörung des Nagelbettes kommen.

Wie wird ein Nagelpilz diagnostiziert?

Für den medizinischen Laien ist ein Nagelpilz relativ einfach zu erkennen. Zeigen sich auf den Nägeln farbliche Veränderungen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Grundsätzlich ist Nagelpilz ungefährlich, wenn er zeitnah behandelt wird. Das Ansteckungsrisiko ist allerdings relativ hoch.

Der Mediziner kann eine Nagelpilz-Infektion in der Regel im Rahmen einer klinischen Inspektion der betroffenen Nägel mit einem Blick erkennen. Zur zweifelsfreien Diagnostik und Bestimmung der vorherrschenden Pilzart entnimmt der Arzt vom befallenen Nagel einige Hornteile, welche mikroskopisch untersucht werden (Nativpräparat). Durch diese Untersuchung kann der Nagelpilz sofort eindeutig identifiziert und nachgewiesen werden. Die genaue Pilzgattung wird anhand einer Anzüchtung der Zellkultur (Pilzkultur) erst nach etwa drei Wochen bestimmt. Die Behandlung wird auf die Schwere der Nagelpilz-Erkrankung und die Pilzgattung abgestimmt.

Klinische Inspektion

Durch eine umfassende klinische Inspektion der betroffenen Nägel und der umliegende Bereiche kann der behandelnde Arzt – in der Regel der Hausarzt oder ein Facharzt für Hautkrankheiten – die Verdachtsdiagnose Nagelpilz recht einfach stellen. Beim bloßen Anschauen der infizierten Nägel erkennt der behandelnde Arzt meist auf einen Blick die charakteristischen Symptome, die ein Nagelpilz verursacht. Hierzu gehören insbesondere weißliche bis gelbliche Verfärbungen der Nägel, eine Verdickung der Nagelplatte, Entzündungen des Nagelbettes und die Brüchigkeit der befallenen Nägel.

Nachweis des Nagelpilz-Erregers im Nativpräparat

Für die eindeutige Diagnose einer Nagelpilz-Infektion reicht die klinische Inspektion durch den behandelnden Arzt nicht aus. Vielmehr ist die mikroskopische Untersuchung eines sogenannten Nativpräparates notwendig, bei der das Vorhandensein der ursächlichen Pilzerreger nachgewiesen wird. Bei dem Nativpräparat handelt es sich im Falle von Nagelpilz um eine Materialprobe, die der behandelnde Arzt aus dem infizierten Nagel entnimmt.

Der Nagel wird vor der Materialentnahme mit 70prozentigem Alkohol gereinigt und soweit wie möglich zurückgeschnitten. Lebende Pilze sind vor allem an der Grenze zwischen der gesunden Nagelplatte und den infizierten Nagelstellen zu finden. Die Nagelprobe lässt sich am besten mit einer Fräse gewinnen, da auf diese Weise sehr viele kleine Nagelpartikel entnommen werden können. Eine möglicherweise bereits begonnene Lokalbehandlung mit Antimykotika sollte 2 bis 4 Wochen vor der Materialgewinnung ausgesetzt worden sein, da es sonst zu falsch negativen Befunden kommen kann.

Die so gewonnene Nagelprobe trägt der Arzt anschießend auf einen Objektträger auf, um sie mit 10- bis 40-facher Vergrößerung unter dem Mikroskop zu untersuchen. Sind bei dieser mikroskopischen Untersuchung Pilzgeflechte oder Pilzsporen sichtbar, ist die Diagnose Nagelpilz gesichert. Um welchen Pilzerreger genau es sich handelt, lässt sich allerdings unter dem Mikroskop meist nicht bestimmen. Aus diesem Grund wird im nächsten Schritt zur genauen Bestimmung des ursächlichen Nagelpilz-Erregers oft eine sogenannte Pilzkultur angelegt.

