Bauchspeicheldrüsenkrebs - Tumor des Pankreas

An Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken in Deutschland jährlich etwa 15.000 Menschen, hauptsächlich ältere Menschen im Alter von über 60 Jahren. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist mit einem Anteil von etwa drei Prozent aller Krebserkrankungen in Deutschland relativ selten, jedoch besonders bösartig.  Es ist daher wichtig, dass die Patienten von Experten für Bauchspeicheldrüsenkrebs in spezialisierten Zentren behandelt werden. Weitere Informationen zu Bauchspeicheldrüsenkrebs finden Sie weiter unten.

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Bauchspeicheldrüsenkrebs - Weitere Informationen

Bauchspeicheldrüsenkrebs (auch Pankreaskarzinom genannt) ist eine bösartige Tumorerkrankung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Der Tumor kann prinzipiell in jedem Abschnitt dieses länglichen Organs entstehen, meist wird allerdings der Kopf der Drüse befallen. Die Bauchspeicheldrüse liegt im Oberbauch und produziert Verdauungsenzyme, die sie in den Zwölffingerdarm abgibt, und ist außerdem an der Blutzuckerregulation beteiligt und gibt Hormone in die Blutbahn ab.

Die meisten Pankreaskarzinome entstehen im exokrinen Bereich, also dem Teil der Bauchspeicheldrüse, der die Verdauungsenzyme absondert. Daher wird dieses Karzinom auch als exokriner Bauchspeicheldrüsenkrebs (meist duktale Adenokarzinome) bezeichnet. Kommt es zu einem bösartigen Tumor im endokrinen, für die Blutzuckerregulation verantwortlichen Teil, liegt ein endokriner Bauchspeicheldrüsentumor vor, der sich in seinem Verhalten vom endokrinen Tumor unterscheidet. Pankreaskarzinome bilden häufig und relativ schnell Metastasen.

Ursachen und Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind bisher noch nicht bekannt. Man kennt aber Faktoren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen können. Zu den Risikofaktoren zählen das Rauchen und ein erhöhter Alkoholkonsum. Darüber hinaus spielen ein höheres Lebensalter und eine genetische Veranlagung eine wichtige Rolle. Ein Diabetes und eine erblich bedingte Form der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung scheinen das Risiko auch geringfügig zu erhöhen. Weitere Risikofaktoren sind im persönlichen Lebensstil zu finden: starkes Übergewicht, fettreiche Ernährung und Vitamin-D-Mangel.

 

 

Symptome von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Beim Pankreaskarzinom fehlen weitestgehend frühe Symptome, sodass der Tumor oft erst spät entdeckt wird. Erst wenn die Tumorerkrankung bereits fortgeschritten ist, machen sich Symptome bemerkbar. So kann es je nach Lage des Tumors u.a. zu Schmerzen im Oberbauch, die in den Rücken ausstrahlen können, Durchfall, Fettstuhl (Steatorrhö), Gelbfärbung der Haut, Gewichtsverlust, Völlegefühl und einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes kommen. Haben sich Metastasen gebildet, kommen weitere organspezifische Beschwerden, wie z.B. Druckschmerzen im Bereich der Leber, hinzu.

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Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Manche Laborwerte (z.B. Gamma-Glutamyltransferase, alkalische Phosphatase und direktes Bilirubin) sind bei einer tumorbedingten Gelbsucht erhöht, einen spezifischen Labortest zur Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es aber nicht. Besteht der Verdacht auf ein Pankreaskarzinom wird in der Regel zunächst eine transkutane Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes vorgenommen. Da die Aussagekraft dieser Sonographie vom Untersucher abhängt, sollte sie von einem erfahren Spezialisten für Bauchspeicheldrüsenkrebs durchgeführt werden. Die endoskopische Ultraschalluntersuchung ist hochauflösender, mit ihr kann auch ein kleinerer Tumor entdeckt werden.

Als Standardverfahren zur präoperativen Diagnostik gilt die kontrastmittelverstärkte Dünnschichtcomputertomographie (CT), aber auch die Magnetresonanztomographie (MRT) kann zur besseren Darstellung der Weichteile eingesetzt werden.

Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Eine Heilung der Tumor-Erkrankung kann nur durch eine frühzeitige chirurgische Entfernung des Karzinoms erreicht werden. Um sicher zu gehen, dass alle Krebszellen abgetötet werden, schließt sich häufig eine nachfolgende (adjuvante) Chemotherapie an. Allerdings wird der überwiegende Teil der Tumoren erst in einem späten Stadium entdeckt, in dem keine Heilung durch Operation mehr möglich ist. Es gibt allerdings erste Studien, in denen durch eine Behandlung mit neoadjuvanter (der Operation vorgeschalteter) Chemotherapie und/oder Strahlentherapie ein nicht operabler Tumor soweit verkleinert wurde, dass eine Operation durchgeführt werden konnte. Ansonsten spielt die Strahlentherapie in der Bauchspeicheldrüsenkrebs-Therapie keine große Bedeutung.

Die Chemotherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs wird nicht nur in der adjuvanten Therapie (d.h. nach der Bauchspeicheldrüsenkrebs-OP), sondern auch in der palliativen Situation eingesetzt. Die palliative Therapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs hat zum Ziel, das Tumorwachstum und die mit dem Tumor assoziierten Symptome zu kontrollieren und damit die Lebensqualität zu verbessern und das Leben zu verlängern. Aber auch die Schmerztherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist bedeutsam. Durch eine angemessene, hochdosierte Gabe von Schmerzmitteln kann der Patient am gesellschaftlichen und sozialen Leben teilhaben.

Welche Fachärzte und Spezialkliniken behandeln Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Spezialisten für Bauchspeicheldrüsenkrebs sind Fachärzte mit Schwerpunkt gastrointestinale Tumorerkrankungen, u.a. Fachärzte der Onkologie oder Gastroenterologen, die im interdisziplinären Team mit Fachärzten anderer Gebiete (z.B. Chirurgen, Strahlentherapeuten) die Behandlung planen und durchführen.

Patienten mit Pankreaskarzinom sollten sich in spezialisierten Kliniken für Bauchspeicheldrüsenkrebs behandeln lassen, da dort eine hohe Qualität der Behandlung gewährleistet werden kann und sie ggf. durch die Teilnahme an klinischen Studien von den neuesten Therapien profitieren können.

Prognose bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die Prognose hängt vor allem davon ab, in welchem Stadium das Pankreaskarzinom entdeckt wurde. In frühen Stadien besteht Chance auf Heilung, in späteren Stadien ist die Behandlung primär palliativ, denn dann ist die Prognose sehr ungünstig. So liegt die 5-Jahres-Überlebensrate nur bei 6 bis 7 %. Durch neue Therapiekonzepte besteht aber Hoffnung, dass die Behandlungsergebnisse in Zukunft besser werden.


Dieser Text wurde überprüft von unserem Experten Prof. Dr. med. Jörg G. Albert.