TRUS (Transrektaler Ultraschall der Prostata)

20.03.2017
Prof. Dr. med.  Rolf  von Knobloch
Medizinischer Fachautor

Der transrektale Ultraschall der Prostata, kurz TRUS, ist ein für den Patienten wenig belastendes, ungefährliches bildgebendes Untersuchungsverfahren, das zur Diagnostik von Prostataerkrankungen eingesetzt wird. Beim TRUS führt der untersuchende Arzt eine Endorektal-Ultraschallsonde über den Mastdarm bis direkt an die Prostata heran, wo sie hochauflösende Bilder der Prostata und ihrer Umgebung macht.

Artikelübersicht

Definition: Transrektaler Ultraschall der Prostata

Die Ultraschall- oder Sonographieuntersuchung stellt ein weit verbreitetes bildgebendes Untersuchungsverfahren dar, das unschädliche Ultraschallwellen einsetzt. Es handelt sich hierbei, im Gegensatz zu den meisten anderen bildgebenden Verfahren, um eine Methode unter Echtzeit. D.h. der Untersucher beurteilt während der Anwendung des Verfahrens direkt das abgebildete Organ.

Der Ultraschall liefert das beste Abbild eines Organs, wenn nicht umgebendes Gewebe zunächst penetriert werden muss. Daher bedient man sich beim Ultraschall, wenn möglich, sogenannter Endosonden. D.h. der Untersucher bringt die Ultraschallsonde über ein Hohlorgan mit natürlicher Öffnung vor den Ort der gewünschten Untersuchung.

Im Fall der Prostata, die direkt der Vorderwand des Mastdarmes anliegt, kann man eine Endorektal-Ultraschallsonde über den Mastdarm bis direkt an die Prostata heranführen. Dieser sogenannte transrektale Ultraschall der Prostata muss dann nur die wenige Millimeter dicke Vorderwand des Mastdarmes durchdringen, um direkt mit hoher Auflösung die Prostata abbilden zu können.

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Transrektaler Ultraschall (TRUS) © bilderzwerg / Fotolia

Vorteile des transrektalen Ultraschalls der Prostata

Nur mit dem transrektalen Ultraschall der Prostata lässt sich die Prostata mit solch hoher Auflösung abbilden, um im Einzelfall Gewebeauffälligkeiten, wie z.B. einen Prostatakrebs, zu erkennen. Nur mit dem TRUS lässt sich die Prostata auch sicher vermessen, um genau das Volumen zu bestimmen. Auch erlaubt nur der TRUS eine Differenzierung der verschiedenen anatomischen Zonen der Prostata.

Dies ist für die Prostatabiopsie wichtig, um zwischen peripherer Zone und Transitionalzone der Prostata unterscheiden zu können, da die Karzinome vornehmlich in der peripheren Zone auftreten. In der Regel stellen sich Karzinome hypoechogen, d.h. schwarzer als das umgebende Prostatagewebe dar. Für die Probenentnahme, d.h. Biopsie der Prostata, ist der TRUS unerlässlich.

Weitere Untersuchungsmethoden im Rahmen des TRUS

Zur besseren Darstellung von Krebs der Prostata finden Methoden, wie die Elastographie und die Kontrastmittelsonographie im Rahmen des TRUS Anwendung. Bei der Elastographie stellt man dabei bildlich das gegenüber dem gesunden Prostatagewebe härtere Krebsgewebe dar. Mit speziellen Ultraschallgeräten kann auch ein Kontrastmittel, das sich in atypischen Gefäßen des Karzinoms anreichert, dargestellt werden.

Durchführung des transrektalen Ultraschalls der Prostata

Die TRUS-Untersuchung findet in der Regel in Linkseitenlage statt. Zum Schutz der Ultraschallsonde und aus hygienischen Gründen wird ein „Kondom“ aus Latex über die Endorektalsonde gestülpt. Vor dem Zuführen der Sonde über den Anus in den Mastdarm wird zudem ein Gleitmittel aufgetragen. Die Untersuchung ist für den Patienten nur wenig belastend und ungefährlich.

Beispielbilder

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Abbildung 1: TRUS-Bild der Prostata

Abbildung 1: TRUS-Bild der Prostata links in querer (transversaler) und rechts in Längs-Darstellung (Sagittalebene). Man kann im linken Bild dabei gut zwischen peripherer und Transitionalzone unterscheiden. Das schwarze Areal oberhalb der Prostata entspricht der mit Urin (echofrei) gefüllten Harnblase. Beachte, wie dicht die Prostata der Mastdarmvorderwand anliegt!

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Abbildung 2: TRUS-Bild der Prostata nach Durchführung einer TURP

Abbildung 2: TRUS-Bild der Prostata links in querer (transversaler) und rechts in Längs-Darstellung (Sagittalebene) bei Zustand nach transurethraler Abtragung der Prostata (TURP). Man erkennt gut die durch die Operation ausgehöhlte prostatische Harnröhre in transversaler und sagittaler Darstellung.

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Abbildung 3: TRUS-Bild der Prostata nach Durchführung einer ausgedehnten TURP

Abbildung 3: TRUS-Bild der Prostata links in querer (transversaler) und rechts in Längs-Darstellung (Sagittalebene) bei Zustand ausgedehnter transurethraler Abtragung der Prostata TURP. Dabei ist die prostatische Harnröhre sehr weit geworden und mit echofreiem (schwarz) Urin ausgefüllt. Es besteht nach der Operation ein weiter Übergang von der Harnblase zur prostatischen Harnröhre, die bei komplett echofrei (schwarz) sind. Nach der Operation ist kaum noch Prostatarestgewebe zu erkennen.

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