HPV-Impfung - Medizinische Experten

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts empfiehlt seit dem Jahre 2007, Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren mittels HPV-Impfung gegen die sogenannten Hochrisikoviren des humanen Papillomavirus impfen zu lassen. Damit soll eine Reduzierung der Krankheitslast durch den Gebärmutterhalskrebs erfolgen. Bei einer HPV-Impfung wird gegen die HPV-Typen 16 und 18 geimpft, welche die Entstehung von Krebs im Bereich des weiblichen Genitales hervorrufen können. Zusätzlich kann mit der HPV-Impfung vorbeugend gegen die Feigwarzen verursachenden HPV-Typen 6 und 11 geimpft werden. Die HPV-Impfung ist eine Leistung der gesetzlichen und privaten Krankenkassen, wenn die HPV-Impfung bei Mädchen im oben genannten Altersbereich vorgenommen wird.

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HPV-Impfung - Weitere Informationen

Definition des humanen Papillomvirus

Bei dem humanen Papillomvirus handelt es sich um einen Krankheitserreger, der Zellen von Haut und Schleimhäuten befällt. Gegenwärtig sind über 100 verschiedene Typen des humanen Papillomvirus bekannt. Abgesehen vom Menschen konnte das Papillomvirus auch bei anderen Säugetieren und Vögeln identifiziert werden. Einige Typen des humanen Papillomvirus führen zu gewöhnlichen Hautwarzen an Füßen, Händen oder im Gesicht. Derartige Warzen treten bei 5 bis 20 Prozent aller Kinder sowie bei 3 bis 5 Prozent aller Erwachsenen auf. Der Häufigkeitsgipfel liegt bei Kindern im Alter zwischen 10 und 14 Jahren sowie bei Erwachsenen zwischen 20 und 29 Jahren.

Etwa 40 Typen des humanen Papillomvirus befallen die Zellen der Haut- und Schleimhaut im Scham-, Genital- sowie Analbereich und sind damit sexuell übertragbar. Bei diesen genitalen Typen des humanen Papillomvirus lassen sich zwei Gruppen unterscheiden:

  • Niedrigrisikotypen des humanen Papillomvirus bewirken die Entstehung von unangenehmen, aber harmlosen Genitalwarzen, auch als Feigwarzen bezeichnet.
  • Hochrisikotypen des humanen Papillomvirus hingegen können Gewebeveränderungen im Mund-Rachen-Bereich, im Schambereich, am Gebärmutterhals, an der Scheide, am Penis oder am After bedingen und zu einer bösartigen Tumorerkrankung führen. Die häufigste Krebsform, die durch das humane Papillomvirus hervorgerufen wird, ist der Gebärmutterhalskrebs, auch unter dem Begriff „Zervixkarzinom“ bekannt.

Infektion mit dem humanen Papillomvirus

Die Ansteckung mit dem humanen Papillomvirus erfolgt über direkten Kontakt mit infizierten Hautpartien. Mit dem humanen Papillomvirus infizierte Zellen werden hierbei über mikroskopisch kleine Hautverletzungen übertragen. Bedingt durch die Resistenz gegen Austrocknung ist ebenso eine Schmierinfektion über kontaminierte Oberflächen, beispielsweise über die gemeinsame Nutzung von Handtüchern für den Intimbereich, möglich. Äußerst selten findet eine Übertragung des humanen Papillomvirus von der Mutter auf das Neugeborene während der Geburt statt.

Die genitalen Typen des humanen Papillomvirus werden primär durch Geschlechtsverkehr, sei es vaginal, anal oder oral, übertragen. Ein Austausch von Körperflüssigkeiten ist hierbei nicht erforderlich. Das humane Papillomvirus infiziert weder Körperflüssigkeiten oder Blut, noch das Gewebe, das unter der Haut liegt.

Im Laufe ihres Lebens infizieren sich etwa 70 Prozent aller sexuell aktiven Personen mit einem oder mehreren genitalen Typen des humanen Papillomvirus, insbesondere im Alter zwischen 15 und 24 Jahren. Bei über 80 Prozent der Fälle verläuft die Infektion ohne Krankheitssymptome und heilt nach bis zu zwei Jahren spontan aus. Bei einem Großteil der infizierten Personen ist das Immunsystem somit in der Lage, den humanen Papillomvirus erfolgreich zu eliminieren. So wissen Betroffene meist nicht, dass sie Träger des humanen Papillomvirus sind oder waren.

