Die digitale Volumentherapie – kurz DVT – ist ein spezielles Tomographie-Verfahren, das mit Röntgenstrahlen arbeitet und dreidimensionale Bilder liefert. Einen Überblick über Ablauf, Einsatzgebiete, Risiken und vieles mehr hält der folgende Artikel bereit.

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Was ist die Digitale Volumentomographie?

Bei der Digitalen Volumentomographie handelt es sich ähnlich wie bei einer konventionellen Computertomographie um eine Schichtaufnahmetechnik. Die Schnittbilder werden jedoch mithilfe eines Computers in ein detailgetreues 3D-Bild umgewandelt. Die DVT wurde ursprünglich für die Zahnmedizin entwickelt und findet hier bereits seit 1997 Verwendung – damals noch unter dem Begriff dentale Volumentomographie oder digitales Panorama-Röntgen. Bereits zehn Jahre später verfügten bereits 80 Prozent aller Zahnarztpraxen über ein DVT-Gerät.

Inzwischen kommt dieses Untersuchungsverfahren in weiterentwickelter Form auch in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde zum Einsatz.

Funktionsweise

Bevor die Untersuchung mittels DVT startet, füllt der Patient einen Fragebogen aus, in dem er Angaben zu Vorerkrankungen und Metallimplantaten macht. Die eigentliche Untersuchung wird anschließend von speziell ausgebildetem Röntgenpersonal (MTRA) durchgeführt. Der Patient erhält eine Strahlenschutzschürze und meist auch einen speziellen Schilddrüsenschutz. Je nach Gerät und medizinischer Fragestellung wird die DVT im Sitzen, Liegen oder Stehen durchgeführt. In der Zahnmedizin sitzt oder steht der Patient, und der Kopf wird mithilfe einer Kinnauflage, eines Stirnbands und eines Aufbissstäbchens fixiert, um Bewegungen während des Scans zu vermeiden. Anschließend verlässt das Personal den Raum und startet die Aufnahme von einem Bedienpult außerhalb des Röntgenraums.

Bei der DVT wird ein dreidimensionales Röntgen-Strahlenbündel mit einem flächigen Detektor kombiniert. Auf diese Weise entstehen innerhalb von Sekunden Bilder mit hoher Detailschärfe und geringer Verzerrung. Die Röntgenröhre und der Bilddetektor drehen sich synchron um den Kopf des Patienten. Die Röntgenstrahlen werden von den Knochen und vom umliegenden Gewebe reflektiert, gemessen und in Bilder umgewandelt. Es entstehen rund 400 Einzelaufnahmen, aus denen der Computer ein virtuelles 3D-Objekt rekonstruiert.

Der wesentliche Unterschied zu einer herkömmlichen Computertomographie besteht darin, dass die DVT mit einem kegelförmigen Strahl arbeitet, während der Strahl bei einer normalen CT fächerförmig ist. Auch in puncto Strahlenbelastung bestehen Unterschiede: Eine DVT geht mit einer zehn Mal geringeren Strahlenbelastung einher als eine CT. Dennoch ist die Belastung höher als bei einer normalen Röntgenuntersuchung, weshalb der Einsatz einer Digitalen Volumentomographie stets gut überlegt sein sollte. In Einzelfällen sind Bilder mit einer geringen Auflösung zur Diagnose ausreichend, sodass die Strahlendosis reduziert werden kann.

Einsatzmöglichkeiten

Es gibt viele Situationen, in denen eine DVT angezeigt ist. Zahnärzte und Kieferchirurgen greifen beispielsweise gerne auf diese Technik zurück, wenn sie das Setzen von Implantaten planen, eine Wurzelbehandlung durchführen oder die genaue Lagebeziehung zwischen den Weisheitszähnen und dem Unterkiefernerv beurteilen möchten. Eine Digitale Volumentomographie ermöglicht das exakte Auffinden von Wurzelkanälen, die Bestimmung des Knochenvolumens sowie das Feststellen von Erkrankungen der Kieferhöhle.

In der HNO-Heilkunde eignet sich dieses Untersuchungsverfahren zur Diagnostik sowie zur Vorbereitung von operativen Eingriffen im Bereich der Ohren und der Nasennebenhöhlen. Außerdem ist die DVT ein bewährtes Verfahren, um sicher zwischen einer vom Zahn und einer von der Nasenschleimhaut ausgehenden Sinusitis zu unterscheiden.

