Nasenpolypen - Medizinische Experten

21.07.2020
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Nasenpolypen, auch Polyposis nasi genannt, sind in den meisten Fällen durch das Einwachsen der Polypen in die Riechspalte und in die Nasenhaupthöhle bedingt. Die Symptome einer Polyposis nasi äußern sich häufig durch einen langsamen Verlust des Geruchsvermögens.

ICD-Codes für diese Krankheit: J33

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Nasenpolyp Fälle in Deutschland

2.013 Fälle im Jahr 2018
2.003 Fälle im Jahr 2021 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Kurzübersicht:

  • Was sind Nasenpolypen? Gutartige Gewebewucherungen an der Nasenschleimhaut, die zu einem langsamen Verlust des Geruchsvermögens führen.
  • Ursachen: Die genaue Entstehung ist ungeklärt. Viele Patienten leiden an einer ASS-Intoleranz, bei der Einnahme von Aspirin kommt es dann zu einer Nasenatmungsbehinderung. Nasenpolypen gehen häufig mit einer schiefen Nasenscheidewand und vergrößerten Nasenmuscheln einher.
  • Symptome: Ein langsamer Verlust des Geruchsvermögens sowie zunehmende Schwierigkeiten bei der Nasenatmung.
  • Behandlung: Zunächst ist eine medikamentöse Behandlung ausreichen. Durch eine Kortisontherapie können sich Nasenpolypen zurückbilden. Hilft die Therapie nicht, ist ein operativer Eingriff zur Entfernung der Polypen nötig.
  • Risiken der OP: Komplikationen sind sehr selten, aber dennoch möglich. Dazu gehören Wundheilungsstörungen, Infektionen, Blutungen, vorrübergehende Geruchsstörungen, Taubheitsgefühl an den oberen Zähnen. Außerdem könnten die Augen und die Hirnhaut verletzt werden.
  • OP-Nachbehandlung: Schnäuzen, heiße Bäder, Anstrengungen und starke Sonneneinstrahlung sind für zwei Wochen tabu.

Artikelübersicht

Ursachen und Symptome von Nasenpolypen

Die Ursachen sowie die genaue Entstehung von Nasenpolypen sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Häufig treten Nasenpolypen im Zusammenhang mit einer ASS-Intoleranz auf. Nehmen diese Patienten Aspirin oder ASS ein, kommt es zu einer Nasenatmungsbehinderung.

Die Symptome einer Polyposis nasi äußern sich meist durch einen langsamen Verlust des Geruchsvermögens sowie durch eine zunehmende Nasenatmungsbehinderung.

Die Nasenpolypen können zusammen mit einer schiefen Nasenscheidewand und vergrößerten Nasenmuscheln einhergehen.

Behandlung der Nasenpolypen

Die Behandlung der Nasenpolypen erfolgt zunächst medikamentös. Durch eine lokale Kortosontherapie in Form eines Nasensprays können sich Nasenpolypen zurückbilden. Das Nasenspray sollte über einen Zeitraum von mindestens 3 bis 4 Wochen regelmäßig angewendet werden. Leider ist diese Behandlung nicht immer erfolgreich.

Hat die medikamentöse Therapie nicht den gewünschten Erfolg gezeigt, so ist eine operative Behandlung notwendig. Die Nasenpolypen werden dabei vollständig aus der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhle enfernt und histologisch untersucht.

Operative Entfernung von Nasenpolypen

In einigen Fällen erfordert der Zugang zu den Nasennebenhöhlen eine Operation der Nasenscheidewand. Um eine Nachblutung nach erfolgter Operation zu vermeiden, werden Nasentamponaden in jedes Loch eingebracht.

Der Eingriff kann unter Vollnarkose, oder in einigen Fällen in einem ambulanten Eingriff unter lokaler Betäubung mit einem Laser, durch geführt werden.

Risiken der Operation von Nasenpolypen

Wie bei jeder Operation kann es zu Wundheilungsstörungen, einer Infektion oder zu Blutungen kommen. Vorübergehend kann es zu Geruchsstörungen und einem Taubheitsgefühl der oberen Zahnreihe kommen. Meist ist dies durch eine Schwellung oder altes Blut in der Nase bedingt, in sehr seltenen Fällen bleiben diese Erscheinungen.

Da die Nasennebenhöhlen an das Auge und die Schädelbasis angrenzen, kann es zu Verletzungen des Auges mit Doppelbildern und Blindheit, sowie zur Verletzung der Hirnhaut mit Hirnwasserfluss und Hirnhautentzündung kommen. Diese Komplikationen sind äußerst selten.

Nachbehandlung nach der Nasenpolypen-Operation

Nach der Entlassung übernimmt üblicherweise der niedergelassene Hals-Nasen-Ohren-Facharzt die weitere Behandlung. Bis zu 2 Wochen nach der Operation sollten Sie die Nase nicht schnäuzen und heiße Bäder, starke Sonneneinstrahlung sowie Anstrengung (z. B. Sport) vermeiden, da weiterhin die Gefahr der Nachblutung gegeben ist.

Für Ihre weiteren Planungen (Arbeit, Urlaub etc.) sollten Sie berücksichtigen, dass bis zur kompletten Abheilung der Nase ca. 2 bis 3 Wochen vergehen.

Ablauf der Behandlung und der Aufenthalt im Krankenhaus

Die stationäre Aufnahme erfolgt einen Tag vor der Operation. An diesem Tag finden alle für die Operation notwendigen Untersuchungen und Gespräche (Blutentnahme, Art der Narkose, Ablauf der Operation) statt.

Am Tag der Operation sollten Sie nüchtern sein, das heißt: Sie sollten ab 24:00 Uhr des Tages der stationären Aufnahme nicht essen oder trinken, aber auch nicht rauchen, kein Kaugummi kauen und keine Bonbons lutschen. Am ersten Tag nach der Operation werden die Nasentamponaden entfernt.

In den darauf folgenden Tagen wird die Nase 2x täglich von Verkrustungen gereinigt und Wundsekret abgesaugt. Von den Krankenschwestern erhalten Sie hilfreiche Hinweise zur Pflege der Nase.

Aufgrund der möglichen Nachblutungsgefahr ist eine stationäre Überwachung notwendig. Die Dauer des stationären Aufenthaltes ist von der Wundheilung abhängig, üblicherweise beträgt dieser vier bis fünf Tage. Am Entlassungstag werden die Wundverhältnisse noch mal kontrolliert und Sie erhalten einen Arztbrief für den niedergelassenen Hals-Nasen-Ohrenarzt.

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Die Qualitätssicherung des Leading Medicine Guide wird durch 10 Aufnahmekriterien sichergestellt. Jeder Arzt muss mindestens 7 davon erfüllen.

  • Mindestens 10 Jahre Operations- und Behandlungserfahrung
  • Beherrschung moderner diagnostischer und operativer Verfahren
  • Repräsentative Anzahl an Operationen, Behandlungen und Therapien
  • Herausragender Behandlungsschwerpunkt innerhalb des eigenen Fachbereiches
  • Engagiertes Mitglied einer führenden nationalen Fachgesellschaft
  • Leitende berufliche Position
  • Aktive Teilnahme an Fachveranstaltungen (z.B. Vorträge)
  • Aktiv in Forschung und Lehre
  • Ärzte- und Kollegenakzeptanz
  • evaluatives Qualitätsmanagement (z.B. Zertifizierung)
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