Da das humane Papillomvirus primär über den Geschlechtsverkehr übertragen wird, stellt das Sexualverhalten den wichtigsten Risikofaktor für eine Infektion dar. Als Hauptrisikofaktor für eine Ansteckung mit dem humanen Papillomvirus gilt ein häufiger Wechsel der Sexualpartner.

Das humane Papillomvirus kann jahrelang unbemerkt im Körper verbleiben, bevor Symptome auftreten. Daher liegt der Ansteckungszeitpunkt unter Umständen Jahre zurück und eine Infektion kann nicht mit der Untreue des Partners gleichgesetzt werden. Weist eine Frau eine Infektion mit einem genitalen Typ des humanen Papillomvirus auf, ist mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit auch ihr Partner infiziert, selbst wenn bei diesem keine Symptome auftreten.

Gebärmutterhalskrebs als Folge einer HPV-Infektion

Liegt eine persistierende, also anhaltende Infektion mit einem Hochrisikotyp des humanen Papillomvirus vor, ist das Risiko für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs erhöht. Der einschlägigen Fachliteratur zufolge entwickeln etwa 1 bis 3 Prozent aller Frauen, die persistierend mit einem Hochrisikovirustyp des humanen Papillomvirus infiziert sind, Gebärmutterhalskrebs. Bei 70 Prozent der Gebärmutterhalstumore konnten die humanen Papillomviren 16 oder 18 nachgewiesen werden. Kommen zu einer persistierenden Infektion mit dem humanen Papillomvirus Faktoren wie ein geschwächtes Immunsystem, chronischer Nikotinkonsum, sexuell erworbene Infektionen wie Chlamydien, langjährige Pilleneinnahme oder eine hohe Geburtenzahl hinzu, ist die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs begünstigt.

Weltweit erkranken jährlich 440.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, insbesondere in den Ländern der Dritten Welt. In Deutschland liegt die Zahl der Neuerkrankungen bei 5.500 Fällen pro Jahr, 1.500 Frauen sterben daran. Bei Frauen im Alter zwischen 15 und 49 stellt das Zervixkarzinom mit einem Anteil von 9 Prozent an allen Krebserkrankungen nach dem Brustkrebs das häufigste Karzinom dar.

Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich über verschiedene Vorstufen, die sogenannten intraepithelialen Neoplasien. Der Begriff „intraepithelial“ bringt zum Ausdruck, dass die Zellveränderungen ausschließlich auf dem Epithel, also den obersten Hautschichten, auftreten. Erfolgt keine Behandlung, dringen die Zellwucherungen auch in tieferliegende Hautschichten ein. Erreichen sie Blut- und Lymphbahnen, handelt es sich um keine Krebsvorstufe mehr, sondern um eine Krebserkrankung. Durchschnittlich vergehen von der Infektion mit dem humanen Papillomvirus bis zum Auftreten von Krebs 10 bis 15 Jahre.

In einem Großteil der Fälle treten bei Vorliegen von Gebärmutterhalskrebs oder dessen Vorstufen keinerlei Symptome auf. Mögliche Hinweise sind jedoch unregelmäßige Blutungen, Blutungen während des Geschlechtsverkehrs oder ein ungewöhnlicher Ausfluss. Werden die Krebsvorstufen im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung rechtzeitig erkannt, lässt sich das Entstehen einer Krebserkrankung bereits im Vorfeld verhindern.

Analkarzinom aufgrund von einer HPV-Infektion

Das Analkarzinom stellt mit einer Inzidenz von 0,7/100 000 Frauen und 0,4/100 000 Männern einen seltenen Tumor dar. Bei 80 Prozent aller Analkarzinome lässt sich eine Infektion mit dem humanen Papillomvirus nachweisen. Da ein schwaches Immunsystem sowie häufig wechselnder rezeptiver Analverkehr Risikofaktoren darstellen, sind HIV-positive homosexuelle Männer sowie HIV-positive Frauen, die Analsex praktizieren, deutlich öfter davon betroffen. Diese Risikogruppen sollten daher jährlich eine Tastuntersuchung des Enddarms sowie anale Abstriche durchführen lassen.

