Pilzbehandlung mit Antimykotika

In der Behandlung von Pilzinfektionen kommen sogenannte Antimykotika zum Einsatz. Bei einer lokalen bzw. oberflächlichen Mykose an der Haut, den Nägeln und den Schleimhäuten erfolgt die Verabreichung dieser Antipilzmittel in der Regel im Rahmen einer topischen Therapie, sprich mit Salben oder Tinkturen, die auf die betroffenen Areale aufgetragen werden. Eine systemische Mykose, die sich im Inneren des Körpers abspielt, wird dagegen mittels systemischer Therapie, etwa mit Tabletten oder Infusionen in den Brutkreislauf, behandelt.

Artikelübersicht

Pilzbehandlung mit Antimykotika - Weitere Informationen

Definition: Was sind Antimykotika?

Es handelt sich bei den sogenannten Antimykotika um Medikamente, deren Wirkstoffe auf unterschiedliche Weise den Pilzerreger schädigen, um seine Aktivität zu stoppen und seine Ausbreitung zu verhindern.

  • Antimykotika, die den Pilz unmittelbar abtöten, haben eine fungizide Wirkung.
  • Anti-Pilz-Mittel, die das Wachstum der Pilze hemmen und den Erreger auf diese Weise mittelbar vernichten, haben fungistatische Wirkung.

Je nachdem, wie groß die Vielfalt der Erreger ist, die ein pilzschädigendes Medikament erfasst, wird es als Schmalspektrum- oder als Breitspektrum-Antimykotikum bezeichnet.

  • Ein Schmalspektrum-Antimykotikum bekämpft als spezialisiertes Mittel nur eine einzige oder wenige verwandte Pilzarten.
  • Ein Breitspektrum-Antimykotikum wirkt gegen unterschiedliche Pilzfamilien gleichermaßen gut.

Definition: Topische und systemische Therapieformen bei Mykosen

Der Körper kann Antimykotika während einer Pilzbehandlung auf unterschiedliche Art aufnehmen.

  • Im Rahmen einer topischen Therapie wirken Arzneistoffe mit pilzschädigenden Eigenschaften oberflächlich auf der Haut und lokal direkt am Ort des Infektionsgeschehens.
  • Während einer systemischen Therapie gelangen antimykotische Arzneistoffe in den Blutkreislauf und bekämpfen die Pilzerreger aus dem Körperinneren.

Topische Pilzbehandlung

Im Rahmen einer topischen Pilzbehandlung versorgen Salben, Cremes, Tropfen, Gele, Sprays, Lotionen oder Nagellacke die vom Pilzbefall betroffenen Körperregionen mit dem antimykotischen Wirkstoff. Medikamente, die lokal wirken, eignen sich zur Behandlung von Pilzinfektionen an der Körperoberfläche, im Bereich von Haut, Hautanhangsgebilden und Schleimhäuten. Sie bewähren sich beispielsweise im Einsatz gegen Fußpilz, Nagelpilz und Scheidenpilz.

Systemische Pilzbehandlung

Im Rahmen einer systemischen Therapie bringen Tabletten oder Infusionen ein Antimykotikum aus den Gruppen der Polyene, Azole oder Echinocandine in den Blutkreislauf. Mit unterschiedlichen Mechanismen schädigen alle drei Arzneistoffklassen die Zellwandbausteine der Pilzerreger und unterbinden auf diese Weise ihr Wachstum. Die systemische Pilzbehandlung gilt als Mittel der Wahl, wenn

  • invasive Pilzinfektionen sich im Körperinneren ausgebreitet haben,
  • eine lokale Therapie aufgrund von Unverträglichkeiten nicht möglich ist oder bei stark entzündeten Infektionen und schweren Hautveränderungen Unterstützung braucht.

Wie legt der Arzt das Vorgehen bei der Pilzbehandlung fest?

Die erfolgreiche Behandlung einer Mykose hängt entscheidend davon ab, ob gegen den im Einzelfall aktiven Pilzerreger der richtige Arzneistoff zum Einsatz kommt. In einigen Fällen deutet der Infektionsort auf den am Krankheitsgeschehen beteiligten Pilz hin. Scheidenpilz wird beispielsweise in 90 Prozent der Fälle vom Hefepilz Candida albicans verursacht. Nagel- und Fußpilz geht hingegen meist auf eine Besiedlung mit Dermatophyten zurück, zu denen sich Hefepilze und Schimmelpilze hinzugesellen können.

