Schizophrenie - Medizinische Experten

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Schizophrenie - Weitere Informationen

Schizophrenie ist der Oberbegriff für eine Gruppe schwerwiegender psychischer Erkrankungen, die das gesamte Persönlichkeitsbild beeinflussen und verändern. In Europa leiden 0,5 bis 1 Prozent aller Menschen an Symptomen der Schizophrenie. Dabei erkranken Männer ebenso häufig wie Frauen, allerdings in einem früheren Alter.

Schizophrenie – die Ursachen

Welche Ursachen der psychischen Erkrankung zugrunde liegen, konnte bislang nicht ausreichend geklärt werden. Es scheint sich jedoch um ein multifaktorielles Krankheitsgeschehen zu handeln, bei dessen Entstehung mehrere Faktoren eine Rolle spielen. So zeigen Studien, dass die Gene mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Krankheitsentstehung beteiligt sind. Je näher eine Person mit einem Erkrankten verwandt ist, desto höher ist auch ihr eigenes Erkrankungsrisiko. Ist ein Elternteil an Schizophrenie erkrankt, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind die Störung ebenfalls ausbildet, bei bis zu zehn Prozent. Bei zweieiigen Zwillingen beträgt das Erkrankungsrisiko 20 Prozent, bei eineiigen Zwillingen steigt es sogar auf 45 Prozent (U. Bailer, H. Aschauer, S. Kasper: Genetik der Schizophrenie. In: Journal für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie. 3, 2002, S. 25-31).

Schizophrenie
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Ebenfalls konnten Forscher einen Zusammenhang zwischen Schizophrenie und Hirnschädigungen im frühen Lebensalter aufzeigen. Diese Hirnschädigungen können schon bei der Geburt entstehen. Es wird zudem vermutet, dass frühkindliche Infektionen mit Herpesviren, dem Influenzavirus, Borrelien oder dem Parasiten Toxoplasma gondii das Ausbrechen einer schizophrenen Psychose begünstigen (P. Falkai: Diagnose, Ätiologie und Neuropathophysiologie der Schizophrenie. In: Neuropsychologie der Schizophrenie. 1, 2008, S. 36-43.).

Bei Untersuchungen der Gehirne schizophrener Patienten zeigten sich zudem Auffälligkeiten in der Anatomie. So liegt bei vielen Schizophrenen ein Mangel an Nervenfasern in verschiedenen Gehirnbereichen vor. Betroffen sind beispielsweise der Amygdala und dem Hippocampus, beides Teile des limbischen Systems, das eine große Rolle bei menschlichen Emotionen spielt. Auch die biochemischen Veränderungen sind im Vergleich zu gesunden Menschen verändert. Eine besondere Rolle scheinen hier die Neurotransmitter Dopamin und Glutamat zu spielen.

Zusätzlich können bewusstseinsverändernde Substanzen den Ausbruch der psychischen Erkrankung begünstigen. Insbesondere der Konsum von THC, ein Wirkstoff der Cannabispflanze, kann bei Menschen mit entsprechender genetischer Disposition eine Schizophrenie in einem frühen Lebensalter zur Folge haben. Dasselbe gilt für andere psychotrope Stoffe wie Kokain oder Alkohol. Neben der Neurobiologie, der Genetik und den toxischen Faktoren beeinflussen auch psychosoziale Faktoren die Krankheitsentstehung. Dem Diathese-Stress-Modell nach Zubin und Ciompi zufolge können verschiedene Belastungssituationen zusammen mit anderen begünstigenden Faktoren bei Menschen einer genetisch bedingten Anfälligkeit für die Schizophrenie zum Ausbruch der Erkrankung führen.

