Luftröhrenverengung - Spezialist finden und Informationen

04.01.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Die Luftröhre (Trachea) sorgt durch ihre physische Stabilität und Flexibilität für den problemlosen Transport eingeatmeter Luft vom Rachen- und Nasenraum bis zu den Bronchien. Auch für den umgekehrten Vorgang, dem Ausatmen „verbrauchter“ Luft ist sie zuständig. Eine Verengung der Luftröhre, Trachealstenose genannt, äußert sich durch eine erschwerte Atmung, die sich bis zur akuten Luftnot auswachsen kann. Die gute Nachricht: Für jede der unterschiedlichen Ursachen der Erkrankung stehen dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) geeignete Behandlungsmethoden zur Verfügung.

Erfahren Sie im folgenden mehr über die Ursachen, Symptome und Behandlung einer Luftröhrenverengung und finden Sie geeignete Spezialisten.

ICD-Codes für diese Krankheit: J39.8

Empfohlene Spezialisten für Luftröhrenverengung

Artikelübersicht

Ursachen einer Luftröhrenverengung

Die häufigsten Ursachen für eine Verengung der Luftröhre:

  • Entzündungen in der Luftröhre durch eine bakterielle oder virale Infektion oder durch Einatmen von Reizgasen
  • Tumoren in der Luftröhre (gutartig oder bösartig), beispielsweise Luftröhrenkrebs
  • Wucherungen oder Tumoren in unmittelbarer Nähe drücken auf die Luftröhre und verengen ihren Querschnitt (häufig im Zusammenhang mit Schilddrüsenvergrößerungen)
  • Narbenbildung in der Luftröhre nach Entzündung, Verletzung, Langzeitbeatmung oder nach Luftröhrenschnitt
  • Verlegung durch unbeabsichtigtes Eindringen eines Gegenstands
  • Angeborene Verengung der Luftröhre (genetische Ursachen)

Die oben aufgelisteten häufigsten Ursachen für die Entstehung eines Engpasses in der Luftröhre lassen erkennen, dass es kaum vorbeugende Maßnahmen gibt. Allerdings begünstigt das häufige Einatmen schädlicher Aerosole wie sie in Tabakrauch enthalten sind, die Entzündung in der Luftröhre. Die Verengung der Trachea aufgrund genetischer Veranlagung ist extrem selten und zeigt sich bereits im Kindesalter.

Symptome und Diagnosemethoden der Trachealstenose

Je nach Verursachung entwickelt sich die Luftröhrenverengung langsam oder plötzlich wie es beispielsweise bei der Verlegung durch einen Fremdkörper der Fall ist. Anfangs wird die Trachealstenose häufig nicht bemerkt. Erst bei körperlicher Belastung kommt es zu Atembeschwerden bis hin zu ausgeprägter Atemnot. Betroffene empfinden die Luftnot als sehr unangenehm und zum Teil auch als bedrohlich. Eine starke Verengung der Trachea führt typischerweise zu Atemgeräuschen, die sich durch eine Art Brummen oder Pfeifen bemerkbar machen.

Für die Diagnose nutzt der HNO-Arzt vor allem die drei Verfahren

Ultraschall und CT sind nicht invasiv und völlig schmerzfrei, während der Arzt die Spiegelung der Luftröhre (Endoskopie) unter Lokalanästhesie oder unter einer Kurzzeitvollnarkose durchführt.

Im völlig schmerzfreien Ultraschall erkennt der HNO-Arzt weitestgehend wie die Verengung in der Luftröhre beschaffen ist und welche Art von Behandlung eventuell in Frage kommt. Besonders bei Gewebeveränderungen in der Luftröhre kann ein CT als bildgebendes, spezielles Röntgenverfahren Aufschluss über vorhandene Gewebeveränderungen oder sonstige Anomalitäten in der Luftröhre geben.

Die Untersuchung mit dem Endoskop verschafft dem Arzt nicht nur einen direkten Einblick in die Luftröhre mit einer winzigen Kamera an der Spitze des Endoskops, sondern er kann bei Bedarf im gleichen Arbeitsgang auch Gewebe mittels Laser abtragen oder Gewebeproben für eine histologische Untersuchung entnehmen.

