Entropium-OP - Medizinische Experten

Unter einem Entropium ist eine vorübergehende oder dauerhafte Fehlstellung eines oder beider Augenlider zu verstehen. Das Lid ist hierbei nach innen gewendet, sodass die Wimpern auf der Oberfläche des Auges reiben. Ein Entropium kann sowohl das Ober- als auch das Unterlid betreffen, wobei das Unterlid häufiger betroffen ist.

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Welche Ursachen kommen für ein Entropium in Frage?

Ein Entropium am Auge kann grundsätzlich unterschiedliche Ursachen haben. Abhängig vom Krankheitsursprung werden folgende Formen unterschieden

Altersbedingtes Entropium

Altersbedingte Faktoren sind die häufigsten Ursachen für das Auftreten eines Entropiums. Erklären lässt sich diese Krankheitsvariante durch den Abbau von Muskeln und ein erschlaffendes Bindegewebe. Da der Ringmuskel, der für den Verschluss der Lider zuständig ist, keine Gegenspieler mehr hat, verschiebt er sich in Richtung der Lidkante. In der Folge kehrt sich der Lidrand nach innen.

Narbenentropium

Eine Fehlstellung des Augenlids kann durch Vernarbungen auf der Bindehaut zurückzuführen sein. Die Narben können Folge einer bakteriellen Augenentzündung, jedoch auch Ergebnis starker allergischer Reaktionen oder Resultat von Verletzungen durch Einwirkung von Fremdkörpern sein.

Angeborenes Entropium

Ein von Geburt an vorhandenes Entropium ist vergleichsweise selten. Dies geschieht, wenn die Aufhängung des Lids nicht richtig entwickelt bzw. das Zusammenspiel von Muskeln und Nerven gestört ist. Eine solche Fehlstellung bildet sich häufig im ersten Lebensjahr des Kindes von alleine zurück.

Lidkrampf

Tritt ein Lidkrampf auf, kommt es zu einer Kontraktion der Muskelfasern im Muskel des Augenlids, was während der Krampfdauer zu einem Entropium führt. Ursache für diesen Krampf können sowohl neurologische Gründe als auch Entzündungen, Verletzungen oder Schwellungen des Auges oder der Augenlider sein.

Auge

Wie erfolgt die Diagnose eines Entropiums?

Für einen Augenarzt ist es sehr einfach, ein Entropium auf den ersten Blick zu diagnostizieren. Er wird mithilfe eines speziellen Untersuchungsmikroskops den vorderen Augenabschnitt untersuchen, um eventuelle Schäden an der Hornhaut und der Bindehaut auszuschließen. Sollte es erforderlich sein, wird er weitere Tests am Augenlid durchführen.

Zur Augenuntersuchung sollte stets eine Prüfung der Sehschärfe zählen. Wenn Verdacht auf eine Infektion vorliegt, werden die entsprechenden Erreger bestimmt. Hierzu führt der Arzt einen Abstrich von der Oberfläche der Augen oder eine kleine, oberflächlich entnommene Gewebeprobe durch.

Symptome bei einem Entropium

Ist das Augenlid nach innen gedreht, schleifen bei jedem Lidschlag die Wimpern über die empfindliche Oberfläche der Augen. Dadurch spüren viele Betroffene ein Fremdkörpergefühl im Auge. Diese stetige Reizung kann zu einer chronischen Entzündung der Bindehaut führen. Beschwerden, die typisch für ein Entropium sind:

  • vermehrt tränende Augen
  • hohe Lichtempfindlichkeit
  • Rötung des betroffenen Auges

Zusätzlich kneifen Betroffene das betroffene Auge häufig krampfhaft zu. Dies hat jedoch eine Verstärkung der beschriebenen Symptome zur Folge, was wiederum den Lidkrampf verschlimmert. Durch Keime kann eine bakterielle Entzündung entstehen. Hierbei sondert das Auge ein schleimig-eitriges Sekret ab, durch welches das Auge in manchen Fällen verkleben kann. Auch die Hornhaut kann von einem Entropium in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Hornhaut im Auge lässt sich mit einem Uhrglas vergleichen und hat eine durchsichtige Struktur. Sie ist für den Abschluss des Auges nach vorne verantwortlich. Mit der Lichtbrechung ist die Hornhaut für einen wichtigen Teil beim Sehen verantwortlich. Kleine Verletzungen durch einen Wimpernschlag können zu punktuellen Defekten an der Hornhaut führen. Zusätzlich besteht das Risiko, dass sich diese bakteriell infizieren und ein Hornhautgeschwür entsteht. Letztlich sind Narben die Folge, in die in vielen Fällen Gefäße einwachsen, was das Sehen deutlich beeinträchtigt.

