Magenchirurgie - Medizinische Experten

Experten für Magenchirurgie sind häufig Vizeralchirurgen und als solche Spezialisten für alle operativen Eingriffe im Bauchraum. Aber auch Fachärzte für Innere Medizin und Gastroenterologie können Spezialisten für Magenchirurgie sein, da sie der erste Ansprechpartner für den Patienten sind, wenn es um die Durchführung von Magenspiegelungen geht.


Medizinischer Lektor Dr. Claus Puhlmann

Dieser Artikel wurde nach den Vorgaben aktueller medizinischer Fachliteratur, Leitlinien und wissenschaftlichen Standards verfasst und sorgfältig von Medizinern geprüft.

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Was ist der Magen?

Der hauptsächlich aus Muskelzellen und Drüsenzellen bestehende Magen ist ein wichtiger Teil des Verdauungstrakts, in den die Speiseröhre mündet und der in den Zwölffingerdarm, das Duodenum, übergeht. Neben der Speicherung und mechanischen Zerkleinerung und Durchmischung des Nahrungsbreis werden die Nahrungsbestandteile bereits vorverdaut und Bakterien abgetötet. Zu diesem Zweck produzieren die Drüsenzellen einerseits Substanzen, wie das Enzym Pepsinogen und Salzsäure, die die Eiweiße (Proteine) aufspalten, sodass sie im weiteren Verlauf der Verdauung komplett in ihre Einzelbestandteile zerlegt und dann in den Körper aufgenommen werden können. Andererseits geben Magendrüsen auch Muzin ab, ein Stoff, der die Magenschleimhaut vor der aggressiven Salzsäure schützt.

Welche Krankheiten werden von den Spezialisten für Magenchirurgie behandelt?

Der Magen kann von verschiedenen Krankheiten betroffen sein, wie zum Beispiel von Magengeschwüren, Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis, Magenentzündung) oder einem Reizmagen. Nur die wenigsten müssen chirurgisch behandelt werden. Aus einer Gastritis kann sich aber im Laufe der Zeit eine Ulkuskrankheit entwickeln, bei der es zu Verletzungen der Magenschleimhaut kommt. Wird sie nicht behandelt, können sich die Schleimhautdefekte durch die Magenwand nach außen bis in die Bauchhöhle ausdehnen. Nicht immer ist eine medikamentöse Therapie der Ulkuskrankheit oder eine Umstellung des Lebensstils erfolgreich. Wenn der Patient trotz Therapie nicht beschwerdefrei ist oder sich das Magengeschwür nicht zurückbildet, Komplikationen wie Blutungen auftreten oder Verdacht besteht, dass es sich um eine bösartige Geschwulst handelt, ist eine Indikation für eine Operation durch einen Spezialisten für Magenchirurgie gegeben. Eine sehr wichtige Krankheit, die praktisch immer einen operativen Eingriff erfordert, ist das Magenkarzinom (Magenkrebs). Weitere Krankheiten oder Veränderungen, die häufig durch Experten für Magenchirurgie (mit-)behandelt werden, sind beispielsweise:

  • Magenlymphome (ebenfalls eine Krebsart)
  • Gutartige Tumoren
  • Stenosen (Verengungen durch narbige Abheilungen von Magengeschwüren) des Magenausgangs
  • Verletzungen des Magens (beispielsweise durch Fremdkörper, Verätzungen, Gewalteinwirkung)
  • Fehlbildungen (zum Beispiel die Pylorusstenose des Säuglingsalters)
  • Verdrehung des Magens (Volvulus)
  • Magendivertikel (Ausstülpungen der Magenwand)
  • Zwerchfellbruch (Hiatushernie), das heißt Durchtritt von Anteilen des Magens durch das Zwerchfell
  • Refluxkrankheit (Sodbrennen)

Bei krankhaft übergewichtigen Menschen können die Spezialisten für Magenchirurgie eine Magenverkleinerung vornehmen oder einen Magenbypass anlegen.

Welche Diagnoseverfahren setzen Spezialisten für Magenchirurgie ein?