Um das jeweils wirksamste Medikament gezielt während der Pilzbehandlung einsetzen zu können, kann der Arzt einen Erregernachweis durchführen. Über einen Abstrich entnimmt er eine kleine Probe vom infizierten Gewebe. Im Labor wird der isolierte Pilzerreger in einer Kultur angezüchtet. Wenn der Pilz sich nach ein bis vier Wochen ausreichend entwickelt hat, zeigt eine Untersuchung unter dem Mikroskop, um welche Pilzart es sich bei der Probe handelt. In Abhängigkeit vom Untersuchungsergebnis wählt der Arzt ein optimal wirksames Medikament und legt die Dauer der Pilzbehandlung fest.

Die Bekämpfung der Mykose setzt die konsequente Therapietreue des Patienten voraus. Ein Heilungserfolg stellt sich nur ein, wenn Behandlungshäufigkeit und -dauer genau eingehalten werden. Symptomfreiheit kennzeichnet bei einer Pilzinfektion noch nicht das Therapieziel. Auch wenn die Beschwerden nachgeben, ist eine Fortsetzung der Behandlung wichtig, damit der Pilz verschwindet.

Die Wirkungsweise von Antimykotika

Es gibt Antipilzmittel, die als fungistatisch bezeichnet werden. Sie verhindern, dass Pilze wachsen und sich vermehren können, sie töten ruhende Keime aber nicht ab. So zum Beispiel Caspofungin, dieses Antipilzmittel greift in die Zellwandsynthese ein. Fungizide Antipilzmittel hingegen töten die Pilze ab.

Grundsätzlich sind Pilze an ihrer Zellwand angreifbar, die aus Mehrfachzuckern und Chitin besteht. Das ist derselbe Baustoff, wie er auch bei Insektenpanzern vorkommt. Innerhalb dieser Zellwand liegt die Zellmembran der Pilze, die als wichtigsten Bestandteil Ergosterol beinhaltet. So unterscheiden sich die Zellmembranen der Pilze und die der Menschen voneinander. Denn die Zellmembran des Menschen enthält das berühmt-berüchtigte Cholesterin.

Die Pilze erzeugen nun in der Zellmembran das wichtige Ergosterol. Das geschieht schrittweise aus der Substanz Squalen. Alle modernen Antipilzmittel setzten an dieser stufenweisen Generierung des Ergosterols an. So hindern die Antipilzmittel der Imidazole und Triazole den dritten Generierungsschritt durch die Blockade eines dazu wichtigen Enzyms. Anstelle des Ergosterols werden die falschen Baustoffe hergestellt. Diese falschen Baustoffe halten sich in der Zellmembran auf und stören damit gerade die Stoffwechselvorgänge, die für die Reproduktion der Pilze essentiell wichtig sind. Diese Wirkung der Antipilzmittel, deren Vertreter zu den Gruppen der Imidazole und Triazole gehören, bezeichnet man in solchen Fällen fungistatisch.

Manche Antipilzmittel der Gruppe der Imidazole wie Clotrimazol und Miconazol bewirken, dass sehr stark veränderte Baustoffe erzeugt werden. Mit diesen können keine dichten Pilzzell-Membranen mehr aufgebaut werden. Infolgedessen tritt das Innere der Zelle aus und der Pilz stirbt schließlich ab. Deshalb werden Clotrimazol und Miconazol auch als fungizide Antipilzmittel bezeichnet.

Welche Antimykotika gibt es?

Das Antipilzmittel Nystatin

Nystatin ist der Klassiker unter den Antimykotika. Bereits im Jahr 1950 entdeckten zwei Amerikanerinnen ein wirksames Antipilzmittel, das bis heute weltweit im Einsatz ist. Aus Bakterien isolierten sie einen natürlichen Antipilz-Wirkstoff, der den Bakterien als Waffe gegen Pilzbefall dient, und nannten ihn Nystatin. Nystatin ist eines der wenigen hochwirksamen Antipilzmittel, die beinahe keine Nebenwirkungen haben.

Die Nystatinmoleküle sind so groß, dass sie die Darmwand nicht durchdringen. So verlässt die Substanz im Antipilzmittel unverändert den Verdauungstrakt. Deshalb dürfen sogar Schwangere das Antipilzmittel Nystatin verwenden. Auf der Haut kommt das Antipilzmittel gegen Hefepilze als Salbe, Creme oder Paste zum Einsatz – oder in der Scheide als Vaginalzäpfchen. Die Wirkungsweise des Antipilzmittels ist einfach: Es macht die Außenwand der Pilzzelle durchlässig und stört ihre Atmung.

