Bei einem Langzeit-EKG wird die Herztätigkeit eines Patienten mithilfe eines mobilen EKG-Gerätes am Körper über einen Zeitraum von 24 oder 48 Stunden gemessen.

Artikelübersicht

"Wir müssen Ihre Herztätigkeit genauer untersuchen und ein Langzeit-EKG schreiben. Ich überweise Sie dafür zu einem Kardiologen." Diese Sätze hören täglich zahlreiche Patienten von ihrem Hausarzt, etwa bei Verdacht auf Angina Pectoris, Herzrhythmusstörungen oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Dieser Beitrag informiert Sie darüber, wie eine EKG-Untersuchung funktioniert und wann ein Arzt sie anordnet. Außerdem erfahren Sie Details über deren Ablauf und was Sie beachten müssen.

Die Bedeutung des Kürzels EKG: Methode und Ergebnis

Die EKG-Untersuchung

Die Abkürzung EKG (Elektrokardiografie) steht für eine Methode, mit der ein Arzt die menschliche Herztätigkeit untersucht.

Bei jedem Herzschlag zieht sich der Herzmuskel zusammen und pumpt auf diese Weise das Blut durch den Körper. Der sogenannte Sinusknoten gibt den Rhythmus und die Frequenz der Kontraktionen vor – wie ein Dirigent seinem Orchester.

Der Sinusknoten arbeitet mit elektrischen Impulsen; über ein Erregungsleitungssystem verteilen sich Signale über das gesamte Herz. Die elektrische Spannung ist auf der Haut messbar – und genau diesen Umstand nutzt die Medizin bei der EKG-Untersuchung.

Zwei bis sechs Elektroden messen die Spannungsänderungen auf der Hautoberfläche und leiten sie an das EKG-Gerät weiter. Das Gerät verstärkt die Signale und gibt sie als Kurvenverlauf wider. Der Arzt interpretiert diese Kurven und zieht daraus Rückschlüsse auf die Herzfunktion.

Das Ergebnis der Untersuchung: ein EKG

Der Kurvenverlauf wird zur Auswertung entweder auf einen Papierstreifen gedruckt oder der Kardiologe begutachtet das Untersuchungsergebnis auf einem Monitor. Beide Varianten heißen ebenfalls EKG, Elektrokardiogramm.

Holter Atrialfibrillation.jpg
Von J. Heuser JHeuser - Holter registered in my office, scanned by myself, CC BY-SA 3.0, Link

Spricht der Arzt davon, dass er ein EKG anordnet, dann meint er eine Elektrokardiografie. Manchmal hört ein medizinischer Laie den Ausdruck "ein EKG schreiben". In diesem Zusammenhang meint das Kürzel "ein Elektrokardiogramm schreiben".

Übrigens: Das erste Elektrokardiogramm stammt von einem Hund. Der englische Physiologe A. D. Wailer experimentierte in den 1880er Jahren mit der Methode. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelang es dem holländischen Arzt W. Einthoven, die Technik so zu verbessern, dass sie wichtige Daten für die menschliche Gesundheit lieferte. Einthoven wurde dafür 1924 mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt.

Welche Informationen liefert die Untersuchung?

Die Medizin unterscheidet drei verschiedene Varianten der EKG-Untersuchung, die sie je nach Fragestellung einsetzt:

  • Ruhe-EKG: Der Patient liegt ausgestreckt und ruhig auf dem Rücken, während das EKG-Gerät seine Herztätigkeit aufzeichnet.
  • Belastungs-EKG: Es misst die Herztätigkeit bei körperlicher Anstrengung. In der Regel sitzt der Patient dabei auf einem Ergometer.
  • Langzeit-EKG: Diese Anwendung ermittelt die Herztätigkeit eines Patienten während seines normalen Alltags. Dafür trägt er ein mobiles EKG-Gerät am Körper. Das Langzeit-EKG misst die Herztätigkeit für 24 oder 48 Stunden.
Ein EKG liefert folglich je nach Einsatzgebiet unterschiedliche Informationen. Es gibt einerseits allgemein Auskunft über die Herztätigkeit in Ruhe. Darüber hinaus zeigt es, wie der Herzmuskel auf körperliche Aktivität reagiert und wie gut er sich Belastungen anpasst. Das Langzeit-EKG gibt dem Arzt Anhaltspunkte über mögliche Rhythmusstörungen im Tagesverlauf des jeweiligen Patienten.

So funktioniert ein Langzeit-EKG

Viele Arztpraxen legen die Termine zum Anlegen eines Langzeit-EKGs auf den frühen Vormittag. Das EKG-Gerät besteht aus

  • Elektroden,
  • einer Blutdruck-Manschette und
  • einem Recorder, der an einen Walkman erinnert.

Der Arzt befestigt die Elektroden am Oberkörper und die Manschette am linken Oberarm des Patienten. Anschließend schaltet er den Recorder ein.

Alex CM4000.jpg
Verkabelung beim Langzeit-EKG; Von Misscurry - Template:Entwicklung, CC BY-SA 3.0, Link

In regelmäßigen Abständen – mindestens einmal pro Stunde – misst der Apparat den Blutdruck. Der Herzstrom wird kontinuierlich aufgezeichnet. Der Patient führt zusätzlich ein Protokoll über seine Tagesaktivitäten. So bringt der Arzt anschließend mögliche Unregelmäßigkeiten der Herzaktivität mit bestimmen Tätigkeiten oder Tageszeiten zusammen.

Das Ergebnis der Untersuchung führt zu einer zuverlässigen Diagnose, wenn der Patient während des Langzeit-EKGs sein Leben wie gewohnt führt – Sport eingeschlossen.

Fazit zum Langzeit-EKG

Ein Langzeit-EKG ist eine sinnvolle Untersuchung. Möglicherweise fühlen sich einige Patienten unwohl, wenn das Gerät zum Beispiel am Arbeitsplatz anfängt, den Blutdruck zu messen und dabei entsprechende Geräusche verursacht. Dieser Umstand darf einer Untersuchung jedoch in keinem Fall entgegenstehen.