Bestimmung des Nagelpilz-Erregers mit einer Pilzkultur

Durch die mikroskopische Untersuchung der Nagelprobe kann zwar der Nagelpilz nachgewiesen werden. Eine Bestimmung der genauen Pilzart, die für die Nagelpilz-Infektion verantwortlich ist, ist so jedoch nicht möglich. Um die weitere Behandlung des Nagelpilzes mit einem passenden Medikament zu planen, ist es aber oftmals wichtig zu wissen, ob Dermatophyten oder Hefepilze die Infektion verursacht haben.

Für die Bestimmung des genauen Nagelpilz-Erregers muss daher mit dem zuvor gewonnenen Probematerial eine sogenannte Pilzkultur angelegt werden. Hierbei wird der Nagelpilz-Erreger im Labor auf einem geeigneten Nährboden bei Raumtemperatur etwa drei bis vier Wochen lang angezüchtet und makroskopisch auf das Pilzwachstum hin kontrolliert. Anhand der in der Pilzkultur gewachsenen Pilzkolonien lässt sich daraufhin bestimmen, welche spezifische Pilzart für den Nagelpilz verantwortlich ist.

Differenzialdiagnose bei Nagelpilz

Zur eindeutigen Diagnose von Nagelpilz ist auch eine differenzialdiagnostische Abklärung notwendig, bei der andere Erkrankungen als Ursache für die Nagelveränderungen ausgeschlossen werden. Denn die für Nagelpilz typischen Symptome können mitunter auch auf andere Erkrankungen hindeuten, die einer anderen Behandlung bedürfen, als ein Nagelpilz. Hierzu gehören beispielsweise Erkrankungen wie die Nagelpsoriasis, Ekzemnägel, die Knötchenflechte des Nagels (Lichen ruber) sowie angeborene oder erworbene chronische Nageldystrophien.

Wie wird ein Nagelpilz behandelt?

Ein Nagelpilz kann vollständig ausheilen, die Behandlung ist jedoch ein sehr langwieriger Prozess. In vielen Fällen dauert sie mehrere Monate. Fingernagelpilz ist schneller ausgeheilt als Fußnagelpilz. Ausschlaggebend für die adäquate Behandlung des Nagelpilzes ist dabei die eindeutige Identifizierung der Pilzgattung und der Schweregrad des Pilzbefalls.

Zur Behandlung von Nagelpilz stehen verschiedene Therapieverfahren zur Verfügung. Das wichtigste Therapieverfahren stellt die medikamentöse Behandlung mit sogenannten Antimykotika dar. Dies sind Antipilzmedikamente, die die ursächlichen Pilzerreger entweder abtöten sollen (fungizide Antimykotika) oder in ihrem Wachstum hemmen sollen (fungistatische Antimykotika).

Antimykotika können entweder in Form von Nagellack lokal auf die betroffenen Nägel aufgetragen werden. Man spricht dann von einer topischen Behandlung von Nagelpilz. Oder sie können als Tabletten eingenommen werden. Diese Art der Therapie wird als systemische Behandlung von Nagelpilz bezeichnet. Ob eine topische oder eine systemische Therapie zum Einsatz kommt, hängt dabei vom Ausmaß der Nagelpilz-Infektion ab.

Neben Antimykotika stehen zur Behandlung von Nagelpilz auch Hausmittel wie Essig und Teebaumöl sowie die Lasertherapie zur Verfügung. Ob die Behandlung langfristig erfolgreich ist, hängt von der regelmäßigen Anwendung der verschiedenen Therapieverfahren und den hygienischen Maßnahmen, um eine Ausbreitung des Nagelpilzes auf andere Nägel zu verhindern, ab.

Topische Behandlung von Nagelpilz mit Antimykotika

Bei einem Nagelpilzbefall von weniger als 50 Prozent kann eine sogenannte topische Therapie mit fungistatischen oder fungiziden Antimykotika eingeleitet werden. Unter einer topischen Therapie wird die lokale Behandlung mit äußerlich angewandten Medikamenten, etwa in Form von Nagellack, verstanden.