Werden bei einer Vorsorgeuntersuchung Vorstufen des Analkarzinoms gefunden, erweist sich die lokale Therapie mit Imiquimod als wirksam. Dreimal wöchentlich wird die Creme auf die betroffenen Bereiche aufgetragen und dadurch eine lokale Entzündungsreaktion hervorgerufen. Hierdurch wird die Menge an humanen Papillomviren langfristig reduziert und dadurch das Fortschreiten der Zellveränderungen zu einem Karzinom unterbunden. Das humane Papillomvirus 16 gilt als häufigster Auslöser eines Analkarzinoms. Da dieses auch durch Impfstoffe abgedeckt wird, die Frauen vor Gebärmutterhalskrebs schützen, wird erwartet, dass eine frühzeitige Impfung gegen das humane Papillomvirus auch Männer davor bewahrt, ein Analkarzinom zu entwickeln. Hier besteht noch Forschungsbedarf.

Schutz vor dem humanen Papillomvirus

Als wirksamster Schutz gegen die Ansteckung mit dem humanen Papillomvirus gilt sexuelle Abstinenz. Da Kondome die infizierten Hautpartien nicht immer vollständig abdecken, mindern sie zwar das Risiko einer Infektion mit dem humanen Papillomvirus, können diese jedoch nicht sicher verhindern. Eine Impfung kann vor einer Infektion mit dem humanen Papillomvirus schützen, ist jedoch nicht für die Behandlung bestehender Infektionen oder Zellveränderungen geeignet. Für Gele, Cremes oder Schaumzäpfchen konnte bislang keine Wirksamkeit in Bezug auf Schutz vor Ansteckung mit dem humanen Papillomvirus belegt werden.

Impfung gegen das humane Papillomvirus

Zum Schutz vor Ansteckung mit dem humanen Papillomvirus stehen in Deutschland zwei Impfstoffe zur Verfügung: Cervarix® und Gardasil®. Beide schützen vor der Infektion mit den humanen Papillomviren 16 und 18. Gardasil® verhindert darüber hinaus auch die Ansteckung mit den humanen Papillomviren 6 und 11, die für die Entstehung von Genitalwarzen verantwortlich sind. Von der Ständigen Impfkommission wurde im März 2007 eine Empfehlung zur generellen Impfung gegen das humane Papillomvirus für Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren ausgesprochen. 2009 wurde diese Impfempfehlung erneut überprüft und für weiterhin gültig befunden. Die Kosten werden hierbei von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Impfung gegen das humane Papillomvirus erfolgt bei beiden Impfstoffen in drei Dosen und sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein.

Die Wirksamkeit der beiden Impfstoffe in Bezug auf die Verhinderung von Infektionen mit dem humanen Papillomvirus beläuft sich Studien zufolge bei nicht-infizierten Frauen auf 99 Prozent. Gardasil® schützt mindestens acht, Cervarix® mindestens fünf Jahre vor einer Ansteckung. Bei bereits mit dem humanen Papillomvirus infizierten Frauen ist die Wirksamkeit deutlich schlechter. In Bezug auf vorliegende Zellveränderungen am Gebärmutterhals konnte keine Wirksamkeit der Impfstoffe nachgewiesen werden. Sowohl Gardasil® als auch Cervarix® gelten als gut verträglich. Nebenwirkungen stellen Hautreaktionen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder vorübergehende Temperaturerhöhungen dar.

Für Jungen besteht in Deutschland keine öffentliche Impfempfehlung gegen das humane Papillomvirus. Studien belegen jedoch, dass auch diese von einer Impfung gegen das humane Papillomvirus profitieren. So traten bei gegen das humane Papillomvirus geimpften im Vergleich zu ungeimpften Jungen Analkrebs sowie Warzen und Krebsvorstufen im Dammbereich, an Penis und After signifikant seltener auf. Eine Impfung von Jungen wird auch als sinnvoll angesehen, um eine Infektion der Partnerin zu verhindern und die Verbreitung des humanen Papillomvirus somit einzudämmen.

