Heuschnupfen bei Kindern - Spezialisten und Informationen

05.01.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Kinder, die von Heuschnupfen geplagt sind, leiden unter tränenden, juckenden Augen und heftigen Niesattacken mit wässrigem Schnupfen. Diese Symptome schränken die Lebensqualität der kleinen Patienten erheblich ein. Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu Heuschnupfen bei Kindern sowie Spezialisten für die Behandlung der Erkrankung.

ICD-Codes für diese Krankheit: J30

Empfohlene Spezialisten für Heuschnupfen bei Kindern

Heuschnupfen bei Kindern Fälle in Deutschland

844 Fälle im Jahr 2020
855 Fälle im Jahr 2023 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

Was bedeutet Heuschnupfen bei Kindern?

Heuschnupfen (saisonale allergische Rhinitis) ist eine allergische Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Umweltstoffe. Der Körper stuft diese Stoffe fälschlicherweise als "Feinde" ein, die Immunabwehr bekämpft sie. Kleinste Mengen bestimmter Pflanzenpollen lösen eine Entzündung der Atemwege aus. Insbesondere die Schleimhäute sind betroffen. Dadurch entstehen die typischen Krankheitszeichen.

Die Symptomatik tritt meist saisonabhängig auf, und zwar in der Blütezeit der entsprechenden Bäume, Sträucher, Kräuter und Gräser. Die sogenannten Frühblüher (Pappeln, Birken oder Erlen) sind dabei die häufigsten Auslöser dieser Allergie.

Etwa jedes 11. Kind in Deutschland ist betroffen, und das mit steigender Tendenz. Manche Kinder, die von Heuschnupfen geplagt sind, leiden zusätzlich unter Asthma oder unter entzündlichen Hautkrankheiten wie Neurodermitis. Bei den meisten Patienten entwickelt sich die allergische Rhinitis schon im Kindesalter. Meist haben sie mindestens ein Elternteil, das auch von einer Allergie betroffen ist.

Welche Symptome treten bei Kindern auf, die unter Heuschnupfen leiden?

Niesen, Schnupfen, behinderte Nasenatmung und rote juckende Augen gehören zu den Krankheitszeichen. Oft tritt ein dünnflüssiges Sekret aus der Nase aus, oder aber die Nase ist verstopft. Das Nasensekret kann zu einem Ekzem auf der Haut rund um den Naseneingang führen.

Meist zeigen sich die Symptome während des Kontakts oder direkt nach dem Kontakt mit den auslösenden Pollen. Die Antikörper setzen Entzündungsstoffe frei, dadurch schwellen die Schleimhäute bei jedem Kontakt mit den Allergenen an.

Weitere Erscheinungen sind

  • geschwollene Augenlider
  • tränende Augen
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • erhöhte Körpertemperatur
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • diffuse Entzündungen (unter anderem in den Nasennebenhöhlen und im Mittelohr)

Eine starke Pollenallergie wirkt sich negativ auf das Wohlbefinden aus. So ist oft die Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt. Betroffene Kinder können in der Schule nicht ausreichend aufpassen. Heuschnupfenpatienten vertragen oft auch bestimmte Nahrungsmittel nicht. Es entstehen sogenannte Kreuzallergien.

Die Symptome treten meist im Frühjahr auf. Normalerweise beginnen sie, wenn der allergieauslösende Baum oder Strauch zu blühen beginnt. Der Erkrankungsgipfel wird bei den meisten Betroffenen im Mai und Juni erreicht, wenn die Pollenbelastung am höchsten ist.

Wie entsteht Heuschnupfen bei Kindern? Welche Faktoren begünstigen die Erkrankung?

Eine Rolle bei der Entstehung spielen sowohl die genetische Veranlagung als auch Umwelteinflüsse.

Kinder von allergiefreien Eltern tragen ein Risiko von lediglich 15 Prozent, an Heuschnupfen zu erkranken. Sind beide Elternteile allergisch, steigt die Wahrscheinlichkeit auf 50 bis 60 Prozent. Wenn beide Elternteile an der gleichen Allergie leiden, kann das Erkrankungsrisiko des Kindes auf bis zu 80 Prozent steigen.