Fungistatische Antimykotika hemmen die Ausbreitung der Pilzsporen, während fungizide Präparate die Keime abtöten. Viele Hersteller bieten diese Wirkstoffkombination in Form eines Nagellacks an. Der durchsichtige Nagellack wird täglich abends für mehrere Wochen auf den betroffenen Nagel und die umliegende Haut aufgetragen. Neben den Inhaltsstoffen schützt der Nagellack darüber hinaus die Haut vor Feuchtigkeit. Die Ansteckungsgefahr und Ausbreitung des Keims wird dadurch verringert.

In weit fortgeschrittenen Stadien des Nagelpilzes führt eine Behandlung der Nageloberfläche oft nicht zum gewünschten Erfolg. In diesem Fall wird der Nagel mit Pilzbefall innerhalb von drei Wochen mit einem Keratolytikum aufgeweicht und abgelöst. Ein neuer Nagel kann sich danach bilden.

Systemische Behandlung von Nagelpilz mit Antimykotika

Sind mehr als drei Zehen- oder Fußnägel mit einem Nagelpilz infiziert, wird eine systemische Therapie mit innerlich angewandten Antimykotika empfohlen. Bei einer systemischen Therapie werden die fungistatischen oder fungiziden Antimykotika oral in Form von Tabletten verabreicht, so dass sie sich über den Blutkreislauf im gesamten Organismus verteilen können.

Die Dauer der Behandlung mit innerlich angewandten Antimykotika erstreckt sich je nach Schweregrad und Resistenz des Nagelpilzes über drei bis sechs Monate. In Sonderfällen kann die Therapie in Intervallen länger fortgesetzt werden. In den meisten Fällen wird zusätzlich eine lokale Behandlung des Nagels durchgeführt.

Lasertherapie zur Behandlung von Nagelpilz

Die Lasertherapie ist eine relativ neue Methode, um Nagelpilz effektiv zu behandeln. Der betroffene Nagel wird mittels einem gepulstem Infrarotlaser bestrahlt. Dadurch werden die vorhandenen Pilzsporen inaktiv. Bei diesem, nur wenige Minuten dauernden, schmerzfreien Verfahren wird der Nagel nicht beschädigt. Wird eine Lasertherapie in Betracht gezogen, sollten vorab die Kosten in Erfahrung gebracht werden. Die Lasertherapie wird nicht von den Krankenkassen erstattet.

Behandlung von Nagelpilz mit Hausmitteln

Hausmittel eigenen sich zur Behandlung von Nagelpilz nur, wenn die Infektion noch nicht weit fortgeschritten ist. Wichtig bei der Anwendung ist, dass der Nagel regelmäßig untersucht wird. Breitet sich der Nagelpilz trotz Hausmittel aus, muss in jedem Fall ein Arzt hinzugezogen werden. Nicht alle Extrakte wirken bei allen Betroffene gleichermaßen. Bei der Verwendung von Hausmitteln bei Nagelpilz muss demnach ausprobiert werden, was für den Einzelnen heilsam ist. Die geläufigsten Hausmittel zur Behandlung eines Nagelpilzes sind Essig, Teebaumöl und Bittersalz. Die Behandlung muss so lange fortgesetzt werden, bis der Nagelpilz vollständig ausgeheilt ist. Nebenwirkungen sind keine zu erwarten.

Häufig bei Nagelpilz empfohlene Hausmittel

Wenn Sie als Betroffener sich im Internet auf die Suche nach Nagelpilz-Hausmitteln begeben, dann werden Sie sicher schnell fündig. Es existieren jede Menge Ratgeberseiten, und die Liste der angeblich gegen Nagelpilz wirksamen Hausmittel ist beachtlich. Hier sind einige der gängigsten Empfehlungen:

1. Essig

Die Wirkung von Essig als Nagelpilz-Hausmittel wird damit begründet, dass sich Pilze eher in basischen oder neutralen Milieus wohlfühlen. Essig soll aufgrund des hohen Säuregehalts die Pilze abtöten. Durch eine Behandlung mit Essig kann die Ausbreitung der Pilzsporen verhindert werden. Die Methode ist geeignet, wenn sich der Nagelpilz noch im Anfangsstadium befindet und eine chemische Behandlung für den Betroffenen keine Option darstellt. Der infizierte Nagel wird zweimal täglich mit einem handelsüblichen Obstessig bestrichen. Zusätzlich wird zweimal wöchentlich ein Fußbad, mit jeweils einem 50-prozentigem Anteil an Essig und Wasser, empfohlen. Der Nagel muss im Anschluss gründlich abgetrocknet werden, die Handtücher sollten sofort nach der Benutzung gewaschen werden.