Die Behandlung bei einem Entropium

Grundsätzlich ist die Wahl der Therapie abhängig davon, welche Ursache und welche Ausprägung die Fehlstellung des Augenlids hat. Bei einem leichten Entropium, das beispielsweise durch das Tragen eines Verbands oder eine Entzündung entstanden ist, reicht als Therapie unter Umständen ein Heftpflasterstreifen, das am Unterlid angebracht wird. Hierdurch wird Zug auf das Augenlid ausgeübt, woraufhin sich in der Folge das Entropium zurückbildet. Diese Methode ist auch sinnvoll, um die Zeit bis zu einem möglichen operativen Eingriff zu überbrücken.

Bei einer leichten Form eines Entropiums kann alternativ das Lid mithilfe eines Fadens durch eine sogenannte Schöpfer-Naht fixiert werden. Hierbei handelt es sich um einen relativ kleinen Eingriff, der unter örtlicher Betäubung durch den Augenarzt durchgeführt werden kann.

Sollte das Entropium bereits chronisch oder stärker ausgeprägt sein, ist in den meisten Fällen eine Operation unumgänglich. Der Operateur verkürzt bei diesem Eingriff das Augenlid und entfernt Muskelanteile mit dem Ziel, die Einwärtskehrung des Augenlids zu beheben.

Sollte sich der Zustand des betroffenen Auges kaum oder gar nicht gebessert haben und sind alle konventionellen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft, kann eine therapeutische Kontaktlinse Abhilfe schaffen. Eine solche Kontaktlinse hält die Wimpern von der Hornhaut fern. Auf diese Weise wird eine mit dem Entropium verbundene Reizung des Auges vermieden. Mögliche Hornhautveränderungen erfordern zudem möglicherweise eine Therapie mit Augensalben.

Bei einem angeborenen Entropium ist in der Regel keine besondere Therapie notwendig. Die Wimpern bei Neugeborenen sind sehr weich und verursachen daher meistens keine Beschwerden oder Schäden an der Hornhaut. Die bestehende Lidfehlstellung bildet sich auch ohne Behandlung innerhalb der ersten beiden Lebensjahre zurück.

Wie ist die Prognose bzw. der Verlauf bei einem Entropium?

Meistens nimmt ein Entropium einen guten Verlauf, wenn eine ausreichende und rechtzeitige Behandlung durchgeführt wird. Sollte das Entropium angeboren sein, bildet es sich in den meisten Fällen oft von alleine zurück. Selbst wenn die Fehlstellung des Augenlids chronisch oder stärker ausgeprägt ist, kann sie durch eine Operation in den meisten Fällen dauerhaft behoben werden.

Nur vergleichsweise selten kommt es nach einem chirurgischen Eingriff zu einem erneuten Auftreten des Entropiums. Sollte das Entropium jedoch unbehandelt bleiben und zu einer chronischen Reizung der Hornhaut führen, kann dies zu Schäden an der Hornhaut mit einhergehenden Geschwüren, Entzündungen und Vernarbungen führen. Folgen können eine Beeinträchtigung der Sehkraft bis hin zur Erblindung sein.

Fazit

Bei einem Entropium am Auge handelt es sich um eine Fehlstellung des Lids. Hierbei ist der Lidrand einwärts gedreht, was zur Reibung der Wimpern an der Hornhaut führt. Diese wird gereizt. Gerötete und brennende Augen, die stark tränen, sind typische Symptome für ein Entropium. Zudem berichten Betroffene über ein Fremdkörpergefühl oder hohe Lichtempfindlichkeit.

Als Ursachen für das Auftreten eines Entropiums kommen Vernarbungen der Bindehaut, ein Lidkrampf oder eine altersbedingte Erschlaffung der Augenmuskulatur infrage. Ebenso möglich – wenn auch selten – ist es, dass das Entropium angeboren ist. Ohne Behandlung durch einen Augenarzt kann ein Entropium zu Entzündungen und Geschwüren an der Hornhaut führen und diese nachhaltig schädigen. Die Behandlung ist abhängig von den Ursachen und kann in der Gabe von Augentropfen, Pflastern, aber auch in operativen Eingriffen bestehen.