Die Antipilzmittel Natamyzin und Amphotericin B

Chemisch eng verwandt mit dem Nystatin sind die Antipilzmittel Natamyzin und Ampotericin B. Diese Antipilzmittel wirken genauso wie Nystatin. Manchmal verordnen Ärzte auch das Antipilzmittel Amphitericin B als Infusionslösung. So gelangt das Antipilzmittel über die Blutlaufbahn in alle Organe und tötet dort die Pilze ab. Diese Antipilz-Behandlung ist allerdings nur bei schwerkranken Patienten notwendig, bei denen die Ärzte die Krankheit nicht mehr anders zu behandeln wissen. Von dieser Antipilz-Behandlungsform wird nicht zuletzt deshalb möglichst Abstand genommen, weil sie schwere Nebenwirkungen verursachen kann.

Leider helfen die Antipilzmittel Nystatin, Natamyzin oder Amphotericin B nicht mehr, wenn sich der Pilz bereits in anderen Organen oder auf der Haut niedergelassen hat. Zwar kann ihr Ausgangsort der Darm gewesen sein, aber für die Heilung beispielsweise einer Nagelpilzinfektion oder einer Pilzbesiedlung der Lunge reichen die Darmmedikamente nicht mehr aus. Einige wenige Experten fordern trotzdem, in diesen Fällen den Darm gleichzeitig zu untersuchen und auch mit Antipilzmitteln zu behandeln, weil er eine mögliche Infektionsquelle ist.

Azole wirken als Antipilzmittel im gesamten Körper

Haben sich Pilze in der Niere, in den Harnwegen oder auf der Haut niedergelassen, helfen die Darmmedikamente nicht mehr allein. Gleiches gilt bei hartnäckigen Pilzinfektionen, die tiefe Hautschichten erreicht haben, oder bei Nagelpilzen. Dann verschreiben viele Ärzte Antipilzmittel, die die Darmwand durchdringen und im gesamten Organismus wirken. Diese systematische Therapie, wie Ärzte die Behandlung des ganzen Körpers mit Antipilzmitteln nennen, war früher mal problematisch, da die eingesetzten Antipilzmittel, zum Teil, schwere Nebenwirkungen hatten. Eines dieser Antipilzmittel ist das Ketoconazol. Dieses Antipilzmittel verursacht fallweise Nierenschäden und wird inzwischen eher selten innerlich angewendet.

Bekannte Vertreter der Azol-Antipilzmittel

Imidazole sind eine weitere Gruppe von Antipilzmitteln und bilden zusammen mit den Triazolen die Azol-Antipilzmittel. Die Azol-Antimykotika bilden die größte Gruppe innerhalb der Antipilzmittel bei Pilzinfektionen. Sie haben eine beachtliche Wirkungsbandbreite, was heißt, dass die Antipilzmittel gegen viele verschiedene Erreger einsetzbar sind. Imidazole und Triazole werden in der Regel zur Behandlung von Pilzinfektionen der Haut, der Nägel, der Schleimhäute des Mundes und des weiblichen Intimbereichs eingesetzt. Als Antipilzmittel kommen sie in aller Regel äußerlich zum Einsatz.

Äußerlich bzw. lokal angewendet werden Bifonazol, Clotrimazol, Croconazol, Econazol, Fenticonazol, Ketoconazol, Miconazol, Oxiconazol und Sertaconazol. In verschiedenen geeigneten Darreichungsformen ist eine Anwendung dieser Antipilzmittel auf der Haut, der Mundschleimhaut oder der Schleimhaut der Scheide möglich. An diesen Stellen sind die Antipilzmittel sehr effizient und gut verträglich. Die meisten der genannten Antipilzmittel müssen zweimal am Tag aufgetragen werden. Moderne Antipilzmittel wie Bifonazol oder Croconazol besitzen den Vorteil, dass sie nur noch einmal am Tag angewendet werden müssen.