2. Knoblauch

Ein ebenfalls gern empfohlenes Nagelpilz-Hausmittel ist Knoblauch. Er soll roh angewendet werden, und zwar am besten als Kombinationskur: Der Saft wird auf den vom Nagelpilz befallenen Nagel gestrichen. Zusätzlich sollen Betroffene täglich ein bis zwei Zehen verzehren. Auf diese Weise, so heißt es, wird die Pilzinfektion von innen und von außen bekämpft.

3. Teebaum- oder Lavendelöl

Einigen ätherischen Ölen werden neben ihren angenehmen Düften auch pilzabtötende Eigenschaften zugeschrieben, dank derer sie sich bei Nagelpilz als Hausmittel eignen sollen. Besonders häufig werden in diesem Zusammenhang Teebaum- und Lavendelöl genannt. Beide sollen mit einem Tuch oder Wattestäbchen mehrmals täglich auf den erkrankten Nagel aufgetragen werden. Das Öl darf nicht abgewischt werden, sondern muss vollständig in den Nagel einziehen.

4. Backpulver

Auch Backpulver soll eine erstaunliche Wirkung als Hausmittel gegen Nagelpilz besitzen. Vor der Anwendung wird es in einer Schale mit etwas Wasser zu einem Brei angerührt. Mit diesem Brei wird der infizierte Nagel mehrmals am Tag bestrichen.

5. Alkohol

Vermutlich wird hochprozentiger Alkohol wegen seiner desinfizierenden Wirkung auch bei Nagelpilz als Hausmittel genannt. Er soll, ebenso wie bei der Wunddesinfektion, direkt auf die betroffene Stelle aufgetragen werden.

6. Zahnpasta

Es mag befremdlich klingen, aber auch Zahnpasta gehört zu den empfohlenen Nagelpilz-Hausmitteln. Die Wirkung wird hierbei auf das in der Zahnpasta enthaltene Fluor zurückgeführt, das angeblich eine starke antimykotische Wirkung hat.

7. Eigenurin

Vor allem das letzte empfohlene, vermeintlich gegen Nagelpilz wirksame Hausmittel auf dieser Liste dürfte so manchen befremden: Eigenurin – genauer gesagt: der Mittelstrahl desselben – soll ein wahres Wundermittel gegen alle möglichen Erkrankungen sein. Einige Verfechter dieser Methode gehen sogar so weit zu behaupten, dass sich Nagelpilz im Anfangsstadium durch das Auftragen von Eigenurin bekämpfen lässt.

Wirken diese Nagelpilz-Hausmittel tatsächlich?

Auch wenn die Berichte noch so glaubhaft klingen mögen: Eine klinische Wirkung ist bei keinem dieser Nagelpilz-Hausmittel nachgewiesen. Bei genauerem Hinsehen werden Sie auch schnell feststellen, dass die Formulierungen in den Ratgebern oftmals ein Hintertürchen offenlassen. So heißt es beispielsweise, dass ein Arzt aufgesucht werden soll, wenn sich nach x Tagen keine sichtbare Besserung einstellt; oder, dass das Mittel nur im Anfangsstadium hilft.

Wenn Sie sich als Betroffener von Nagelpilz auf Hausmittel einlassen, dann birgt das zwei Risiken für Sie: Zunächst einmal können einige der Rezepturen Ihnen schaden. So ist das Auftragen von hochprozentiger Essig-Essenz, beißendem Knoblauch oder scharfer Zahnpasta sicherlich keine gute Idee, denn das kann die Haut um den erkrankten Nagel herum schmerzhaft reizen. Der zweite Punkt ist: Wenn Sie sich bei Nagelpilz auf Hausmittel verlassen, verlieren Sie Zeit. Unter Umständen verzögern Sie so den Behandlungsbeginn mit wirksamen Medikamenten völlig unnötig um mehrere Tage oder sogar Wochen.

