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Lederhauterkrankungen

Die Lederhaut (Sklera) macht den größten Anteil der äußeren Augenhaut aus. Sie umhüllt nahezu den gesamten Augapfel. Die äußeren Augenmuskeln, die für die Bewegung des Auges in der Augenhöhle verantwortlich sind, setzen an der Lederhaut an. Sie besteht aus festem Bindegewebe und bildet damit das „Weiße“ als sichtbaren Bereich der äußeren Augenhaut.

Die Lederhaut des Auges als Bestandteil der äußeren Augenhaut sorgt für die Stabilität des Augapfels und dient ihm als schützende und formende Hülle. An der vorderen Seite des Augapfels befindet sich die Hornhaut, die in entscheidendem Maße an der Lichtbrechung beteiligt ist.

Erkrankungen der Lederhaut entstehen meist infolge von Entzündungen. Hierzu gehören etwa die Skleritis und die Episkleritis.

ICD-Codes für diese Krankheit: H15

Aufbau der Lederhaut

Die Lederhaut des Auges überdeckt als weiße, undurchsichtige Schicht der äußeren Augenhaut etwa 80 Prozent des Auges. Die Dicke der Lederhaut im Auge variiert zwischen 0,4 und 1,2 Millimetern, wobei die dickste Stelle der Lederhaut des Auges innerhalb der äußeren Augenhaut, in der Umgebung des Austritts vom Sehnerv an der hinteren Seite im Augapfel lokalisiert ist.

Unter dem Mikroskop sind drei Schichten der Lederhaut unterscheidbar:

  • Die innen liegende Komponente der Lederhaut des Auges in der äußeren Augenhaut stellt eine bindegewebige Schicht (Substantia propria), dar, die von nur wenigen Gefäßen durchzogen ist. Sie enthält außerdem elastische Fasern und wird durch den Innendruck des Auges gespannt.
  • Daran grenzt eine gefäßreiche Schicht, die Lamina episclerali, an, die für die Blutversorgung der Lederhaut in der äußeren Augenhaut sorgt.
  • Im vorderen Abschnitt der äußeren Augenhaut geht die Lederhaut in die Cornea über. In diesem Übergangsbereich innerhalb der äußeren Augenhaut ist die Lederhaut des Auges von einem Abschnitt der Bindehaut überzogen, der sich Tunica conjunctiva bulbi nennt. Im unmittelbaren Grenzbereich der Lederhaut des Auges, als Limbus (Saum) bezeichnet, überdacht die Cornea die Lederhaut des Auges dachziegelartig.

Im hinteren Teil des Augenapfels befindet sich die Lamina cribrosa sclerae als durchlöchertes Areal der Lederhaut im Auge, wo der Sehnerv austritt.

Funktion der Lederhaut

Die Lederhaut des Auges in der äußeren Augenhaut stellt das Außenskelett des Auges dar, das die Form des Augapfels bestimmt. Dabei ist ein Gleichgewicht zwischen Augeninnendruck und Gegendruck der Lederhaut Bedingung und bestimmend für die Form des Augapfels. Gleichzeitig fungiert die Lederhaut auf Grund ihrer Stabilität als Schutzmantel gegen Beschädigungen des Augapfels.

Erkrankungen der Lederhaut

Bei möglichen Erkrankungen der Lederhaut dominieren Entzündungen. Selten entstehen diese in der Lederhaut selbst, sondern kommen als Folge systemischer Erkrankungen zustande, die jedoch im späteren Verlauf auf die Lederhaut übergreifen. Solche Krankheiten können Autoimmunerkrankungen, wie z. B. Rheuma sein, Gicht oder Infektionserkrankungen, zu denen Syphilis, Herpes Zoster und Borreliose zählen. Unterschieden wird die tiefe Entzündung der Lederhaut im Auge, auch als Skleritis bezeichnet, von der Episkleritis, der weniger schwer verlaufenden Entzündungsform.

Auffällig wird die Lederhaut im Auge in der äußeren Augenhaut durch deren Gelbfärbung bei einer Gelbsucht (Ikterus), analog zur Haut- und Schleimhautverfärbung. Darüber hinaus sind auch Verletzungen in der Lederhaut möglich.

Skleritis – Eine schwere Form der Entzündung der Lederhaut

Die Skleritis kann sich in der Lederhaut abgegrenzt, das heißt, lokal ausgeprägt, oder diffus, also verteilt, zeigen. Häufig zieht diese Entzündung Komplikationen nach sich und verläuft chronisch.

Die konkrete Ursache ist meist schwer zu ermitteln. Sie tritt jedoch im Zusammenhang mit chronischen Entzündungen im Rahmen bestimmter Erkrankungen oder Infektionen auf. Das durchschnittliche Alter der Betroffenen beträgt 52 Jahre. Am häufigsten befindet sich der Entzündungsherd im vorderen Bereich der äußeren Augenhaut. Nur fünf Prozent der Fälle weisen auf eine hintere Lokalisation innerhalb der äußeren Augenhaut.

Als Therapie für diese Erkrankung hilft in erster Linie die Behandlung der Grunderkrankung, meist mit entzündungshemmenden Medikamenten.

Komplikationen können sich ergeben durch

  • das erneute Auftreten der Erkrankung (hohe Rezidivneigung)
  • die Zerstörung der Lederhaut (Nekrose)

Episkleritis

Die Episkleritis ist eine Entzündung der Episklera, einer Struktur zwischen der Lederhaut des Auges und der Bindehaut. Sie kann diffus, innerhalb bestimmter Sektoren oder knötchenförmig (nodulär) in der Lederhaut des Auges auftreten.

Die Ursachen sind auch bei dieser Erkrankung der äußeren Augenhaut meist unklar und in Verbindung mit anderen Grunderkrankungen oder Entzündungsgeschehen zu sehen. Die Patienten haben meist ein Alter von 40 bis 60 Jahren.

Die Episkleritis befällt die Lederhaut immer wieder in periodischen Abständen, wobei die Zeiträume sehr lang sein können. Im Unterschied zur Skleritis treten nur selten Komplikationen auf.

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