Welche Fachärzte setzen die DVT ein und welche Gewebe lassen sich darstellen?

Folgende Fachärzte setzen die Digitale Volumentomographie besonders häufig ein:

  • Zahnärzte
  • Kiefer- und Gesichtschirurgen
  • Hals-Nasen-Ohren-Ärzte
  • Neuroradiologie
  • Radioonkologie

Auch in der Orthopädie, bei rheumatischen Erkrankungen und sogar in der Schlafmedizin (zum Beispiel zur Diagnostik bei starkem Schnarchen oder bei Schlafapnoe) kommt die DVT vermehrt zur Anwendung.

Die DVT eignet sich besonders gut zur Darstellung knöcherner Strukturen. Diese werden mit der Digitalen Volumentomographie exakter erfasst als mit einer konventionellen Computertomographie. Dafür ist die Darstellung von Weichteilgewebe weniger kontrastreich als bei einer normalen CT.

Vor- und Nachteile

Die Digitale Volumentherapie hat einen entscheidenden Vorteil für den Patienten: Es ist nicht erforderlich, sich in eine enge Röhre zu begeben, was für viele Personen mit einer hohen Belastung einhergeht. Der Patient nimmt für gewöhnlich auf einem Stuhl Platz und positioniert seinen Kopf mit dem Kinn auf einer dafür vorgesehenen Halterung. Die gesamte Untersuchung nimmt in der Regel nur wenige Minuten in Anspruch und die Ergebnisse liegen – wie beim Röntgen – innerhalb kürzester Zeit vor.

Darüber hinaus gewährleistet die Digitale Volumentomographie eine maximale Sicherheit bei Operationen in schwierigen Bereichen – also beispielsweise im Kieferbereich und an den Ohren. Der behandelnde Arzt kann operative Eingriffe bis ins kleinste Detail planen und diese in der Regel minimalinvasiv durchführen. Auch die Chancen auf einen bestmöglichen Therapieerfolg werden auf diese Weise erhöht.

Leider hat die DVT auch Nachteile. Vor allem die im Vergleich zum normalen Röntgen hohe Strahlenbelastung sollte dazu führen, dass diese Untersuchungsmethode gut dosiert zum Einsatz kommt. Außerdem reagieren DVT-Geräte empfindlich auf Metallteile, beispielsweise auf Implantate. Bereiche mit Metallteilen werden schwarz dargestellt, und auch die Qualität der Ergebnisse insgesamt wird verringert. Des Weiteren können Metallteile krankhafte Strukturen vortäuschen, wo sich eigentlich gesundes Gewebe befindet.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Obwohl die Digitale Volumentomographie bereits seit über 20 Jahren zum Einsatz kommt, handelt es sich noch um ein recht junges Untersuchungsverfahren. Die Kosten für die DVT werden daher bislang nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Vor allem in komplizierten Fällen und auch dann, wenn die Diagnose nicht eindeutig ist, kann es sich für den Patienten durchaus lohnen, die Kosten selbst zu tragen. Vor Operationen kann der Chirurg die Lage genauer einschätzen, was letztlich auch das Risiko für Komplikationen während und nach dem Eingriff reduziert.

Der Preis für die Digitale Volumentherapie setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen: den Kosten für die Anfertigung des Bildes und denen für die Auswertung der Daten. Je nachdem, wie groß der abzubildende Bereich ist, können die Kosten also stark variieren. Im Schnitt ist mit einem Preis zwischen 100 und 300 Euro zu rechnen.

Quellen

https://www.zmk-aktuell.de/fachgebiete/digitale-praxis/story/digitale-volumentomographie-was-man-wissen-muss__698.html

https://www.medikompass.de/zahnarzt-roentgen.php

https://zahnimplantate.com/kosten/was-kostet-eine-dvt-digitale-volumentomografie.html

https://www.mni.thm.de/info-page/radiologie/modalitaeten/digitale-volumentomographie-dvt

https://www.radiologie.de/

 

Zuletzt aktualisiert am 24.10.2019