Nasen-Spezialisten: Ärzte der Rhinologie

Sie leiden unter Symptomen wie Geruchsverlust, Fließschnupfen, Kopf- und/oder Gesichtsschmerzen? Dann ist eine Erkrankung aus dem medizinischen Fachbereich der Rhinologie (Nasenheilkunde) wahrscheinlich. Doch was hat es damit genau auf sich? An welchen Arzt können Sie sich wenden, wenn Sie bei sich oder Ihrem Kind eines der beschriebenen oder ähnliche Krankheitszeichen feststellen? Welche Krankheitsbilder der Nase und Nasennebenhöhlen kommen in Betracht?

Antworten auf diese und weitere Fragen und wichtige Hintergrundinformationen zu Untersuchungen, diagnostischen Verfahren sowie Behandlungsmethoden in der Rhinologie bieten die folgenden Abschnitte. Außerdem finden Sie hier ausgewählte Rhinologie-Spezialisten.

Empfohlene Nasen-Spezialisten

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Rhinologie - Weitere Informationen

Ein allgemeiner Einstieg in die Rhinologie

Auf den Punkt gebracht beschäftigt sich die Rhinologie mit Erkrankungen und Verletzungen der Nase, der Nasennebenhöhlen sowie der vorderen Schädelbasis. In der Medizin wird die Rhinologie als Teil der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde angesehen. Jegliche Krankheitszeichen in diesem Bereich wie eine Verschleimung des Rachens, Beschwerden bei der Nasenatmung, allen voran die Nasenobstruktion (Nasenatmungsbehinderung) sowie Blutungen aus der Nase sind folglich ein Fall für den HNO-Arzt.

Krankheitsbilder im Bereich der Rhinologie

Das Spektrum an Erkrankungen der Nase und Nasennebenhöhlen ist breit gefächert. Mit Blick auf die stetig steigende Anzahl an Betroffenen jeglicher Altersgruppe sind hier an erster Stelle Allergien zu nennen.

Experten führen diese Entwicklung unter anderem auf die hohe Konzentration an schädlichen Umwelteinflüssen zurück. Ein geschwächtes Immunsystem beispielsweise infolge übertriebener Hygienemaßnahmen im Kindesalter, ein Übermaß an Stress und eine insgesamt ungesunde Lebensweise gelten als Risikofaktoren.

Neben der allergischen Rhinitis (Heuschnupfen) und der nicht allergischen Rhinitis behandelt ein Facharzt für Rhinologie unter anderem die folgenden Symptome und Krankheiten:

  • Nasenpolypen, Nasennebenhöhlenentzündung sowie chronische Rhinosinusitis (gleichzeitige Nasenschleimhaut- und Nasennebenhöhlenentzündung);
  • Pilzbedingte Arten der Sinusitis, allen voran die allergische Pilz-Rhinosinusitis;
  • Mukozele primär in den Nasennebenhöhlen (Ansammlung von Schleim), hervorgerufen durch eine Abflussstörung von Sekreten;
  • gutartige Tumore wie invertierte Papillome (Tumore der Schleimhaut der Nasenhaupt- und Nebenhöhlen), Angiofibrome (Tumore im Nasen-Rachen-Raum), Osteome (Knochentumor);
  • bösartige Tumore in Nase, Nasennebenhöhlen und vorderer Schädelbasis;
  • Dysosmien (Störungen des Geruchssinns);
  • Schädelbasisdefekte mit aus Liquorräumen austretendem Hirnwasser (Liquorleck).

Diagnostische Verfahren der Rhinologie

Den Anfang der Bestimmung vorliegender Beschwerden macht die Anamnese. Dabei stellt Ihr HNO-Arzt Fragen zu

  • Symptomatik,
  • Krankheitsgeschichte und
  • ähnlichen Beschwerden im Familienkreis.

Dieses Gespräch ermöglicht Ihrem Arzt eine erste Einordnung des jeweils zutreffenden Krankheitsbildes. Hierauf aufbauend folgen weitere Untersuchungen.

Die sogenannte Rhinomanometrie beispielsweise erweist sich als wichtiges Element der rhinologischen Diagnostik. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, das der Messung der Nasenbelüftung dient. Das Ergebnis entscheidet über die jeweils einzuleitenden Schritte zur Linderung von Nasenatmungsbeschwerden.

Je nach Beschwerdebild greift Ihr Arzt auf unterschiedliche diagnostische Methoden zurück. Im Falle von Geruchsstörungen bieten sich beispielsweise Riechtests an. Bei Verdacht auf einen Tumor wiederum werden neben modernsten Ultraschallgeräten auch starre und flexible Optiken mit hoher Lichtstärke eingesetzt.

