Brustkrebs wird, wie viele andere Krebsarten auch, vor allem mit Chemo- und Strahlentherapie sowie operativen Eingriffen behandelt. Die spezielle Beschaffenheit der Erkrankung eröffnet aber auch besondere Therapiemöglichkeiten. Erfahren Sie hier mehr zur Brustkrebsbehandlung!

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Die verschiedenen Arten der Brustkrebs-Behandlung

Die Brustkrebs-Behandlung besteht aus verschiedenen Bausteinen, die je nach Größe und Ausbreitung des Tumors der Patientin zum Einsatz kommen. Auch persönliche Umstände, die allgemeine gesundheitliche Verfassung und das Stadium des Brustkrebses fließen in die Wahl der Behandlungsmethode ein. Sowohl die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie als auch die Deutsche Krebsgesellschaft geben regelmäßig Leitlinien heraus, an denen sich Gynäkologen und Onkologen bei der Zusammenstellung der Therapie orientieren.

Wichtig für die Behandlung des Brustkrebses ist neben der Größe des Tumors in der Brust auch, ob benachbarte Lymphknoten befallen sind und ob sich bereits Metastasen im Körper ausgebreitet haben. Prinzipiell kommen in den meisten Brustkrebs-Stadien kurative Therapien zum Einsatz, die das Ziel einer vollständigen Heilung haben. Bei weit fortgeschrittenen Erkrankungen wird Brustkrebs aber mehr wie eine chronische Krankheit behandelt, die bedingt kontrolliert, aber nicht mehr geheilt werden kann.

Ausgangspunkt der Brustkrebs-Behandlung ist in der Regel ein Facharzt für Frauenheilkunde, der zur weiteren Diagnose und Behandlung zu Spezialisten ins Krankenhaus überweist. Stellen Sie deswegen sicher, dass der überweise Arzt stets alle Arztbriefe erhält. So behält erden Überblick über die durchgeführten Maßnahmen und kann Sie stets angemessen beraten. Allgemein herrscht bei der Behandlung von Brustkrebs in der Regel kein Zeitdruck, sodass Sie sich in aller Ruhe über die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten, deren Vorteile und Risiken informieren können.

Neben Gynäkologen sind auch Spezialisten der Senologie, der Wissenschaft von der Brustdrüse in die Diagnose und Therapie des Mammakarzinoms eingebunden. Diese können ebenfalls die Mammographie zur Brustkrebsvorsorge und Früherkennung von Mikrokalk und Knoten in der Brust durchführen. Spezielle zertifizierte Brustzentren bündeln das Expertenwissen von Fachärzten verschiedener medizinischer Fachgebiete.

Chirurgische Entfernung des Tumors

Der erste Schritt und Kern der meisten Brustkrebs-Behandlungen ist die chirurgische Entfernung des Tumors (Brustkrebs-OP). Je nach dessen Größe kann die betroffene Brust erhalten werden oder muss ganz abgenommen werden. Bei sehr fortgeschrittenem Brustkrebs oder einem großen Risiko werden unter Umständen beide Brüste vorbeugend abgenommen und meist auch wieder rekonstruiert (Brustrekonstruktion).

In den meisten Fällen wird heutzutage so minimal wie möglich operiert. Das heißt, dass der Chirurg nur den Tumor selbst, sowie einen kleinen Randsaum als Sicherheitsabstand entfernt. In der Regel wird außerdem der nächstgelegene Lymphknoten entfernt, um die Ausbreitung der Tumorzellen im Zuge von Metastasierungen zu verhindern. Den Lymphknoten zu untersuchen liefert außerdem Erkenntnisse über die Verbreitung des Brustkrebses im Körper.

In drei von vier Fällen ist heute eine brusterhaltende Operation möglich. Auch wenn die Entfernung der gesamten Brust sich sicherer anfühlen mag, birgt sie kein geringeres Rückfallrisiko. Um eventuell in der Brust verbliebene Tumorzellen nach der Operation abzutöten, werden häufig weitere Maßnahmen, sogenannte adjuvante Therapien angewandt. Durch diese fortgeschrittenen Behandlungsmethoden ist die Prognose von Brustkrebspatientinnen mittlerweile sehr gut. Etwa 9 von 10 leben auch fünf Jahre nach der Diagnose noch.