Wie sieht die Prognose bei Nagelpilz aus?

Ohne eine entsprechende Therapie heilt eine Nagelpilz-Infektion grundsätzlich nicht von alleine ab. Vielmehr schreitet sie unbehandelt langsam voran und nimmt einen chronischen Verlauf. Ein Nagelpilz sollte daher in jedem Fall konsequent und adäquat behandelt werden. Wichtig ist dabei, dass die Therapie und die begleitenden Maßnahmen konsequent und lange genug durchgeführt werden. Wird die Therapie zu früh abgebrochen oder nicht richtig durchgeführt, besteht nämlich die Gefahr, dass Pilzerreger zurückbleiben und der Nagelpilz sich erneut ausbreitet.

Wird eine Nagelpilz-Infektion richtig behandelt, hat sie im Allgemeinen eine gute Prognose und heilt in der Regel vollständig aus. Allerdings kann eine Nagelpilz-Behandlung sehr langwierig sein und bis zu einem Jahr dauern. Die topische Therapie mit lokalen Antimykotika, die oft rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, oder Hausmitteln ist leicht in Eigenregie möglich. Nach dem Abheilen der Infektion kann einem erneuten Nagelpilz mit gezielten Maßnahmen vorgebeugt werden. Ein Arztbesuch ist in der Regel nur notwendig, wenn der Nagelpilz trotz konsequenter Behandlung und vorbeugender Maßnahmen immer wieder neu auftritt.

Wie lässt sich Nagelpilz vorbeugen?

Das Risiko einer Ansteckung mit Nagelpilz bzw. einer weitere Ausbreitung einer bestehenden Infektion kann mit einer Reihe von Verhaltensregeln und vorbeugenden Maßnahmen relativ gut vermindert werden. Hierzu gehören insbesondere die richtige Hygiene und Pflege der Nägel, das Tragen der richtigen Socken und Schuhe, das Vermeiden der üblichen Ansteckungsquellen und die Stärkung der körpereigenen Immunabwehr mit einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung und regelmäßiger Bewegung. Auf diese Weise kann man als Betroffener zum einen andere vor einer Ansteckung mit Nagelpilz schützen. Zum anderen kann man verhindern, dass man sich selbst mit den ursächlichen Erregern infiziert und einen Nagelpilz bekommt.

Wie können andere vor der Ansteckung mit Nagelpilz geschützt werden?

Der leicht übertragbare Nagelpilz an den Finger- oder Fußnägeln wird nicht nur durch den direkten Kontakt auf Mitmenschen übertragen (direkte Schmier- bzw. Kontaktinfektion). Auch Gegenstände oder Oberflächen, welche oft mit den Händen oder Füßen in Kontakt kommen, sind als Infektionsherd relevant (indirekte Schmier- bzw. Kontaktinfektion). Wird ein Nagelpilz diagnostiziert, sollten einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden, um andere vor einer Ansteckung mit Nagelpilz zu schützen. Diese Vorsichtsmaßnahmen verhindern gleichzeitig auch die Ausbreitung des Nagelpilzes, wenn bereits eine Nagelpilz-Infektion vorliegt:

