Magenkrebs-OP: Infors & Spezialisten für die Magenkrebs-OP

Eine Magenkrebs-OP hat die Entfernung des Tumors zum Ziel. Sie beinhaltet meist die Entfernung des gesamten bzw. eines großen Teils des Magens inklusive des Lymphabflussgebietes. Grundsätzlich stehen dabei mit der offenen Magenkrebs-OP und der minimal-invasiven, laparoskopischen Magenkrebs-OP zwei unterschiedliche Operationsverfahren zur Verfügung.Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Spezialisten und Zentren für die Magenkrebs-OP.

Empfohlene Spezialisten

Artikelübersicht

Magenkrebs-OP - Weitere Informationen

Häufigkeit von Magenkrebs

Magenkrebs gehört zu den häufigen Krebserkrankungen in Deutschland. Bei Männern steht Magenkrebs an 6. und bei Frauen an 5. Stelle aller Krebsneuerkrankungen pro Jahr. Bei den Todesfällen handelt es sich bei Männern und Frauen um die vierthäufigste zum Tode führende Krebserkrankung.

Pro Jahr gibt es in Deutschland ca. 18.500 Neuerkrankungen, was ungefähr der Hälfte der an Darmkrebs pro Jahr neuerkrankenden Patienten entspricht.

Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern bei 68 und bei Frauen bei 74 Jahren.

Operationsverfahren bei einer Magenkrebs-OP

Die operative Entfernung des Tumors ist der wichtigste Bestandteil der Magenkrebs-Behandlung. Magentumoren sind durch Chemotherapie und Bestrahlung nicht zu heilen. Daher bedeutet die Magenkrebs-OP die einzige Chance auf vollständige Heilung.

Hierfür stehen ebenso wie bei anderen Krebsoperationen zwei unterschiedliche Methoden zur Verfügung: die offene und die minimal-invasive Magenkrebs-OP.

Offene Magenkrebs-OP

Grundsätzlich steht die alte Methode über einen großen Schnitt im Oberbauch („offene Operation“) seit vielen Jahren zur Verfügung. Dabei eröffnet der Operateur den Bauchraum und operiert mit seinen Händen und verschiedenen Instrumenten direkt am Tumor.

Die offene Magenkrebs-OP ermöglicht dem Chirurgen, sich eine gute Übersicht zu verschaffen und die exakte Tumorausdehnung zu ertasten.

offene Magenkrebs-OP

Minimal invasive Magenkrebs-OP

Bei der neueren minimal-invasiven Operationstechnik, auch Laparoskopie genannt, sind nur wenige, sehr kleine Schnitte notwendig. Durch diese werden eine Kameraoptik sowie winzige Instrumente in den Bauch vorgeschoben. Der Chirurg sieht das Innere des Bauches live auf einem Monitor und arbeitet somit ohne direkten Blick.

Das minimal-invasive Verfahren erfordert eine spezielle Erfahrung des Chirurgen. Es ist durch den Einsatz verschiedener Einmalinstrumente teurer als die offene Magenkrebs-OP.

Im Hinblick auf intraoperative Komplikationen und Blutverlust gibt es keinen Unterschied zwischen beiden Techniken. Die laparoskopische Magenkrebs-OP dauert in der Regel etwas länger als die offene Magenkrebs-OP. Sie erfordert aber auf der anderen Seite einen geringeren Personaleinsatz.

minimal-invasive Magenkrebs-OP

Die Erholung nach einer laparoskopischen Operation erfolgt aufgrund geringerer Schmerzen etwas schneller als im Vergleich zur offenen Operation. Ebenso ist das ästhetische Ergebnis der laparoskopischen Operation dem der offenen Operation überlegen.

Das Auftreten von Verwachsungen oder Narbenbrüchen ist nach einer laparoskopischen Operation geringer. Hinsichtlich der Heilung und dem Auftreten postoperativer Komplikationen sind beide Operationstechniken vergleichbar.

