Besenreiser - Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Nahezu jede zweite Frau kennt die kleinen und unschönen, meist an den Außenseiten der Oberschenkel durchschimmernden, Äderchen. Besonders im Sommer, wenn Frau gerne einen kürzeren Rock tragen würde, sind die sogenannten Besenreiser ein unangenehmer Begleiter. Doch handelt es sich dabei lediglich um einen Schönheitsmakel oder geht von ihnen auch eine Gefahr für die Gesundheit aus?

Themenübersicht dieses Artikels

Was sind Besenreiser?

Besenreiser, auch Besenreiservarizen genannt, breiten sich wie eine Art Reisigbesen unter der Haut aus und tragen daher ihre Bezeichnung. Besenreiser entstehen, wenn sich das Blut in den Venen staut, weil die Venenklappen nicht mehr richtig funktionieren oder überlastet sind. Dies führt dazu, dass die kleinen Gefäße ausleiern und unter der Haut in Form von dünnen blau-roten Verästelungen sichtbar werden. Eine direkte Gefahr geht von Besenreisern nicht aus, allerdings können sie Hinweise auf andere Venenleiden geben.

Besenreiser

Die Medizin bietet Betroffenen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten, den Schönheitsmakel zu beseitigen. Zudem gibt es Methoden zur Vorbeugung, damit Besenreiser gar nicht erst entstehen. Besenreiser sind unter Frauen deutlich stärker verbreitet als unter Männern.

Die Entstehung von Besenreisern ist in erster Linie erblich bedingt. Außerdem können sich Besenreiser durch die Einwirkung weiblicher Geschlechtshormone bilden. Das Östrogen lässt die Gefäßwände erschlaffen. Hier stellt vor allem die Einnahme der Anti-Baby-Pille, insbesondere bei Frauen die älter als 30 Jahre sind, eine Gefährdung dar. Eine Schwangerschaft fördert die Erschlaffung der Venen zusätzlich.

Menschen mit Übergewicht sind ebenso gefährdet, Besenreiser zu bekommen. Darüber hinaus wird die Entstehung von Besenreisern durch zu viel stehende oder sitzende Tätigkeit vor allem im Beruf sowie generell mangelnde Bewegung gefördert. Das Zusammenspiel zwischen Muskelpumpen und Venenklappen wird bei zu viel stehender oder sitzender Tätigkeit so gestört, dass das Blut nicht von den Venen zum Herz transportiert werden kann. Da das Blut so immer wieder in die Venen zurückwandert, werden die Gefäßwände gedehnt und ausgeleiert.
Weitere Risikofaktoren für die Entstehung von Besenreisern sind das Rauchen sowie übermäßig häufiges Tragen von hochhackigen Schuhen.

Besenreiser entfernen - einfach und schnell

Die Entfernung von Besenreisern ist aus medizinischer Sicht nicht zwingend notwendig, da sie als unbedenklich gelten. Wer den Schönheitsmakel jedoch aus ästhetischen Gründen beseitigen lassen möchte, dem bietet sich die Möglichkeit, die Adern von einem Spezialisten veröden zu lassen oder sich dort einer Laserbehandlung zu unterziehen.

Vor allem bei größeren Besenreisern, die sowohl aus großen und mittelgroßen, als auch sehr feinen Äderchen bestehen, wird eine Kombination aus beiden Behandlungsmöglichkeiten angewendet. Die Behandlung von Besenreisern erfolgt durch erfahrene Experten der Phlebologie und Angiologie.

Spezialisten für Besenreiser finden

Sklerosierung - Besenreiser veröden

Beim Veröden (Sklerosierung) der Besenreiser wird ein alkoholhaltiges Mittel in die Vene gespritzt. Diese löst eine Reizung der Venenwand aus, welche dazu führt, dass sich die Vene verschließt. Da die Venenwände verkleben, baut der Körper die Venen nach und nach ab. Generell kann die Behandlung ambulant erfolgen und beliebige Male wiederholt werden.

Verödung von BesenreisernVerödung von Besenreisern

Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, sind mehrere Behandlungen notwendig. Die Anzahl der Behandlungen hängt von der Anzahl der Besenreiser und deren Verästelungen ab. Die Behandlung ist weitgehend schmerzfrei. Außer dem leichten Einstich der Nadel ist nichts zu spüren.

Nach der Verödung können sich kleine Blutergüsse oder Venenentzündungen bilden, die aber ungefährlich sind und wieder abklingen, genauso wie bräunliche Verfärbungen, die sich um die Einstichstelle bilden können.

Direkt nach der Behandlung ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen empfehlenswert. Längeres Stehen oder Sitzen sollte vermieden werden. Vielmehr ist Bewegung wichtig, damit der Blutfluss der verbliebenen Gefäße angeregt wird.

Kompressionsstrümpfe
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Laserbehandlung

Eine Laserbehandlung wird insbesondere bei Gefäßen angewendet, die sehr fein und somit zu klein zum Veröden sind. Im Rahmen dieser Methode wird ein Laser an den betroffenen Stellen entlang geführt. Dieser gibt dort punktiert eine bestimmte Energiemenge frei. Der rote Blutfarbstoff im Gefäß nimmt die abgegebene Energie auf, wodurch es zu einer Schädigung der Venenwände kommt. Diese Schädigung hat das Absterben der Vene zur Folge.