Bestimmte Lebensumstände tragen dazu bei, dass sich eine Heuschnupfen-Allergie manifestiert. Die sogenannte Hygienehypothese kommt zu dem Schluss, dass wegen des erhöhten Hygienestandards in der kindlichen Umgebung das Immunsystem nicht ausreichend "trainiert" sein könnte. Eine Unterforderung des Immunsystems im frühen Kindesalter, wodurch kein ausreichender Kontakt mit Viren, Bakterien und anderen Krankheitserregern möglich ist, scheint zu bewirken, dass eigentlich harmlose Stoffe wie beispielsweise bestimmte Nahrungsmittel oder Pollen vom Organismus als gefährlich eingestuft werden.

Auch Umweltschadstoffe begünstigen den Anstieg von Allergien. Sie wirken sich auf die pflanzliche Pollenproduktion aus. Stoffe wie Feinstaub und Ozon verändern ebenfalls die Pollen, es kommt zu einer erhöhten Allergen-Freisetzung und zu stärkeren allergischen Reaktionen.

Ein gewisser Schutzeffekt gegen Allergien wird dem Stillen zugesprochen. Müttern wird empfohlen, ihre Babys mindestens vier Monate lang voll zu stillen und erst danach langsam die Beikost einzuführen.

Wie wird die Diagnose Heuschnupfen bei Kindern gestellt?

Bei starken allergischen Beschwerden ist es unumgänglich, die Erkrankung ärztlich abklären zu lassen. Ansprechpartner sind Ärzte mit der Zusatzbezeichnung "Allergologie". Das können sowohl Kinderärzte als auch Hautärzte, Hals-Nasen-Ohren(HNO)-Ärzte, Internisten und Lungenfachärzte mit einer Zusatzausbildung zum Allergologen sein.

Eine Diagnose lässt sich aufgrund des typischen Beschwerdebildes stellen. Ene Blutuntersuchung auf Antikörper gibt weiteren Aufschluss. Mit dem sogenannten "RAST"-Test lässt sich feststellen, ob im Blut Antikörper gegen Polleneiweiße zu finden sind.

Eine genaue Abklärung, welche Pollen-Art genau den Heuschnupfen auslöst, findet durch einen Hauttest statt, den sogenannten „Pricktest“. Dabei werden in Wasser gelöste Pollen-Arten mit einem kleinen Kratzer in die Haut eingebracht, meist an der Innenseite des Unterarmes. Wenn sich an dieser Stelle ein Juckreiz, eine Rötung oder eine Schwellung bildet, und zwar etwa nach 15 bis 20 Minuten, handelt es sich um die Reaktion auf die entsprechenden Blütenpollen.

Beim sogenannten Provokationstest bringt der Arzt den verdächtigen Stoff entweder in die Nase oder auf die Bronchial- oder die Bindehautschleimhaut des Patienten auf. Schwellen die Schleimhäute an, ist der Nachweis der Allergie erbracht.

Welche Therapien gibt es?

Die Beschwerden können durch verschiedene Methoden gelindert werden. In vielen Fällen helfen Medikamente.

Der Heuschnupfen wird dabei entweder örtlich behandelt, beispielsweise mit Nasensprays, oder mit einer systemischen Therapie, etwa der Einnahme von Tabletten. Bei Kindern muss bei der Dosierung besonders sorgfältig auf Nebenwirkungen geachtet werden.

Antihistaminika

Sie sind bei ausgeprägten Beschwerden angezeigt und blockieren rasch und zuverlässig die Wirkung von Histamin, das die allergischen Symptome auslöst. Verabreicht werden sie in Form von Tabletten, Nasenspray oder Augentropfen. Der Wirkstoff macht meist müde und verstärkt die Einschränkung der Konzentrationsfähigkeit noch, die beim Heuschnupfen ohnehin zu den Symptomen gehört.