Die Antipilzmittel Ketoconazol und Miconazol können aber auch zur inneren Behandlung eingesetzt werden. Zur Therapie im Rahmen einer systemischen Pilzbehandlung mit Antipilzmitteln kann Miconazol im Krankenhaus als Infusion direkt in den Blutkreislauf gespritzt werden. Das Antipilzmittel Ketoconazol ist für Injektionen und Infusionen weniger gut geeignet, doch kann es ebenso wie das Antipilzmittel Miconazol gegen Pilzinfektionen der Schleimhaut von Magen und Darm ebenfalls dargereicht werden.

Innerlich eingenommene Antipilzmittel wie die Imidazole können starke Nebenwirkungen hervorrufen. Aufgrund dessen bevorzugt man gegenwärtig bei dem Einsatz dieser Antipilzmittel die wesentlich besser verträglichen Antipilzmittel, wie beispielsweise die Triazole. Dazu gehören die Antipilzmittel Fluconazol, Itraconazol sowie Voriconazol. Das Antipilzmittel Itraconazol bekämpft vor allem Hefepilze, Candida-Arten, Kryptokokken, Aspergillus-Arten und Dermatophyten. Fluconazol ist als Antipilzmittel insbesondere wirksam im Einsatz gegen Hefepilze und Kryptokokken.

Das Antipilzmittel Voriconazol bekämpft Candida-Stämme – dazu zählen auch Fluconazol-resistenter Arten-Aspergillus und auch die in neuester Zeit wieder als Krankheitserreger aufkommenden Pilze, wie beispielsweise Scedosporium oder Fusarium.

Antipilzmittel mit reduzierten Nebenwirkungen

Forscher haben aus diesen Antipilzmitteln im Laufe der Jahre andere Azole weiterentwickelt, die als Antipilzmittel wesentlich verträglicher sind. Heute verschreiben Mediziner meistens die Antipilzmittel-Wirkstoffe Fluconazol und Itraconazol. Das Antipilzmittel Itraconazol verschreiben Ärzte vorrangig bei Pilzinfektionen der Haut und der Hand-und Fußnägel. Allerdings dauert es mehrere Monate bis zu einem Jahr bis der Pilz vollständig verschwunden ist.

Das Antipilzmittel Fluconazol geben sie ihren Patienten oft bei schweren Pilzinfektionen der inneren Organe und auch gegen Scheidenpilze. Auch das Antipilzmittel Griseofulvin leistet gute Dienste. Es wirkt ausschließlich gegen Dermatophyten. Sie lieben es warm und feucht, beispielsweise an verschwitzen Füßen. Weitere begünstigende Faktoren, die zum Ausbruch von Nagelpilzinfektionen führen können, sind Durchblutungsstörungen, Stoffwechselstörungen wie Diabetes und eine falsche Maniküre.

Systemische Antipilzmittel

Für den Laien ist es schwierig, die Vor-und Nachteile systematisch wirkender Antipilzmittel zu überblicken. Weil Antipilzmittel aber größtenteils ohnehin verschreibungspflichtige Medikamente sind, fragen Sie zur Sicherheit Ihren Arzt nach Wirkungen und Nebenwirkungen, wenn er diese Antipilzmittel für nötig hält.

Eine systemische Pilzbehandlung wird nötig, wenn Pilze durch die Darmwand gelangt sind und innere Organe befallen haben. Medikamente wie das Antipilzmittel Fluoconazol oder das Antipilzmittel Ketoconazol nehmen den gleichen Weg und bekämpfen die Keime im gesamten Körper.

Antipilzmittel gegen Pilze von außen

Antipilzmittel erreichen Pilze auf der Hautoberfläche leichter als im Darm oder gar in inneren Organen. Hierfür gibt es fast alle Antipilzmittel-Wirkstoffe als Salbe, Creme, Tinktur, Bad, Pulver, Lack gegen Nagelpilzinfektionen sowie als Antipilzmittel in Form von Shampoo und Lösung. Manche Antipilzmittel gibt es auch als Vaginalzäpfchen oder -creme gegen Scheidenpilze.

Was ist eine topische Pilzbehandlung?

Eine topische Therapie wirkt als örtliche Behandlung einer Erkrankung. Medikamente kommen direkt in betroffenen Körperregionen zum Einsatz und wirken somit unmittelbar am Ort des Geschehens. Die Arzneimittel stehen in Form von Salben, Cremes, Tropfen, Gels, Sprays, Lotionen oder Nagellacken zur Verfügung. Im Gegensatz zur systemischen Therapie entfaltet die topische Therapie ihre Wirkung nicht im gesamten Körper, sondern beschränkt die Bekämpfung von Pilzerregern gezielt auf den Bereich, in dem diese sich ausgebreitet haben. Durch diese Eigenschaft können topische Therapien einerseits effektiv eingesetzt werden und belasten nicht den ganzen Körper, bzw. führen meist nur zu lokalen Nebenwirkungen, wie Hautreaktionen.