Adjuvante Therapien vor oder nach der Operation

Ist ein Tumor zu groß, um brusterhaltend operiert zu werden, kann versucht werden, ihn durch andere Therapiemaßnahmen zuerst zu verkleinern. Diese werden dann als neoadjuvante Therapien bezeichnet. Dazu gehören unter anderem:

  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie
  • Antihormontherapie
  • Antikörpertherapie
  • Antiangiogenesetherapie

Nach der Operation erfolgen in der Regel weitere Therapien, um einem Rückfall vorzubeugen oder vorhandene Metastasen zu bekämpfen. Die Chemotherapie wirkt dabei unspezifisch im ganzen Körper und eignet sich daher, um auch bisher nicht lokalisierte Tumorzellen zu vernichten. Sie verhindern in der Regel als sogenannte Zytostatika das Wachstum von Zellen, was besonders die sich schnell teilenden Tumorzellen behindert. Es sind aber auch alle anderen Körperzellen betroffen, weswegen die Chemotherapie meist mit starken Nebenwirkungen einhergeht.

Die Antiangiogenesetherapie wirkt ebenfalls auf den ganzen Körper. Als Angiogenese wird die Neubildung von Blutgefäßen bezeichnet. Vor allem große Tumoren benötigen mit der Zeit immer mehr Sauerstoff und Nährstoffe, weswegen sie neue Adern und Venen bilden. Bestimmte Medikamente verhindern dies, sodass das Tumorwachstum eingeschränkt wird. Meist wird diese Art der Brustkrebs-Behandlung mit einer Chemotherapie kombiniert.

Eine weitere Art der adjuvanten Therapie ist die Bestrahlung. Sie wird ebenfalls vor allem in Anschluss an eine Operation angewendet, ist aber auf einen spezifischen Bereich beschränkt. Die Strahlentherapie schädigt das Erbgut der Zellen, wodurch diese absterben. Tumorzellen können sich weniger gut regenerieren als gesundes Gewebe, wodurch die Strahlung sie besonders hart trifft. Trotzdem treten bei der Strahlentherapie immer auch Nebenwirkungen durch die Schädigung von gesunden Zellen auf.

Zielgerichtete Therapien mit geringen Nebenwirkungen

Etwa zwei Drittel aller Brusttumoren reagieren mit Wachstum auf die weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron. Diese sogenannten hormonrezeptorpositiven Tumorzellen können wirksam mit einer Antihormontherapie bekämpft werden. Dabei verabreichen Spezialisten für Brustkrebs Medikamente in Form von Tabletten oder Spritzen. Diese unterbinden die Hormonbildung oder blockieren die Andockstellen an den Zellen. Dadurch verlangsamt sich das Wachstum des Tumors oder stoppt ganz.

Antihormontherapie kommt entweder in Kombination mit anderen Medikamenten als alleinige Brustkrebs-Behandlung oder nach einer Operation zum Einsatz. Sie wirkt systemisch und erfasst damit auch im Körper verstreute Tumorzellen und Metastasen. Um ihre volle Wirksamkeit entfalten zu können, muss die Antihormontherapie über einen langen Zeitraum von mehreren Jahren durchgeführt werden. Die genauen Wirkstoffe hängen sowohl von der Tumorart als auch dem Hormonstatus der Frau (vor, in oder nach der Menopause) ab.

Eine weitere zielgerichtete Brustkrebs-Behandlung ist die Antikörpertherapie. Antikörper sind vom Körper hergestellte Moleküle zur Abwehr von Krankheitserregern. Sie dienen aber auch der Bekämpfung von entarteten Körperzellen, beispielsweise von Tumoren. Antikörper reagieren immer auf Zellen mit bestimmten Eigenschaften. So ist es möglich, Medikamente zu verabreichen, die speziell die Brustkrebszellen angreifen und gesundes Gewebe nicht schädigen. Sie haben daher weniger Nebenwirkungen als beispielsweise Chemo- oder Strahlentherapie.

Behandlung bei fortgeschrittenem Brustkrebs

Sind bereits viele Lymphknoten von Tumorzellen befallen und diese haben sich bereits im ganzen Körper ausgebreitet, ist die Prognose von Brustkrebs-Patienten eher schlecht. Die Gesundheit ist dann meist allgemein in einem schlechten Zustand und die Patientinnen haben meist nicht mehr die Kraft, die langwierige kurative Therapie durchzustehen. Unter solchen Bedingungen kommt die palliative Therapie zum Einsatz. Sie zielt nicht auf die Heilung der Patientin ab, sondern darauf, ihr ein Leben ohne Schmerzen zu ermöglichen.

Quellen:

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/brustkrebs/brustkrebs-basis-infos-fuer-patienten.html#vorbeugung

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/brustkrebs/frueherkennung/selbstuntersuchung-der-brust.html

https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/was-ist-brustkrebs.php

https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Blaue_Ratgeber/Brustkrebs_BlaueRatgeber_DeutscheKrebshilfe.pdf

https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/einrichtungen/kliniken/frauenklinik/brustzentrum/ratgeber

https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-045OLp1_S3_Brustkrebs_Fueherkennung_2010-abgelaufen.pdf

https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-045OLk_S3_Mammakarzinom_2018-09.pdf

https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-045OLp2_S3_Mammakarzinom_2019-04.pdf