Mit Beginn eines sexuell aktiven Lebens nimmt der Nutzen der Impfung gegen das humane Papillomvirus deutlich ab. Nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung kann jedoch eine Impfung gegen das humane Papillomvirus auch hier sinnvoll sein.

Impfstoff der HPV-Impfung

Für die HPV-Impfung sind Impfstoffe erhältlich, die sogenannte „virus-like partikles“ (VLP´s) beinhalten. Sie werden aus den entsprechenden humanen Papillomaviren entwickelt und enthalten einen sehr kleinen Virusbestandteil, das sogenannte Hauptkapsidprotein L1, welches allerdings keine krebserregende Potenz bzw. eine Krebsvorstufe hervorbringt.

Zwei Impfstoffe für die HPV-Impfung sind derzeit in Deutschland zugelassen und in den Apotheken erhältlich:

  1. Gardasil ©: Die HPV-Impfung mit diesem Impfstoff richtet sich gegen die HPV-Typen 16 und 18 und zusätzlich gegen die Typen 6 und 11, welche genitale Warzen hervorrufen können. Der Impfstoff beinhaltet somit die VPL´s dieser vier verschiedenen HPV-Typen. Bei der HPV-Impfung mit diesem Impfstoff werden hochgradige Vorstufen eines Gebärmutterhalskrebses, der Gebärmutterhalskrebs selbst, hochgradige Vorstufen des Schamlippenkrebses sowie die äußeren Genitalwarzen vorgebeugt.
  2. Cervarix ©: Bei der HPV-Impfung mit diesem Impfstoff wird einer Infektion mit den HPV-Typen 16 und 18 vorgebeugt und die HPV-Impfung richtet sich ebenfalls gegen die Entstehung von hochgradigen Vorstufen eines Gebärmutterhalskrebses, den Gebärmutterhalskrebs selbst, und hochgradige Vorstufen des Schamlippenkrebses. Injaltlich besteht Cervarix© aus den VPL´s der HPV-Typen 16 und 18.

Die HPV-Impfung mit einem der beiden Impfstoffe erfolgt durch eine intramuskuläre Injektion und führt zu einer erhöhten Konzentration von Antikörpern gegen die entsprechenden HPV-Typen im Blut. Dabei konnte nach einer HPV-Impfung eine 100- bis 1000-fach höhere Konzentration von Antikörpern festgestellt werden, als nach einer natürlichen Infektion.

Zur Vorbeugung von HPV-Infektionen, hervorgerufen durch die HPV-Typen 16 und 18 und den daraus resultierenden Folgeerkrankungen, gilt eine abgeschlossene Grundimmunisierung (3 Dosen) von Mädchen und jungen Frauen vor dem ersten Geschlechtsverkehr nach Studienlage als gesichert. In einigen Fällen profitieren auch Frauen nach Aufnahme des Geschlechtsverkehrs und nach bereits erfolgter Infektion mit dem HPV-Virus von einer HPV-Impfung. Es konnte in Studien festgestellt werden, dass ein erneutes Auftreten von Feigwarzen durch eine HPV-Impfung verhindert werden kann.

Neuere Erkenntnisse im Bereich der HPV-Impfung im Zusammenhang mit Hautwarzen

In einer präklinischen Studie (Schellenbacher 2013) wurde die Wirksamkeit eines neuen Impfstoffes für die HPV-Impfung erprobt, der aus zwei verschiedenen Teilen des HPV-Virus zu einem Impfstoff zusammengesetzt wird. Unter Laborbedingungen konnte eine breitere Wirksamkeit gegen Niedrig- und Hochrisiko-Typen festgestellt werden, als bei den bereits in Deutschland zugelassenen Impfstoffen. Außerdem konnte durch diese HPV-Impfung eine Vorbeugung sowohl vor den genitalen Warzen als auch vor den der Haut zugeordneten Warzen beobachtet werden. Gerade bei Kindern und bei Menschen mit einer Abwehrschwäche, welche unter dem zahlreichen Auftreten von Warzen leiden, könnte diese neue HPV-Impfung hilfreich sein. Allerdings wird die Vermarktung dieser neuen HPV-Impfung noch einige Zeit dauern, da der Impfstoff noch in weiteren Studien geprüft und vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen werden muss. Wissenschaftler sind aber zuversichtlich, was die Einführung dieses neuen Impfstoffes für die HPV-Impfung betrifft, da er als Grundimpfstoff in Gardasil und Cervarix bereits vorliegt und ein sehr gutes Sicherheitsprofil aufweist. Darüber hinaus bietet er als Einzelimpfstoff einen ökonomischen Vorteil gegenüber den bereits am Markt befindlichen HPV-Impfstoffen.