Eignet sich die topische Therapie für die Selbstbehandlung?

Für die topische Therapie stellt der pharmazeutische Markt eine Reihe von Medikamenten mit antimykotischer Wirkung zu Verfügung, die in jeder Apotheke ohne Rezept erworben werden können. Die rechtzeitige und korrekte Behandlung einer Pilzinfektion ist entscheidend, damit der Erreger sich nicht unkontrolliert ausbreiten kann. Ein Pilz, der weite Areale des Körpers befällt, kann ernste Gesundheitsschäden verursachen. Ohne die Bekämpfung mit wirksamen Medikamenten kann die Infektion zu einer Systemmykose führen. Eine frühzeitige topische Therapie entsprechend fachkundiger Empfehlung stoppt die Pilzentwicklung und verhindert einen belastenden Krankheitsverlauf.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Eine topische Therapie ist im Rahmen einer Selbstbehandlung Erfolg versprechend, wenn Betroffene sich über die Diagnose einer Pilzinfektion sicher sind oder den Krankheitsverlauf aus eigener Erfahrung kennen. In einigen Fällen kommt die Behandlung der Mykose nicht ohne ärztliche Überwachung aus:

  • Wenn sich der Pilzbefall großflächig auf dem Körper ausbreitet, muss der Arzt das Beschwerdebild abklären.
  • Bei starken Schmerzen, die dauerhaft bestehen oder in Intervallen immer wieder auftreten, ist medizinischer Rat dringend gefragt.
  • Eine starke Schuppen- und Bläschenbildung der Haut schließt eine topische Therapie in eigener Initiative aus.
  • Immungeschwächte Patienten suchen den Arzt auf, um sich nicht der Gefahr einer Systemmykose auszusetzen.
  • Bei Betroffenen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus ist medizinische Begleitung unerlässlich.
  • Pilzerkrankungen bei Kindern werden unter ärztlicher Aufsicht behandelt.
  • Während der Schwangerschaft klärt der Arzt jedes Krankheitssymptom und entscheidet über eine topische Therapie.

Hinweise zur Durchführung einer topischen Therapie

Eine topische Therapie ist erfolgreich, wenn Patienten die Behandlungsvorschriften genau einhalten. Bei der Bekämpfung der Pilzinfektion

  • sollten Sie Angaben zur Behandlungshäufigkeit streng beachten. Bleiben Sie konsequent und denken Sie daran, das Anti-Pilz-Mittel in den vorgeschriebenen zeitlichen Abständen und in der vorgegebenen Menge aufzutragen.
  • Achten Sie darauf, betroffene Regionen großflächig zu behandeln. Pilzerreger sind winzig klein und einzeln für das bloße Auge nicht sichtbar. Wo das Infektionsgeschehen sichtbar ist, hat sich der Pilz bereits stark vermehrt. Beschränken Sie den Einsatz der Medikamente nicht ausschließlich auf offenkundig befallene Areale, sondern dehnen Sie die Behandlung auf einen Bereich von zwei bis drei Zentimetern um den Infektionsherd herum aus.
  • Halten Sie die vorgegebene Behandlungsdauer in jedem Fall ein, auch wenn die Symptome schon nach wenigen Tagen verschwinden und sich die Infektion von den betroffenen Körperstellen augenscheinlich zurückgezogen hat. Beobachten Sie betroffene Areale nach Beendigung der Therapie aufmerksam. Es ist möglich, dass der Pilz sich nach einigen Tagen wieder zeigt. Nehmen Sie die Therapie in diesem Fall wie vorgeschrieben wieder auf und tragen Sie die Medikamente großflächig auf.

Widmen Sie allen Fragen der Hygiene besondere Aufmerksamkeit, wenn Sie eine Pilzinfektion bekämpfen müssen. Tauschen Sie Kleidungsstücke und Handtücher nicht mit anderen Personen und verwenden Sie für die Pflege Ihrer Wäsche Waschmittel und Weichspüler mit antimykotischer Wirkung.

Wie lange dauert eine topische Pilzbehandlung?