Besenreiser Laserbehandlung

Da die Behandlung der Besenreiser mit dem Laser schonender ist als das Veröden, kann auf das Tragen von Kompressionsstrümpfen nach dem Eingriff verzichtet werden. Außerdem sind die Nebenwirkungen im Gegensatz zum Veröden geringer. Die Haut weist in der Regel lediglich Rötungen auf, die nach einer Weile wieder abklingen.

Eine Sitzung im Rahmen der Laserbehandlung beträgt in der Regel 10 bis 20 Minuten. Je nach Tiefe der Besenreiser werden mehrere Sitzungen benötigt um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Zwischen den Sitzungen liegt in der Regel ein Abstand von vier Wochen.

Hausmittel gegen Besenreiser

Neben den schulmedizinischen Verfahren und Salben sagt man auch einigen Hausmitteln eine gute Wirkung gegen Besenreiser nach. Ob und wie Rosskastanien, Apfelessig und Co. gegen Besenreiser wirken, verraten wir Ihnen hier:

Apfelessig

Apfelessig wird eine durchblutungsfördernde Eigenschaft nachgesagt - genau das, was man benötigt, um Besenreisern entgegenzuwirken. Reiben Sie die betroffenen Stellen täglich mit einem in Apfelessig getränkten Tuch ein. Übrigens: Apfelessig hat auch eine pH-Wert-regulierende Wirkung auf die Haut.

Rosskastanien

Das Extrakt der Rosskastanie enthält den Wirkstoff Aescin. Dieser Wirkstoff verbessert die Blutzirkulation durch die Venen. Mehrere Studien belegen die Wirksamkeit des Rosskastaniensamenextrakts bei chronisch-venöser Insuffizienz.

Beine kalt duschen

Das kalte Abduschen der Beine fördert die Durchblutung und hat viele weitere positive Effekte, wie zum Beispiel die Aktivierung des des vegetativen Nervensystems. Duschen Sie Ihre Beine täglich kalt ab, um diese positiven Effekte zu erzielen.

Mit hochgelagerten Beinen schlafen

Schlafen Sie mit hochgelagerten Beinen, um den Blutfluss in den Venen zu unterstützen. Dafür gibt es spezielle Venenkissen. Die Ausweitung bzw. ein Blutstau der Gefäße wird dadurch verringert. So verhindern Sie, dass die Besenreiser größer werden.
In den meisten Fällen können diese Hausmittel lediglich dabei helfen, die Ausbreitung zu stoppen. Das Entfernen von Besenreiser ist am effektivsten durch Verödung oder Laserbehandlung zu realisieren. Fragen Sie in jedem Fall bei Ihrem Arzt nach.

Was kostet die Entfernung von Besenreiser?

Da es sich bei der Behandlung von Besenreiser um einen ästhetischen Eingriff handelt, werden die Kosten nicht von den Krankenkassen übernommen. Das liegt darin begründet, dass die Besenreiser nicht die Gefäße sind, von denen eine Gefahr wie Thrombose oder Lungenembolie ausgeht.

Die Kosten für eine Entfernung der Besenreiser setzt sich aus diversen Faktoren zusammen, z.B. Behandlungsart, Arzthonorar und Ausmaß der zu behandelnden Venen.
Bei der Behandlung der Besenreiser kann man für eine Sitzung jedoch grob mit Kosten zwischen 100 bis 150 € rechnen. Wie viele Sitzungen jedoch notwendig sind, muss der behandelnde Arzt von Fall zu Fall unterscheiden.

Vorbeugung - Sport ist das Mittel der Wahl

Auch wenn sich die Bildung von Besenreisern meist nicht komplett vermeiden lässt, so gibt es doch Möglichkeiten, der Venengesundheit auf die Sprünge zu helfen und der Entstehung des unschönen Makels entgegenzuwirken. Dies gelingt vor allem mit regelmäßigem Sport. Durch die Muskelanspannung wird Druck auf die Venen ausgeübt, der die Venengesundheit fördert. Empfehlenswert sind daher Ausdauersportarten wie

  • Schwimmen
  • Joggen
  • Radfahren
  • Wandern

Daneben gibt es die Möglichkeit, der Entstehung mit Entstauungs- und Venengymnastik entgegen zu wirken. Auf das Rauchen generell und die Einnahme der Anti-Baby-Pille ab dem 30. Lebensjahr sollte verzichtet werden.

Joggende FrauAusdauersport hilft bei der Vorbeugung von Besenreisern

Der Unterschied zwischen Krampfadern und Besenreisern

Besenreiser sind Sonderformen von Krampfadern. Venenkrankheiten wie Krampfadern können in unterschiedlichen Ausprägungen auftreten. Die Besenreiservarizen sind nur eine Ausprägung davon. Häufig sind Besenreiservarizen der Vorbote für weitere Formen von Krampfadern.

Krampfadern und Besenreiser sind von der sogenannten Couperose zu unterscheiden, bei der feine blau-rote Äderchen in Form von Verästelungen im Gesicht, in der Regel rund um die Nase und an den Wangen, sichtbar werden. Bei der Couperose handelt es sich um anlagebedingte Gefäßerweiterungen, die sich im Ursprung und ihrer Ausprägung von Besenreisern und Krampfadern unterscheiden und mit speziellen Cremes behandelt werden können.