Für eine sichere Diagnose unverzichtbar ist zudem die Endoskopie. Erwähnenswert sind hier drei Unterkategorien:

  1. die Video-Endoskopie, sprich die filmische Abbildung und Speicherung von Befunden;
  2. die flexible Fiberendoskopie, die einen Einblick in nur schwer zugängliche Bereiche wie den Nasenrachenraum bietet sowie
  3. die Nasenendoskopie, die der Darstellung der inneren Nase inklusive der Ausführungsgänge der Nebenhöhlen dient.

Behandlungsmethoden in der Rhinologie

Die therapeutische Methodik in der Nasenheilkunde hat in den letzten Jahren eine drastische Entwicklung durchlaufen. Entsprechend verlangen effektive operative Eingriffe nicht mehr große Einschnitte im Kopf- oder Gesichtsbereich wie in der Vergangenheit. Vielmehr kommen nunmehr minimal invasive, computerassistierte chirurgische Techniken zum Einsatz. Bei einem Großteil der Operationen erfolgt der Eingriff durch die Nasenlöcher.

Patienten profitieren von der neuen Methodik bei Nasenoperationen gleich in mehrfacher Hinsicht: Der Heilungsprozess wird beschleunigt, die Beschwerden klingen im Idealfall vollkommen ab und eine Bildung für die Außenwelt deutlich wahrnehmbarer, unästhetischer Narben ist nicht zu befürchten.

Natürlich darf an dieser Stelle auch der Hinweis nicht fehlen, dass sich viele Beschwerden aus dem Bereich der Nasenheilkunde wie beispielsweise Allergien medikamentös behandeln lassen.

Qualifizierte Ansprechpartner: Spezialisten der Rhinologie

Generell empfiehlt es sich bei allen Beschwerden, die dem Fach der Rhinologie zugeordnet werden können, einen Spezialisten aufzusuchen. Dabei handelt es sich wie eingangs erwähnt primär um einen HNO-Arzt.

Erste Hilfe und Orientierung vermag jedoch auch Ihr Hausarzt zu leisten. Je nach Zusatzqualifikation finden Sie auf diese Weise vielleicht bereits den richtigen Ansprechpartner für Ihr Leiden. Besteht beispielsweise der Verdacht auf eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Substanzen, allen voran Pollen, so können Sie sich mit etwas Glück in Ihrer Hausarztpraxis testen lassen. Im Zweifelsfall wird Sie Ihr Hausarzt jedoch an einen Facharzt für Allergologie weiterleiten.

Vergleichbares gilt für andere, die Nase sowie die Nasennebenhöhlen betreffende Beschwerden. Entweder wenden Sie sich in einem ersten Schritt an Ihren Hausarzt oder einen Ihnen bereits bekannten HNO-Arzt. Sollten Ihnen hier noch die notwendigen Kontakte fehlen, so bieten die Gelben Seiten einen guten Überblick über Spezialisten der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde vor Ort. Zumeist haben HNO-Ärzte eine eigene Praxis, sind jedoch in einigen Städten auch in Arztzentren zu finden.

Je nach Beschwerdebild ist außerdem der Einsatz eines interdisziplinären Teams gefragt. Handelt es sich beispielsweise um eine Verletzung oder einen Tumor im Bereich des Schädels, so ist die Neurochirurgie als medizinische Disziplin unverzichtbar.

Rhinologie: Möglichkeiten & Chancen

Neben in diesem Beitrag primär behandelten gesundheitlichen Problemen der Nase und Nasennebenhöhlen, beschäftigen viele Experten und Betroffene gleichermaßen oftmals auch ästhetische Aspekte.

Nicht selten lassen sich mit einem chirurgischen Eingriff wie einer Nasenkorrektur gleich zwei Anliegen beheben.

Zum einen beseitigt der hierfür zuständige Rhinoplastiker beispielsweise durch eine Nasenfehlstellung hervorgerufene Geruchsstörungen, zum anderen korrigiert er dabei auch unter Berücksichtigung der ästhetischen Wünsche seiner Patienten die Fehlstellung.

Sei es nun im Bereich der medikamentösen, chirurgischen oder ästhetischen Behandlung von Leiden der Nase, der Nasennebenhöhlen oder des Schädels: Die anhaltenden Studien versprechen auch in Zukunft die Einführung weiterer optimierter Methoden, die die Beschwerden auf besonders sanfte Weise behandeln und die Genesung beschleunigen.

Quellen

Friedrich, E. P.: Rhinologie, Laryngologie und Otologie in ihrer Bedeutung für die allgemeine Medizin, Nabu Press 2010.

Grevers, G.: Praktische Rhinologie, Urban & Fischer Verlag 1998.

Stucker, F. J. u. a. (Hrsg.): Rhinologie and Facial Plastic Surgery, Springer-Verlag 2009.

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