Arzneimittel mit antimykotischen Eigenschaften sind für eine Pilzehandlung in eigener Initiative in der Apotheke erhältlich. Drogerien bieten gelegentlich Mittel mit abgeschwächter Wirkung an. Die Therapiedauer bei einer Pilzinfektion hängt vom eingesetzten Wirkstoff ab.

  • Risikogruppen, zu denen immungeschwächte Personen, Schwangere oder Kinder gehören, suchen bei Beschwerden einer Pilzinfektion in jedem Fall und ohne zu zögern den Arzt auf. Er sichert nach einer Untersuchung die Diagnose, entscheidet über den Einsatz der richtigen Medikamente und legt die Behandlungsdauer fest. Die konsequente Therapietreue ist ausgesprochen wichtig für die erfolgreiche Bekämpfung der Pilzerreger.
  • Begleitsymptome einer Mykose wie Juckreiz oder Brennen werden mithilfe unterstützender Medikamente über einen längeren Zeitraum behandelt. Symptomfreiheit stellt sich häufig erst ein, wenn sich die Haut an befallenen Stellen vollständig erneuert hat und die Infektion sich zuverlässig zurückzieht. Über Art, Wirkung und Anwendungsweise von Medikamenten, die symptomatisch zur Linderung von Beschwerden eingesetzt werden, klärt der Arzt oder Apotheker auf.

Wann wird eine systemische Pilzbehandlung notwendig?

In seltenen Fällen kann es auch zu einer systemischen (inneren) Pilzerkrankung kommen. Das bedeutet, die Pilze haben innere Organe befallen. Diese Pilzerkrankung tritt auf, wenn das Immunsystem stark geschwächt ist; zum Beispiel durch eine schwere Erkrankung, wie Aids oder Krebs, oder nach einer Organtransplantation. Die Pilzerreger befinden sich bei einer systemischen Pilzerkrankung im Blut und können so jedes Organ befallen.

Dies kann unbehandelt gravierende Folgen haben. Doch auch, wenn mit einer systemischen Therapie behandelt wird, gilt, je früher die systemische Therapie einsetzt, umso besser. Deshalb wird meist schon bei Verdacht auf systemische Mykose eine systemische Therapie gestartet. Würden die Ärzte mit der systemischen Therapie warten, bis die Diagnose sicher steht, würden die Patienten zu viel Zeit verlieren und die Heilungschancen sich enorm verschlechtern, auch, wenn die systemische Therapie an sich sehr wirkungsvoll ist.

Systemische Therapie für hartnäckige Fälle

Systemische Pilzbehandlung bedeutet, dass die Pilzerkrankung von innen behandelt wird. Die systemische Therapie gilt als sehr wirkungsvoll. Auch, wenn andere Mittel bereits versagt haben, kann die systemische Therapie noch eine gute Option sein. Eine systemische Therapie kann aus verschiedenen Gründen in Frage kommen:

  • Der Pilzbefall ist gravierend und umfasst beispielsweise bei einem Nagelpilz nahezu den gesamten Nagel und/oder mehrere Nägel. Dann hilft keine äußerliche Anwendung mehr weiter, die systemische Therapie ist das Mittel der Wahl.
  • Die Maßnahmen der äußerlichen Anwendung wirken nicht, die systemische Therapie ist hier eine wirkungsvolle Alternative.
  • Die Medikamente zur äußeren Anwendung wurden nicht vertragen bzw. führten zu unangenehmen Nebenwirkungen. In diesem Fall wird Ihr Arzt eine systemische Therapie einleiten.
  • Es handelt sich um eine systemische Pilzerkrankung (innere Organe betroffen), die nur von innen heraus, mit einer systemischen Therapie, behandelt werden kann.
  • Es besteht der Verdacht, dass die Pilzerkrankung systemisch wird, es droht also eine Ausbreitung der Pilze ins Blut. In diesem Fall kommt nur die systemische Therapie in Frage.

Medikamente der systemischen Therapie

Bei einer systemischen Pilzbehandlung verschreibt Ihr Arzt Ihnen Medikamente, die Sie meist in Form von Tabletten einnehmen. Auch Kapseln oder Saft kommen bei der systemischen Therapie in Frage. Die Wirkstoffe der systemischen Therapie gelangen über die Blutbahn in die betroffenen Bereiche. Daher der Begriff systemische Therapie, das Medikament wirkt von innen. Ein weiterer Aspekt: bei der systemischen Therapie wirken die Medikamente im gesamten Körper, was für großflächige Pilzerkrankungen wichtig ist.