Symptome der Schizophrenie

Grundsätzlich muss bei der Symptomatik der psychischen Erkrankung zwischen Positiv- und Negativsymptomen unterschieden werden. Unter den Oberbegriff der Positiv- oder auch Plussymptomatik fallen all die Symptome, die sich durch Verhaltens-, Erlebnis- oder Ausdrucksweisen auszeichnen, die beim gesunden Menschen nicht auftreten. Zu den Positivsymptomen gehören:
  • Halluzinationen
  • Wahn
  • Denkstörungen
  • Ich-Erlebnis-Störungen
Die Negativsymptomatik, auch Minussymptomatik genannt, umfasst die Beschwerden, die durch eine Minderung oder Verarmung psychischer Merkmale im Vergleich zu gesunden Menschen gekennzeichnet sind. Dazu zählen:
  • eine eingeschränkte emotionale Erlebnisfähigkeit
  • die Unfähigkeit, Freude zu empfinden (Anhedonie)
  • eine reduzierte Mimik und Gestik
  • verlangsamtes Denken mit weniger Denkinhalten
  • vermindertes Interesse und reduzierte Aktivität

Die Diagnosestellung der Schizophrenie

Deutet das Auftreten der genannten Symptome auf eine Schizophrenie hin, können spezialisierte Ärzte und Psychotherapeuten durch verschiedene Untersuchungen den Verdacht überprüfen und gegebenenfalls eine Therapie einleiten. Zu Beginn der Diagnosestellung erfolgt ein ausführliches Gespräch mit dem Betroffenen. Hierbei kommt ein spezieller klinischer Fragebogen zum Einsatz, der auf den Diagnosekriterien der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) beruht.

Damit die Diagnose Schizophrenie sichergestellt werden kann, müssen über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen bestimmte Symptome auftreten. Dazu gehören neben anhaltenden Halluzinationen unter anderem Wahngedanken, eine auffällige Apathie oder Stereotypien in der Haltung. Ferner müssen vor Beginn der Therapie andere mögliche Ursachen für die psychischen Symptome ausgeschlossen werden. So können auch Erkrankungen wie Hirntumore oder Demenz sowie Medikamenten- und Drogenmissbrauch schizophrenieähnliche Symptome hervorrufen.

Schizophrenie – Therapiemöglichkeiten

Experten gehen davon aus, dass sich die Schizophrenie nicht vollständig heilen lässt. Allerdings kann eine Behandlung die Symptome der psychischen Erkrankung mindern und den Patienten so zu mehr Lebensqualität verhelfen.

In der akuten Phase ist eine medikamentöse Behandlung häufig unabdingbar. Dabei kommen in erster Linie Arzneistoffe aus der Gruppe der Psychopharmaka, die sogenannten Neuroleptika, zum Einsatz. Diese wirken sich vor allem auf die positiven Symptome aus und führen nicht zu einer Abhängigkeit. Zusätzlich erhalten die Patienten vom Arzt bei Bedarf Antidepressiva oder angstlösende Arzneimittel wie beispielsweise Beruhigungsmittel.

Eine nicht-medikamentöse Behandlungsmethode ist die Elektrokrampftherapie (EKT), bei der dem Patienten in Kurznarkose wenige Sekunden andauernde Stromimpulse verabreicht werden, die einen Krampfanfall auslösen. Diese provozierten epileptischen Anfälle sollen eine Ausschüttung von Neurotransmittern und Neurohormonen auslösen und so die Störungen im biochemischen Haushalt der Patienten normalisieren. Weitere Therapien und Verhaltensmaßnahmen können den Krankheitsverlauf zudem positiv beeinflussen:

  • Ergotherapie
  • regelmäßige Bewegung
  • Psychotherapie
  • die Vermittlung von Wissen über die Krankheit (Psychoedukation)

Die Prognose der Schizophrenie

Der Verlauf der Schizophrenie kann anhand der Drittelregel eingeschätzt werden. Mithilfe der oben genannten Therapiemaßnahmen lässt sich bei einem Drittel der Patienten eine deutliche Besserung der Symptomatik erreichen. Beim zweiten Drittel bleiben die Beschwerden trotz Behandlung in etwa gleich oder bessern sich nur leicht. Beim letzten Drittel der Patienten schlagen die Therapien nicht an und die Schizophreniesymptome verstärken sich.

Ein akuter Krankheitsbeginn, ein kurzer Verlauf, das Überwiegen der Positivsymptomatik sowie die Einbindung in ein soziales Umfeld und eine Berufstätigkeit gelten als schützende Faktoren, die den Krankheitsverlauf und die Prognose positiv beeinflussen können. Von einer vollständigen Heilung kann jedoch nicht ausgegangen werden.