Metabolisches Syndrom - Symptome, Behandlung und Spezialistensuche

Die moderne Lebensweise bewirkt, dass Übergewicht zur Volkskrankheit wird. Übermäßiges Sitzen, schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung führen langfristig nicht nur zu einer Anreicherung von Fettdepots, sondern sind ferner für vielfältige Funktionsstörungen, Krankheiten und Problemkomplexe im menschlichen Körper zuständig. Als Oberbegriff hat sich der Fachterminus Metabolisches Syndrom etabliert.

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Metabolisches Syndrom: Definition

Als metabolisches Syndrom bezeichnet man einen Komplex aus Begleiterkrankungen, die im Verbund mit einer abdominalen Adipositas (vor allem am Bauch angesammeltes Übergewicht) auftreten. Das metabolische Syndrom entwickelt sich über Jahre, sodass eine medizinische Behandlung zumeist sehr spät eingeleitet wird. In erster Linie schädigt das metabolische Syndrom das Herz-Kreislauf-System.

Neueste Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass das Syndrom auch die Ausbildung von anderen Krankheitsbildern wie z. B. Gicht wahrscheinlicher macht. Das metabolische Syndrom tritt vor allem bei Menschen mit Übergewicht auf. Derzeit gelten mehr als 20 Prozent der Bevölkerung als übergewichtig. Dementsprechend sind viele Menschen durch die Auswirkungen des metabolischen Syndroms gefährdet. Unbehandelt kann das metabolische Syndrom zu schweren Erkrankungen wie Diabetes Typ 2, Schlaganfällen und Herzinfarkten führen und somit lebensgefährlich werden.

Diagnose und Symptome des metabolischen Syndroms

Laut IDF sind Männer ab einem Taillenumfang von 94 cm und höher adipös, Frauen ab einem Taillenumfang von 80 cm und höher. Vom metabolischen Syndrom spricht man per Definition, wenn Adipositas in Verbindung mit mindestens zwei der folgenden Kriterien auftritt:
  • hoher Blutdruck (systolischer Druck über 130 mmHg, diastolischer Druck über 85 mmHg)
  • Diabetes oder Nüchternglukose (Blutzuckerwert über 100 mg/dl)
  • Triglyzeride (Neutralfettwerte über 150 mg/dl)
  • HDL-Cholesterin (Transportmolekül für Cholesterin; bei Männern unter 40 mg/dl, bei Frauen unter 50 mg/dl)
Bei einer Untersuchung auf das Vorliegen eines metabolischen Syndroms erheben Mediziner folglich diesbezüglich Daten und vergleichen sie mit den Richtwerten. Anschließend können sie die Diagnose stellen und gemeinsam mit den Patienten die Behandlungsmöglichkeiten ausloten.

Ursachen und Prävention

Ursachen für das metabolische Syndrom liegen unter anderem in der genetischen Veranlagung, endokrinen (hormonellen) Besonderheiten des Individuums und genetischen Stoffwechselstörungen. Hauptsächlich entsteht das metabolische Syndrom jedoch als Folge eines ungesunden Lebenswandels. Zur Vorbeugung sollte regelmäßig Sport getrieben werden. Maßvolle Einheiten, mehrmals wöchentlich durchgeführt, tragen zu einem gesunden Stoffwechsel, einem normalen Körpergewicht und einer guten Herzgesundheit bei. Wichtig beim Sport ist vor allem eine längere, gleichbleibende Beanspruchung des Bewegungsapparates (z. B. beim Joggen, Radfahren oder Schwimmen) zur Stärkung der Herzleistung.

Des Weiteren sollte auf eine gesunde Ernährung geachtet werden. Fettige, zuckerhaltige Speisen wie Fast Food, Süßigkeiten, aber auch rotes Fleisch steigern die Cholesterinwerte, erhöhen das Körpergewicht und schädigen die Gefäße. Auch von Alkohol und Nikotin ist abzuraten. Dagegen wirken sich der Verzehr von vitaminhaltigen Nahrungsmitteln wie Obst oder Gemüse sowie proteinreichen Lebensmitteln wie Nüssen oder Fisch und die regelmäßige Zufuhr von Wasser positiv auf das Gewicht und die allgemeine Befindlichkeit aus.

Auch über die Ernährung hinaus können Sie dem metabolischen Syndrom im Alltag vorbeugen. Legen Sie fußläufige Distanzen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück, statt das Auto oder den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, versuchen Sie, langes Sitzen zu vermeiden und achten Sie auf eine gemäßigte, geregelte Nahrungsmittelzufuhr.

Laufschuhe

Stress ist eine Hauptursache für die Vernachlässigung einer gesunden Lebensweise und begünstigt daher den Ausbruch von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Versuchen Sie deshalb, Stresssituationen in Ihrem Leben zu minimieren, sich immer wieder Ruhephasen zu gönnen und bewusst zu leben. Darüber hinaus trägt auch ein ausgewogener Nachtschlaf zu einer Verminderung der Risiken bei. Prävention im Überblick:

  • Verminderung der Einnahme fettiger und zuckerhaltiger Speisen und Getränke
  • bewusste Ernährung
  • gesunder Sport (bestenfalls mehrmals in der Woche)
  • Bewegung im Alltag
  • langes Sitzen vermeiden
  • gesunder Nachtschlaf

Behandlung und Prognose

Die Behandlung des metabolischen Syndroms geht in der Regel interdisziplinär vonstatten. Das heißt, dass Fachärzte aus mehreren Bereichen der Medizin zusammenarbeiten und ein gemeinsames Konzept zur Therapie entwerfen. Liegt eine genetisch bedingte Vorerkrankung zugrunde, müssen die Bedingungen der Vorerkrankung in das Behandlungsschema integriert werden. Eine Behandlung des metabolischen Syndroms und der zugrundeliegenden Erkrankungen ist unbedingt notwendig, da das Syndrom nicht nur die Lebensqualität bedeutend einschränkt, sondern das Sterberisiko deutlich erhöht (bis zu dreimal höheres Sterberisiko als bei nicht Erkrankten).

Eine erste Maßnahme zielt auf eine Anpassung des Lebensstils ab. Mittels Ernährungsplänen, Schulungen zu ernährungsbezogenen Grundkenntnissen, der Integration angemessener sportlicher Betätigung in den Alltag (bestenfalls täglich, mindestens mehrmals wöchentlich) und einer Aufklärung des Patienten (z. B. auch über die Auswirkungen von Alkohol- und Nikotinkonsum) kann die negative Entwicklung angehalten und oftmals auch teilweise rückgängig gemacht werden.

Gesunde Ernährung

 

Reicht die Umstellung des Lebenswandels alleine nicht aus, können Mediziner auf eine medikamentöse Behandlung zurückgreifen. Hierbei kommen Arzneimittel zur Senkung des Blutdrucks, zur Senkung des Körpergewichts sowie zur Normalisierung des Fett- und Zuckerstoffwechsels zum Einsatz. Bei entsprechender Ausprägung kann auch die Verschreibung von Medikamenten zur Eindämmung der Harnsäureproduktion vonnöten sein.

Ist der Lebenswandel für das metabolische Syndrom mitverantwortlich, liegt der Verlauf der Behandlung auch in den Händen der Patienten. Betroffene müssen aktiv mitarbeiten und einer Umstellung Ihrer Lebensgewohnheiten gegenüber aufgeschlossen sein. Ist dies gegeben, kann das metabolische Syndrom eingedämmt werden.


Dieser Text wurde überprüft von unserem Experten Prof. Dr. med. Jörg G. Albert.

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