Zahnfleischerkrankungen - Medizinische Experten

Die häufigsten Zahnfleischerkrankungen sind die Gingivitis und die Parodontitis. Bei der Gingivitis handelt es sich um eine Entzündung des marginalen Zahnfleischs. Wird diese nicht behandelt kann sich die ntzündung in die Tiefe fortsetzen und zu einer Parodontitis führen.

Weitere Informationen zu Zahnfleischerkrankungen finden Sie im Text weiter unten.

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Zahnfleischerkrankungen - Weitere Informationen

Zahnfleischerkrankung Gingivitis

Das im gesunden Zustand hellrosa aussehende Zahnfleisch ist durch die Entzündung dunkelrot verfärbt und blutet leicht, z.B. beim Zähneputzen. Diese Blutungen führen dazu, dass das Gebiss nicht mehr gründlich genug gereinigt wird. Dies hat wiederum zur Folge, dass Plaque noch schlechter entfernt wird und die Erkrankung in einem Teufelskreis weiter voranschreitet. Dabei kann die Zahnfleischentzündung durch intensive Gebisspflege ohne bleibenden Schaden geheilt werden.

Durch hormonelle Änderungen (Östrogenspiegel) während einer Schwangerschaft kann sich als Sonderform die Schwangerschaftsgingivitis ausbilden. Nach Schwangerschaftsende bildet sie sich meist innerhalb von zwei bis drei Wochen zurück.

Zahnfleischerkrnakung Parodontitis

Wird die Zahnfleischentzündung nicht behandelt, setzt sich die Entzündung in die Tiefe fort und greift auf andere Strukturen des Zahnhalteapparates über. Das entzündete Zahnfleisch löst sich von der Zahnhalsoberfläche ab. Es entsteht eine Zahnfleischtasche, die recht schnell von Bakterien besiedelt wird, da hier die Zahnbürste nicht hinreicht. Der sich bildende Zahnbelag verkalkt unterhalb des Zahnfleisches zu Zahnstein. Dieser Zahnstein ist Folge, nicht Ursache der Taschenbildung und trägt mit dazu bei, dass sich die Entzündung verstärkt und am Zahn entlang in Richtung Wurzelspitze fortschreitet. Dabei wird der umgebende Knochen in den Prozess miteinbezogen. Als Reaktion auf die Entzündung kommt es zu einem Abbau des Knochens und der Zahnhaltefasern. Der Zahn beginnt sich mehr und mehr zu lockern und fällt schließlich aus. Trotz des Knochenverlustes kann das Zahnfleisch auf normaler Höhe bleiben. Es kann aber auch schrumpfen; in diesem Fall erscheinen die Zähne länger.

Während die Parodontitis bei Erwachsenen in der Regel relativ langsam verläuft, schreitet die zwischen dem 12. und 20. Lebensjahr auftretende Jugendlichenparodontitis sehr schnell voran. Bis zum Verlust der Zähne vergehen oft nur Monate. Glücklicherweise tritt diese Erkrankung nur sehr selten (ca. 0,1 Prozent) auf.

Behandlung von Zahnfleischerkrankungen

Ziel der parodontalen Therapie ist zum einen, den Zahnhalteapparat vor weiteren Schäden zu schützen und damit die Zähne und Gebissfunktion zu erhalten. Darüber hinaus wird auch eine Regeneration des parodontalen Gewebes angestrebt. Die Behandlung erfolgt in mehreren Abschnitten, wobei es für ihren Erfolg besonders vor und nach der eigentlichen Therapie auf die Eigeninitiative der Betroffenen bei der Mundhygiene ankommt.

Um die zerstörerischen Prozesse zu stoppen, wird sich der Zahnarzt zunächst ein genaues Bild darüber verschaffen, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Dazu dient neben Röntgenaufnahmen die Zahnfleischtaschensondierung. Bei dieser Methode lassen sich die Tiefe der Zahnfleischtaschen und das Ausmaß der Entzündungen mit einer speziellen Sonde messen, die am Zahn entlang geführt wird. Genaueren Aufschluss über die Art der dort angesiedelten Bakterien liefert ein Speicheltest.

Auf eine solche umfassende Diagnostik, die auch den Gesamtzustand des Gebisses mit einschließt, folgt in der ersten Behandlungsphase eine gründliche Entfernung der harten und weichen Zahnbeläge (professionelle Zahnreinigung) und eventuell eine Sanierung des Gebisses. Dabei erhalten die Patienten auch ausführliche Hinweise zur regelmäßigen Zahnpflege zu Hause. Im Anschluss daran beginnt die eigentliche Therapie der unterhalb des Zahnfleischsaums gelegenen bakteriellen Herde. Ihnen wird mit zwei Methoden zu Leibe gerückt:

  • Bei der geschlossenen Behandlung werden nunmehr auch die Bereiche innerhalb der Zahnfleischtaschen unter örtlicher Betäubung mit speziellen Schabern (Küretten), Ultraschall- oder Lasergeräten von Belägen befreit (subgingivales Scaling oder geschlossene Kürettage).
  • Sind die Taschen sehr tief oder hat sich die geschlossene Behandlung als nicht erfolgreich herausgestellt, kann eine chirurgische Therapie nötig sein. Bei dieser offenen Behandlungsform werden die Bereiche unter dem Zahnfleisch freigelegt und unter Sichtkontrolle erneut gereinigt. Darüber hinaus können hierbei stark geschädigte Areale mit Knochenersatzmaterialien oder Membranen versorgt werden, um die Regeneration des Zahnhaltegewebes zu unterstützen.

Parallel dazu kann, je nach dem, welche Bakterienarten vorherrschen, eine zusätzliche Antibiotikatherapie sinnvoll sein, wobei der Wirkstoff in Tablettenform oder aber direkt auf die entzündeten Bereiche gegeben werden kann. Da sich der Zahnhalteapparat auch nach einer zurückgedrängten Parodontitis meist nicht vollständig regeneriert, sind eine regelmäßige Nachsorge sowie eine dauerhafte intensive Mund- und Zahnhygiene umso wichtiger, damit sich in den behandelten Zahnfleischtaschen nicht erneut Bakterien ansiedeln.

Prävention von Zahnfleischerkrankungen

Wer es nicht so weit kommen lassen will, dass die beschriebenen Therapieschritte eingeleitet werden müssen, sollte sich beizeiten eine intensive Mundhygiene zu eigen machen. Dazu gehören regelmäßige zahnärztliche Kontrollen mit Entfernen von Zahnstein oder, noch besser, professioneller Zahnreinigung, deren Kosten die gesetzlichen Krankenkassen allerdings nicht übernehmen. Zusätzlich zu den vielen anderen positiven Effekten auf die Gesundheit ist mit einem Verzicht auf das Rauchen auch dem Zahnhalteapparat gedient, denn Raucher tragen ein gegenüber Nichtrauchern um ein Vielfaches erhöhtes Risiko, an Paradontitis zu erkranken.