Welche Therapieformen nutzt der Arzt zur Behandlung der Luftröhrenverengung?

Je nach Ursache und Schwere der Erkrankung hat der Arzt die Wahl zwischen mehreren nicht-invasiven oder invasiven Therapiemöglichkeiten, um den Luftdurchfluss in der Trachea wieder zu normalisieren. Leichtgradige Verengungen der Luftröhre, die keine Einschränkungen in der Sauerstoffversorgung des Körpers bedingen, therapiert der Internist oder HNO-Arzt meist mit entzündungshemmenden Medikamenten oder das körpereigene Immunsystem heilt die Luftröhrenverengung selbst aus.

Trachealstenosen, die eine ordnungsgemäße Atmung beeinträchtigen haben meist auch eine mangelhafte Versorgung des Körpers mit Sauerstoff zur Folge. Sie führt zu verstärkter Zellalterung und zu Schäden in unserem Zentralnervensystem. Folgende minimalinvasive und operative Behandlungsmöglichkeiten kommen zum Einsatz, um den Engpass in der Trachea zu beheben:

  • Lasertherapie zur endoskopischen Entfernung von Gewebe (z.B. Narbengewebe)
  • Endoskopische Einbringung lokal wirkender entzündungshemmender Medikamente in die Luftröhre
  • Luftröhren-Operation, der Chirurg entfernt den betroffenen Abschnitt und näht die etwas verkürzte Luftröhre wieder zusammen
  • Einbau eines Stents in die Luftröhre zur Stabilisierung
  • Luftröhrenschnitt zum Anlegen eines künstlichen Zugangs zur Luftröhre (Tracheostoma)

Der behandelnde Arzt wird mit Ihnen als Patient die Vor- und Nachteile der möglichen Behandlungsmethode erörtern, um erst dann über die Therapieform zu entscheiden.

Verlauf und Prognose der Luftröhrenverengung

Verlauf und Prognose der Luftröhrenverengung nach erfolgter Therapie hängen stark von der Verursachung der Erkrankung ab. Ein wichtiges Kriterium für einen guten Verlauf und eine gute Prognose liegt in der Beseitigung der Ursache. Das kann die Entfernung von Wucherungen außerhalb der Trachea oder die operative Beseitigung der Engstelle in der Luftröhre mit anschließender Wiederherstellung der Durchgängigkeit betreffen.

Insgesamt sind die Verlaufsprognosen bei allen Therapieformen, insbesondere auch bei operativen Eingriffen an der Luftröhre gut. Falls die Engstelle in der Trachea sehr hoch, also nahe des Kehlkopfes liegt, sollte der Eingriff möglichst von speziell dafür ausgebildeten Ärzten durchgeführt werden, um Risiken wie Stimmbandschädigung und ähnliches zu minimieren.

Was hat es mit dem legendären Luftröhrenschnitt in Notfallsituationen auf sich?

Von Zeit zu Zeit kursieren immer wieder Geschichten, die von einem heldenhaften Luftröhrenschnitt berichten und damit Leben gerettet hätten. Ohne auf den Wahrheitsgehalt derartiger Narrative einzugehen, kommt es in seltenen Situationen in der Tat vor, dass es durch besondere Umstände zu einer Verlegung des Luftröhreneingangs im Rachen kommt. In Extremfällen führt das zu einer vollkommenen Blockade der Atmung, so dass die Gefahr des Erstickungstodes greifbar nahe ist.

Wenn die Blockade durch einen Fremdkörper ausgelöst wird, besteht in der Regel die Möglichkeit, den Gegenstand mit den Fingern oder mit einer Pinzette zu greifen. Denkbar ist auch, dass ein Wespenstich im Rachenraum eine allergische Reaktion auslöst und der Luftröhreneingang zuschwillt. In Notfallsituationen, in denen sich die Blockade nicht in wenigen Minuten beheben lässt, ist der Luftröhrenschnitt in der Tat lebensrettend.

Der Luftröhrenschnitt mit anschließendem Einsatz einer Trachealkanüle ist bei bestimmten Vorerkrankungen Teil der Therapie und hat nichts mit den oben beschriebenen Notfällen zu tun. Den Eingriff führen erfahrene Ärzte in Spezialkliniken durch.

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