Kortison zur örtlichen Anwendung als Nasenspray

Bei Kindern unter zwölf Jahren dürfen nur ganz bestimmte Wirkstoffe eingesetzt werden. Kortison wirkt stark antientzündlich. Als Nebenwirkungen sind z. B. Kopfschmerzen und Nasenbluten bekannt.

Abschwellende Mittel als Nasenspray oder -Tropfen

Sie beruhigen die geschwollene Nasenschleimhaut. Sie sind vor allem bei verstopfter Nase einsetzbar und dürfen nur kurzzeitig angewendet werden. Salzwasser-Nasensprays können eine medikamentöse Behandlung ergänzen. Sie reinigen und pflegen die gereizten Schleimhäute.

Auch eine Hyposensibilisierung kann erfolgreich sein

Die Hyposensibilisierung hilft, den Körper an das Allergen zu "gewöhnen" und dadurch die allergische Reaktion zu verhindern. Das stark verdünnte Allergen wird dabei über einen längeren Zeitraum in ständig steigender Dosierung gespritzt. Wenn die Therapie erfolgreich verläuft, "toleriert" der Organismus den Stoff irgendwann und die Beschwerden verschwinden auf Dauer.

Die Hyposensibilisierung kann gute Ergebnisse vorweisen. Die Behandlung dauert über drei Jahre, bei etwa 70 bis 80 Prozent der kindlichen Allergiker führt sie zum Erfolg.

Wie verläuft die Erkrankung in der Regel? Wie ist die Prognose?

Generell kann man die Pollenallergie nicht gänzlich heilen. Allerdings gibt es Möglichkeiten, die Symptome zu lindern.

Wenn sich bereits eine Allergie manifestiert hat, ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme, die Pollen zu meiden.

Kinder und Eltern können der Belastung durch die Pollen mit folgenden Maßnahmen entgegenwirken:

  • die Straßenbekleidung im Haus wechseln und zeitnah waschen
  • nicht in Straßenbekleidung das Schlafzimmer betreten
  • nach einem Aufenthalt im Grünen duschen und die Haare waschen
  • bei starkem Pollenflug Autoscheiben und Fenster geschlossen halten
  • die Wohnung nur zu bestimmten Zeiten lüften, wenn der Pollenflug schwach ist

Die Pollen-Saison variiert von Jahr zu Jahr, abhängig von der Wetterlage. Wenn es regnet, finden sich kaum Allergene in der Luft. Warmes und trockenes Klima dagegen fördert die Ausbreitung. Der regionale Wetterbericht gibt Aufschluss über den aktuellen Pollenflug.

Je nach Art der Pollenallergie sollten betroffene Kinder bestimmte Nahrungsmittel meiden:

  • Baumpollen-Allergiker vertragen im Allgemeinen bestimmte Obst- und Nusssorten nicht.
  • Gewürze wie Curry, Anis und Knoblauch sollten ebenfalls vermieden werden. Auch Kümmel, Petersilie, Dill, Fenchel und Kamille können die Allergie verschlimmern.
  • Wer auf Getreide- oder Gräserpollen allergisch reagiert, sollte Gemüsesorten wie Erbsen, Linsen und Bohnen nur in Maßen essen.
  • Histaminhaltige Nahrungsmittel wie Salami, Nüsse und Käse sollten nicht verzehrt werden.

Fazit

Heuschnupfen bei Kindern kann die Lebensqualität der kleinen Patienten erheblich einschränken.

Mit Medikamenten lässt er sich gut behandeln. Sie haben allerdings auch Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Konzentrationseinschränkungen. Eine Hyposensibilisierung kann bewirken, dass sich die Allergie wieder zurückentwickelt.

Entsprechende Verhaltensregeln und der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel können dazu beitragen, die Symptome in Schach zu halten.

Quellen

Heuschnupfen bei Kindern | kindergesundheit-info.de
Heuschnupfen » Risikofaktoren » Lungenaerzte-im-Netz
https://heuschnupfen.behandeln.de/heuschnupfen-bei-kindern-behandlung.html
Heuschnupfen bei Kindern (dr-gumpert.de)
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