Aortenstent - Spezialisten und Informationen

Bestehende Gefäßerkrankungen führen im weiteren Lebensverlauf vielfach zu einer krankhaften Gefäßerweiterung. Die Hauptschlagader (Aorta) zählt dabei zu den am häufigsten betroffenen Regionen. Wenn Sie von einer Aussackung (Aneurysma) der Aorta betroffen sind, besteht die Möglichkeit, die betroffene Stelle chirurgisch zu behandeln und durch eine sogenannte Gefäßprothese zu ersetzen.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu Aortenstents sowie Spezialisten für das Einsetzen von Aortenstents.

Empfohlene Aortenstent-Spezialisten

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Aortenstent - Weitere Informationen

Definition: Was ist ein Aortenstent?

Die Aussackung der Hauptschlagader (Aortenaneurysma) birgt die Gefahr des Einreißens ab einer bestimmten Größe. Die Folge ist eine lebensbedrohliche Blutung, die fast immer schnell zum Tod führt. Um dem vorzubeugen, hat Ihr Arzt die Möglichkeit, das betroffene Areal mit einem sogenannten Aortenstent zu versorgen. Dies ist sinnvoll ab einer Größe der Aussackung von etwa fünf Zentimetern. Ein Aortenstent ist eine medizinische Gefäßstütze, beziehungsweise Prothese, die den Zweck hat, die Hauptschlagader (Aorta) zu stabilisieren.

Gründe für einen Aortenstent

Die Aorta ist im menschlichen Körper die größte Arterie. Im Lauf der Zeit kommt es bei vielen Menschen zu einer Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose). Das gilt auch für die Aorta. Während bei kleineren Arterien die Schädigung meist zu einer Verengung des Gefäßes führt, zeigt sich an der großen Aorta die Schwächung der Gefäßwand vor allem in Form einer Erweiterung.

Die Arteriosklerose ist die Hauptursache für ein Aneurysma an der Hauptschlagader. Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren, wenn auch sehr viel selteneren Grund für das Aortenaneurysma. Dabei handelt es sich um eine erblich bedingte (angeborene) Schwäche des Bindegewebes mit der Bezeichnung Marfan Syndrom.

Das Risiko für die Gefäßverkalkung steigt sukzessive mit dem Lebensalter. Ihre Gefäßwände verändern sich mit den Jahren. Sie verlieren an Elastizität und sind zunehmend weniger in der Lage, den hohen Druck, der auf ihnen lastet, abzufangen. Bluthochdruck zählt dabei zu den Risikofaktoren, die eine Belastung für die Gefäße darstellen.

Bakterielle Infektionen gelten ebenfalls als eine der Ursachen, die mit der Entstehung von Aneurysmen im Zusammenhang stehen. Infektionen führen zu entzündlichen Prozessen, unter anderem auch an der Gefäßwand. Mit der Zeit entwickelt sich daraus eine Gefäßaussackung, die unter der Bezeichnung mykotisches Aneurysma bekannt ist. Auch hier ist eine Versorgung mit einem Aortenstent erforderlich, wenn die Aussackung zu groß wird.

Methoden beim Setzen eines Aortenstents

Lange Zeit galt das Einsetzen von Gefäßprothesen (Stent-Implantation) als äußerst risikoreiche Operation, die für den Facharzt nur an der offenen Aorta durchführbar war. Seit mittlerweile etwa 15 Jahren ist der Eingriff minimalinvasiv in Form einer sogenannten endovaskulären Behandlung (innerhalb des Gefäßes) möglich. Das Risiko ist für Patienten entsprechend deutlich geringer. Inwieweit diese Operationstechnik durchführbar ist, hängt jedoch sowohl von der Größe als auch von der genauen Position des Aneurysmas ab.

Es gibt Aussackungen an der Hauptschlagader auf Brustkorbhöhe (thorakales Aneurysma) und im Bereich des Bauches (abdominelles Aneurysma). Eingriffe in Form eines Aortenstents kommen vor allem zur Stabilisierung der Schlagader am Bauch zum Einsatz. Die Stentprothese verhindert dabei ein Reißen der Aorta und sorgt für eine innere Stützfunktion. Zum Einsatz kommt meist ein Stentgraft, eine Gefäßprothese, bei der ein Geflecht aus medizinischem Draht als Stütze (Stent) mit einem künstlichen Blutgefäß (Graft = Transplantat) kombiniert wird.