Ausblick zur HPV-Impfung

Das Vorhandensein von Warzen kann als ein kosmetisches Problem angesehen werden oder im schlimmeren Fall stellt es eine ernst zu nehmende Erkrankung, hervorgerufen durch das HPV-Virus, dar. Beides sollte von einem Mediziner beurteilt werden und im Einzelfall sollten dann konkrete therapeutische und/oder vorbeugende Maßnahmen vorgenommen werden. Wichtig ist, dass im Falle einer HPV-Infektion nicht zwangsläufig mit der Entstehung von Krebs zu rechnen ist. Bei der Entstehung von Krebs müssen mehrere unterschiedliche Faktoren zusammenkommen, damit eine Zelle entartet.

Die HPV-Impfung mit den oben genannten Impfstoffen verzeichnet nach ihrer Einführung einen Rückgang des Gebärmutterhalskrebses und seiner Vorstufen. Allerdings ist die Impfrate in Deutschland geringer als in anderen Ländern, in denen ebenfalls geimpft wird. Einiges deutet darauf hin, dass ein neuer HPV-Impfstoff eine erfolgversprechende Maßnahme zur Verhinderung von HPV-Infektionen ist. Leider deckt aber auch die neue HPV-Impfung nicht alle HPV-Typen bei der Immunisierung ab. So gibt es neben den oben genannten Hochrisikotypen 16 und 18 weitere, die ebenfalls diese krebserregende Potenz aufweisen. Selten kommt es nach einer HPV-Impfung auch zu einem Impfversagen und es hat keine Immunisierung stattgefunden. Deshalb muss auch nach einer HPV-Impfung weiterhin eine Krebsfrüherkennung seitens eines Frauenarztes erfolgen, damit eine mögliche HPV-Infektion erkannt und behandelt werden kann.

Sollte die neue HPV-Impfung etabliert werden, so profitieren neben Kindern auch Personen mit einer Abwehrschwäche von der vorbeugenden Wirkung einer HPV-Impfung gegen die Bildung von Hautwarzen. Möglicherweise werden dann die Kosten der HPV-Impfung sowohl für Mädchen als auch Jungen von den Krankenkassen übernommen, was zurzeit noch nicht der Fall ist. Werden beide Geschlechter mit der HPV-Impfung geimpft, so wird mit einem noch höheren Rückgang des Gebärmutterhalskrebses gerechnet und auch Krebsarten vermindert, die ebenfalls mit HPV-Infektionen in Zusammenhang stehen. Dazu gehören unter anderem das Peniskarzinom und z.B. Karzinome des Kehlkopfes.

Quellen

Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI 2009): Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) zur Prävention HPV16/18 induzierter Zervixkarzinome und derer Vorstufen. http://portal.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta234_bericht_de.pdf (Zugriff am 29.11.2013)

Herrmann K, Trinkkeller U (2007): Dermatologie und medizinische Kosmetik. Springer, Heidelberg

Hof H, Dörries R (2009): Medizinische Mikrobiologie. Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart

Robert Koch Institut (RKI 2007): Epidemiologisches Bulletin Nr. 12. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2009/Ausgaben/32_09.pdf?__blob=publicationFile (Zugriff am 29.11.2013)

Schellenbacher, C et al. (2013): Efficacy of RG1-VLP Vaccination against Infections with Genital and Cutaneous Human Papillomaviruses; Journal of Investigative Dermatology, doi: 10.1038/jid.2013.253
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