Wenn innere Organe von einer Pilzerkrankung befallen sind (systemische Mykose), werden die Medikamente der systemischen Therapie auch intravenös, also über einen Zugang direkt in die Vene, verabreicht. Die systemische Therapie wird in diesem Fall meist im Krankenhaus durchgeführt.

Die Medikamente der systemischen Therapie enthalten Wirkstoffe wie beispielsweise Fluconazol, Itraconazol, Terbinafin oder Griseofulvin. Einige Wirkstoffe der systemischen Therapie sind für die Behandlung von Kindern zugelassen. Auch Jugendliche können mit systemischer Therapie behandelt werden. Eine systemische Therapie kann also breit gefächert angewendet werden.

Nebenwirkungen der systemischen Therapie

Bei der systemischen Pilzbehandlung kann es zu Nebenwirkungen kommen. Als mögliche Nebenwirkung einer systemischen Therapie sind beispielsweise Fieber oder Kopfschmerzen zu nennen. Auch Erbrechen oder Magen- und Darmbeschwerden können als Nebenwirkung der systemischen Therapie auftreten. Moderne Medikamente der systemischen Therapie sind jedoch gut verträglich und führen seltener zu Nebenwirkungen einer systemischen Therapie.

Ihr Arzt wird zuvor sorgfältig abwägen, ob Sie für eine systemische Therapie in Frage kommen. Beispielsweise sollten Schwangere von der systemischen Therapie ausgeschlossen werden. Auch für Leberkranke kommt die systemische Therapie nicht in Frage. Dennoch gilt die systemische Therapie als sehr wirkungsvoll im Vergleich zur äußerlichen Anwendung mit beispielsweise Salben oder Cremes. Denn die systemische Therapie greift die Pilze gezielt und nicht nur oberflächlich an. Dies ist der große Vorteil der systemischen Therapie.

Auch bei der systemischen Therapie sollten Sie darauf achten, dass Sie die Medikamente Ihrer systemischen Therapie wie vom Arzt verordnet einnehmen. Wenn Sie die systemische Therapie vorzeitig abbrechen, besteht das Risiko, dass die Pilze trotz erfolgter systemischer Therapie zurückkehren. Dies ist nicht immer einfach, da sich eine systemische Therapie über einen langen Zeitraum hinziehen kann – aber für eine gezielte Bekämpfung der Pilze ist es leider unerlässlich, dass Sie die systemische Therapie wie vom Arzt verordnet durchzuführen.

Kombinationstherapie: äußerliche Anwendung und systemische Therapie

Manchmal ist es sinnvoll, eine äußerliche und eine systemische Therapie gleichzeitig durchzuführen. Dies wird als Kombinationstherapie bezeichnet. Die systemische Therapie ist dann die Basis, die äußere Anwendung die Ergänzung. Ihr Arzt verschreibt Ihnen bei der Kombinationstherapie beispielsweise Tabletten als Teil der systemischen Therapie und zusätzlich eine äußerliche Creme. So kann er den Pilz von zwei Fronten angreifen und schneller besiegen. Erfahrungsgemäß heilt eine Pilzinfektion, die mit einer Kombinationstherapie aus äußerlicher Anwendung und systemischer Therapie behandelt wird, tatsächlich schneller und besser.

Erfahren Sie mehr zu unserem Auswahlverfahren

Die Qualitätssicherung des Leading Medicine Guide wird durch 10 Aufnahmekriterien sichergestellt. Jeder Arzt muss mindestens 7 davon erfüllen.

  • Mindestens 10 Jahre Operations- und Behandlungserfahrung
  • Beherrschung moderner diagnostischer und operativer Verfahren
  • Repräsentative Anzahl an Operationen, Behandlungen und Therapien
  • Herausragender Behandlungsschwerpunkt innerhalb des eigenen Fachbereiches
  • Engagiertes Mitglied einer führenden nationalen Fachgesellschaft
  • Leitende berufliche Position
  • Aktive Teilnahme an Fachveranstaltungen (z.B. Vorträge)
  • Aktiv in Forschung und Lehre
  • Ärzte- und Kollegenakzeptanz
  • evaluatives Qualitätsmanagement (z.B. Zertifizierung)
Whatsapp Twitter Facebook VKontakte YouTube E-Mail Print