Die Experten für einen solchen Eingriff sind

Häufig findet eine enge Zusammenarbeit zwischen den Fachrichtungen statt. Bevor Ihr Arzt den Aortenstent setzt, kontrolliert er die exakte Lage und auch Ausdehnung der Aussackung mit einem bildgebenden Verfahren. Hier kommt beispielsweise die Aortografie (radiologische Untersuchung) infrage, aber auch Ultraschall, MRT (Magnetresonanztherapie) oder CT (Computertomografie).

Ihr behandelnder Arzt nimmt den Eingriff in der Regel unter lokaler Betäubung in Kombination mit einer leichten Sedierung vor. Er führt die Gefäßprothese über die Arterie der Leiste mittels Katheter ein, der mit einem ausdehnbaren Ballon versehen ist (Ballonkatheter). Damit platziert er die Prothese an der betroffenen Stelle und verankert sie dort. Der Eingriff nimmt in etwa eine bis zwei Stunden in Anspruch.

Nachsorge beim Aortenstent

Unmittelbar nach dem Eingriff tragen Sie als postoperativer Patient für einige Stunden einen speziellen Druckverband, der ein Nachbluten verhindert und bewegen sich für dieser Dauer möglichst nicht (Bettruhe). Nach dem Eingriff dürfen Sie während eines Zeitraums von acht Wochen keine Lasten tragen, die mehr als fünf Kilogramm wiegen. Für den weiteren Verlauf plant Ihr Arzt mit Ihnen Termine für regelmäßige Kontrolluntersuchungen.

Eventuelle Risiken und Komplikationen

Sehr selten kommt es vor, dass der Aortenstent nicht vollständig fest in der Aorta sitzt. Das ist jedoch erforderlich, damit ein Ausschalten der Aussackung vom Blutfluss gewährleistet ist. Ein fehlerhafter Sitz sorgt für eine weitere Durchblutung des Aneurysmas und damit für eine fortdauernde Gefährdung des Reißens.

In etwa 20 Prozent der Fälle kommt es nach dem Eingriff im Zeitraum der ersten sechs Monate zu einer Ausweitung des Stents. Auch ein Lösen oder Wandern der Prothese ist möglich. Regelmäßige Nachkontrollen sind erforderlich, damit Ihr Arzt eventuelle Veränderungen zeitnah feststellt. Eine Folgeoperation ist in solchen Situationen gegebenenfalls erforderlich und möglich.

Prognose

Die Prognose für das Aortenaneurysma ist bei der Behandlung durch einen Aortenstent in der Regel sehr gut. Wichtig ist im weiteren Verlauf eine Kontrolle der generellen Gefäßerkrankung, sowie in den meisten Fällen die Verabreichung von geeigneten Medikamenten, um ein weiteres Voranschreiten der Arteriosklerose auch in anderen Bereichen des Körpers zu verlangsamen. Wenn Sie Risikofaktoren haben, beispielsweise einen bislang unbehandelten Bluthochdruck oder Diabetes, ist eine entsprechende Medikation, die Ihr Arzt mit Ihnen bespricht, in jedem Fall unabdingbar.

Fazit

Der Einsatz eines Aortenstents ist eine minimalinvasive Therapie mit hohem Nutzen und überschaubarem Risikoprofil bei einem Aneurysma an der Hauptschlagader. Im Gegensatz zu einer Operation an der offenen Aorta gilt dieses endovaskuläre Verfahren als schonende therapeutische Alternative für Aussackungen, die insbesondere im Bereich der Bauchschlagader auftreten. Ihr behandelnder Arzt implantiert den Stent ohne die Notwendigkeit eines Bauchschnitts direkt über einen Leistenkatheter.

Quellen

https://radiologie.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/m_cc06/radiologie/Radiologie/Durchblick/2013_Februar/Scheurig_022013.pdf
https://www.gefaessdocs.com/aortenstent
https://www.ukw.de/herz-thorax-chirurgie/schwerpunkte-der-herzchirurgie/therapie-des-aneurysmas/stentimplantation-ohne-brustkorberoeffnung/
https://www.cardio-guide.com/therapie/stent/
https://www.apotheken-umschau.de/therapie/therapiearten/stentimplantation-stuetze-fuer-blutgefaesse-743387.html
https://www.netdoktor.de/krankheiten/aneurysma/aortenaneurysma/
https://www.muenchen-klinik.de/gefaesserkrankungen/aortenaneurysma/
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