  • Fußböden, Teppiche, Türklinken, benutzte Nagelscheren oder Feilen, Computertastaturen, Handtücher, Schuhe etc., also alle Gegenstände und Oberflächen, welche Kontakt zu dem mit Nagelpilz infizierten Nagel hatten, sollten nach dem Gebrauch sofort gründlich gereinigt und möglichst desinfiziert werden.
  • Die Nägel sollten immer möglichst kurz gehalten werden. Ein Einwachsen des Nagels kann somit vermieden werden. Die benutzte Nagelschere sollte nach dem Gebrauch umgehend desinfiziert werden. Es ist wichtig, dass gesunde Nägel auf keinen Fall mit der nicht-desinfizierten Schere in Kontakt kommen.
  • An Nagelpilz erkrankte Personen sollten immer ein eigenes Handtuch benutzen.
  • Von Nagelpilz betroffene Personen sollten Hausschuhe tragen, um eine Ausbreitung des Nagelpilzes über Fußböden oder Teppiche zu vermeiden. Familienmitglieder und der Betroffene selbst werden so vor einer (erneuten) Ansteckung geschützt. Einrichtungen, in denen man üblicherweise barfuß läuft, wie beispielsweise Schwimmbäder oder Saunen, sollten in der akuten Phase der Nagelpilz-Infektion gemieden werden.
  • Socken sollten nach jedem Tragen bei 60 Grad gewaschen werden. Bei dieser Waschtemperatur werden die Nagelpilz-Erreger abgetötet.
  • Schuhe sollten nach jedem Tragen mit einem antimykotischen Mittel (Antipilzmitteln) gründlich desinfiziert werden. Lederschuhe sollten bevorzugt getragen werden, da das atmungsaktive Material die Fußfeuchte nach außen trägt. Das Verwenden von Schuhcreme ist hilfreich, um von außen eindringende Nässe abzuhalten.
  • Schuhe sowie Skischuhe, Rollerblades und Gummistiefel sollten nicht mit anderen Menschen geteilt werden.

Wie kann ich mich selbst vor einer Ansteckung mit Nagelpilz schützen?

Der auslösende Nagelpilz-Erreger ist weit verbreitet und kann einem überall begegnen. Ob eine Ansteckung stattfindet, hängt jedoch in hohem Maße von der Konstitution des eigenen Immunsystems ab. Zu einer Vermehrung der Nagelpilz-Erreger kommt es nach der Ansteckung nämlich in der Regel erst dann, wenn das körpereigene Abwehrsystem geschwächt ist. Es ist nicht vollständig möglich, sich vor einer Infektion mit Nagelpilz zu schützen, das Risiko kann allerdings relativ gering gehalten werden, wenn die folgenden Maßnahmen beachtet werden:

  • Schuhe mit guter Passform sollten aus einem atmungsaktiven Material bestehen, welches die Fußfeuchte schnell ableitet. Besonders Schuhe aus Leder oder modernen Mikrofasern sind gut geeignet. Synthetische Materialien sind dagegen nicht empfehlenswert. Die Füße und Zehen dürfen nicht eingeengt sein. In regelmäßigen Abständen führt eine Desinfektion der Schuhe zur Abtötung der für Nagelpilz verantwortlichen Keime.
  • Um eine Ansteckung zu verhindern, sollte man Schuhe und Socken nicht mit anderen Menschen teilen.
  • Strümpfe sollten aus natürlichen Materialien wie Wolle oder Baumwolle bestehen und bei 60 Grad gewaschen werden. Socken aus synthetischen Materialien können die Vermehrung von Nagelpilz-Erregern begünstigen und fördern.
  • Das regelmäßige Waschen und Pflegen der Füße verhindert das Eindringen von Keimen in den Nagel. Die Füße sollten daher täglich mit warmem Wasser und einer milden Seife gewaschen und mit einer speziellen Feuchtigkeitslotion eingecremt werden.
  • Handtücher, Badematten und Bettwäsche sollten bei 60 Grad gewaschen werden. Bei dieser Temperatur werden die Nagelpilz-Erreger abgetötet.
  • In öffentlichen Einrichtungen wie Saunen, Schwimmbädern, Umkleiden, Turnhallen oder Hotels sollten immer Badeschuhe getragen werden. Im Anschluss empfiehlt es sich, die Füße gründlich zu waschen und zu desinfizieren.
  • Im Schuhgeschäft sollten Schuhe immer mit Socken anprobiert werden.
  • Zur Stärkung des körpereigenen Immunsystems sollte man auf eine gesunde Lebensweise, eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung achten.
  • Bei der Maniküre oder Pediküre sollte man vorsichtig vorgehen um Verletzungen an den Nägeln zu verhindern. Diese können nämlich den Pilzerregern eine leichte Eintrittspforte bieten und so die Entstehung von Nagelpilz begünstigen.
Whatsapp Twitter Facebook VKontakte YouTube E-Mail Print