In Deutschland werden nur sehr wenige Magenkrebs-OPs minimal-invasiv durchgeführt (2,5%). Einige wenige Zentren verfügen jedoch eine sehr große Erfahrung in dieser speziellen Operationstechnik.

Ziel der Magenkrebs-OP

Egal ob minimal-invasiv oder offen, die kurative (heilende) Magenkrebs-OP beinhaltet die Entfernung des Magens. In manchen Fällen reicht eine Teilentfernung aus. Dann wird ein großer Teils des Magens mit dem tumorbefallenen Abschnitt und dem Lymphabflussgebiet in einem Paket (en-bloc Resektion) entfernt.

Resektions- und Rekonstruktionsverfahren bei der Magenkrebs-OP

Gastrektomie mit D2 Lymphadenektomie

Bei Magenkarzinomen stellt die Entfernung des gesamten Magens mit den Lymphknoten des 1. und 2. Kompartiments die Standardoperation dar. Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Magenkrebs-OP offen oder laparoskopisch vorgenommen wird.

Bei großen Tumoren kann die Entfernung von Nachbarorganen wie

  • der Milz,
  • dem Querdarm oder auch
  • von Anteilen des Zwerchfells

für eine komplette Tumorentfernung erforderlich sein.

Nach der Entfernung des Magens muss die Nahrungspassage wiederhergestellt werden. Hierfür stehen verschieden Verfahren mit und ohne Ersatzmagenbildung zur Verfügung. Sie produziieren im Verlauf ähnliche Ergebnisse.

Am gebräuchlichsten ist die Rekonstruktion mittels Jejunoösophagostomie nach Roux-Y. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass der Abstand zwischen oberer und unterer Anastomose zwischen 40 und 60cm beträgt.

Gastrektomiepräparat
Gastrektomiepräparat

Magenteilresektion mit D2 Lymphadenektomie

Bei einem Tumorsitz am Magenausgang ist in geeigneten Fällen eine 2/3 oder 4/5 Magenresektion möglich. Die Wiederherstellung der Nahrungspassage erfolgt hierbei nach Roux-Y.

Palliative Operationen

Nicht immer besteht die Möglichkeit, den Magentumor komplett zu entfernen. Dann kann unter Belassen des Magentumors eine direkte Verbindung zwischen Magen und oberem Dünndarm zur Wiederherstellung der Möglichkeit der Nahrungsaufnahme erforderlich sein.

Komplikationen und Risiken nach einer Magenkrebs-OP

Wie bei jeder Operation birgt der Eingriff Risiken und Gefahren. Vorbestehende Begleiterkrankungen des Herzens oder der Lunge können das Operationsrisiko erhöhen. Hier ist im Vorfeld zu überprüfen, welche Maßnahmen für eine Verringerung des Operationsrisikos zur Verfügung stehen.

Da es zur Magenkrebs-OP keine Alternative gibt, muss ggf. überprüft werden, ob eine Beschränkung des operativen Eingriffs trotzdem eine vollständige Tumorentfernung ermöglicht.

Es können auch Komplikationen auftreten, die die Gesundheit des Patienten gefährden und den Krankenhausaufenthalt verlängern können.

Die folgenden Komplikationen nach einer Magenkrebs-OP sind möglich

Blutungen: Das Risiko einer relevanten Nachblutung ist dank moderner Gefäßversiegelungstechniken mit 1% sehr gering. Das Hauptrisiko einer Nachblutung besteht deshalb innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Magenkrebs-OP.

Anastomoseninsuffiziens: Eine Undichtigkeit der Naht zwischen 2 Darmenden und im Falle der Magenkrebs-OP auch zwischen Speiseröhre und Darm oder Magenrest und Darm wird als Anastomoseninsuffiziens bezeichnet. Das Risiko hierfür besteht bis zum 7. postoperativen Tag.

Der Grund hierfür besteht in der Regel durch eine Minderdurchblutung im Bereich der neuen Verbindung (Anastomose). Ein erhöhtes Risiko besteht bei Begleiterkrankungen wie

Die Gesamtrate sollte in erfahrenen Kliniken jedoch unter 5% liegen.