Eines der wichtigsten Verfahren zur Untersuchung von Magenbeschwerden ist die Gastroskopie, die auch als Magenspiegelung bezeichnet wird. Mithilfe eines speziellen Endoskops, dem Gastroskop, das über den Mund und die Speiseröhre in den Magen vorgeschoben wird, kann der Experte für Magenchirurgie die gesamte Magenschleimhaut beurteilen. Entzündungen, Divertikel und Geschwüre können erkannt, Gewebeproben entnommen (Biopsie), Fremdkörper entfernt und bereits kleinere therapeutische bzw. operative Eingriffe (beispielsweise mit einem Laser) vorgenommen werden. Die Gewebeproben können dann im Labor auf Tumorzellen oder Bakterien (zum Beispiel Helicobacter pylorus, ein Bakterium, das Magengeschwüre und letztlich Magenkrebs verursachen kann) untersucht werden.

Verengungen, wie die Pylorusstenose, können mithilfe einer Kontrastmittel-Röntgenuntersuchung erkannt werden. Die Röntgenuntersuchung liefert insbesondere bei fortgeschrittenen Magenkarzinomen gute Ergebnisse. Im Bereich der Tumordiagnostik kommt auch die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) sowie die Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz.

Mithilfe der Bauchspiegelung (Laparoskopie) können die Bauchhöhle sowie der Magen von außen und andere Organe bzw. Strukturen zuverlässig untersucht und ggf. gleich erste therapeutische Eingriffe vorgenommen werden.

Welche Behandlungsmethoden gehören zum Leistungsspektrum eines Magenchirurgen?

Je nach Erkrankung kommen verschiedene Behandlungsmethoden infrage. Neben der diagnostischen Bedeutung kommt der Magenspiegelung (Gastroskopie) auch eine wichtige therapeutische Rolle zu. Mit ihr lassen sich beispielsweise Fremdkörper und Polypen entfernen, unter Zuhilfenahme eines Lasers Verengungen beseitigen oder Blutungen unter anderem durch Einbringen von speziellen Clips, Klebern oder von Medikamenten stillen.

Eine ebenfalls wichtige Bedeutung hat die Bauchspiegelung (Laparoskopie). Im Rahmen dieses minimalinvasiven Eingriffs können ein Zwerchfellbruch behandelt (Hiatushernie-OP), durchgebrochene Magengeschwüre abgedeckt, Teile oder gar der gesamte Magen entfernt (Magenoperation, Magenverkleinerung), Manschetten zur Therapie einer Refluxkrankheit (Antirefluxchirurgie, Reflux-OP) oder ein Magenband zur Behandlung des krankhaften Übergewichts angelegt werden.

Beim Magenbypass wird der Magen durchtrennt und der verbleibende kleine Restmagen mit dem ebenfalls durchtrennten Dünndarm verbunden.

Was zeichnet die Spezialisten für Magenchirurgie aus?

Experten für Magenchirurgie sind häufig Vizeralchirurgen, das heißt, sie haben eine Facharztausbildung zur Viszeralchirurgie gemacht, sind also Spezialisten für alle operativen Eingriffe im Bauchraum, der Bauchwand, der endogenen (nach innen abführenden) Drüsen und der Weichteile, auch für Transplantationen. Neben der Beurteilung, ob eine Erkrankung operativ oder konservativ behandelt werden sollte, beherrschen sie im Falle eines erforderlichen chirurgischen Eingriffs alle endoskopischen, laparoskopischen und minimalinvasiven Operationsverfahren.

Aber auch Fachärzte für Innere Medizin und Gastroenterologie können Spezialisten für Magenchirurgie sein. Sie gelten in der Regel als erste Ansprechpartner für den Patienten, wenn es um die Durchführung von Magenspiegelungen geht.

Quellen

  • Kirsch J (2017) Magen (Gaster). Duale Reihe Anatomie. Thieme, Stuttgart
  • Ott K, Siewert JR, Bumm R (2012) Magen und Duodenum. In: Siewert JR, Stein HJ (Hrsg) Chirurgie. 9. Aufl. Springer, Heidelberg
  • Zünd M, Lüdin M, Lange J (2009) Klinikmanual Chirurgie. Springer, Heidelberg