Wundinfektionen: Bei bis zu 2% der Patienten nach einer offenen Magenkrebs-OP treten Wundinfektionen auf. Diese sind meist harmlos, können aber den Krankenhausaufenthalt verlängern und später zu einem Narbenbruch führen.

Schmerzen: Die Schmerzen nach einer Magenkrebs-OP können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Sie hängen auch vom Zugangstrauma in der Bauchdecke (offene oder minimal-invasive Operation) ab.

Ziel ist es, den Patienten schmerzfrei zu halten. Dann ist eine schnellere Mobilisation (Kranken-und Atemgymnastik) möglich. Diese reduziert die Rate allgemeiner Komplikationen wie Lungenentzündungen und Thrombosen zu verringern.

Hierbei kann eine spezielle Form der Schmerzmittelgabe über einen rückenmarksnahen Katheter (PDK) sehr hilfreich sein.

Bleibende Folgen nach der Magenkrebs-OP

Eine Magenkrebs-OP kann die Betroffenen in der ersten Zeit nach der Operation vor Probleme stellen. Sie betreffen vor allem die Ernährung. Durch die Verkürzung oder das Fehlen der Magenpassage wird der Speisebrei zu schnell in den Dünndarm transportiert. Dadurch kann der Körper die Nährstoffe nicht vollständig verwerten.

Besonders nach vollständiger Magenentfernung benötigen die Patienten den Ersatz verschiedener Vitamine und Spurenelemente. Durch Störung der Fettverdauung bedingte Durchfälle lassen sich durch fettspaltende Enzyme bessern. Der fast immer auftretenden Gewichtsabnahme nach einer Magenkrebs-OP begegnen Patienten am besten mit einer kohlenhydrat- und eiweißreichen Nahrung.

Das schnelle Absacken des Nahrungsbreis in den Dünndarm kann auch zum sogenannten Dumping-Syndrom führen. Es führt sofort oder mit Verzögerung von einigen Stunden zu

  • Kreislaufproblemen,
  • Übelkeit,
  • Schweißausbrüchen,
  • Herzklopfen,
  • Schwindel und
  • Blutdruckabfall.

Die Ursache liegt in der Belastung des Darms und in dadurch bedingten Stoffwechselstörungen. Gegen diese Probleme hilft am besten, die Nahrung auf sechs bis zehn kleinere Mahlzeiten zu verteilen. Es sollte auch nicht unmittelbar zu den Mahlzeiten getrunken werden. Eine besondere Diät ist nicht erforderlich.

Durch die Entfernung des Magens oder eines Teils davon fehlt der Magenpförtner und der untere Schließmuskel der Speiseröhre. Dadurch kommt es manchmal zu Rückfluss von Nahrungsbestandteilen und Verdauungssekreten in die Speiseröhre.

Diese Symptome lassen sich durch die Nahrungsaufnahme in aufrechter Position verringern. Der Patent sollte außrdem einige Zeit vor dem zu Bett gehen nichts mehr essen. Ansonsten besteht das Risiko, dass im Liegen wiederholt Mageninhalt in die Lunge gelangen und zu Lungenentzündungen führen kann.

Nachsorge nach einer Magenkrebs-OP

Die Nachsorge nach einer Magenkrebs-OP folgt wie bei anderen Krebserkrankungen nach einem genau festgelegtem Schema. Sie besteht aus regelmäßigen klinischen Untersuchungen mit

Bei rechtzeitiger Diagnosestellung und Operation ist eine Heilung in Abhängigkeit vom Tumorstadium möglich.

Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt bei Männern 27% und bei Frauen 28%. Krebserkrankungen des Magens führen im Mittel zu einem Verlust an Lebenserwartung von 8 Jahren bei Männern beziehungsweise 9 Jahren bei Frauen.

Whatsapp Twitter Facebook VKontakte YouTube E-Mail Print